„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

1. Impakt

Impakt (engl. für Einschlag, Aufprall) steht für die Kollision von Himmelskörpern mit hoher Geschwindigkeit. Direkt bedrohlich für uns Menschen ist selbstverständlich nur ein Impakt mit der Erde. Darum soll es im Folgenden auch gehen.

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Planetoid_crashing_into_primordial_Earth.jpg
Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Planetoid_crashing_into_primordial_Earth.jpg

Es verursachen beileibe nicht alle in die Erdatmosphäre eindringenden Himmelskörper einen Impakt. Die meisten Kometen, Asteroiden etc. sind nämlich derart klein, dass sie von der Erdatmosphäre ausgebremst werden und letztendlich verglühen. Wir sehen diese für uns harmlosen Feuergaskugeln als Sternschnuppen. Aber ein Asteroid muss auch nicht unbedingt den Erdboden erreichen, um Schaden anzurichten. Der Meteor von Tscheljabinsk beispielswese brachte durch eine Druckwelle Fenster und Scheiben zu zerplatzen und verletzte so 1491 Menschen. Die Clovis-Kultur soll sogar infolge eines explodierenden Himmelskörpers untergegangen sein.

Ab einer mittleren Größe gelangen Himmelskörper durch unser „Schutzschild“ Atmosphäre und schlagen in die Erdoberfläche ein. Eine hinreichende Größe lässt sich hierfür nicht ausmachen, da immer noch weitere Faktoren wie das Material, aus dem sich ein Himmelskörper zusammensetzt, eine Rolle spielen und die Übergänge realiter natürlich auch fließend sind. Ob ein Eisenbrocken die Erdatmosphäre passiert, ist beispielsweise ungemein wahrscheinlicher, als bei einem großen Kometen aus Staub und Eis. Diese mittelgroßen Himmelskörper verursachen einen lokalen Schaden am Einschlagsort. Die Gesteinsreste eines solchen Einschlages heißen Meteorite. Der Großteil der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt und die Landoberfläche an den meisten Stellen unbesiedelt. Um diese Stellen müssen wir uns also weniger Sorgen machen. Gefährlich werden solche Einschläge vor allem bei bewohnten Gebieten.

Bei großen Objekten im freien Fall ist wieder relativ irrelevant, wo sie auf der Erdkugel genau auftreffen, denn die durch solche Körper verursachten tödlichen Schäden sind global. Alles Leben im weiteren Umkreis des Kollisionsortes wird sofort ausgelöscht sein. Egal wo der Impact ansetzt, es wird eine gigantische Druckwelle von ihm ausgehen, sich über den Globus ausbreiten und vieles einfach niederwalzen. An Land folgt der Druckwelle eine Feuerwand. Im Meer ein gigantischer Tsunami. Am unmittelbaren Einschlagsort lässt das Objekt einen sogenannten Impaktkrater zurück und dann beginnt das eigentliche Drama erst. Die durch den Aufschlag aufgewirbelten, größeren Gesteinsmassen können im Gravitationsfeld der Erde bleiben, sekundäre Einschläge bewirken und von dort wieder große Brände auslösen. Das noch viel größere Problem aber sind die feinpartikularen Mengen an Gestein und Staub, die dabei hochgeschleudert werden. Sie bilden einen natürlichen Sonnenwall, indem sie alles Sonnenlicht absorbieren, bevor es zu uns auf die Erdoberfläche gelangt. Es folgt ein jahre- oder gar jahrzehntelanger dunkler Winter. Dieser wird auch „Impaktwinter“ genannt und ist mit einem nuklearen Winter vergleichbar. Die Pflanzen können dann plötzlich keine Photosynthese mehr betreiben und vergehen. Infolgedessen sterben die pflanzenfressenden Tiere und schließlich auch die fleischfressenden Tiere. Auch der Mensch am Spitze der Nahrungskette wird dann vermutlich zugrunde gehen. Übrig bleiben für uns seltsame Lebensformen, die meisten unter ihnen stammen aus dem Meer. Der Untergang der restlichen Lebewesen wird durch den Schwefel, der ebenfalls in die Luft kapituliert wurde, beschleunigt. Dieser verursacht extrem sauren Regen, schädigt die Vegetation etc.

Ein solches aus dem Weltraum stammendes Objekt, dessen Einschlag weltweite Verwüstungen verursacht, nennt man Global Killer. Damit ein solcher Gegenstand aus dem Universum zum Global Killer werden kann, muss er einen Durchmesser von über 500m haben.

