„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Sein-Sollen-Fehlschluss

Den metaethischen Sein-Sollen-Fehlschluss (auch: Sein-Sollen-Dichotomie) begeht, wer vom Sein direkt auf ein Sollen schließen möchte bzw. wer versucht, aus rein faktischen Aussagen unmittelbar normativ gültige Aussagen logisch abzuleiten.

Humes Gesetz

Der Gedanke hinter alldem, nämlich dass aus bloßen Fakten keine Normen folgen, geht auf David Hume (1711 – 1776) zurück. In seinem Frühwerk „A Treatise of Human Nature(1739/40) konstatiert Hume diesen Umstand als erster Philosoph explizit, die zentrale Passage lautet:

"In jedem Moralsystem, das mir bisher vorkam, habe ich immer bemerkt, dass der Verfasser eine Zeitlang in der gewöhnlichen Betrachtungsweise vorgeht, das Dasein Gottes feststellt oder Beobachtungen über menschliche Dinge vorbringt. Plötzlich werde ich damit überrascht, dass mir anstatt der üblichen Verbindungen von Worten mit "ist" [is] und "ist nicht" [is not] kein Satz mehr begegnete in dem nicht ein "sollte" [ought] oder "sollte nicht" [ought not] sich fände. Dieser Wechsel vollzieht sich unmerklich; aber er ist von größter Wichtigkeit. Dies "sollte" oder "sollte nicht" drückt eine neue Beziehung oder Behauptung aus, muss also notwendigerweise beachtet und erklärt werden. Gleichzeitig muss ein Grund angegeben werden für etwas, das sonst ganz unbegreiflich scheint, nämlich dafür, wie diese neue Beziehung zurückgeführt werden kann auf andere, die von ihr ganz verschieden sind. Da die Schriftsteller diese Vorsicht meisten nicht gebrauchen, so erlaube ich mir, sie meinen Lesern zu empfehlen; ich bin überzeugt, dass dieser kleine Akt der Aufmerksamkeit alle gewöhnlichen Moralsysteme umwerfen […] würde […]."

-      Hume, THN, III. 1.1, Bd. 2, 211f.

Das hier eingebrachte Verbot eines unmittelbaren Schlusses von dem Sein auf ein Sollen hin, wird auch als Humes Gesetz bezeichnet. Es ist unter Ethikern weitestgehend anerkannt und findet sich in ähnlicher Form in fast allen modernen Grundlegungen zur Logik ethischer Aussagen wieder. Die einzelnen Formulierungen des von Hume entdeckten Prinzips variieren indes aber stark:

- Aus bloßen Fakten folgen keine Normen.

- Aus bloßen Tatsachenbehauptungen folgen keine Werturteile.

- Aus bloßen Feststellungen folgen keine Forderungen.

- Aus bloßen Indikativen folgen keine Imperative.

- Aus bloßen, deskriptiven Prämissen folgen keine ethischen Konklusionen.

- Aus bloßen Seinsaussagen folgen keine Sollensaussagen (Humes Gesetz).

Allgemeine Fassung

All diese Formulierungen lassen sich auf folgenden gemeinsamen Nenner, und somit auf den Kernpunkt des Sein-Sollen-Fehlschlusses im weiteren Sinne, bringen: Aus „A ist Q“ folgt nicht „A ist gut“.

Dabei ist A eine beliebige, zu beurteilende Entität wie bspw. eine Handlung, ein Charakter, eine Moral oder ein Gesetz. Q ist ein natürliches Prädikat, d.h. die rein faktische Eigenschaftszuschreibung vom Seienden A als etwa: Fest, friedfertig oder veilchenblau. Im Gegensatz zum natürlichen Prädikat Q behauptet das Wertprädikat „gut“ einen normativen, d.h. wertenden Status über A. Selbstverständlich könnte man statt „gut“ auch irgendein anderes Wertprädikat positiver, negativer oder neutraler Art verwenden (gut, böse, richtig, falsch, tugendhaft, hinnehmbar, geboten, verboten, schlecht, inakzeptabel ...). Und immer wäre der Gedanke von Hume: Nur weil eine Seinsaussage auf A zutrifft, heißt das noch nicht, dass deswegen auch eine Sollensaussage der Fall bezüglich A ist.

