„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Kommentare: 2
  • #2

    WissensWert (Donnerstag, 18 Mai 2017 20:25)

    http://www.spektrum.de/news/wer-sucht-der-findet/1453129

  • #1

    WissensWert (Dienstag, 19 Juli 2016 07:38)

    Mir erscheint die Idee, dass das Leben EINEN Sinn hat, eher als bedrückend oder bedrohlich. Außerdem beschränkt das doch die Fantasie wie das Leben, wenn es nur EINEN Sinn gibt.
    Sinn besteht u. a. aus Zielen. Wenn nun ALLE Menschen dieselben Ziele haben, also beispielsweise alle Jungens Feuerwehrmänner werden wollen und dabei bleiben ... was wäre das für eine Gesellschaft? Eine, die nicht funktionieren kann! Wenn die Menschen nicht auch verschiedene Ziele hätten, könnte keine Gemeinschaft existieren. Konflikte ergeben sich so oder so, auch aus gleichen Zielen (ich will auch haben, was Du hast).
    Wenn man sich seine Ziele nicht aussuchen kann, sondern darauf von außen festgelegt würde, wäre man im höchsten Grade unfrei – wie eine Schachfigur. Die kann auch nur ziehen, wie der Spieler es gerade will, in Übereinstimmung mit Regeln, denen sich der Spieler aber freiwillig unterwirft (deswegen gibt es beim Halma keinen Elfmeter).
    Die Frage, ob das Leben EINEN Sinn hat, ist an sich schon falsch gestellt. Ich will doch stark hoffen, dass das Leben mir mehr zu bieten hat als nur EINEN Sinn, nur ein Ziel, nur einen Nutzen, nur einen Wert. Da wäre mir sogar KEIN Sinn lieber als nur EINER.
    Freiheit kann ich nur haben, wenn das Leben KEINEN Sinn hat, oder mir keinen vorgibt, oder ich unter vielen wählen kann. Aber was für ein schrecklicher Gedanke, kalt, leblos, fantasielos wie das Grab, es gäbe nur EINEN Sinn, oder dass mir der Sinn irgendwie von außen vorgegeben wird! Die Wahl lautet doch eher: Entweder, ich kann mir meinen Sinn selbst wählen, und bin frei, oder ich bin nicht mehr als der Sklave, die Schachfigur eines Gottes, er mir EINEN Sinn gibt. Vor allem möchte ich den Sinn im Laufe des Lebens auch wechseln können, mich umentscheiden. Ohne das hat das Leben eigentlich KEINEN Sinn.
    Interessant ist, dass Christen das letztlich nicht anders sehen. Fragt man sie nach dem EINEN Sinn, antwortet nämlich jeder was anderes. Das beantwortet die Frage, ob Christen EINEN Sinn im Leben haben mit: Nein, selbstverständlich nicht! Sie haben soviel davon, wie sie haben wollen, wenn sie das nicht gerade an der Kirchentür abgeben.


Impressum | Datenschutz | Sitemap
Es darf kein Inhalt dieser Seite weiterverbreitet werden, sofern nicht mein Einverständnis dafür vorliegt.