„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Was kann ich wissen?

1. Skeptizismus

Was kann ich wissen? Laut dem Skeptizismus kann ich gar nichts wissen. Der Cartesianische Skeptizismus behauptet, dass mich ein Dämon sowohl gegenüber meinen a priori Überzeugungen als auch gegenüber meinen a posteriori Überzeugungen täuschen könnte. Aufgrund solcher skeptischer Alternativen A könnte ich nicht wissen, dass "2+2 = 4" ist oder dass ich kein Gehirn im Tank bin.

2. Überzeugung und Rechtfertigung

Stimmt das? Das hängt ganz davon ab, was die Rechtfertigung einer Überzeugung leisten können muss. Der Kontextualismus besagt, dass der Wahrheitswert einiger Überzeugungen kontextabhängig ist. Meine nicht-unmittelbar gerechtfertigte Überzeugung p: "vor mir steht ein Laptop" ist nach alltäglichen Standards durch meine visuellen Eindrücke gerechtfertigt. D.h. im Alltagskontext K weiß ich, dass p. Nach Gewissheits-Standards weiß ich jedoch nicht, dass p, weil ich im Kontext der skeptischen Alternativen K* auch ein Gehirn im Tank sein könnte. Ob ich wissen kann, dass p, hängt also vom Äußerungskontext bzw. vom epistemischen Rechtfertigungsstandard ab.

Überdies zeigt uns der erkenntnistheoretische Fundamentalismus, dass der Wahrheitsgehalt einiger anderer Überzeugungen nicht kontextabhängig ist. Diese sogenannten "Basisüberzeugungen" q sind unmittelbar gerechtfertigt und somit immer wahr. Zu diesen Basisüberzeugungen gehören z.B. evidente Überzeugungen wie "ich existiere" oder unkorrigierbare Überzeugungen wie "vor mir sehe ich einen Laptop". Entgegen der skeptischen Lehre kann ich also wissen, dass meine Basisüberzeugungen q wahr sind.

Der Kohärentismus bestreitet diese Schlussfolgerung des erkenntnistheoretischen Fundamentalismus. Wodurch ist denn meine Basisüberzeugung q: "vor mir sehe ich einen Laptop" gerechtfertigt? Die plausibelste Antwort lautet: durch die entsprechende introspektive Sinneserfahrung S. Dann aber verstricken wir uns laut Laurence BonJour in ein Dilemma: Entweder S hat selbst Überzeugungscharakter oder S hat ihn nicht, in beiden Fällen ist q keine Basisüberzeugung. Laut der Kohärenztheorie ist eine Überzeugung vielmehr dann gerechtfertigt, wenn sie Element eines maximal kohärenten Systems von Überzeugungen ist. D.h. nach der Kohärenztheorie kann ich auch wissen, dass p, weil p Teil meines komplexen Systems von Überzeugungen ist, dass ich eine reale Außenwelt erlebe.

3. Wissen und Wahrheit

Aber was ist "Wissen" überhaupt? Laut der auf Platon zurückgehenden  Standardanalyse ist Wissen gerechtfertigte, wahre Überzeugung. Ich weiß also, dass p, genau dann wenn:

(W1) p wahr ist.
(W2) ich überzeugt bin, dass p.
(W3) ich
gerechtfertigt bin, überzeugt zu sein, dass p.

Dagegen die Gettier-Fälle: Wenn ich durch Gerüchte gerechtfertigt bin, anzunehmen, dass ich morgen befördert werde, wenn ich morgen rote Socken tragen werde, und wenn morgen (entgegen der Gerüchte) meine Kollegin befördert wird, die ebenfalls rote Socken trägt. Dann waren die Bedingungen (W1) bis (W3) für meine Überzeugung p2: "Morgen wird jemand mit roten Socken befördert werden" erfüllt. Da ich aber trotzdem nicht wusste, dass p2, kann die Standardanalyse des Wissens nicht hinreichend sein. Das liegt wahrscheinlich daran, dass meine Rechtfertigung für p2 nichts mit p2 zu tun hatte. Wir wissen also nicht, was Wissen ist.