Beispiele

Nun gut, das scheint offensichtlich zu sein, nur weil die Welt auf einer bestimmten Art und Weise vorliegt bzw. nicht vorliegt, kann ich nicht behaupten, dass irgendwas oder irgendwer irgendwie zu sein oder zu handeln hat. Man könnte deshalb annehmen, diesen Fehschluss begehen nicht allzu viele. Aber weit gefehlt, nehmen wir nur mal ein ganz alltägliches, präskriptives Urteil: Mord (A) ist schlecht. Es fällt leicht, Beispiele zu finden, in denen allein aufgrund einer Seinsaussage über A = Mord auf die präskriptive Aussage Mord ist schlecht geschlossen wird:

  • Rechtspositivismus: Mord ist gemäß §211 StGB eine Straftat (Faktum). Deshalb ist Mord schlecht (Normurteil).

  • Evolutionäre Ethik: Mord ist schädlich für den Fortbestand der Gattung (Faktum). Deshalb ist Mord schlecht (Normurteil).

  • Progressivismus: Mord wird immer mehr geächtet (Faktum). Deshalb sollten wir das auch tun bzw. ist Mord schlecht (Normurteil).

  • Konservatismus: Mord war schon immer verarchtet (Faktum). Deshalb sollten wir damit fortfahren bzw. ist Mord schlecht (Normurteil).
    Siehe auch:
    Traditionsargument.

Was heißt das?

Nach alldem, was wir gehört haben, liegt der Verdacht nahe, dass jede mögliche Begründung einer normativen Aussage notgedrungen dem Sein-Sollen-Fehlschluss unterliegen und somit scheitern muss. Wenn das stimmt, dann sind alle Werte, Gebote, Normen und Gesetze letztlich unbegründbar, Konzepte wie moralische Schuld oder Integrität fragwürdig und moralisches Wissen überhaupt nicht möglich. Der Sein-Sollen-Fehlschluss würde uns unmittelbar zum ethischen Skeptizismus und Nonkognitivismus führen.

Die alles entscheidende Frage ist: Stimmt das? Scheitern alle Begründungsversuche normativer Aussagen am Sein-Sollen-Fehlschluss? Nein. Wie wir noch sehen werden lassen sich all jene, auch die in unserem Beispiel begangenen, Fehlschlüsse mit einer kleinen Umformulierung leicht umgehen.

Sollen im Sein

Es stimmt zwar, dass nur, dass etwas ist, nicht erklären kann, warum jemand etwas zu tun oder zu lassen haben sollte. Das Gegenteil, das aus dem Sein gar kein Sollen folgt, kann aber auch nicht richtig sein. Denn offensichtlich gibt es Gebote, Richtlinien, Satzungen und all dies in der Welt und woher sollen sie sonst kommen, wenn nicht aus dem allumfassenden Sein? Die Frage muss also vielmehr lauten: Wo aus dem Sein kommen normative Aussagen her und welche (subjektive oder objektive) Gültigkeit darf ihnen zugesprochen werden?

Sollen aus dem Sein

Fragen wir uns zunächst, ob die bisherigen Begründungen, warum Mord schlecht sein soll, wirklich ungültig oder vielleicht nur unvollständig waren? Betrachten wir dafür die Formulierung eines Mediziners: „Wenn du Patient X das Medikament Y verabreichst, bringst du ihn um. Also solltest du es ihm nicht verabreichen.“ Dieser Schluss hat genau die zuvor von uns beanstandende Form: Nur weil das Verabreichen des Medikaments an den Patienten (A) ihn umbringen würde (Q), ergibt sich daraus noch nicht, dass es schlecht wäre dem Patienten das Medikament zu verabreichen. Schieben wir jedoch eine weitere Prämisse dazwischen, nämlich dass es schlecht ist Menschen umzubringen, macht diese den Schluss gültig:

(1) A -> Q
(2) Q ist schlecht
Also: A ist schlecht

Diese Beobachtung gilt generell und auch umgekehrt, wenn zu einem kritisierten Schluss des Typs „A ist Q -> A ist gut“ die weitere Prämisse „Q ist gut“ hinzugefügt wird, wird der Schluss offenbar legitim.

