„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Freiheit ist ein sehr abstrakter Begriff. Ich glaube die Bezeichnung Freiheit hat keine Bedeutung an sich, sondern erhält diese erst durch die Sprachpraxis. Das Wort Freiheit wird jedoch unterschiedlich gebraucht, weswegen eine allgemeingültige und zugleich präzise Definition nicht möglich ist. Dieser Umstand ist ein simpler Grund für viele philosophische Streitigkeiten. Um sich aber überhaupt einer solchen Definition anzunähern gilt es aus zuvor dargelegten Gründen nicht nach dem Wesen, sondern nach den Verwendungen des Wortes Freiheit und deren Überschneidungen untereinander zu fragen.

 

Wann bezeichnet man etwas als frei? Jemand der aufgrund seines materiellen Wohlstands die Möglichkeit hat sich viel zu erkaufen, wird als frei bezeichnet. Wenn jedoch das Geld ihn besitzt und er beispielsweise einen inneren Drang verspürt sich immer noch mehr Autos zu kaufen, würde man nicht mehr sagen er lebe in Freiheit. Einen persönlich unabhängigen Weltenreiser bezeichnet man als frei, einen Querschnittsgelähmten nicht.

1. ein Definitionsvorschlag

Es ließen sich noch viele weitere Beispiele auflisten. Nahezu bis komplett alle hätten eines gemeinsam, wodurch wir auf die Bedeutung des Wortes Freiheit stoßen.

Freiheit ist die Möglichkeit ohne inneren oder äußeren Zwang zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden zu können.

Reine Potentialität, ohne Notwendigkeit. Hierzu ein einfaches Beispiel: Wer immer alles essen kann, jedoch nicht essen muss oder soll (um zu gefallen, überleben o.ä.) ist bezüglich seiner Nahrungsaufnahme frei.

 

# Freiheit: „Ich kann immer, aber muss nie“, sprach der Hahn und stieg von der Henne.

2. Schlussfolgerungen

Der Begriff freier Wille ist ergo paradox. Ein Individuum kann in seiner eigenen Willensbildung autonom sein, ein Wille an sich aber nicht frei. Denn Wille u.ä. entspricht bereits der Begünstigung, Bedürftigkeit bezüglich einer bestimmten Wahl. Allmacht ist nach obiger Definition gleich Freiheit, gleich alles können, ohne jegliche Präferenz. Denn jedwede Präferenz würde ein Subjekt in seiner freien Wahl einschränken.Ein versprechender, fühlender, ideologischer, idealistischer, planender Gott ist folglich nicht frei. Freies Handeln und Denken ist vielmehr willkürlich (ja, auch ein Verstand der den Gesetzen der Logik folgt ist nicht frei)Wobei eine frei, bewusste Entscheidung nicht Zufall ist, da immer noch grundlos intentional.

 

# Freiheit Emotion, Ratio, Zufall.

 

An dieser Stelle kann sich der Leser selbst die Frage stellen ob Freiheit, so wie wir es durch unseren Sprachgebrauch definiert haben, überhaupt ein erstrebenswertes Ideal ist?

3. Verweise

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