„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

1. Plastik

Plastik (auch: Kunststoff) infiltriert unseren ganzen Alltag. Es steckt in Spielzeugen, Gartenmöbeln, Kunstleder, Kaffeemaschinen, Medikamenten und vielem mehr. Und jedes Jahr werden 200 Millionen weitere Tonnen an Plastik produziert. Die polymeren Bestandteile des Plastiks werden durch keinen natürlichen Organismus abgebaut. Weder ist Plastik wasserlöslich, noch können sie die Zellmembranen von Mikroorganismen passieren und so animalisch abgebaut werden (eine Ausnahme sind spezielle, biologisch abbaubare Kunststoffe). Das bedeutet, dass Kunststoffe nicht wirklich verrotten. Darüber hinaus schadet Plastik der Umwelt in mehrere Hinsichten. So sterben beispielsweise jährlich hunderttausende Meerestiere an illegal ins Meer verklapptem Plastik, das sie kaum mehr sichtbar mechanisch verkleinert mit der Nahrung zu sich nehmen. Es bilden sich sogar bereits so genannte Müllstrudel im Nordpazifik und Nordatlantik. Aus der nahezu Unverrottbarkeit und der Umweltschädlichkeit des konventionellem Plastiks ergibt sich eine große Ökoproblematik. Und aus dieser ein meist dreckig geführter Geschäftszweig, der vermehrt in den Entwicklungsländern aufblüht.

Links sehen Sie nicht-nachhaltige Wertschöpfung. Sie ist in dieser krassen Form nur beim Menschen vorzufinden. Rechts eine nachhaltige Wertschöpfungskette, die sie so bei Mensch und Tier finden. Ein Bienenstock beispielsweise kommt komplett ohne Müll aus.
Links sehen Sie nicht-nachhaltige Wertschöpfung. Sie ist in dieser krassen Form nur beim Menschen vorzufinden. Rechts eine nachhaltige Wertschöpfungskette, die sie so bei Mensch und Tier finden. Ein Bienenstock beispielsweise kommt komplett ohne Müll aus.

2. Lösungsansätze

2.1. biologisch abbaubarer Kunststoff

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dominican_Republic_-_trashed_beach.JPG
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dominican_Republic_-_trashed_beach.JPG

Die Forschung mit biologisch abbaubaren Kunststoffen schreitet voran. Es gibt auch bereits ein Kompostierbarkeitsabzeichen der European Bioplastics, an dem sich der Verbraucher orientieren kann. Das Problem ist, dass „nachhaltiger Kunststoff“ in seiner Herstellung teurer ist als herkömmlicher und er sich daher momentan auf dem freien Markt nicht wirklich behaupten kann. Es gibt drei Akteure auf dem Markt, die das ändern könnten. Zum einen sind da die Unternehmen, die ab sofort nur noch biologisch abbaubaren Plastik produzieren könnten. Dieses Szenario ist jedoch höchst unwahrscheinlich. Und selbst wenn ein Unternehmen es versuchen sollte, würde es bei gleichbleibend niedriger Nachfrage nach abbaubarem Plastik die Preise hoch, oder die Investitionen runterfahren müssen. Damit wäre es nicht mehr wettbewerbsfähig und würde aus dem Markt ,,gekickt" werden. Die zweite Möglichkeit liegt beim Staat, der Unternehmen einfach zwingen kann von nun an nur noch biologisch abbaubaren Plastik zu produzieren, oder b.a.P. zumindest subventionieren. Ob der Staat so etwas macht, hängt stark vom Dritten im Bunde ab, dem Wähler beziehungsweise der Privatperson. Bei ihm, also auch bei dir, liegt die größte Hoffnung. Du kannst nur noch biologisch abbaubare Plastikprodukte herstellen. Damit lenkst du die Nachfrage, an der sich wiederrum das Angebot orientiert, was heißt, dass Unternehmen ganz von selbst mehr b.a. Kunststoffe produzieren werden.

Das Problem liegt also auch sehr stark darin, dass wir ein Volk aus vielen Moralaposteln mit I-Phone und Coca Cola in der Hand sind. Dass noch so viele Menschen passiv auf der Couch sitzen und davon träumen, die ganze Welt zu retten, wobei sie doch schon mal im Kleinen anfangen könnten.

2.2. Ocean Cleanup Array

Nach Angaben des deutschen Umweltbundesamtes befinden sich gegenwärtig bis zu 90 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Davon sinken rund zwei Drittel auf den Meeresgrund, das restliche Drittel findet sich zu etwa gleichen Teilen auf der Wasseroberfläche und an den Meeresstränden wieder. Allein aus dem Plastik im Meer bilden sich durch Meeresströmungen mehrere, riesige Plastikinseln, vermehrt bei den Meeresdriftwirbeln. Da diese Inseln oft großteils unter Wasser und die Teilchen recht klein sind, blieben diese Phänomene, wie etwa das Great Pacific Garbage Patch, in ihrer Dimension lange Zeit unbemerkt. Heute weiß man nicht nur um das Problem, sondern auch schon um einige Lösungsansätze.

Bis vor kurzem galt die Säuberung der Meere vom Plastik unter Experten als geradezu unmöglich. Doch dann wartete ausgerechnet ein 19-jähriger Laie mit einer neuen Idee auf und sogar die Fachwelt überdenkt ihren Pessimismus noch einmal. Der niederländische Student Boyan Slat hat eine Vision. Sie trägt den Namen Ocean Cleanup Array und ist nichts weniger als eine gigantische Meeresfilteranlage. Die riesengroße Anordnung soll Filter mit in bis zu 4000 Metern Tiefe verankerten Seilen aufspannen. Diese greifen das Plastik in den ersten drei Metern unter dem Meeresspiegel ab, dort soll das meiste Plastik und noch kaum Meerestiere gestört sein. Greif- und diskutierbar wird die Vision durch seine 528 Seiten lange Machbarkeitsstudie. Finanzieren will Boyan das Ganze über Crowdfunding und vor der Küste San Francisco im Nordpazifik soll die erste Anlage entstehen. Jedoch warnt Boyan bereits weitsichtig:

 

"Das Entfernen von Müll aus den Meeren

mag an den Symptomen des Problems ansetzen,

es darf aber nicht dazu führen,

dass wir die Ursachen aus den Augen verlieren."

3. Quellen

Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Donnerstag, 13 April 2017 20:06)

    http://to.welt.de/qySzkbG


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