Entsprechend lassen sich dann auch die zuvor angebrachten Beispiele modifizieren, sodass sie folgerichtig werden. Für den Rechtspositivisten kann diese Modifikation darin bestehen, dass er sagt: „Was in den Gesetzen steht, ist gut oder gerecht.“ Sei es, weil er das Gesetz als bindendes Ergebnis einer demokratischen Übereinkunft betrachtet, oder da er dem Gesetzgeber eine hohe, sittliche Einsicht attestiert. Und weil das Gesetz Mord eben verurteilt, ist morden schlecht. In der religiösen Moral müsste man folgende Prämisse hinzufügen: „Was Gott in seinen Geboten verfügt, ist gut“ und schon ist das Morden schlecht. Der Evolutionärethiker könnte hinzufügen: „Was den Fortbestand der Gattung sichert, gebietet sich moralisch.“ Aus progressivistischer Sicht wäre zu ergänzen: „Der Trend ist maßgebend“, und konservativistisch: „Was wir schon immer so gemacht haben, sollten wir uns unbedingt erhalten“ und der moralische Schluss, Mord ist schlecht, ist logisch vollständig.

Logisch vollständig heißt zunächst aber nur, formell korrekt und sagt nichts über die inhaltliche Plausibilität oder moralische Qualität eines Schlusses aus. Ich könnte ja auch sagen: (1) Eine deutschlandweite Grippewelle schafft Arbeitsplätze in Krankenhäusern (A -> Q). (2) Die SPD ist meine Partei, der ich blind vertraue und die sagt, sozial ist, was Arbeit schafft, bzw. unterschwellig verstehe ich: Was sozial ist, ist automatisch auch gut (Q ist gut). Also: ist es wünschenswert, dass in Deutschland wieder eine Grippewelle ausbricht (A ist gut). Wäre es für die Militärsoffiziere nicht geboten, entsprechende Grippeviren frei zulassen, um Deutschland wieder in Vollbeschäftigung zu bringen? Diese Schlüsse sind alle formell korrekt, logisch lässt sich nichts an ihnen aussetzen, nur vom Inhalt aus betrachtet werden sie fragwürdig.

Um eine inhaltliche Auseinandersetzung geht es der Metaethik aber gar nicht, eine solche ist Aufgabe der normativen Ethik. All die ergänzten „Q ist gut“-Prämissen mögen nicht überzeugend oder sonst etwas sein, aber hierbei handelt es sich um inhaltliche Kritik. In formaler, metaethischer Hinsicht ist an diesen vervollständigten Schlüssen nichts mehr auszusetzen. „Q ist gut“ ist logisch hinreichend, um von „A ist Q“ auf „A ist gut“ zu schließen.

Was wir von Hume lernen können

Wir können also festhalten, dass indirekt aus dem Sein ein Sollen folgt, gdw. wir einem Sein (Q) ein Wertprädikat zuschreiben. Dieses ergänzende Prädikat der Form „Q ist gut“ ist aber stets subjektiver Natur. Wenn der Evolutionärethiker sagt: „Was den Fortbestand der Gattung sichert, gebietet sich moralisch“, ist das seine Sicht der Dinge und so auch die daraus hervorgehende Wertung: „Mord ist schlecht“. Ein Anderer, etwa ein Misanthrop oder ein Ökofaschist, kann da ganz anderer Auffassung sein. Und dies können wir vom Sein-Sollen-Fehlschluss lernen: Natürlich kommt das Sollen aus dem Sein, jedoch aus einem höchst subjektiven Sein! Nämlich aus dem „Q ist gut“ denkenden Kopf von Person X, Person Y kann Q aber als moralisch verurteilenswert empfinden.

An sich ist nichts weder gut noch böse.

Das Denken macht es erst dazu.“

Hamlet II, Shakespeare

Soweit meine Interpretation von Humes bekanntem Fehlschluss. Hume selbst sah das an anderen Stellen übrigens ganz ähnlich. Ihm ging es wahrscheinlich weniger darum, auf die Notwendigkeit einer obersten Prämisse des Typs „Q ist gut“ hinzuweisen, als zu zeigen, wie sich die Beziehung, die in einem Seinssatz (A ist Q) ausgedrückt wird, „ganz verschieden“ von jener „neuen Beziehung“ unterscheidet, die in einem Sollensatz (A ist gut) geltend gemacht wird. Ein Seinssatz trifft laut Hume eine Feststellung über äußere, faktische Dinge, wohingegen sich ein Sollenssatz mit Gemütszuständen, Affekten und Gedanken befasst. Das Sollen entspringt dabei insofern dem Sein, als dass Tatsachen bestimmte emotionale Reaktionen in uns auslösen, beim Rauchen kann das beispielsweise die Angst vor Krebs sein oder beim Gottesglauben der Wunsch in den Himmel zukommen, die in uns ein subjektives Gefühl des Sollens auslösen.

