„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Gott

"Gott" ist ein semantisch unterbestimmter und somit relativ sinnloser Begriff.

1. Die Gottesfrage

Die allgemeine Gottesfrage lautet: Gibt es einen Gott?

 

Solange nicht klar ist, was der Begriff "Gott" bedeuten soll, muss diese Frage unbeantwortet bleiben. Denn um allgemein entscheiden zu können, ob ein Begriff einen realen Sachverhalt beschreibt, muss man zuerst wissen, welches Bündel an Eigenschaften diesem Begriff zugeordnet werden soll. Bis dies nicht geschehen ist kann die Existenz Gottes weder bewiesen noch widerlegt werden. Die Frage nach ihr bleibt sinnlos, denn auf jeden Versuch sie zu beantworten, kann immer erwidert werden, dass "Gott" etwas anderes darstellt, als das, was man gerade bewiesen oder widerlegt haben möchte.

 


Daraus folgt, dass wenn überhaupt nur eine spezifische Gottesfrage ("Gibt es diesen oder jenen Gott?") nie aber die allgemeine Gottesfrage ("Gibt es einen Gott?") beantwortet werden kann.

Dass über die Frage, wen oder was "Gott" bezeichnet, kein Konsens herrscht, zeigt sich ganz leicht, wenn man verschiedenen Menschen Fragen dieser Art stellt: 

1.    Ist Gott ein personales Ich-Subjekt oder eine allesdurchdringende Naturkraft?

2.    Greift Gott in das Weltgeschehen ein, oder bleibt er passiv in Bezug auf unsere Wirklichkeit?

3.    Berichten alle, ein paar, eine oder keine Religion vom richtigen Gott?

4.    Ist Gott vielleicht nur ein Synonym für die Liebe oder die Gesamtheit alles Seins?

5.    Ist Gott transzendent oder immanent zu denken?

6.    Hat Gott Körper und Gesicht, oder ist seine Existenz immateriell?

7.    Existiert Gott überhaupt, oder ist er nur die Projektion urmenschlicher Bedürfnisse?

8.    Toleriert Gott Schwule?

9.    Wird er in einer Endzeit gegen einen siebenköpfigen Drachen kämpfen (siehe Buch der Offenbarung)?

10. Wie möchte Gott, dass wir leben?

 

Selbst innerhalb einer Glaubensgemeinschaft wird man Ihnen viele dieser Fragen vollkommen unterschiedlich beantworten. Insgesamt existieren Millionen von verschiedenen Gottesvorstellungen, wobei die meisten Menschen einfach diejenige grob adaptiert haben, in die sie zufällig hineingeboren wurden und seitdem ihre ganz individuelle Vorstellung von Gott wie selbstverständlich für die richtige halten.

Ob und wie die Gottesfrage zu beantworten ist, hängt also ganz von der individuellen Gottesvorstellung ab. Definieren wir Gott beispielsweise einmal im Sinne der Pantheisten als Äquivalent zum Kosmos, so kann die Frage nach seiner Existenz kann gar nicht erst beantwortet werden. Denn über die Existenz einer Entität, die sich per definitionem nicht vom sinnlich wahrnehmbaren Universum unterscheidet, kann man nicht vernünftig streiten. Aus diesem Grund kann man die pantheistische Gottesvorstellung im alltäglichen Leben aber auch getrost ausblenden, da ein pantheistischer Gott wortwörtlich keinen Einfluss auf die Welt hätte. Ähnliches gilt für den Gott der Deisten oder den unvorstellbaren Gott Spinozas. Kein vernünftiger Atheist würde behaupten, solche Gottesbilder widerlegen oder überhaupt nur vernünftig über sie sprechen zu können. Er verzichtet einfach aufgrund des Sparsamkeitsprinzips auf sie.

Ganz anders verhält es sich mit Gottesvorstellungen, die Auswirkungen auf unsere Welt implizieren. Solche Vorstellungen lassen sich gemäß des Falsifikationsprinzips widerlegen, indem man aufzeigt, dass die von ihnen postulierten Effekte ausbleiben. So geschehen beispielsweise mit der christlichen Gottesvorstellung (siehe z.B.: Theodizeeproblem): Gemäß des Christentums soll Gott (1) Alles machen können, was er will und (2) Das Beste für uns wollen. Folglich müsste (K) das Beste für uns realisiert sein. Dies ist mit einer Welt, in der Kinderprostitution und Holocaust Platz finden, aber definitiv nicht der Fall, wodurch die Existenz des christlichen Gottes widerlegt ist.