Und was ist "Wahrheit"? Wahrheit ist immer auf Rechtfertigung bezogen, wer p rechtfertigt, der führt gute Gründe dafür an, dass p wahr ist. Die Proposition p* ist dabei der Wahrheitswertträger einer Überzeugung p, also ihr semantischer,  der "wahr" oder "falsch" sein kann. Nach der ältesten und auf Aristoteles zurückgehenden Wahrheitstheorie ist eine Proposition genau dann wahr, wenn sie mit einer Tatsache in der Welt übereinstimmt, andernfalls ist sie falsch. Der semantische Inhalt der Überzeugung p ist also wahr, wenn p* mit der Wirklichkeit übereinstimmt, d.h. wenn tatsächlich ein Laptop vor mir steht. Diese sehr intuitive Korrespondenztheorie der Wahrheit bringt aber auch einige Probleme mit sich: So erklärt sie Wahrheit beispielsweise ohne Rückgriff auf epistemisches Vokabular wie ‚glauben’, ‚überprüfen können’ oder ‚vernünftigerweise annehmen’. Aber Wahrheit sollte doch etwas mit dem zu tun haben, was wir vernünftigerweise glauben sollten.

4. Wahrnehmung und Wirklichkeit

Die kantische Frage, was ich wissen kann, scheint maßgeblich davon abzuhängen, wie sich meine Wahrnehmung und Wirklichkeit zueinander verhalten. Der erkenntnistheoretische Realismus R behauptet, dass eine von meinem Bewusstsein unabhängige Realität existiert und ich diese erkennen kann. Wenn R wahr ist, kann ich auch um nicht unmittelbar-gerechtfertigte Überzeugungen wissen, da ich sie durch meine Wahrnehmung der Wirklichkeit rechtfertigen kann. Meine nicht unmittelbar-gerechtfertigte Überzeugung p: "vor mir steht ein Laptop" kann ich dann beispielsweise durch die meine Wahrnehmung des Laptops vor mir rechtfertigen. 

Wenn R aber falsch ist, wenn es also keine von meinem Bewusstsein unabhängige Realität gibt oder ich sie nicht erkennen kann, dann kann ich auch nicht wissen, dass p. Denn dann steht der Laptop nicht in Wirklichkeit vor mir. Ich kann in diesem Fall nur um unmittelbar-gerechtfertigte Überzeugungen wie q: "vor mir sehe ich ein Laptop" wissen. Denn in meinem Bewusstsein sehe ich den Laptop sicherlich vor mir, ganz unabhängig davon, ob er auch tatsächlich vor mir steht.

Bemerkenswert ist, dass ich in keinem der beiden Fälle wissen kann, dass ich um eine nicht unmittelbar-gerechtfertigte Überzeugung weiß. Denn auch wenn R wahr ist und wirklich ein Laptop vor mir steht, weiß ich, weil ich A nicht ausschließen kann, nicht, dass R wahr ist. Ich kann also auch im erkenntnistheoretischen Realismus nur wissen, dass p, nicht aber wissen, dass ich weiß, dass p.

Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie weiß
z.B. "vor mir sehe ich ein Laptop"

Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie nicht weiß
z.B. Ich weiß nicht, wann Schiller starb

Dinge, von denen ich nicht weiß, dass ich sie weiß
z.B. Intuitionen, implizites Wissen,
wenn R wahr: "vor mir steht ein Laptop"

Dinge, von denen ich nicht weiß, dass ich sie nicht weiß
z.B. ???

