„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Gott

"Gott" ist ein semantisch unterbestimmter Begriff.

Jörg Bittner Unna (CC BY 3.0)

1. Einführung

Die beiden großen Gottesfragen lauten:

1.    Was sind die wesentlichen Eigenschaften Gottes?

2.    Existiert Gott? 

Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden Fragen:

a. Nach der "Fido"-Fido-Theorie ist die Bedeutung eines Ausdrucks der von ihm bezeichnete Gegenstand. Wenn das stimmt, können wir die Bedeutung und damit die Eigenschaften von "Gott" nicht klären (Frage 1), ohne seine Existenz bereits vorauszusetzen (Frage 2).

b. Wir müssen aber zuerst Frage 1 beantworten, bevor wir Frage 2 beantworten können. Denn um allgemein entscheiden zu können, ob ein Begriff einen realen Sachverhalt bezeichnet, muss man zuerst wissen, welches Bündel an Eigenschaften diesem Begriff zugeordnet werden soll.

Die Lösung des Dilemmas a-b ist einfach: Zunächst bestimmen wir die wesentlichen Merkmale des Ausdrucks "Gott" (Abschnitt 2). Denn dass es den Ausdruck gibt und wir mit ihm etwas Bestimmtes meinen, ist unstrittig. Danach stellen wir uns die Frage, ob der so verstandene Ausdruck "Gott" etwas Reales bezeichnet oder nicht (Abschnitt 3). Denn der Ausdruck "Gott" könnte auch ein leerer Bezeichner sein, was die "Fido"-Fido-Theorie widerlegt.

2. Eigenschaften

Dass über die Frage nach den Eigenschaften Gottes kein einheitlicher Konsens herrscht, zeigt sich, wenn man verschiedenen Menschen Fragen dieser Art stellt:

1.    Ist Gott ein personales Ich-Subjekt oder eine alles durchdringende Kraft?

2.    Greift Gott in das Weltgeschehen ein, oder bleibt er in Bezug auf unsere Welt passiv?

3.    Berichten alle, ein paar, eine oder keine Religion vom richtigen Gott?

4.    Ist Gott vielleicht nur ein Synonym für die Liebe oder die Gesamtheit allen Seins?

5.    Ist Gott transzendent oder immanent zu denken?

6.    Hat Gott Körper und Gesicht, oder ist seine Existenz immateriell?

7.    Existiert Gott überhaupt, oder ist er nur die Projektion urmenschlicher Bedürfnisse?

8.    Toleriert Gott Schwule?

9.    Wird er in einer Endzeit gegen einen siebenköpfigen Drachen kämpfen (siehe Buch der Offenbarung)?

10. Wie möchte Gott, dass wir leben?

Selbst innerhalb einer Glaubensgemeinschaft wird man viele dieser Fragen vollkommen unterschiedlich beantworten. Die Anzahl der verschiedenen Gottesvorstellungen ist unüberschaubar, wobei die meisten Menschen einfach grob diejenige adaptieren, in die sie zufällig hineingeboren wurden.

Ob und wie die Frage nach der Existenz Gottes beantwortet werden kann, hängt ganz von der individuellen Gottesvorstellung ab. Definieren wir Gott beispielsweise im Sinne der Pantheisten als Äquivalent zum Kosmos, so kann die Frage nach seiner Existenz gar nicht erst beantwortet werden. Denn über die Existenz einer Entität, die sich per definitionem nicht vom sinnlich wahrnehmbaren Universum unterscheidet, kann man nicht vernünftig streiten. Deshalb kann man die pantheistische Gottesvorstellung im alltäglichen Leben aber auch getrost ausblenden, weil ein pantheistischer Gott wortwörtlich keinen Unterschied machen würde. Ähnliches gilt für den Gott der Deisten oder den unvorstellbaren Gott Spinozas. Kein vernünftiger Atheist würde je behaupten, die Existenz eines solchen Gottes widerlegen oder überhaupt nur sinnvoll über sie sprechen zu können. Er verzichtet einfach aufgrund des Sparsamkeitsprinzips auf die Annahme ihrer Existenz.

Ganz anders verhält es sich mit Gottesvorstellungen, die falsifizierbare  Auswirkungen auf unsere Welt implizieren: Gemäß der christlichen Gottesvorstellung soll Gott (1) alles machen können, was er will und (2) das Beste für uns wollen. Folglich müsste (K) das Beste für uns realisiert sein. Dies ist in einer Welt, in der Kinderprostitution und Holocaust stattfinden, aber definitiv nicht der Fall, wodurch die Existenz des christlichen Gottes widerlegt ist (siehe Abschnitt 4)

Meistens ist von diesem christlichen oder einem anderen abrahamistischen Gottesbild die Rede, wenn im Westen eine Gottesfrage gestellt wird. Deshalb, und weil es wie aufgezeigt sinnlos ist, über die allgemeine Gottesfrage zu diskutieren, soll im Folgenden die abrahamatischen Gottesvorstellung untersucht werden:

a. personale Natur

Gott wird in Tora, Bibel und Koran als ein personales Wesen beschrieben, denn:

1. er hat emotionale mentale Zustände wie Zorn, Reue, Vergeltungssucht.
2. er hat kognitive mentale Zustände wie Interesse, Wahrnehmung, Wissen.
3. er kommuniziert sprachlich ("Gott sprach zu Abraham: ..." 1 Mose 21.12).
4. er ist ein zuhörendes Gegenüber im Gebet.