 

Meistens ist vom christlichen oder einem anderen Gott der abrahamistischen Religionen die Rede, wenn im Westen die Gottesfrage gestellt wird. Deshalb, und weil es wie aufgezeigt wurde sinnlos ist, über die allgemeine Gottesfrage zu diskutieren, soll es im Folgenden vor allem um die christlich-abrahamistische Gottesvorstellung gehen.

2. Argumente gegen (den christlichen) Gott

Eine rudimentäre Auswahl:

a. Die Existenz von Religionen

Ein starkes Argument gegen die Existenz des abrahamistischen Gottes sind die vielen, verschiedenen Gottesvorstellungen:

(P1) Wenn der abrahamistische Gott existiert, dann kann er alles tun, was er möchte.
(P2) Wenn der abrahamistische Gott existiert, dann möchte er sich von ausnahmslos allen Gottsuchenden finden lassen.
___________________________________________________________
(K1) Wenn der abrahamistische Gott existiert, dann werden ihn alle Gottsuchenden finden.
(P3) Nicht alle Gottsuchenden finden den abrahamistischen Gott.

___________________________________________________________
(K2) Der abrahamistische Gott existiert nicht.

Gott ist immer das, was man gerade denkt, das Gott ist. Selbst unter den Anhängern des abrahamistischen Gottes ist man noch uneins darüber, was Gott wirklich (sagen) möchte. Das spricht doch sehr stark gegen ihre Vorstellung eines allmächtigen Gottes, der sich uns einheitlich offenbaren möchte. Gäbe es einen solchen Gott, gäbe es keine voneinander abweichenden Gottesvorstellungen.[3829]

Stattdessen gibt es aber unzählige von verschiedenen Gottesvorstellungen. Meistens sind Gottesvorstellungen angeboren, d.h. der gottesgläubige Mensch hat im Regelfall einfach die Gottesvorstellung desjenigen Umfeldes adaptiert, in das er hineingeboren wurde. Aufwachsend in diesem Umfeld bestärkt man sich dann gegenseitig in der Vorstellung, dass der eigene Glaube die Wahrheit und keineswegs selbstwidersprüchlicher Irrsinn sei.

 

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Sie einer (anderen) Religion angehören würden, wenn Sie in einer anderen Familie, in einem anderen Land oder zu einer anderen Zeit geboren wären? Wenn Ihnen jemand sagt, früher habe man an Zeus und Poseidon geglaubt, halten sie diesen Glauben wahrscheinlich für überholt oder vielleicht sogar naiv. Aber hätten Sie nicht dasselbe geglaubt, wenn sie damals geboren wurden wären? Ist ihr Glaube heute wirklich vernünftiger, oder einfach noch gesellschaftlich etablierter?  In der Geschichte der Menschheit sind bisher alle großen Götter mit ihren Anhängern ausgestorben. Und wir erkennen zurückschauend auch an, dass diese Götter nur Fantasieobjekte waren, die beispielsweise aus einem Bedürfnis nach Sinn, Halt oder zur Kontrolle eines Volkes kreiert wurden. Warum sollte es gerade mit deinem Gott anders sein? Ist es nicht furchtbar unwahrscheinlich, dass unter all den

den Göttern, an die über Raum und Zeit geglaubt wurde, gerade der existiert, der hier und jetzt en vogue ist?

 

 

Wer für sich also wirklich in Anspruch nehmen möchte, nicht aus Zufall, sondern aus gerechtfertigter Überzeugung an seinen Gott zu glauben, der muss begründen können, warum gerade seine - und nicht etwa eine von den tausenden anderen Gottesvorstellungen - richtig sein soll. Mir ist keine solche, auch nur ansatzweise überzeugende Begründung bekannt.

Der Clou bei all dem ist:

 

 

(A) Die Suche nach einem sich offenbaren-wollenden Gott kann beendet werden, wenn ein allmächtiger Gott sowas wöllte, würde er es tun.
(B) Die Suche nach einem sich nicht offenbaren-wollenden Gott ist sinnlos, wenn ein allmächtiger sowas nicht möchte, wird es auch nie passieren.

b. Gottes "Plan"

3. Verweise

#Theodizee #Allwissenheit: Was, wenn Gott einen Gott hat?