5. Sprachphilosophie

Es gibt auch immer wieder Versuche, die skeptischen Alternativen zu widerlegen und damit zu beweisen, dass ich doch wissen kann, dass ich weiß, dass p. In jüngerer Zeit kamen solche Versuche vor allen von Sprachphilosophen bzw. Analytischen Philosophen. Hilary Putnam hat zum Beispiel argumentiert, dass die skeptische Alternative A: "ich bin ein Gehirn im Tank" nicht wahr ist, wenn ich kein Gehirn im Tank bin. Sie ist aber auch dann nicht wahr, wenn ich ein Gehirn im Tank bin, weil sich meine Worte Gehirn* und Tank* dann auf die imaginierte Welt* und nicht auf die wirkliche Welt beziehen. Und in dieser imaginierten Welt* bin ich kein Gehirn im Tank. Also ist die Aussage "Ich bin ein Gehirn im Tank" auf jeden Fall falsch, also können wir keine Gehirne im Tank sein. Nach dieser Argumentation kann aber auch ein Gehirn im Tank niemals "ich bin ein Gehirn im Tank" sondern nur "ich* bin ein Gehirn* im* Tank*" sagen. Also müsste das Gehirn im Tank kein Gehirn im Tank sein, was widersprüchlich ist und weshalb das Argument falsch sein muss (reductio ad absurdum)

Ein weiterer Widerlegungsversuch von A stammt von Donald Davidson. Davidson argumentiert, dass es einen allwissenden Interpreten geben könnte, dessen Überzeugungen alle wahr sind. Da ich prinzipiell interpretierbar bin, kann dieser Interpret auch mich interpretieren. Und da die Weltsichten zweier Wesen A und B im Großen und Ganzen gleich sein müssen, damit A B interpretieren kann, muss meine Weltsicht im Großen und Ganzen mit der des allwissenden Interpreten übereinstimmen. Da der allwissende Interpret nur wahre Überzeugungen hat, müssen auch meine Überzeugungen im Großen und Ganzen wahr sein. Wenn ich aber ein Gehirn im Tank wäre, wären die meisten meiner Überzeugungen falsch, also kann ich kein Gehirn im Tank sein. Donaldsons Argumentation hat viele Tücken. Eine liegt in der Annahme, dass sich die Weltsichten zweier Wesen A und B im Großen und Ganzen gleichen müssen, damit A B interpretieren kann. Der allwissende Interpret kann uns qua definitionem interpretieren, und um das zu tun, reicht es, unsere Überzeugungen zu verstehen, er muss sie nicht teilen.

6. Philosophie des Geistes

Allgemein denke ich, dass Analytische Philosophen sich bzw. die Sprache  überschätzen, wenn sie uralte philosophische Probleme als bloße sprachliche Scheinprobleme dekuvrieren wollen. Putnam und Davidson konnten die skeptischen Alternativen bzw. den Außenweltskeptizismus genauso wenig wegdiskutieren wie Gilbert Ryle und Ludwig Wittgenstein rund 80 Jahre zuvor das Leib-Seele-Problem. Der Semantische Physikalismus besagt u.a., dass sich psychologische Sätze in bedeutungsgleiche physikalische Sätze übersetzen lassen. Was ist aber mit psychologischen Sätzen wie "x möchte ein Bier"? Wer ein Bier möchte, zeigt in der Regel eine ganze Reihe von typischen Verhaltensweisen; aber keine einzige dieser Verhaltensweisen ist eine notwendige oder hinreichende Bedingung dafür, dass er ein Bier möchte (Vgl. Logischer Behaviorismus). Der Wunsch nach einem Bier ist ein privater Geisteszustand, der sich nicht in eine physikalischen Sprache übersetzen lässt.

In Bezug auf "Wissen" werden in der modernen Philosophie des Geistes zwei Typen von antireduktiven Argumenten diskutiert, die zeigen sollen, dass wir um manche Aspekte des Geistes nie wissen werden. Der erste Typus betrifft das Problem des Fremdpsychischen. Sowohl Thomas Nagel in "What is it like to be a bat?" als auch Frank C. Jackson in "What Mary Didn’t Know" argumentieren dafür, dass wir niemals wissen werden, wie es für ein anderes bewusstes Wesen ist, dieses Wesen zu sein. Ein Wissenschaftler kann noch so sehr Farbempfindungen oder Fledermäuse untersuchen, falls er farbenblind und da er keine Fledermaus ist, wird er niemals wissen, wie es ist, die Röte einer Tomate wahrzunehmen oder sich mittels Echoortung ein Bild von der Umgebung zu machen (siehe auch: Qualiaproblem).