Kontraktion: Gott ist im Abrahamismus auch ewig, unveränderlich und immateriell, was den Punkten (1) bis (4) widerspricht. Ein unveränderliches Wesen ist bspw. nicht zornig und dann wieder vergebend. usw.

b. Ewigkeit

"Gott ist ewig."

Es gibt mindestens zwei Lesarten dieser Aussage:

1. Gott existiert zu jedem Zeitpunk t. Gott existiert wie alle anderen Dinge also auch in der Zeit. Nur die Zeitspanne, in der er existiert, ist unendlich lang.

Wie aber soll Gott in der Zeit unendlich lange existieren, wenn nach dem kosmologischen Standardmodell die Zeit selbst endlich ist?

2. Gott existiert außerhalb der Zeit. Nach dieser Lesart begeht, wer behauptet: "Gott existiert im Jahr 2018", einen Kategorienfehler: Denn er verwendet den Ausdruck "Gott" so als gehöre er in die Kategorie der zeitlichen Ausdrücke, während in Wirklichkeit zur Kategorie der außerzeitlichen Ausdrücke gehört. Gott ist außerzeitlich, ähnlich wie die Zahl 23 außerzeitlich ist.

Gottes Außerzeitlichkeit passt gut zur Annahme, er sei ewig, unveränderlich und immateriell und existiere notwendig. Aber wie kann etwas Außerzeitliches (auch nur in metaphorischer oder analoger Hinsicht) die Eigenschaften einer Person haben? Und wie kann etwas Außerzeitliches (kausal) in den Weltlauf eingreifen?

c. Allmacht

"Gott ist allmächtig."

Es gibt wieder mindestens zwei Lesarten:

1. Gott kann absolut alles, d.h. er kann für jedes p machen, dass p der Fall ist:

· Gott kann machen, dass die Sonne um die Erde kreist.
· Gott kann machen, dass Jesus Christus von den Toten aufersteht.
· Gott kann machen, dass Money Boy der nächste Präsident der VSA wird.

Ein so verstandener Gott braucht sicher auch keinen vermittelnden Mechanismus, um beliebige Zustände in der Welt hervorzubringen.

Aber kann Gott wirklich alles?

Kann Gott die (scheinbar?) faktische Vergangenheit ändern? Kann Gott machen, dass Money Boy 1999 US-Präsident war?

Kann Gott logische oder begriffliche Wahrheiten ändern? Kann Gott machen, dass "Ich existiere" oder "Wenn p, dann p" falsch ist? Kann Gott einen eckigen Kreis erschaffen?

Kann Gott Sachverhalte gegen sein Wissen ändern? Kann Gott machen, dass zum zukünftigen Zeitpunkt t das Ereignis x eintreten wird, wenn er meint zu wissen, dass x nicht eintreten wird? Wenn ja, ist es nicht allwissend, wenn nein, ist er nicht allmächtig.

Kann Gott für sich selbst unmöglich Aufgaben schaffen? Kann Gott einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann? Wenn ja, dann kann Gott nicht alles machen, denn er kann diesen Stein nicht heben. Und wenn nicht, kann Gott auch nicht alles machen, denn er kann diesen Stein nicht erschaffen. Ganz egal wie man diese Frage beantwortet, Gott kann auf keinen Fall absolut alles machen.

2. Gott kann absolut alles, was überhaupt möglich ist. D.h. Gott kann also machen, dass p der Fall ist gdw. gilt: p ist möglich und das Bestehen von p ist mit Gottes Natur vereinbar.

Kann Gott nach dieser Lesart machen, dass die Energie in einem geschlossenen physikalischen System zunimmt? Die Beantwortung dieser Frage hängt offensichtlich wiederum von einer Lesart ab: Beschreibt "möglich" in (2) nur eine physikalische oder eine logische Möglichkeit?

Auf jeden Fall ist Gott auch nach dieser Lesart nicht all-mächtig, denn er kann zum Beispiel nicht machen, dass p ungleich p. Die Eigenschaft "Allmacht" lässt sich also nicht einmal logisch-konsistent definieren (siehe auch: Allmachtsparadoxon). Und die Erwiderung, Gott unterliege nicht der Logik, führt die Gottesvorstellung ad-absurdum.

3. Existenz

Haben wir überzeugende epistemische, d.h. empirische oder a priorische Gründe für die Existenz Gottes?