#Theodizee #JesusKreuzesTod: Laut der Bibel musste Jesus am Kreuz sterben, damit uns unsere Sünden verziehen werden können. Wenn dies stimmen sollte und Gott für diesen Zweck seinen einzigen Sohn elendig am Kreuz verenden lassen musste, dann ist er offenbar nicht allmächtig. Denn ein allmächtiger Gott muss per definitonem nicht A machen, um B zu bewerkstelligen. Er kann auch einfach und ohne Umwege B Tatsache werden lassen. Ein allmächtiger Gott hätte uns also einfach so unsere Sünden vergeben können, er hätte dazu nicht Jesus opfern müssen.
Wenn aber Gott allmächtig ist und Jesus nicht ans Kreuz nageln lassen musste, dann ist er nicht allgütig. Denn ein allmächtiger Gott kennt keinen Zwang irgendetwas (etwa seinem Sohn grausamer Folter aussetzen) zu machen und kein alliebender Gott lässt seinen Sohn ohne Zwang derart leiden.

#Theodizee #WissenundMacht: Weiß Gott eigentlich, wie es ist, Kinder vergewaltigen zu wollen? Wenn nicht, ist er nicht allwissend, wenn ja, ist er sündhaft.

#Theodizee #Willensfreiheit: Die Gläubigen widersprechen sich in der hier verlinkten Argumentation selbst, wenn sie einerseits sagen Gott ist allmächtig, aber andererseits implizit behaupten, (2) Gott könne nicht das Leid verhindern, ohne in unseren freien Willen einzugreifen. Ein allmächtiger Gott ist per definitonem zu allem mächtig, er kann also auch alles Leid auf der Welt verhindern, ohne dass dabei ein Nachteil entsteht.

#Universum #Größe: Die Größe des Universums kann als ein Argument gegen die Existenz Gottes ausgelegt werden. Dazu folgende Analogie: Wir wachen - ohne Erinnerung an unsere Herkunft, ohne Wissen, wer wir sind - in einem Haus auf. In dem Raum lebt es sich angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kalt, Wasser und Nahrung ist vorhanden, die Luft ist atembar etc. pp. Die Vermutung, dass der Architekt des Hauses es speziell für unsere Bedürfnisse gebaut hat, liegt nahe. Aber dann finden wir heraus, dass es noch tausende und abertausende anderer Räume gibt. Einige sind so kalt, dass wir sofort sterben, andere so heiß, dass wir augenblicklich vebrennen, einige sind giftig und bringen uns sofort um - es sind sogar alle Räume so, die wir außer unserem noch finden. Wie groß ist jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass ein uns wohlgesonnener Architekt dieses Haus erbaut hat? Beziehungsweise: Wie groß ist jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass ein intelligenter Architekt eine Ansammlung von unzähligen Räumen erbaut hat, damit wir in einem bewohnbaren davon leben können?

Adam & Eva: Wenn ein allmächtiger Gott in seine Schöpfung eingreifen muss ist das nicht ein Zeichen unserer, sondern SEINER Fehler. Gott hätte alles dauerhaft und perfekt schaffen können sollen.

Arche Noah: Theisten behaupten, Gottes Liebe sei unendlich, bedingungslos - ja, Gott selbst sei die Liebe! Das unfassbar Abstruse und Perverse daran: Dieselben Menschen glauben auch, dass genau jener Gott einmal nahezu ALLE MENSCHEN („seine Kinder“, darunter auch unschuldige Säuglinge, Behinderte usw.) ertrinken lassen hat. Ein Gott, der „sein eigenes Volk“ nicht vor dem Holocaust bewahrt hat, soll das Wesen der Liebe verkörpern? Ernsthaft? 

Atheismus: Es gibt eine Ansicht, nach der Atheismus unlogisch (logisch nicht konsistent) ist, weil der Atheist etwas ablehnt, was nicht genau definiert ist. Die Frage ist: Was ist denn der größere Fehler? Etwas zu glauben, von dem man nicht genau weiß, was es ist? Oder nicht an etwas zu glauben, von dem niemand genau weiß, was es eigentlich ist?

Es gibt eine Variante des positiven, starken Atheismus, die besagt: Gott ist ein nicht zu definierendes Konzept, oder die Definition ist sinnfrei. Das ist eine absolut ausreichende Grundlage, um den Glauben an den monotheistischen Schöpfergott strikt abzulehnen. Michael Martin argumentiert so in [Martin 1990], ebenso wie einige andere. Es ist so, dass man sich vielleicht einbilden kann, an etwas zu glauben, von dem man nicht weiß, was es ist. Aber das ist per Definition eher ein Wahn, es wäre dann völlig gerechtfertigt, von einem »Gotteswahn« zu reden.

 

Es ist nicht das Problem der Atheisten, dass Gott so vage und unscharf definiert ist. Normalerweise, außerhalb der Religion, würde niemand an etwas glauben, von dem er nicht hinreichend genau weiß, worum es eigentlich geht.

