„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

relativer Sinn im Werden?

Nietzsche sah den Sinn  im Ganzen in der Weiterentwicklung des Menschen.

Der Mensch sei Brücke zwischen Affe und Übermensch.                                    

Auch aus der Sicht eines Evolutionisten liegen Zweck und Ziel des Menschen in der möglichst langen Selbsterhalt und Verbesserung seiner Population.  Die Aufgabe des Einzelnen besteht hierbei nur im Überleben und in der Reproduktion.    

 

Der menschliche Organismus kennt mehrere hunderte Zelltypen. Ein jeder ist auf seine Arbeit in Geweben spezialisiert und verfolgt somit ihren Zweck.                                  

Unterliegt eine Zelle jedoch veränderten Anforderungen oder zu großer Belastung und kann sich denen nicht anpassen, stirbt diese ab. Spätestens nach ihrem individuellen Ende muss jede Zelle einmal ersetzt werden.                              

Dieser Vorgang des Zelltods macht aus der Sicht der Zelle keinen Sinn. Erst aus der übergeordneten Sicht des Organismus erschließt sich der Sinn des Ganzen.                                                                       

# Gerade was dem Teil jeden Sinn nimmt, gibt dem Ganzen seinen Sinn.

 

# ein Löwe, nahezu an der Spitze der Nahrungskette,   

hat leicht vom großen Kreis des Lebens zu singen. :-P

 

 

Ähnlich wie die Zelle erfüllt auch das menschliche Individuum eine Metafunktion. Die rein evolutionäre Sicht ist mir hier jedoch zu beschränkt (und führt zu amoralischen Gedankenschlüssen!)

 

So ist sowohl der Einzelmensch, als auch die Menschheit im Ganzen Produkt von Einflüssen seitens Gefühle, Umstände, Vernunft, Sozialisation usw. und seiner Biologie. Betrachten wir beispielsweise die soziale Metaentität des Menschen fällt auf, das er auch durch seinen Job, durch die Gründung einer Familie usw. für ihn als Subjekt sinnstiftende Rollen einnimmt, auch wenn deren Funktion seine eigene Existenz übersteigen.

Und im Gegensatz zur Zelle können wir unsere (Weiter!-)Entwicklung partiell selbst in die Hand nehmen.

 

Vielleicht erfüllst du mit deiner Existenz und deinem Handeln bereits eine wichtige Funktion, die du noch nicht kennst oder jetzt noch nicht absehen kannst? („göttlicher Plan“)                                                                                                                                                

 

 

 

 „Ein Prozess, der von der Amöbe zum Menschen geführt hat, schien den Philosophen augenscheinlichen Fortschritt zu bedeuten -  aber ob die Amöbe dieser Auffassung zustimmen würde, ist nicht bekannt.“  

 

- Bertrand Russel

 

 

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