Und genau um diesen Perspektivenwechsel, von objektiven Tatsachen zu einem subjektiven Gefühl des Sollens, ging es Hume. Moralische Wertigkeiten, wie man sie bestimmten Qs (Charakteren, Handlungen, Zuständen..) zuschreibt, liegen nach ihm nicht in den beobachtenden Fakten selbst, sondern im Auge des jeweiligen Betrachters begründet. Dies hat weitreichende Konsequenzen: Erstens ist für Hume die Bewertung eines Faktums nicht Sache einer praktischen Vernunft, sondern eines moralischen Sinnes (vgl. hierzu Sensualismus bzw. Hume, THN, III. 1.1, Bd. 2, 208, III.1.2, Bd. 2. 212). Zusätzlich liegt hiermit zweitens nahe, dass moralische Bewertungen für Hume nichts weiter ausdrücken als subjektive Gefühlslagen und keine objektiven Wahrheiten vermitteln (vgl. hierzu Nonkognitivismus bzw. HUME, THN, III. 1.1, Bd. 2, 210f., III.1.2, Bd. 2, 213).

Kommen wir auf das Beispiel mit dem Rauchen zurück. Hunger, Schutzbedürfnisse, Lust- und Verbundenheitsgefühle geben dem Leben einen Sinn und dem Handeln einen Grund. Diese Handlungsbegründungen bleiben aber stets subjektiv, wie beim Rauchen das subjektive Bedürfnis lange zu leben. Einer könnte das quantitative Bedürfnis lange zu leben als gar nicht so wichtig und den qualitative Lebensgenuss, der für ihn mit dem Rauchen einhergeht, als viel wichtiger erachten. Für ihn fällt die Antwort auf die Frage, ob man rauchen soll, ganz anders aus wie für einen gesundheitsbewussten Hochleistungssportler. Die Antwort auf eine moralische Frage kann letztlich von verschiedenen Seinszuständen von Subjekt zu Subjekt verschieden ausgelegt werden, eine objektive oder für alle wahre Antwort gibt es darunter nicht. So in etwa könnte man Hume weiterdenken.

Am Ende stellt sich uns nur noch die Frage, ob Humes Gesetz überhaupt ein so wichtiger Grundsatz ist, wenngleich doch jeder der angebrachten Schlüsse durch eine zusätzliche Prämisse legitim gemacht werden konnte und sich der Inhalt dieser Prämisse überdies als metaethisch / logisch völlig trivial herausgestellt hat. Einen echten Sein-Sollen-Fehlschluss wird man daher niemanden vorwerfen können, der in seine Argumentation in irgendeiner Form ein „Q ist gut“ miteinbringt. Und doch ist Humes Einsicht wichtig, weil sie uns zeigt, was gerne übersehen wird: Dass bei Moralbegründungen mindestens ein subjektives Urteil als notwendige und hinreichende Bedingung zwischengeschaltet werden muss, damit aus dem Sein ein Sollen folgen kann. Moral ist immer etwas Subjektives.

Verweise

  • Evolutionäre Erkenntnistheorie: Die Prozedur, in der aus dem Sein ein Sollen folgt, dauert oft viel länger und vollzieht sich unmerklicher, als in unseren Beispielen. In unseren Gefühlen und Emotionen, die man im weiteren Sinne dem subjektiven Reich des Sollens zuschreiben könnte, steckt die evolutionäre Erfahrung unserer Vorfahren, also ein Teil der Seinswelt – wer sie ignoriert hat, überlebte nicht lange und konnte sich daher auch nicht fortpflanzen. Deshalb handeln Menschen unter ähnlichen Umständen oft auch ziemlich ähnlich: Weil sich Sollenssätze durch die Evolution tief in unser Handeln eingebrannt haben. Oder kurz gesagt: Das Sein (der Spezies) bestimmt das Sollen (des Individuums).