Beweislast: Ich bin Atheist, aber das heißt nicht, dass ich behaupte (zu wissen), dass es definitiv keinen Gott gibt. Ich bin genauso Atheist, wie ich auch Afeeist bin. Ich glaube weder an Gott, noch an Feen, noch an sonst etwas Übernatürliches, weil es KEINE EVIDENZEN für die Existenz dieser Entitäten gibt. Es spricht einfach Nichts für die Existenz Gottes und nicht an ihn zu glauben, ist für mich die einzig plausible Schlussfolgerung daraus. Denn würde ich an alles glauben, was man nicht widerlegen kann, ich würde verrückt werden.

Bibel:

das Gute: Theisten halten die Aussagen der Bibel für eine Evidenz dafür, dass Gott gut ist. Diese Annahme ist falsch, denn (1) ist es klar, dass Gott IN SEINEM EIGENEN BUCH sagt, dass er der Gute und der Teufel der Böse ist. Kein Feldherr sagt seinen Untertanen, dass sie auf der Seite des Bösen stehen. Und (2) gibt es absolut keine empirische Evidenz für die Annahme, Gott sei gut.
Die Welt ist voller Leid, Krieg, Krankheit, Missgunst, Tod, Hunger, Depression und Schmerz. Die Gläubigen sollten sich fragen, was das über die Gutartigkeit einer mitmaslichen Allherrschers über die Welt aussagt.

Demokratie: Wenn man eine faire und gerechte Welt haben will, darf kein außerkosmischer Wolkenkasper moralische Vorschriften erlassen. Ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihrer Regeln ist die minimale Voraussetzung für eine faire Welt.

Dunning-Kruger-Effekt: Religion ist oft so etwas wie ein verschärfter Dunning-Kruger-Effekt.

Man weiß nichts über Gott - außer, dass man nichts über ihn wissen kann - aber man ist sich absolut sicher, dass er existiert. Und dass er bestimmte Dinge von uns will. Was das ist, das unterscheidet die Religionen zum Teil drastisch.

Je weniger man über ein Gebiet weiß, umso mehr überschätzt man sein Wissen.

Das wäre ganz lustig, wenn sich die Religiösen darauf beschränken würden, ihrer gefühlten Sicherheit angesichts ihrer geballten erkenntnistheoretischen Inkompetenz in den eigenen vier Wänden zu frönen. Und wenn sie aufhören würden, diejenigen zu diffamieren (etwa in moralischer Hinsicht), die nicht vorgeben, etwas über Gott zu wissen, geschweige denn, ob etwas derartig Abgefahrenes existiert. Leider hört der "Spaß" da auf. Man kann nicht andere dazu bringen, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten, weil man vorgibt, etwas zu wissen, von dem man keine Ahnung hat. Jedenfalls nicht ohne massiven Protest.

Über den man sich dann beschwert. Aber warum sollte ich mich nach dem verhalten, was andere von mir fordern, nur weil sie damit bluffen, etwas zu verstehen, von dem sie nichts verstanden haben können? Angesichts dessen ist Widerstand ein Gebot der Ehrlichkeit.

Geburt: Religion ist „angeboren“. Hast du dich schon einmal gefragt, ob du einer anderen Religion angehören würdest, wenn du in einem anderen Land oder womöglich in einer anderen Zeit geboren wärest? Es gibt und gab mehr als 3000 Götter in der religiösen Geschichte der Menschheit. Wenn heute jemand an Zeus oder Poseidon glaubt, unterstellt man ihm womöglich einen fehlenden Bezug zur Realität. Die aktuellen Religionen und ihre Götter sind gesellschaftlich allerdings weitaus angesehener. Wie absurd das ist, wird deutlich, wenn man in politischen Reden „Gott“ durch „Zeus“ oder „Apollo“ ersetzt. Vielleicht werden die Menschen die abrahamitischen Götter in ein paar hundert Jahren genauso ins Reich der Märchen verweisen, wie wir es bei den alten griechischen oder ägyptischen Göttern heute tun.

Geschichte:

Glaubenskritik: Logik: Die Logik nicht auf Gott anwenden zu wollen ist also nichts anderes, als zuzugeben, dass alle Aussagen um ihn für uns vollkommen beliebig sind.

Glaubensgrund: Dass der Mensch Gott und nicht Gott den Menschen erschaffen hat, kann man ganz gut daran erkennen, dass sich jedes Volk geschichtlich ihren eigenen Götter gemacht hat und die Götter dann auch mit den Völkern ausgestorben sind. Gott hat nicht den Menschen nach seinem Ebenbild, sondern der Mensch hat Gott nach seinem Wunschbild erschaffen.

