„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Ich

Geistige Prozesse finden aus einer bestimmten Perspektive statt, die durch den Begriff „Ich“ ausgedrückt wird.

Doch wer - oder was - bin ich? Antworten wie "Ich bin mein Körper" oder "Ich bin mein Gehirn" bleiben unbefriedigend, denn „Ich“ scheint in erster Linie ein Subjekt zu sein und kein Objekt. Aber wer ist das, der sich so fühlt, als lebe er in diesem Kopf und blicke durch die Augen nach draußen? Wer ist das, der dieses Leben zu leben und diese Erfahrungen zu machen scheint?

Aus wissenschaftlicher Sicht besteht keine Notwendigkeit, einen "Besitzer" zu finden; man braucht keinen inneren Erlebenden, um das Verhalten des Gehirns beobachten und beschreiben zu können. Diese subjektiv erlebte Perspektivenzentriertheit geistiger Prozesse scheint sich im biologischen oder physischen Geschehen nicht wiederzufinden. So komplex und unverständlich Körper und Gehirne auch sein mögen, sie sind "kausal abgeschlossen" (meine Position zum Bieri-Trilemma). Das heißt, im Falle des Gehirns, wir können beobachten, wie Neuronen aufeinander einwirken, wie sich Gruppen von Neuronen bilden, wie sich Gruppen von Neuronen zusammenschließen und wieder zerfallen und wie ein Zustand zu einem anderen führt, ohne dass eine weitere Intervention notwendig wäre. Die Wissenschaft braucht "mich" nicht. Zwar kann man auch physische Prozesse nur aus einer bestimmten Perspektive wahrnehmen, aber ein physischer Prozess scheint selbst nicht aus einer Perspektive stattzufinden.[1]

Trotzdem scheint mir nichts auf der Welt so klar und selbstverständlich, wie dass „ich“ tatsächlich existiere. Wenn ich über meine bewussten Erfahrungen nachdenke, dann habe ich den Eindruck, dass jemand sie macht. Wenn ich über die Handlungen meines Körpers nachdenke, dann fühlt es sich an, als würde jemand handeln. Wenn ich mich an die schwierigen Entscheidungen meines Lebens erinnere, dann habe ich das Gefühl, dass sie jemand getroffen hat. Und wenn ich mich frage, worauf es im Leben ankommt, dann meine ich, dass diese Dinge jemandem wichtig sein müssen. Und diesen Jemanden nenne ich "ich". Die Frage des Ich ist untrennbar verbunden mit der des Bewusstseins, denn wo immer bewusste Erfahrungen gemacht werden, scheint die Annahme nahezuliegen, dass irgendjemand sie macht und dass es kein Erleben ohne einen Erlebenden gibt. So geraten wir in eine Sackgasse. Die Wissenschaft kommt auch ohne das Ich aus, doch die allermeisten Menschen sind jeweils überzeugt, "ich" zu sein (Eine Ausnahme stellen Menschen mit dem sog. Cotard-Syndrom dar). Außerdem fürchten einige, wenn man die Vorstellung des Ich abschaffen, bedeute dies Chaos, die Aushöhlung jeglicher Motivation und die Zerstörung der moralischen Ordnung. Für den Menschen hängt also viel am Ich, was nichts daran ändert, dass wir nur sehr unklare Vorstellungen davon haben, worum es sich dabei handeln könnte.

Der Philosoph Derek Parfit versucht, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, indem er zwischen "Ego- und Bündeltheoretikern" unterscheidet. Er beginnt mit der unstrittigen Tatsache, dass es so etwas wie ein abgeschlossenes Ich zu geben 'scheint', das Erfahrungen macht, und er fragt, warum dies so ist. Vertreter der Egotheorie glauben, dass wir dieses Ich wahrnehmen, weil es existiert: Ich bin ein Ich. Bündeltheoretiker widersprechen dem und fordern eine andere Erklärung unseres Ich-Bewusstseins.