Eines ist gewiss:  Irgendwo in den Weiten des Alls ziehen Körper mit Durchmessern von weit über 1 Kilometer ihre Bahnen. 1.100 davon könnten in ihrer Umlaufbahn der unserer Erde gefährlich nahe kommen, wie Wissenschaftler in New Mexico erfassten. Und noch eines ist sicher: Früher oder später wird uns solch ein Koloss treffen.

2. Lösungsansätze

Ein Impact ist die einzige Naturkatastrophe, die wir Menschen verhindern können. Wir können keinen Tsunami und keine extreme Kälteperiode stoppen. Wir können keinen Vulkan stöpseln und keinen tosenden Orkan stummschalten. Aber wir haben Mittel und Wege den Einschlag von Asteroiden und anderen Himmelskörpern auf der Erde zu verhindern. Und das ist auch extrem wichtig, denn der Impact ist noch in einer anderen Hinsicht einzigartig unter den Naturkatastrophen. Als einzige Naturkatastrophe kann ein großer Impact mit einem Schlag die gesamte Menschheit ausrotten. Noch ein weiterer Grund, sich mit den Möglichkeiten einen vorhersehbaren Impact doch noch zu verhindern auseinanderzusetzen. Eines will ich dabei schon vorne wegnehmen, die coole Hollywood-Version mit Atombomben und viel Krawumm ist nicht dabei.

Das Sprengen des Objektes wird zu einem verehrenden Hagel kleinerer Teilstücke führen. Man muss einen auf die Erde zurasenden Körper auch gar nicht zerstören. Die Katastrophe liegt ja quasi nicht im Objekt selbst, sondern im Ereignis der Kollision des Objektes mit der Erde. Deswegen reicht es vollkommen aus die Kollision zu verhindern, indem man den Körper vom Kollisionskurs ablenkt. Genau darauf zielen alle nun vorgestellten Methoden ab.

Der wohl simpelste Weg hierfür ist das „befeuern“ des Objektes. Dies kann beispielsweise eine Raumsonde sein, die den nötigen Impuls abgibt. Die etwas schwierigere, aber dafür ungemein präzisere Methode ist die gravitative. Ist beispielsweise schon lange vor dem realen Zusammenstoß eines Asteroiden mit der Erde dieser vorausberechenbar, kann man einen Satelliten in die Umlaufbahn des Planeten bringen. Der Satellit samt seinem Gravitationsfeld wird dann so justiert, dass er den Körper vom Kollisionskurs mit der Erde abringt. Eine dritte und vom Spektakularitätsfaktor fast hollywoodreife Möglichkeit ist das konzentrierte Bestrahlen des betreffenden Körpers mit einem Sonnensegel. Die dadurch erzeugte Wärme kann Teile des Himmelskörpers verdampfen und somit einen Rückstoff bewirken. Das Sonnensegel muss aber schon recht groß und nah an den Körper herangetragen werden, etwa durch einen Satelliten. Man beschießt das Objekt quasi mit Sonnenstrahlen und bewirkt ähnlich wie beim ersten Fall so bei ihm eine Impulsänderung. Sonnensegel mag ein wenig nach Science-Fiction klingen, wurde so aber schon von der japanischen Raumfahrtbehörde beim Satelliten Ikarus verwendet.

3. Verweise

  • Magnetpole: Schon ein mittelgroßer Impact könnte auch die Magnetosphäre stark beeinflussen.

 

  • biologische Evolution: Das wohl bekannteste Beispiel eines Global Killers ist jener Impact vor 65 Millionen Jahren, der wohl das damalige Massensterben ach sich gezogen hat. Oft wird fälschlicherweise behauptet, er habe die Dinosaurier ausgelöscht. Es waren jedoch nicht nur die Dinosaurier und auch nicht alle, denn ansonsten gäbe es heute keine Vögel.

 

  • physikalische Evolution: Die vielen Krater weltweit zeugen von den weiteren Impakts, die unsere Mutter Natur schon durchstehen musste. Ganz ohne sie ginge es aber auch nicht, denn vor etwa 3,9 Milliarden Jahre verhinderten das „Late-Heavy-Bombardement“ vieler kosmischer Asteroiden die Bildung einer festen Erdkruste. Man spekuliert, dass Asteroidenkollisionen sogar das Wasservorkommen auf der Erde bewirkt haben.

 

4. Quellen

1.100 Riesenasteroiden, nach einer Zählung von Wissenschaftlern in New Mexico:  http://amarillo.com/stories/2000/10/25/usn_asteroids.shtml

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