Gottes unergründliche Wege: Komischerweise sind Gottes Werke immer nur dann unergründlich, wenn etwas schlechtläuft. In guten Sachverhalten soll man Gottes Wirken dann wieder erkennen können. Ein solches Verhalten ist inkonsequent. Entweder (1) Gottes Wirken ist unergründlich, dann kann man aber auch nichts mehr (und schon gar nicht mehr „alles“) durch Rekurs auf ihn erklären. Oder (2) Gottes Wirken zeigt sich uns, dann müssen wir mit Blick auf die verkorkste Welt aber sagen, dass Gott offensichtlich ein ziemliches Arschloch ist.

Stand: 2017

Kommentare: 17
  • #17

    WissensWert (Donnerstag, 11 Mai 2017 17:26)

    Es ist seit Jahrtausenden offensichtlich, dass ihr Theisten keine Ahnung habt, wovon ihr eigentlich redet. Ihr habt kein Wissen von Gott, ihr bastelt ihn euch einfach immer ad hoc neu so zusammen, dass man ihn euch nicht wegnehmen kann. Früher war Gott für euch im Himmel oben, jetzt ist er plötzlich überall und nirgends. Immer, wenn die Wissenschaft Gott wieder irgendwo nicht finden konnte, wo ihr ihn vermutet hattet, sagtet ihr einfach "na dann ist er halt woanders". Ihr steht in einem abgedunkelten Raum und wisst immer genau, wo die schwarze Katze ist, aber wenn die Wissenschaft die Taschenlampe da hin richtet, ist da immer nix. Statt aber daraus die Konsequenzen zu ziehen, definiert ihr Gott einfach immer weiter aus der Realität hinaus, ohne irgendeine Ahnung von ihm zu haben. Gott ist überall, weil du dir das so vorstellst und es gern so hättest, und er ist nirgends, damit die bösen Atheisten mit ihrer fiesen Wissenschaft ihn nicht falsifizieren können. Ihr beschäftigt euch nicht mit der Realität, ihr baut Luftschlösser. Von etwas, das nirgends in diesem Universum ist, kann man keine Kenntnis haben.

  • #16

    WissensWert (Donnerstag, 11 Mai 2017 13:32)

    Ein paar Basissätze:

    Alles, was existiert, kann potenziell mit allem wechselwirken, was ebenfalls existiert.

    Was nicht wechselwirkt hat alle Merkmale der Nichtexistenz. Da die Anzahl der möglicherweise existierenden und nicht wechselwirkenden Dinge unabzählbar unendlich ist, ist ihre Wahrscheinlichkeit immer gleich NULL.

    Keine monotheistische Religion ergibt irgendeinen Sinn, wenn man von einem Gott ausgeht, der nicht wechselwirkt.

    Alle Wechselwirkungen sind potenziell messbar.

    Alle Behauptungen von übernatürlichen Einflüssen - inklusive Gott, Seele, Geister etc. - widersprechen den Energieerhaltungssätzen.

    Alle Verletzungen der Energieerhaltungssätze wären messbar, da sie die Energiebilanz der Materie ändern.

    Würde Gott existieren, würden Seelen existieren, oder Geister, hätte man sie inzwischen mit wissenschaftlichen Methoden aufspüren können. Denn wir haben selbst Neutrinos nachgewiesen, die mit unserer Materie so gut wie nie wechselwirken - aber es reicht, dass sie es sehr selten tun.

    Wenn man Gott gegen wissenschaftliche Kritik immunisiert, behauptet man seine Nichtexistenz. Wenn man es nicht tut, ist seine Nichtexistenz bereits bewiesen.

  • #15

    WissensWert (Sonntag, 19 Februar 2017 17:15)

    Gott so:

    [1. Ich habe die Menschen mit dem freien Willen erschaffen und bestrafe alle nachfolgenden Generationen von Adam und Eva (Inzucht) mit der Erbsünde, weil sie eine Frucht gegessen haben]

    2. Ich ermorde alle Menschen, weil sie sündigen (Sintflut)

    3. Ich schwängere meine eigene Mutter (Maria), um geboren werden zu können

    4. Ich opfere mich und lasse mich umbringen, um euch vor der Erbsünde zu schützen, die ihr von mir als Strafe bekommen habt (und trotzdem weiterhin habt)

  • #14

    WissensWert (Montag, 30 Januar 2017 14:37)

    Meine lieben Freunde, das Studium des perfekten Wortes, des allmächtigen Schöpfer des Universum brachte mich zum Nachdenken. Was gäbe es erstrebenswerteres, als Ihn zum Vorbild zu nehmen und es Ihm in Wort und Tat gleichzutun?