Ein sog. Gottesbeweis ist ein Argument,

„... welches ohne die Voraussetzung geoffenbarter Wahrheiten oder theologischer Dogmen zu beweisen versucht, dass Gott existiert.“

Nach Hügli & Lübcke: Philosophielexikon. Reinbek 1991, S. 244

Das Wort "Beweis" ist dabei in der Regel zu stark. Meistens geht es nicht um hinreichende Beweise, sondern um möglichst überzeugende Argumente für die Existenz Gottes:

Der kosmologische Gottesbeweis: Allein aus der Tatsache, dass die Welt existiert, bzw. aus einigen allgemeinen Tatsachen in der Welt können wir auf die Existenz Gottes schließen.

Der teleologische Gottesbeweis: Allein aus der Tatsache, dass die Welt wohl geordnet ist bzw. dass sie auf Zwecke gerichtete Wesen enthält, können wir auf die Existenz Gottes schließen.

Der ontologische Gottesbeweis: Allein aus dem Ausdruck "Gott" können wir, unter Rückgriff auf weitere a priori einsehbare Wahrheiten, auf die Existenz Gottes schließen.

 

 

a. Der ontologische Gottesbeweis

Anselm von Canterbury (1033 – 1109) entwickelt im "Proslogion" ein a priori Argument für die Existenz Gottes:

(P1) "Gott" bezeichnet dasjenige, über das nichts Höheres gedacht werden kann.

„Also, Herr, der Du die Glaubenseinsicht gibst, verleihe mir, dass ich, soweit Du es nützlich weißt, einsehe, dass Du bist, wie wir glauben, und das bist, was wir glauben. Und zwar glauben wir, dass Du etwas bist, über dem nichts Größeres gedacht werden kann.“

(P2) Weil wir den Ausdruck "Gott" verstehen, existiert Gott – d.h. dasjenige, über dem Höheres (Besseres, Größeres, etc.) nicht gedacht werden kann – im Verstand.

„Gibt es also ein solches Wesen nicht, weil „der Tor in seinem Herzen gesprochen hat: es ist kein Gott“[Ps 13,1; 52,1]? Aber sicherlich, wenn dieser Tor eben das hört, was ich sage: „etwas, über dem nichts Größeres gedacht werden kann“, versteht er, was er hört; und was er versteht, ist in seinem Verstand, auch wenn er nicht einsieht, dass jenes in Wirklichkeit existiert. Denn ein anderes ist es, dass ein Ding im Verstand ist, ein anderes, einzusehen, dass das Ding in Wirklichkeit existiert.“

(K1) Anzunehmen, Gott existiere nur im Verstand und nicht in Wirklichkeit, führt in einen Widerspruch. Also existiert Gott (d.h. dasjenige, über das Höheres nicht gedacht werden kann) sowohl im Verstand als auch in Wirklichkeit.

„Denn wenn ein Maler vorausdenkt, was er schaffen wird, hat er jenes zwar im Verstand, erkennt aber noch nicht, dass in Wirklichkeit existiert, was er noch nicht geschaffen hat. Wenn er es aber schon gemalt hat, hat er sowohl im Verstande, als er auch einsieht, dass in Wirklichkeit existiert, was er bereits geschaffen hat. So wird also auch der Tor überführt, dass wenigstens im Verstand etwas ist, über dem nichts Größeres gedacht werden kann, weil er das versteht, wenn er es hört, und was immer verstanden wird, ist im Verstand.“

(K2) Also: Die Annahme, dasjenige, über dem nichts Größeres gedacht werden kann existiert nur im Verstand und nicht in Wirklichkeit, führt in einen Widerspruch.

„Und sicherlich kann das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, nicht im Verstand allein sein. Denn wenn es wenigstens allein im Verstand ist, kann gedacht werden, dass es auch in Wirklichkeit existiert – was größer ist. Wenn also das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, allein im Verstand ist, so ist eben das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, etwas, über dem doch ein Größeres gedacht werden kann. Das aber kann gewiss nicht sein.

(K3) Dasjenige, über dem nichts Größeres gedacht werden kann, existiert im Verstand und in Wirklichkeit.

„Es existiert also ohne Zweifel etwas, über dem Größeres nicht gedacht werden kann, sowohl im Verstand als auch in Wirklichkeit.“

Wie genau funktioniert der Widerspruchsbeweis in (K1)?
i. Dasjenige, über dem nichts Höheres gedacht werden kann, existiert nur im Verstand und nicht in Wirklichkeit. (Annahme)
ii. Folgendes kann gedacht werden: dasjenige, über dem nichts Höheres gedacht werden kann, ist so wie es tatsächlich ist und es existiert nicht nur im Verstand, sondern auch in Wirklichkeit.
iii. Ein Wesen das im Verstand und in Wirklichkeit existiert ist größer als ein Wesen, das nur im Verstand existiert.
Also: Man kann etwas denken, was größer ist als dasjenige, über dem nichts Höheres gedacht werden. (Widerspruch)

b. Kritik

Die erste Prämisse definiert "Gott" als dasjenige Wesen, welches alle Vollkommenheiten hat. Es ist also gar nicht von vornherein klar, welche Eigenschaften wir Gott zuschreiben. Analytisch wahr ist allein, dass Gott dasjenige ist, über dem Höheres nicht gedacht werden kann.

