„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Kommentare: 3
  • #3

    WissensWert (Dienstag, 22 Januar 2019 23:12)

    Kennt ihr das?

    Wenn man Christen fragt, warum unter all den Religionen, die es gab und gibt, ausgerechnet ihre die Richtige sein soll, kriegt man oft - wie ich gerade heute wieder - Antworten wie diese:

    "Im Islam wird ein Pädophiler verehrt!"
    "Andere Religionen sind auf Regeln fixiert, mein Gott zwingt niemanden zu etwas!"
    "Andere Religionen sind auf Leistung fixiert, mein Gott ist gnädig!"

    Es sind Antworten, die die Frage "Was gefällt dir an deiner Religion besser als an anderen?" beantworten, nicht die Frage "Warum ist deine Religion wahr und andere nicht?". Sie sind nicht nur meistens falsch, weil sie auf Ignoranz und der Propaganda basieren, die Christen von Pfarrern und Apologeten eingetrichtert bekommen, sondern gehen komplett an der Frage vorbei. Wie erklärt ihr euch dieses Verhalten?

    Meine These: Das kritische Denken über Religion ist bei vielen Christen dermassen sabotiert, dass sie darauf abgerichtet sind, der Frage nach der Wahrheit immer auszuweichen bzw. die Wahrheit an Dingen festzumachen, die sich gut anfühlen, aber Wahrheit nicht nachweisen können. Wenn auf die Frage nach der Wahrheit mit emotionalen Argumenten geantwortet wird, deutet das darauf hin, dass die antwortende Person vom eigenen Glauben vor allem emotional und nicht vernünftigerweise überzeugt ist bzw. dass sie die emotionale Überzeugung für den einzigen ausschlaggebenden Faktor hält.

    Dem ist aber nicht so, denn man könnte bestimmt eine lobenswertere, freiheitsliebendere, gnädigere Religion als das Christentum finden oder erfinden, und die Christen würden dennoch bei ihrem Glauben bleiben. Letzten Endes geht es immer um rationalitätsbezogene Gründe, denn ich kann eine Behauptung so attraktiv finden, wie ich will - das allein wird mich nicht von ihrer Wahrheit überzeugen. Die Leute glauben nicht an Jesus, weil er einfach ein tollerer Kerl ist als Mohammed, sondern weil sie meinen, ihn und die Wirkung der Bibel erlebt zu haben, weil es ihnen so beigebracht wurde, weil das Universum ja eine Ursache haben musste etc. etc. Reden wir also darüber!

  • #2

    WissensWert (Mittwoch, 02 Mai 2018 04:37)

    https://samharris.org/podcasts/what-is-christianity/

  • #1

    WissensWert (Mittwoch, 20 September 2017 00:58)

    Seit Christen keine Eroberungskriege mit anschließender Zwangsmissionierung mehr führen (können), wächst ihre Zahl fast nur noch mit der Zahl der Kinder von Christen.

    Seit Muslime keine Eroberungskriege mit anschließender Zwangsbesteuerung Andersgläubiger mehr führen (können), wächst ihre Zahl fast nur noch mit der Zahl der Kinder von Muslimen.
    Beide können also militärisch Unterworfene und Kinder erfolgreich missionieren. Die Zahlen der bekehrten Nichtmonotheisten sind verschwindend.

    Das ist wirklich "beeindruckend". Es spricht dafür, dass ihr Glauben eigentlich eine Unterwerfung ist und alles andere als "freier Willen" oder die Folge von Nachdenken. Sie sind nicht einmal in der Lage, die Schwäche ihrer Argumente zu sehen, die ihnen als Kinder eingebläut wurden.


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