    Ich habe dazu eine großartige pädagogisch wertvolle Idee entwickelt, die ich gerne mit euch teilen möchte. Ich gebe zu, sie ist noch nicht ganz ausgereift, aber vielleicht können wir zusammen daran arbeiten. Um Vorschläge zu sammeln, möchte ich das Projekt mit dem Arbeitsnamen „KinaVodaSchödesU“ (Kindererziehung nach Vorbild des allmächtigen Schöpfers des Universums) gerne zum Diskurs stellen.
    Mein Vorschlag stößt war nicht immer auf Gegenliebe - kürzlich wurde ich sogar als gefährlicher Psychopath bezeichnet - allerdings halte ich diese Plattform für etwas weniger rassistisch und Pädagogikophob. Immerhin wird dem allmächtigen Schöpfer des Universums für seine allweise Vorgehensweise ständig die Attribute barmherzig und gnädig zugesprochen.

    Also Folgendes:
    Ich zeuge jede Menge Kinder. Anschließend lasse ich sie in einem großen abgesperrten Garten mit mehreren Listen von Regeln alleine. Diese Regeln enthalten unterschiedliche und gegensätzliche Aufforderungen. Zusätzlich schleuse ich Personen ein die widersprüchliche und gegensätzliche Behauptungen zu meiner Person aufstellen. Damit teste ich sie. Während der ganzen Zeit zeige ich mich außerdem nicht. Wer sich bis zum ihren 18ten Geburtstag an die Regeln gehalten hat wird von mir reichlich belohnt, der Rest kommt in meinem Keller und wird dann bis zum Lebensende gefoltert.

    Gefoltert wir unter anderem:
    - wer in den 18 Jahren nicht herausgefunden haben wer ich bin,
    - wer es nicht geschafft haben zu erkennen welche Liste von mir ist,
    - wer leugnet, dass die richtige Liste von mir ist,
    - wer den Folterkeller leugnet,
    - wer mich wegen des Folterkellers für einen durchgeknallten Psychopathen hält, den man wegsperren sollte,
    - wer mich nicht liebt und mich nicht gelobpreist hat,
    - wer die Belohnung leugnet, die sie am 18ten bekommen,
    - wer meine Vaterschaft anzweifelt,
    - wer Süßigkeiten ißt,
    - wer sich nach der Toilette nicht die Hände wäscht,
    - usw...

    Wer in den Folterkeller kommt, der ist selber schuld. Immerhin hatte derjenige den freien Willen und die Liste mit Regeln.
    Wäre das nicht sehr gnädig, barmherzig und weise von mir? Welche Anpassungen wären nötig, um dem Vorbild gerecht zu werden?
    Vielleicht können wir unsere Kinder zusammen in diesen Garten stecken. Je mehr, desto aussagekräftiger wird die Testumgebung. Wem der Ausdruck Folterkeller etwas unpässlich erscheint, wir können es gerne in Bestrafungskeller umtaufen – aber ich glaube, auch das Wort Hölle dürfe gerade bei Gläubigen die größte Akzeptanz erfahren.

  • #13

    WissensWert (Samstag, 28 Januar 2017 21:23)

    Hinter allen Gottesbildern steht ein großer Menschenhass

    Gelebter Hass ist für mich dort, wo ich helfen könnte, aber Hilfe unterlasse. Der Eigennutz der Reichsten ist in diesem Sinne gelebter Hass. Hass hat also nicht zwingend etwas mit Gefühlen sondern mit den vorhandenen Möglichkeiten zu tun.

    In diesem Sinne hassen uns der Bibel-Gott, der Koran-Gott und alle Götter.
    Wer sich zu offenbaren vermag, vermag auch alles Gute zum Nutzen aller zu tun. Die Gottesbilder sind daher wie die Reichsten der Welt - die größten Hasser der Menschheit und damit Vorbilder der Reichsten.

  • #12

    WissensWert (Dienstag, 24 Januar 2017 23:00)

    Gott gibt es nicht, weil...

    ... er eindeutige Merkmale einer konstruierten fiktiven Idealfigur mit anthropomorphistischen Eigenschaften hat.
    ... er zu logischen Widersprüchen führt.
    ... es keinen einzigen empirischen Hinweis auf ihn gibt und alle bisherigen sich als menschlich erfunden bzw. kognitive Fehlschlüsse herausgestellt haben.
    ... Wunschdenken noch lange kein Indiz für Realität, sondern eher für Selbsttäuschung ist.
    ... die Geschichte der kulturellen Mythen eine eindeutige Entwicklung und rein mythomotorische Funktionen aufweist.
    ... die plausibelste Erklärung für alle Widersprüche hinsichtlich Gottes seine Nichtexistenz ist.