Die zweite Prämisse ist falsch. Wenn jemand einen Namen versteht, dann existiert nicht das Bezugsobjekt sondern nur eine Repräsentation des Bezugsobjekts im Geist der Person.

Die erste Konklusion folgt dann nicht aus den Prämissen. Denn folgendes ist kein Widerspruch: Im Geist von Herrn Müller existiert eine Repräsentation Gottes, aber Gott existiert nicht.

4. Argumente gegen Gott

Gibt es vielleicht gute Gründe für die These, dass Gott nicht existiert?

Klassische Idee: Man muss eine Tatsache finden, die mit der Existenz Gottes unvereinbar ist. Dann kann man wie folgt schließen:

(P1) Die Tatsache p besteht.
(P2) Das Bestehen der Tatsache p ist mit der Existenz Gottes logisch unvereinbar.
(K1) Gott existiert nicht.

a. Das Problem des Übels

Das als "Theodizee" diskutierte Problem wird oft als ein Argument dieser Form verstanden.

„Gott will entweder die Übel aufheben und kann nicht; oder Gott kann und will nicht; oder Gott will nicht und kann nicht; oder Gott will und kann. Wenn Gott will und nicht kann, so ist er ohnmächtig; und das widerstreitet dem Begriffe Gottes. Wenn Gott kann und nicht will, so ist er missgünstig, und das ist gleichfalls mit Gott unvereinbar. Wenn Gott nicht will und nicht kann, so ist er missgünstig und ohnmächtig zugleich, und darum auch nicht Gott. Wenn Gott will und kann, was sich allein für die Gottheit geziemt, woher sind dann die Übel, und warum nimmt er sie nicht hinweg?“
- Epikur: Laktanz: Vom Zorne Gottes (De ira dei), Abs.13

Epikur argumentiert dafür, dass die folgenden beiden Aussagen logisch unvereinbar sind:

1. In der Welt gibt es sehr großes Leid.
2. Es gibt einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott.

Stimmt das? Zwei Aussagen sind logisch unvereinbar, wenn sie einander logisch widersprechen (eine ist oder impliziert die Negation der anderen).

· Dieser Ball ist rot.
· Dieser Ball ist nicht rot.

In diesem Sinne könnten (1) und (2) unvereinbar sein:

1. In der Welt gibt es sehr viel großes Leid.
2. Es gibt einen allmächtigen, allwissenden und allgütigen Gott.
3. Ein allmächtiger Gott kann alles machen, was er möchte, und ein allmächtiger Gott möchte, dass es kein Leid in der Welt gibt.

Siehe auch:

Jesus Kreuzestod: Laut der Bibel musste Jesus am Kreuz sterben, damit uns unsere Sünden verziehen werden können. Wenn dies stimmen sollte und Gott für diesen Zweck seinen einzigen Sohn elendig am Kreuz verenden lassen musste, dann ist er offenbar nicht allmächtig. Denn ein allmächtiger Gott muss per definitonem nicht A machen, um B zu bewerkstelligen. Er kann auch einfach und ohne Umwege B Tatsache werden lassen. Ein allmächtiger Gott hätte uns also einfach so unsere Sünden vergeben können, er hätte dazu nicht Jesus opfern müssen.
Wenn aber Gott allmächtig ist und Jesus nicht ans Kreuz nageln lassen musste, dann ist er nicht allgütig. Denn ein allmächtiger Gott kennt keinen Zwang irgendetwas (etwa seinem Sohn grausamer Folter aussetzen) zu machen und kein alliebender Gott lässt seinen Sohn ohne Zwang derart leiden.

Gottes unergründliche Wege: Komischerweise sind Gottes Werke immer nur dann unergründlich, wenn etwas schlechtläuft. In guten Sachverhalten soll man Gottes Wirken dann wieder erkennen können. Ein solches Verhalten ist inkonsequent. Entweder (1) Gottes Wirken ist unergründlich, dann kann man aber auch nichts mehr (und schon gar nicht mehr „alles“) durch Rekurs auf ihn erklären. Oder (2) Gottes Wirken zeigt sich uns, dann müssen wir mit Blick auf die verkorkste Welt aber sagen, dass Gott offensichtlich ein ziemliches Arschloch ist.

Willensfreiheit: Die Gläubigen widersprechen sich in selbst, wenn sie einerseits sagen, Gott ist allmächtig, aber andererseits implizit behaupten, Gott könne nicht das Leid verhindern, ohne in unseren freien Willen einzugreifen. Ein allmächtiger Gott ist per definitonem zu allem fähig, er kann also auch alles Leid auf der Welt verhindern, ohne dass dabei ein Nachteil entsteht.