Der zweite Typus antireduktiver Argumente knüpft direkt am ersten an. Das bekannteste dieser Argumente ist das Argument der Erklärungslücke von Joseph Levine. Levine argumentiert, dass Identitätsaussagen wie (1) "die Temperatur ist identisch mit der mittleren kinetischen Energie der Moleküle eines Gases" deshalb vollständig explanatorisch sind, weil (a) sich unser Begriff von Temperatur in einer kausalen Rolle erschöpft und weil (b) Die Physik verständlich machen kann, dass die mittlere kinetische Energie der Moleküle eines Gases genau diese kausale Rolle spielt. Die Identitätsaussage (2) "Schmerz ist identisch mit dem Feuern von C-Fasern" ist dahingegen nicht vollständig explanatorisch. Denn zu den charakteristischen Merkmalen des Schmerzes gehört nicht nur eine bestimmte kausale Rolle, sondern auch, dass es sich auf eine jeweils spezifische Weise anfühlt, diesen Schmerz zu haben. Und für keinen möglichen Gehirnzustand folgt aus den allgemeinen Gesetzen der Neurobiologie, dass es sich auf eine spezifische Weise anfühlt, in einem Schmerzzustand zu sein. Also gibt es eine Erklärungslücke, aus der folgt, dass Aussagen wie (2) nicht vollständig explanatorisch sind. Mentale Zustände können also mit physikalischen identitisch sein, aber wir werden niemals erklären können bzw. wissen, worin diese Identität besteht.

7. Logik

Die Logik lehrt uns, welche Schlussfolgerungen wir aus vorhandenem Wissen ableiten können. Wenn wir beispielsweise wissen, dass gilt "wenn p, dann q" und dass p, dann können wir daraus ableiten, dass q. Beispiel:

(P1) Wenn ein x Mensch, dann ist x sterblich.

(P2) Sokrates ist ein Mensch.
(K1) Also: Sokrates ist sterblich.

Dieser Schluss ist wahrheitskonvervierend, d.h. wenn wir wissen, dass (P1) und (P2) wahr sind, dann ist notwendigerweise auch (K1) wahr. Jedoch sind deduktive Schlüsse nicht-gehaltserweiternd, d.h. der semantische Gehalt von (K1) steckt bereits implizit in (P1) und (P2), wir erlangen durch die Schlussfolgerung also kein neues Wissen. Anders bei nicht-deduktiven Schlüssen:

(P1) Alle bisher beobachteten Schwäne (S1, S2, ... Sn) waren weiß.

(K1) Alle Schwäne sind weiß.

Dieser induktive Schluss ist zweifelsohne gehaltserweiternd, d.h. (K1) geht über (P1) hinaus, denn (K1) behauptet auch, dass alle nicht-beobachteten Schwäne weiß sind. Dieser Schluss ist offenkundig nur zulässig, wenn das Prinzip der Gleichförmigkeit der Natur gilt, d.h. wenn alle nicht-beobachtbaren Schwäne dieselbe Federfarbe besitzen wie die beobachteten Schwäne. Dieses Prinzip lässt sich jedoch weder deduktiv begründen, denn eine muss aus a priori Einsichten notwendig wahr sein. Das Prinzip der Gleichförmigkeit der Natur ist jedoch keineswegs eine notwendige Wahrheit – wir können uns ohne Widerspruch sein Gegenteil vorstellen. Wir können uns beispielsweise vorstellen, dass alle beobachteten Schwäne weiß waren und alle unbeobachteten Schwäne rosa sind.