  • #11

    WissensWert (Dienstag, 15 November 2016 23:59)

    Die goldene Regel

    Eines der unmittelbar einleuchtenden Prinzipien einer jeden Moral lautet: Behandle andere so, wie Du selbst von ihnen behandelt werden möchtest. Wir finden das an diversen Stellen in der Bibel bekräftigt. Wie kann Gott ein Vorbild für die Ethik sein, wenn er Personen als beliebige Verfügungsmasse betrachtet, sie beurteilt und kritisiert, aber angeblich ähnliche Bestrebungen bei Menschen verurteilt? Natürlich weiß niemand, ob Gott das tut, in dem beanstandeten Text wird das vorausgesetzt.

    Diese goldene Regel gilt für Diskussionen auf mehrere Ebenen: Erwarte nicht von mir, dass ich Argumente gegen meine Position, gleichgültig ob strukturell oder inhaltlich, nicht auch gegen Deine verwende. Verlange nicht von mir, dass ich Prinzipien akzeptiere, an die Du Dich nicht halten willst (etwa »Du darfst meine Prämissen nicht kritisieren, ich aber Deine!«). Denke nicht, dass ich Deine Regeln als »göttlich« (unhinterfragbar, sakrosankt) annehme, wenn Du nicht bereit bist, dies bei meinen zu ebenso zu handhaben _5_.

    Ich schließe mit einem Zitat aus dem Blog:

    » Und zudem: soviel ↑Logik solltest Du Dir wert sein.«
    Ja.

    Wenn ich in der Lage wäre, die Vergewaltigung eines Kindes verhindern zu können, ich würde es tun. Das ist der Unterschied zwischen mir und Deinem Gott. Er überwacht uns und sagt: 'Ich schließe die Tür, und Du fähr’st fort, vergewaltigst das Kind, und wenn Du fertig bist, werde ich Dich bestrafen'. Wenn ich so handelte, die Leute würden denken, ich sei ein verrücktes Monster.
    Tracie Harris
    1. Wir kennen diverse Umstände verminderter Schuld, wie beispielsweise die Schuldunfähigkeit bei Kindern. Man wende das Prinzip auf die Genesis-Geschichte auf Adam und Eva an, die nicht wussten, was richtig und falsch ist Zurück zu 1

    2. Man kann die Religion als Trostspender verwenden, wenn der Schaden eingetreten ist. Das ist unabhängig davon. Es funktioniert aber nur bei denen, die die in diesem Text als unrealistisch kritisierten Vorbedingungen akzeptieren, ein Un- oder Andersgläubiger hätte damit massive Probleme. Zurück zu 2

    3. Nicht ohne Grund ist selbst in unserer Verfassung die Möglichkeit des Widerstands aufgeführt – eine Lehre aus dem Nationalsozialismus. Zurück zu 3

    4. Wobei man bei deren Erpressung wenigstens feststellen kann, ob die Zahlungen ihren Zweck erfüllen. Bei Gott geht das nicht, da soll man die Drohung »einfach so« glauben, natürlich zum Nutzen der Institution, die die Regeln interpretiert. Zurück zu 4

    5. was darüber hinaus bedeutet: Wenn ich polemisch bin, hast Du die Erlaubnis, es ebenfalls zu sein. Wenn ich mich über Aussagen von Dir lustig mache, bist Du bei mir dazu befugt, es mir gleich zu tun. Zurück zu 5

  • #10

    WissensWert (Mittwoch, 02 November 2016 02:00)

    Dem Philosophen Oswald Spengler wird dieser kluge Satz zugeschrieben: "Wer Gott definiert, der ist schon Atheist."
    Klingt plausibel. Ich meine, der Glaube an einen realen Gott setzt ein Konzept voraus, das derart nebulös ist, dass die kritische Vernunft kein Widerlager findet, an dem sie ansetzen könnte.

    "Ideas must be distinct before reason can act upon them" (Thomas Jefferson) Also muss man vermeiden, Gott als eindeutiges, trennscharfes Konzept auszuformulieren.

  • #9

    WissensWert (Freitag, 07 Oktober 2016 23:19)

    https://www.youtube.com/shared?ci=KnP4vYbzPqw

  • #8

    WissensWert (Mittwoch, 05 Oktober 2016 14:15)

    Ein Experiment. Gläubige werden zufällig in zwei Gruppen geteilt. Zeige der ersten Gruppe gute pro-Argumente in einer Frage (z.B. pro Sterbehilfe). Zeige der zweiten Gruppe gute contra-Argumente (contra Sterbehilfe).