Arche Noah: Theisten behaupten, Gottes Liebe sei unendlich, bedingungslos - ja, Gott selbst sei die Liebe! Das unfassbar abstruse und perverse daran: Dieselben Menschen glauben auch, dass dieser Gott einmal nahezu ALLE MENSCHEN („seine Kinder“, darunter auch unschuldige Säuglinge, Behinderte usw.) ertrinken lassen hat. Ein Gott, der „sein eigenes Volk“ nicht vor dem Holocaust bewahrt hat, soll die Liebe selbst sein?

Teufel

Adam & Eva: Wenn ein allmächtiger Gott in seine Schöpfung eingreifen, muss ist das nicht ein Zeichen unserer, sondern SEINER Fehler. Gott hätte alles dauerhaft und perfekt schaffen können (sollen).

Wissensargument: Weiß Gott, wie es sich anfühlt, zu sündigen (etwa zu vergewaltigen) oder nicht allmächtig zu sein? Wenn ja, ist er nicht vollkommen bzw. nicht allmächtig und wenn nein, ist er nicht allwissend.

Stand: 2018

Kommentare: 53
  • #53

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:15)

    http://www.dittmar-online.net/weristgott.html
    http://www.dittmar-online.net/gott2.html
    http://www.dittmar-online.net/gott3.html
    http://www.dittmar-online.net/gottglauben.html

  • #52

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:14)

    http://gottunddiewelt.net/2016/05/16/rededuell-gibt-es-gott/

  • #51

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:13)

    BOYER, PASCAL: 2004, Und Mensch schuf Gott, Klett-Cotta , Stuttgart. Eine anthropologische, neurobiologische und linguistische Theorie, warum der Mensch Gott erfinden musste, eine Theorie sämtlicher existierender Religionen - gründlich fundiert und experimentell abgesichert. Ein Muss, wenn man wissen will, wieso die Religionen entstanden sind.

    MACKIE, JOHN L.: 1985, Das Wunder des Theismus, Reclam, Ditzingen. Eine der besten deutschsprachigen Einführungen in den Atheismus.

    BRAMS, STEVEN J.: 1983, Superior Beings - if They Exist, how Would We Know?: Game-Theoretic Implications of Omniscience, Immortality, and Incomprehensibility, Springer-Verlag, New York. Einführung in die Spieltheorie anhand der Interaktion von mensch und Gott und sicher eine der originellsten Begründungen des Atheismus.

    BARKER, DAN: 1992b, Losing Faith In Faith. From Preacher To Atheist., Freedom From Religion Foundation, Inc., Madison. Das Buch eines Mannes, der 19 Jahre lang fundamentalistischer Priester war und der Atheist wurde. Humorvoll zu lesen, aber eben auch sachlich-fundiert.

    DRANGE, THEODORE M.: 1998, Nonbelief and Evil: Two Arguments for the Nonexistence of God, Prometheus Books, New York. Zwei Argumente für die Nichtexistenz des (christlichen) Gottes, eines davon ist das Theodizeeproblem, hier systematisch dargestellt und mit einer Widerlegung der meisten bekannten Lösungen des Problems.

    GALE, RICHARD M.: 1993, On the Nature and Existence of God, Cambridge University Press, Cambridge. Sehr in die Tiefe gehendes Werk über die Natur Gottes.

    MARTIN, MICHAEL: 1990, Atheism: A Philosophical Justification, Temple University Press, Philadelphia. Das grundlegende Werk zur Einführung in den Atheismus, sehr anspruchsvoll.

    MARTIN, MICHAEL (HRSG.) UND MONNIER, RICKI (HRSG.): 2002, The Impossibility of God, Prometheus Books, New York. Ein Buch mit sog. atheologischen Argumenten, die beweisen, dass es keinen Gott geben kann.

    MINOIS, GEORGES: 2000, Geschichte des Atheismus. Von den Anfängen bis zur Gegenwart., Böhlaus Nachf., Weimar. Das Geschichtswerk über den Atheismus.

    SMITH, GEORGE H.: 1979, Atheism : The Case Against God, Prometheus Books, New York. Gründliche und systematische Einführung in den Atheismus.

  • #50

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:12)

    "Cruel men believe in a cruel God, and use their belief to excuse their cruelty. Only kindly men believe in a kindly God, and they would be kindly in any case. Men tend to have the beliefs that suit their passions."
    — Bertrand Russell, London Calling (1947), p.1.

  • #49

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:12)

    http://www.dittmar-online.net/gottesfrage/index.html

  • #48

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:11)

    Wenn man den Gottesglauben ein Wort durch ein anderes ersetzt, zum Beispiel "Gott" durch "Zauberer", wirkt er selbst für den Gläubigen plötzlich komisch. Ersetzt man in den Naturwissenschaften das Wort Gravitation, durch ein anderes, und lässt den Erklärungsmehrwert gleich, kommt es einem nicht komisch vor. Dann verwendet man einfach das Wort X, anstatt Gravitation. So kann man sehen, wie ernstzunehmend ein Behauptungssystem wirklich ist.