Die Bezeichnung "Bündeltheorie" geht auf die Arbeiten des schottischen Philosophen David Hume (1711-1776) zurück, der beschrieb, wie er in seinen eigenen Erfahrungen nach einem erfahrenden Ich suchte und immer nur auf Erfahrungen stieß. Daher kam er zu dem Schluss, dass das Ich keine unabhängige Größe sei, sondern eher ein "Bündel von Sinneserfahrungen". Demnach wäre unser Leben eine Abfolge von Eindrücken, die mir zu gehören scheinen, aber in Wirklichkeit nur durch Erinnerungen und ähnliche Beziehungen zusammengehalten werden.

Der Dualismus impliziert eine von vielen möglichen Egotheorien des Ichs. Man muss jedoch kein Dualist sein, um an die Vorstellung eines kohärenten Ichs zu glauben. Viele moderne wissenschaftliche Theorien lehnen den Dualismus und Pluralismus ab, denken also monistisch, nur um nach den neuronalen Korrelaten des Ich zu suchen oder das Ich als Produkt fester Strukturen im Gehirn zu erklären.

Auch die großen Religionen beziehen in dieser Frage Stellung. Die meisten Weltreligionen vertreten in der einen oder anderen Form die Egotheorie: Sie gehen davon aus, dass es ein Ich gibt, das sie als Seele, Geist oder Atman bezeichnen. Von dieser Existenz eines Ich ausgehend formulieren sie Lehren über Identität, ein Leben nach dem Tod und moralisches Handeln, wie sie im Mittelpunkt des Judentums, des Christentums, des Islams oder des Hinduismus stehen. Manche Wissenschaftler bezeichnen sich als religiös, andere sind der Ansicht, Wissenschaft und Religion seien nicht miteinander vereinbar, doch ein entscheidender Punkt ist die Frage des Ich. Wenn jeder Mensch eine Seele hat, müsste die Wissenschaft diese entdecken können, doch bislang blieb die Suche ohne Erfolg. Bislang spricht alle gegen die reale Existenz einer Seele.

Die einzige der großen Weltreligionen, die den Gedanken des Ich ablehnt, ist der Buddhismus. Der historische Buddha lebte vor rund 2500 Jahren im Norden Indiens und wurde der Mythologie zufolge nach einer langen Meditation unter einem Baum erleuchtet. Er lehnte die gängigen religiösen Lehren seiner Zeit ab, darunter auch die Vorstellungen eines unsterblichen Ich beziehungsweise Atman. Seiner Lehre zufolge war die Ursache des menschlichen Leidens die Unwissenheit und vor allem eine falsche Vorstellung des Ich; das Leiden lässt sich nur überwinden, wenn wir alle Begierden und Bindungen hinter uns lassen, die das Ich immer wieder neu erschafft. Im Mittelpunkt seiner Lehre steht der Gedanke der Nichtidentität. Das heißt nicht, dass das Ich nicht existiert, sondern nur, dass es sich um eine Illusion handelt: Es ist nicht das, was es zu sein scheint. Das Ich ist kein festes Wesen, das mein Leben lebt, sondern nur der konventionelle Name für ein Bündel von Elementen. Buddha lehrte außerdem, dass alles auf Ursachen zurückgeht und nichts unabhängig entsteht; dies entspricht zum Beispiel der modernen Vorstellung von der Interpendenz und der kausalen Abgeschlossenheit des Universums. Daher konnte Buddha sagen: "Handlungen existieren, genau wie ihre Folgen, aber der Handelnde existiert nicht." Aus diesem Grund bezeichnet Parfit Buddha als den ersten Bündeltheoretiker, der das Ich für nichts weiter als eine Illusion hält.

Die Bündeltheorie ist schwer zu verstehen oder zu akzeptieren. Sie bedeutet, sich von der alltäglichen Vorstellung zu verabschieden, dass ich eine Einheit mit einem Bewusstsein und einem freien Willen bin, die das Leben meines Körpers lebt. Vielmehr müssen wir hinnehmen, dass das Wort "Ich", so nützlich es sein mag, nicht auf etwas Reales oder Dauerhaftes verweist - es handelt sich lediglich um ein Wort oder eine Vorstellung. Das Ich des subjektiven Erlebens ist nicht mehr als ein flüchtiger Eindruck, der mit jeder Erfahrung, kommt und wieder geht. Die Illusion der Kontinuität entsteht deshalb, weil jedes vergängliche Ich Erinnerungen (und Erwartungen) hat, die das Gefühl der Kohärenz vermitteln.