    Manipuliere also den Standpunkt jeweils in unterschiedliche Richtung. Keine Überraschung: Damit ergeben sich unterschiedliche Standpunkte in beiden Gruppen.

    Nur eine Aussage bleibt über beide Gruppen stabil, egal bei welchem Standpunkt: "Gott ist genau meiner Meinung."

    Die individuelle Gottesvorstellung scheint nichts anderes zu sein, als eine Verlängerung der eigenen Meinung. Egal, in welche Richtung die eigene Meinung gerade gelenkt wurde.

    Was der Gläubige will, egal was, das will dann auch Gott.

    http://epiphenom.fieldofscience.com/2009/12/what-you-want-god-wants.html

    Keine Überraschung: Gläubige, die in liberalen Ländern aufwachsen, basteln sich einen liberalen Allah. Allah mag auch Homosexuelle. Allah verlangt gar kein Kopftuch. Allah ist auch nett zu Ungläubigen.

    Gläubige, die in streng orthodoxen Ländern aufwachsen, basteln sich einen strengen Allah.

  • #7

    WissensWert (Montag, 26 September 2016 19:35)

    1. Analytische, a priori Aussagen sind dann wahr, wenn sie sich logisch aus den Prämissen (Axiomen) ergeben. (Mathematik, Logik, Schach, Hume: Statements about ideas.) Axiome sind wahr per Beschluss, per Definition.

    2. Synthetische, a posteriori Aussagen über die reale Welt sind dann wahr, wenn sie sich empirisch demonstrieren lassen (Naturwissenschaften, Hume: Statements about the world)

    Gott ist keine abstrakte Idee (Kategorie 1, Statements about ideas), sondern eine handfeste Tatsachenbehauptung über die reale Welt. Sie muss empirisch demonstriert werden.

    Die Realität kann nicht durch Axiome "vorausbeschlossen werden". Die Realität steht bereits fest. Sie kann nur noch a posteriori (empirisch) nachträglich entdeckt werden.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Hume%27s_fork

  • #6

    WissensWert (Samstag, 24 September 2016 16:05)

    Was empfiehlt Gott bei verantwortungsbewusster, glücklicher, einvernehmlicher Sexualität in der Beziehung - vor der Ehe?

    "Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasset euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen." (Quran 24,2)

    Der barmherzige Schöpfer des Universums fordert hier, Menschen für ein völlig harmloses, unschädliches, ja, glückstiftendes Verhalten zu foltern.

    Der barmherzige Schöpfer des Universums fordert hier seine Anhänger auf, jedes menschliche Mitgefühl mit den Verliebten zu unterdrücken und die Folter ohne jede Gnade, ohne Anfechtung durch Impulse von Mitmenschlichkeit und Erbarmen durchzuführen.

    Der barmherzige Schöpfer des Universums fordert hier, Zuschauer herbeizurufen, um die Strafe nach demütigender zu machen.

    Was ist wahrscheinlicher?

    Dieser Vers wurde von einem barmherzigen, gnädigen Gott offenbart?
    Oder:
    Menschliche Autoren des siebten Jahrhunderts wollten hier ihre unethischen Vorstellungen von Rechtssprechung als Gotteswort verkaufen?

  • #5

    WissensWert (Samstag, 03 September 2016 04:00)

    https://youtu.be/L7jClyinERY

  • #4

    WissensWert (Montag, 01 August 2016 02:37)

    Wer posaunt "only god can judge me",
    steht ideologisch beim IS und gegen das Grundgesetz.

  • #3

    WissensWert (Sonntag, 17 Juli 2016 18:01)

    https://www.youtube.com/watch?v=OrotPhp_Tms&feature=youtu.be

  • #2

    WissensWert (Freitag, 15 Juli 2016 01:20)

    es ist egal, wie konfliktfrei sich das unbewiesene Gottes-Konzept der Realität überstülpen lässt. Egal, wie zwingend seine innere Logik ist. Egal, wie emotional oder spirituell befriedigend es ist.
    Unendlich viele Ideen lassen sich auf diese Weise der Realität überstülpen.

    Wir sind Hirne im Tank. Das Universum ist das Produkt einer hochintelligenten, außerirdischen Spezies, die als Vorschul-Science-Projekt Universen bastelt. Die Realität ist der Traum einer großen, immateriellen Schildkröte. Die Realität ist eine Simulation auf einem Supercomputer.

    All das sind völlig konsistente Ideen, die sich widerstandslos über die Realität überstülpen lassen. Wenn wir eins davon als reale Tatsache nachweisen wollen - zählt nur empirische Evidenz.

  • #1

    WissensWert (Donnerstag, 14 Juli 2016)

    https://youtu.be/lWZifSXlzlI


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