  • #47

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:10)

    Du würdest mit dem Finger schnipsen, wenn du so den Welthunger beenden könntest.
    Es ist moralisch richtiger den Welthunger zu beenden, als es nicht zu tun.

    Also: Du bist Gott moralisch überlegen.

  • #46

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:09)

    Wenn es den Gott des Korans oder der Bibel gäbe, wäre das die wichtigste Infomation im Universum.

    Warum? Weil vom Glauben an diesen Gott angeblich das ewige Schicksal der unsterblichen Seele abhängen soll.

    Die abrahamitischen heiligen Schriften behaupten:
    Wer es zu Lebzeiten versäumt, Gott (respektive: Allah) als alleinigen Gott anzuerkennen, der kommt für immer in die Hölle.

    Damit gäbe es keine wichtigere Aufgabe im Leben, als Allah als real zu erkennen.

    Dummerweise sieht die Welt genau so aus, als gäbe es keinen Gott.

    Wäre das nicht seltsam, wenn Gott/Allah existieren sollte, sich aber so perfekt versteckt, dass Menschen mit ehrlicher Skepsis unweigerlich in der Hölle landen?

    Kann es einen Gott geben, der Leichtgläubigkeit belohnt - und ehrliche Skepsis bestraft?

  • #45

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:07)

    Gott hat uns Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen, was sagt uns das über Gott?

  • #44

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:04)

    Gott könnte all das Leid auf der Welt verhindern. Wenn ein Mensch tatenlos daneben stehen würde, während ein Kind geschlafen wird, obwohl er das leicht verhindern könnte, würdest du diese Person anbeten oder als moralische Leitfigur ansehen? Nein. Gott sagt zwar von sich selbst, dass er toll und moralisch unfehlbar ist, faktisch verhält er sich jedoch kein Stück anders wie der passiv duldende Mann.

  • #43

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:03)

    If Jesus and God are one entity, when Jesus really died, God died. So who resurrected them? And isn't god immortal?

  • #42

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 05:02)

    https://www.youtube.com/watch?v=jYkxWO4Op6c

  • #41

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:59)

    Es ist selbstwidersprüchlich, Gott nicht zu definieren, oder zu behaupten, er ließe sich nicht wissenschaftlich erforschen, und sich darüber zu beschweren, dass die Wissenschaft (oder der Naturalismus) diesen Gott nicht berücksichtigt.

  • #40

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:58)

    "God speaks to me" - Either you're lying or you are shizophrenic.

  • #39

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:56)

    Wenn "only god can judge you" (nur Gott dich richten kann), darfst du ja nach Saudi-Arabien auswandern, da herrscht die Scharia. Hier aber gilt der Rechtsstaat.

  • #38

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:54)

    Wenn Gott schon vorher weiß, wie wir handeln werden, dann haben wir keinen freien Willen - wie kann er uns dann dafür bestrafen?

  • #37

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:52)

    0. Unfassbarkeit Gottes

    a) Wenn Gott für den menschlichen Verstand unfassbar ist, wie können wir dann überhaupt auf den Gedanken kommen, dass es ihn gäbe.

    b) Wenn Gott für uns unfassbar wäre, was könnten wir mit der Information anfangen, wenn wir nichts darüber wissen, was Gott eigentlich von uns will und welche Rolle er für uns spielt?

    c) Wenn Gott unfassbar ist, dann ist jede Information über ihn beliebig.

    1. M+S / Widersprüche Allwissenheit, Allmächtigkeit

    a) Wenn Gott alles weiß, dann weiß er auch, was geschehen wird, wie er entscheiden wird und kann sich nicht mehr anders entscheiden, ohne nicht allwissend gewesen zu sein.

    b) Wenn Gott alles weiß und alles kann, wieso sollte er sich nur einzelnen gegenüber offenbaren und wieso sich in Werken ausdrücken lassen, die so widersprüchlich und fehlerhaft sind und kein göttliches "Überwissen" enthalten?

    2. M+S+B / Theodizee

    a) Wie kann Gott Leid zulassen?

    3. M+S+B+C / Widersprüche Allwissenheit, Allmächtigkeit, Allgütigkeit, Schöpfer

    a) Wie kann Gott zugleich allgütig sein und einen so flickschusterhaften Evolutionsprozess das Leben durch Wegsterben des Dysfunktionalen und Fressen und Gefressenwerden entstehen lassen?

    b) Wie kann Gott die Welt so erschaffen, dass sie mehr Leid enthält als "produktiv" nötig wäre? Warum ist dies nicht die beste aller möglichen (denkbaren) Welten?