  • Naturalistischer Fehlschluss: Der naturalistische Fehlschluss ist eng verwandt mit dem ebenfalls metaethischen Sein-Sollen-Fehlschluss. Sie beide besagen, dass aus bloßen Fakten bzw. dem Sein keine Normen bzw. kein Sollen hergeleitet werden kann. Trotzdem sind die beiden Fehlschlüsse streng voneinander zu unterscheiden. Der Sein-Sollen-Fehlschluss bewegt sich, um seine Haltung zu begründen, primär auf einer logisch- epistemologischen Ebene, während der naturalistische Fehlschluss sprachanalytisch-semantisch vorgeht.

  • Richtige Politik: „Sozial ist, was Arbeit schafft / was sozial ist, ist automatisch auch gut“ sind normative Aussagen des Typus: Q ist gut. Sie findet sich zuhauf in der Politik und bei genauerer Betrachtung gründen alle realpolitischen Auffassungen auf derlei subjektive Sollenssätze. Ganz anders die Aussagen aus der vorwiegend deskriptiven Politikwissenschaft, die nur selten Empfehlungen gibt und zuvorderst forscht, wie das Sein an sich ist.
Die vorherige Version dieses Aufsatzes
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Stand: 2015

Kommentare: 5
  • #5

    WissensWert (Montag, 17 Oktober 2016 18:42)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Humes_Gesetz

  • #4

    sapereaudepls (Sonntag, 16 November 2014 17:35)

    Ich versuche es noch einmal: Wir denken in Modellen von der Realität.
    Die Realität selbst ist aber nicht modellhaft, sondern meist ungemein komplizierter. Grenzen sind dort fließend und Attribute relativ.

    Wenn ein Mädchen Nacktbilder von sich auf diversen Internetforen postet, werden das viele als moralisch verwerflich ansehen. Wenn sie ein Bikini trägt, vielleicht nur Bauchfrei, und dabei nur im Freibad fotografiert wurde und es gar nicht selbst im Internet publiziert hat, würden es sie die meisten davon wohl nicht verurteilen. Doch wo fängt moralisch an, wo hört es auf?

    Solche realen Fälle sind beliebig pinkelig variierbar und so ist jede gezogene Grenze mehr oder weniger willkürlich und vor allem subjektiv.

    Kurz noch zum relativen Aspekt: Gegenüber einer Pornodarstellerin ist ein Mädchen mit Duckface und Riesenausschnitt als Profilfoto ein Unschuldschlamm. Gegenüber einer voll verschleierten Muslima der Sündikus schlechthin. Aber immer nur gegenüber und für jemand, nie an für sich.

  • #3

    Daniel (Sonntag, 16 November 2014 17:22)

    Ist und bleibt Hureri. Punkt.

  • #2

    sapereaudepls (Samstag, 27 September 2014 21:59)

    Das hängt von deinem "Modell" ab. Du gehst davon aus, dass es Dinge wie "gut" oder "schlecht" tatsächlich gibt. Ich empfehle dir dich einmal mit der sogenannten "Metaethik", insbesondere mit dem "Sein-Sollen-Fehlschluss" und dem "naturalistischen Fehlschluss" auseinanderzusetzen.

    Wenn ich mit bekomme, dass sich eine mir relativ nahestehende Frau von vielen Menschen anfassen o.ä. lässt, kann ich dies je nach "angelegtem Wertemodell" verschieden bewerten. Ich kann beispielsweise sagen, sie ist ja nicht offensiv und wenn man ein gestörtes Selbstbewusstsein hat fällt es einem vielleicht schwer "Nein" zu sagen, wenn einem jemand anfässt.
    Zumal sie dann vielleicht kurz das Gefühl hat jemandem etwas geben zu können, ja jemandem etwas zu bedeuten.

    Man kann ihr aber auch vorhalten, wie billig sie ist und fragen ob sie nicht selbst allen Respekt vor sich selbst verloren hätte.

    Beides übrigens kann ich aus dem Motiv der Liebe zu ihr machen. Einmal, weil ich verletzt bin zu sehen wie andere sie anfassen (Liebe ist zumeist eben doch etwas seeehhhrr besitzergreifendes) und das andere mal aus Verständnis und Nachsicht. Es kommt also weder auf ein Gut oder Böse an sich, noch auf meine Einstellung zu ihr an. Einzig und allein mein (subjektives!) Wertemodell ist ausschlagebend für mein Werturteil.

    Etwas ist nicht einfach gut oder böse. Zumindest nicht so, wie es leicht oder schwer ist.

  • #1

    Daniel (Samstag, 27 September 2014 21:52)

    aber Hurerei ist schlecht!!!


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