Diese Theorien widersprechen unserer aller Intuition, und ich würde mich vermutlich nicht mit ihnen abgeben, wenn in meinen nicht wirklich alle guten Argumente für die Bündeltheorie sprechen würden. Ich bin ein überzeugter Anhänger der Bündeltheorie des Ichs. Denn diese ermöglicht es uns, die enormen Widersprüche zu lösen, mit denen uns die Vorstellung eines realen Ich konfrontiert. Natürlich operiere ich im alltäglichen Leben trotzdem mit dem Konzept des Ichs, sonst wäre ich wohl kaum überlebensfähig, aber hin und wieder sollten wir uns an den Gedanken erinnern, dass das eigene Ich vermutlich nicht mehr ist als eine Illusion.

Der Schein des Ichs erstrahlt aus subjektiv wahrgenommenen mentalen Zuständen. Die philosophisch entscheidende Frage ist deshalb nicht Was ist das "Ich"" oder "Wie entsteht das "Ich""? Sondern: "Was sind mentale Zustände?" und wie entstehen sie. Dieser eigentlichen Frage habe ich mich in diesem Artikel gewidmet: mentale Zustände.

Paradoxerweise wird durch die Plausibilität der Bündeltheorie gerade jene Erkenntnis zunichtegemacht, die Descartes noch für unumstößlich hielt. Nämlich, dass „Ich“ existiere. Eine neue epistemologisch sichere Grundlage lautet dafür aber: Es existieren mentale Zustände bzw. subjektiv wahrgenommene Bewusstseinsinhalte.

Glauben Sie das? Lesen Sie hierfür einmal all die guten, rationalen Argumente für die Bündeltheorie des Ichs im grundständigen Artikel nach. Kann es sein, dass Ihr Kopf nun eine Antwort gibt und Ihr Bauch eine andere? Das folgende philosophische Gedankenexperiment ist eine Möglichkeit, dies herauszufinden:: Stellen Sie sich eine Maschine vor, die Sie an jeden beliebigen Ort transportieren könnte. Sie steigen ein, und auf einen Knopfdruck scannt die Maschine jede Zelle Ihres Körpers, zerstört sie und erschafft sie am Zielort neu. Da es sich um ein Gedankenexperiment handelt, können wir annehmen, dass diese Reise sicher absolut ungefährlich und unumkehrbar sein wird. Sie müssen also keine Angst haben, unterwegs verloren zu gehen. Würden Sie die Reise wagen? Als überzeugter Vertreter der Bündeltheorie würden Sie sich wahrscheinlich keine Sorgen machen. Jede Ihrer Körperzellen wird wiederhergestellt, alle ihre Erinnerungen bleiben intakt. Nach außen hin wirken Sie vollkommen unverändert, und Sie haben dieselbe Ich-Illusion wie zuvor. Wenn Sie den Kopf trotzdem nicht drücken wollen, dann befürchten Sie vermutlich, dass nicht "Sie" es sind, der am Zielort ankommt. Mit anderen Worten glauben Sie an ein wahres Ich!

Sie sind der Überzeugung, dass es so etwas wie ihr Ich gibt. Und im neu zusammengesetzten Körper könnte dann kein oder ein anderes Ich stecken, das sich augrund gleicher Gene, Erinnerungen usw. exakt so verhält wie und von Ihren Freunden auch für Sie gehalten wird. All diese Überlegungen spielen für die Bündeltheoretiker freilich aber keine Rolle. Für Parfit sind sie lediglich Fantasien, die aus dem Irrglauben an ein Ich herrührt. Die Bündeltheorie fegt das Problem restlos beiseite. Im gespaltenen Gehirn gibt es weder ein noch zwei Ichs: Es gibt Erfahrungen bzw. mentale Zustände, aber niemanden, der sie macht bzw. hat.