    4. M+P / Widersprüche Allmächtigkeit, Ewigkeit

    a) Wenn Gott vor und jenseits der Zeit existiert, wie konnte er dann ohne Zeit die Zeit erschaffen? Oder anders ausgedrückt: Wie "unterbricht" man die Ewigkeit, um zu "schöpfen"? Hatte Gott nicht gar keine Zeit, um die Zeit zu schöpfen? Wie kann es Veränderungen geben ohne Zeit? Kann eine Zeit, die beim Urknall entstand, überhaupt einen Schöpfer haben?

    Ein Gott, der die Zeit geschaffen ( = verursacht) hat, kann nicht existieren. Ohne Zeit hatte Gott keine Zeit, um zu entscheiden, die Zeit zu schaffen. (Draygombs Paradoxon, nach Volker Dittmar)

    5. J+E+C+B / Widersprüche Richtereigenschaft, Schöpfer, Omniessenz

    a) Wie kann Gott Geschöpfe dafür bestrafen, die er selbst so wie sie sind geschaffen hat? Wie sadistisch wäre es, abzuwarten, wie sie sich verhalten, wenn er es eh schon weiß?

    b) Was hat Gott davon, Wesen ewig zu bestrafen, warum lässt er sie nicht einfach vergehen? Welchen Sinn macht eine Strafe, aus der man nichts mehr lernen kann?

    c) Wenn Gott allgütig wäre, müsste er das Heil aller Seelen wollen. Dazu müsste er eindeutig den Weg ins Heil für alle verdeutlichen. Täte er das nicht, wäre er nicht allgütig.

    d) Kann Gott gleichzeitig barmherzig / gnädig und gerecht sein?

    6. M + C / Allgegenwärtigkeit, Allmächtigkeit

    a) Wie kann Gott punktuell eingreifen und trotzdem allgegenwärtig bleiben, ohne damit gegen die Gesetze der Quantenphysik zu verstoßen (Dekohärenz der Superposition)?

    b) Wenn Gott allgegenwärtig und ewig ist, kann er sich nicht selbst vernichten, also kann er nicht allmächtig sein. Wenn er allmächtig wäre, könnte er sich vernichten, muss also nicht (mehr) existieren.

    7. M / Allmachtsparadoxa

    a) Logische unlösbare Aufgaben: Gott kann nicht einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass er ihn selbst nicht heben kann, und ihn dann heben.

    8. M + B (+ S) / Allmächtigkeit und Allgütigkeit / Allwissenheit

    a) Gott kann nicht sündigen

    b) Gott kann nicht wissen, wie es ist, zu sündigen.

    9. P / Transzendenz

    a) Woher weiß man von Gott, wenn er unergründlich ist?

    b) Wenn religiöse Narrative offensichtlich von fehlbaren Menschen konstruiert wurden und keinerlei göttliches Überwissen darin auftritt? Woher hat man von Gott erfahren, außer dass man auch ihn nur konstruiert hat?

    10. C / Schöpfereigenschaft

    a) Wozu braucht man (heute noch) den Erklärungsjoker "Schöpfergott", wenn man doch evidente Erklärungsmodelle wie die Evolutionstheorie hat? Außer vielleicht, um sich Sinn und Geborgenheit in die Welt hineinzudichten?

    11. E / Einziger Gott

    a) Wenn Gott vollkommen gut ist, wie kann dann etwas Böses existieren bzw. wie kann er es zulassen?

    12. J / Richter über Gut und Böse

    a) Gut und Böse sind subjektive Wertungen aus der individuellen Perspektive systemischer autopoietischer Prozesse. Wie können subjektive Wertungsperspektiven zu einem objektiven Urteil führen? Ethik ist nicht universell, sondern aus evolutionär bedingter Empathie abgeleitet. Somit kann es keinen objektiv urteilenden Gott geben.

  • #36

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:49)

    "Einige Atheisten sagen, Ethik komme nicht ohne Religion aus, denn "gut" bedeutet im Grunde nichts anderes als "das, was Gott billigt". Platon widerlegte eine ähnliche Behauptung vor mehr als zweitausend Jahren mit dem Argument: Falls die Götter irgendwelche Handlungen billigten, so täten sie das nur deshalb, weil diese Handlungen gut seien; in diesem Fall können es nicht die Billigung durch die Götter sein, die die Handlungen gut mache. Die alternative Ansicht macht göttliche Billigung zu einer Angelegenheit völliger Willkür: Hätten die Götter zufällig die ->Folter gebilligt und die Hilfe für unsere Nachbarn missbilligt, so wäre Folter gut und navhbarlichs Hilfe schlecht. Einige Theisten haben, sich aus dieser Art Dilemma herauszufinden, indem sie behaupten, Gott seibgut und könne somit die Folter unmöglich billigen; doch diese Atheisten sind in ihre eigene Falle geraten. Denn was könnten sie meinen mit der Behauptung, Gott sei gut? Dass Gott von Gott gebilligt wird?"