Das Prinzip der Gleichförmigkeit der Natur lässt sich jedoch auch nicht induktiv rechtfertigen, da jede induktive Rechtfertigung des Prinzips, das die Induktion rechtfertigen soll, zirkulär wäre (Induktionsproblem). Da sich das Prinzip der Gleichförmigkeit der Natur also nicht begründen lässt, sind induktive Schlüsse nicht-wahrheitskonservierend, d.h. es kann durchaus sein, dass (P1) wahr und (K1) falsch ist. Daraus folgt: Logische Schlussfolgerungen sind entweder deduktiv, d.h. wahrheitskonservierend aber nicht-gehaltserweiternd, oder nicht-deduktiv, d.h. nicht-wahrheitskonservierend aber gehaltserweiternd. Es ist aber niemals möglich, durch Schlussfolgerungen zu Wissen zu gelangen, das sowohl neu als auch gewiss ist. Neue Gewissheiten wie q: "vor mir sehe ich ein Laptop" sind uns immer unmittelbar gegeben.

8. Metaphysik

Zu den Fragen der Metaphysik zählt schließlich, ob wir wissen, ob Gott existiert, bzw. ob wir Gott aus Verstandesgründen beweisen können. Der kausale Gottesbeweis meint, dass wir wissen können, dass Gott existiert, weil alles eine Ursache hat, es nicht sinnvoll ist einen infiniten Ursachenregress anzunehmen und es deswegen eine erste Ursache gegeben haben muss und diese erste Ursache ist Gott. Damit widerspricht sich der kausale Gottesbeweis aber selbst, insofern er zuerst behauptet, dass alles eine erste Ursache hat, und dann, dass es eine erste Ursache gab, die selbst unverursacht war. Dieser Problematik unterliegt dann auch Gott, denn entweder er wurde selbst durch etwas anderes verursacht (dann war er nicht die Erstursache allen Seins) oder er wurde es nicht, dann hat er entweder einmal ohne Ursache begonnen zu existieren, oder sich selbst verursacht oder seine eigene Existenz entspricht einem infiniten Ursachen-Wirkungs-Regress (Vgl. Münchhausen-Trilemma).

Der ontologische Gottesbeweis behauptet, dass wir wissen, dass Gott existiert. Denn wir wissen einerseits, dass Existenz eine vollkommenheits-fördernde Eigenschaft ist, d.h.: wenn man zwei Wesen X und Y hat, die sich in allen Eigenschaften gleichen, abgesehen davon, dass X existiert und Y nicht, dann ist X vollkommener als Y. Und wir definieren bzw. denken uns Gott als das vollkommenste aller Wesen, also muss Gott auch existieren. An diesem Argument ist vieles verkehrt: "Existenz" ist beispielsweise keine Eigenschaft, sondern eine Eigenschaft von Eigenschaften. Das Attribut "Vollkommenheit" betrifft folglich auch nur Eigenschaften und keine Existenz, wenn Vollkommenheit auch Existenz betreffen würde, müsste eine "vollkommene Insel" und überhaupt alle als vollkommen definierte Entitäten existieren. Das anzunehmen wäre aber absurd.

Wir haben aber nicht nur keine Gründe für den Glauben an Gott, sondern überdies gute Gründe nicht an Gott zu glauben. Der christliche Gott wird beispielsweise sowohl als allgütig als auch als allmächtig charakterisiert. D.h. er möchte das Beste für uns und kann alles, was er möchte, auch realisieren. Da aber nicht die beste aller möglichen Welten realisiert ist, kann ein solcher Gott nicht existieren. Das Theodizee-Problem und weitere glaubenskritische Argumente sorgen also dafür, dass wir nicht nur keine rechtfertigten Gründe für den Glauben an Gott haben, sondern auch gute Gründe dagegen. Die rational gerechtfertigte Haltung gegenüber dem christlichen Gott ist also nicht der Agnostizismus, sondern ein starker Atheismus

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