Anmerkungen

[1] Trotzdem gibt es zumindest ein „Ich-Erlebnis“. Naturalisten haben sich deshalb mit der Frage auseinanderzusetzen, wie sich perspektivische, geistige Fakten durch nichtperspektivisches, physisches Geschehen erklären lassen sollen. Dieses Problem lässt sich durch eine sprachphilosophische
Herausforderung verdeutlichen: Der indexikalische und somit perspektivische Satz „Ich habe Angst.“ lässt sich nicht in einen Satz ohne das Wort „Ich“ übersetzen. Äußert etwa Friedrich Nietzsche diesen Satz, so mag man zunächst an die Übersetzung „Friedrich Nietzsche hat Angst.“ denken. Die beiden Sätze sind jedoch nicht bedeutungsgleich, Nietzsche könnte dem ersten Satz zustimmen und den zweiten ablehnen, wenn er nicht mehr weiß, dass er selbst Friedrich Nietzsche ist. Man müsste also den zweiten Satz durch „… und ich bin Friedrich Nietzsche.“ ergänzen. Damit wäre das Wort „Ich“ allerdings auch wieder im zweiten Satz vorhanden.

Verweise

Wittgenstein I: Ich: Ludwig Wittgensteins Ansichten zum „Ich“ sind sehr interessant! Der Philosoph hat mich zwar selten überzeugt, aber immer fasziniert!

Stand: 2017

Kommentare: 6
  • #6

    WissensWert (Sonntag, 09 Juli 2017 23:33)

    Um Missverständnisse vorzubeugen: Natürlich gibt es das phänomenale Ich, aber, es spricht zumindest sehr viel dafür, kein neuronal-ontologisch wirkliches Ich.

  • #5

    WissensWert (Sonntag, 09 April 2017 02:01)

    Heute sehen wir, dass auch das Ich eine erfundene Geschichte ist, genauso wie Nationen, Götter und Geld. Jeder von uns verfügt über ein ausgeklügeltes System, das die meisten unserer Erlebnisse wegwirft, nur ein paar ausgewählte behält, diese mit Stückchen aus Filmen, die wir gesehen haben, Romanen, die wir gelesen haben, Reden, die wir gehört haben, und unseren eigenen Tagträumen vermengt und aus all diesem Wirrwarr eine scheinbar kohärente Geschichte darüber strickt, wer ich bin, woher ich komme und wohin ich gehe. Diese Geschichte sagt mir, was ich liebe, wen ich hassen und was ich mit mir selbst anfangen soll. Diese Geschichte kann zur Folge haben, dass ich mein Leben hingebe, wenn die Handlung es erfordert. Jeder hat dabei sein eigenes Genre: Manche Menschen leben eine Tragödie, andere bevölkern ein niemals endendes Glaubensdrama, manche führen ihr Leben wie ein Actionfilm und wieder andere wie eine Komödie. Und viele leben ein Leben wie aus "Und täglich grüßt das Murmeltier". Aber letztlich sind das alles nur selbstgeschriebene Geschichten.

  • #4

    WissensWert (Donnerstag, 16 März 2017 21:55)

    https://www.dasgehirn.info/wahrnehmen/ich/

  • #3

    WissensWert (Donnerstag, 16 März 2017 21:55)

    Ernst Mach schreibt in „Antimetaphysische Vorbemerkungen“:

    Als relativ beständig zeigt sich ferner der an einen besonderen Körper (den Leib) gebundene Komplex von Erinnerungen, Stimmungen, Gefühlen, welcher als Ich bezeichnet wird. Ich kann mit diesem oder jenem Ding beschäftigt, ruhig und heiter oder aufgebracht und verstimmt sein. Doch bleibt (pathologische Fälle abgerechnet) genug Beständiges übrig, um das Ich als dasselbe anzuerkennen. Allerdings ist auch das Ich nur von relativer Beständigkeit. Die scheinbare Beständigkeit der Ich besteht vorzüglich nur in der Kontinuität , in der langsamen Änderung. Die vielen Gedanken und Pläne von gestern, welche heute fortgesetzt werden, an welche die Umgebung im Wachen fortwährend erinnert (daher das Ich im Traum sehr verschwommen, verdoppelt sein, oder ganz fehlen kann), die kleinen Gewohnheiten, die sich unbewusst und unwillkürlich längere Zeit erhalten, machen den Grundstock des Ich aus. Größere Verschiedenheiten im Ich verschiedener Menschen, als im Laufe der Jahre in einem Menschen eintreten, kann es kaum geben. Wenn ich mich heute meiner frühen Jugend erinnere, so müsste ich den Knaben (einzelne wenige Punkte abgerechnet) für einen anderen halten, wenn nicht die Kette der Erinnerungen vorläge. Schon manche Schrift, die ich selbst vor 20 Jahren verfasst, macht mir einen höchst fremden Eindruck. Die sehr allmähliche Änderung des Leibes trägt wohl auch zur Beständigkeit des Ich bei, aber viel weniger, als man glaubt. Diese Dinge werden noch viel weniger analysiert und beachtet, als das intellektuelle und moralische Ich. (Anm.1) Als ich diese Zeilen schrieb (1886), war mir Ribots schönes Buch "Les maladies de la personalité", in welcher dieser die Wichtigkeit der Gemeingefühle für die Konstitution des Ich hervorhebt, noch nicht bekannt. Ich kann seiner Ansicht nur zustimmen.
    /
    "Das Ich ist sowenig absolut beständig wie der Körper. Was wir am Tode so sehr fürchten, die Vernichtung der Beständigkeit, das tritt im Leben schon im reichlichen Maße ein. Was uns das Wertvollste ist, bleibt in unzähligen Exemplaren erhalten, oder erhält sich bei hervorragender Besonderheit in der Regel von selbst. Im besten Menschen liegen aber individuelle Züge, um die er und andere nicht zu trauern brauchen. Ja zeitweilig kann der Tod, als Befreiung von der Individualität, sogar ein angenehmer Gedanke sein."

    "Viel später begann das Philosophieren das "Ich" zu entdecken, in dessen Selbstgewissheit Descartes alles sichere Wissen überhaupt zu begründen versuchte. Diesen Gedanken setzte Kant grundsätzlich fort, als er im "Ich" und seinem Selbstbewusstsein die letzte Basis für die reinen Verstandesbegriffe erkannte, die den "Gegenstand" nach den Bedingungen der Möglichkeit seiner Erfahrung konstituieren. In der Philosophie des Deutschen Idealismus wurde bei Fichte und Schelling das Selbst Verhältnis des "Ich" zum systematischen Zentrum des Philosophierenden, und selbst bei Hegel bleibt das Selbstbewusstsein noch das Modell des Geistes und damit alles Erkennens."

  • #2

    WissensWert (Donnerstag, 16 März 2017 21:53)

    http://kwakuananse.de/http:/kwakuananse.de/archives/die-suche-nach-dem-ich/

  • #1

    WissensWert (Donnerstag, 16 März 2017 21:50)

    Das Ich spielt spätestens seit René Descartes berühmtem cogito, ergo sum (aus dem lat.: ich denke, also bin ich) eine herausgehobene Rolle in der Philosophie des Abendlandes. Descartes erhob die Existenz des Ich als ein Subjekt von Gedanken zur einzig zweifelsfreien Grundlage philosophischen Denkens und jeglichen Wissens überhaupt. Das Ich wurde damit zum Ausgangspunkt einer Philosophie der Subjektivität, die sich von der Aufklärung bis in die Moderne hält (Solipsismus). Die Rationale Psychologie verstand die Gewissheit der Existenz des Ich als Subjekt der Gedanken als Nachweis der Existenz einer immateriellen Seele. Im Deutschen Idealismus wurden Ich und Nicht-Ich bei Johann Gottlieb Fichte sogar Prinzipien einer metaphysischenLetztbegründung der Welt. Die Moderne betrachtet die Bedingungsverhältnisse zwischen Ich und Welt sowohl in erkenntnistheoretischer wie inmetaphysischer Hinsicht differenzierter.


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