  • #35

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:44)

    Gebet: If God exists he can not protect children from being sexually abused in his own place of worship then what god is he?

  • #34

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:32)

    Hast du dich schon einmal gefragt, ob du einer anderen Religion angehören würdest, wenn du in einem anderen Land oder womöglich in einer anderen Zeit geboren wärest? Es gibt und gab mehr als 3000 Götter in der religiösen Geschichte der Menschheit. Wenn heute jemand an Zeus oder Poseidon glaubt, unterstellt man ihm womöglich einen fehlenden Bezug zur Realität. Die aktuellen Religionen und ihre Götter sind gesellschaftlich allerdings weitaus angesehener. Wie absurd das ist, wird deutlich, wenn man in politischen Reden „Gott“ durch „Zeus“ oder „Apollo“ ersetzt. Vielleicht werden die Menschen die abrahamitischen Götter in ein paar hundert Jahren genauso ins Reich der Märchen verweisen, wie wir es bei den alten griechischen oder ägyptischen Göttern heute tun.

  • #33

    WissensWert (Samstag, 14 Juli 2018 04:28)

    Theisten halten die Aussagen der Bibel für eine Evidenz dafür, dass Gott gut ist. Diese Annahme ist falsch, denn (1) ist es klar, dass Gott IN SEINEM EIGENEN BUCH sagt, dass er der Gute und der Teufel der Böse ist. Kein Feldherr sagt seinen Untertanen, dass sie auf der Seite des Bösen stehen. Und (2) gibt es absolut keine empirische Evidenz für die Annahme, Gott sei gut.
    Die Welt ist voller Leid, Krieg, Krankheit, Missgunst, Tod, Hunger, Depression und Schmerz. Die Gläubigen sollten sich fragen, was das über die Gutartigkeit einer mitmaslichen Allherrschers über die Welt aussagt.

  • #32

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:17)

    "Gott" mordet oft und gern

    Hier ein kleine Auswahl blutrünstiger Mordanschläge unseres biblischen Gottes. Sie machen die Suche nach einem barmherzigen, die Menschen liebender Gott schwierig.
    In den fünf Büchern Mose kommt das Wort "ausrotten" 54-mal vor, "vertilgen" oder "vertilge" 27-mal, "töten" oder "töte" 26-mal. Zum Vergleich: Das Wort "Liebe" finde ich an 7 Stellen.

    Gott ermordete unschuldige Kinder, nur weil sie Ägypter waren (2. Mose 12,12): "Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen (töten) in Ägyptenland unter Mensch und Vieh."

    Er freut sich immer wieder persönlich über Bestrafungen (5. Mose/Dtn. 28,63): "Und wie sich der Herr zuvor freute, euch Gutes zu tun und euch zu mehren, so wird er sich nun freuen, euch umzubringen und zu vertilgen".

    Wer ihm nicht gehorcht wird seine Kinder fressen müssen (3. Mose 27-30): "Werdet ihr mir aber auch dann noch nicht gehorchen, so will auch ich euch im Grimm zuwiderhandeln und (...) ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen."

    Wird Gott nicht gehorcht, wird gleich die ganze Stadt vernichtet (Hos 14,1): "Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden."

    Gott macht kurzen Prozess mit seinen Feinden (5. Mose 32,42): "Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde!"

    Gott braucht Leichen, um seinen Zorn zu zügeln (4. Mose 25,3-4): "Da entbrannte des Herrn Zorn über Israel, und er sprach zu Mose: Nimm alle Oberen des Volks und hänge sie vor dem Herrn auf im Angesicht der Sonne, damit sich der grimmige Zorn des Herrn von Israel wende." In einer älteren Übersetzung hieß es weitaus blutrünstiger: "... und spieße sie für den Herrn im Angesicht der Sonne auf Pfähle."

    Aber nicht genug mit der Bestrafung und Ermordung der Schuldigen in dieser Episode. Gott tötete noch 24.000 Menschen (4. Mose/Num. 25,9), bevor er endlich zufrieden war.

    Gelegentlich überkommt Gott sogar die Lust, seinen auserwählten Stellvertreter auf Erden ohne erkennbaren Grund umzubringen (2. Mose 4,24): "Und als Mose unterwegs in der Herberge war, kam ihm der Herr entgegen und wollte ihn töten."

    Bei der Schlacht um Gibeon half Gott beim Abschlachten persönlich mit (Jos 10,11): "Und als sie (die geschlagenen Feinde) vor Israel flohen den Weg hinab nach Bet-Horon, ließ der Herr große Steine vom Himmel auf sie fallen bis Aseka, dass sie starben. Und von ihnen starben viel mehr durch die Hagelsteine, als die Israeliten mit dem Schwert töteten."

    Weil die Israeliten mit dem Ausrotten nicht nachkamen, ließ der liebe Gott die Sonne stillstehen, damit seine Günstlinge bis tief in die Nacht weitermorden konnten (Jos 10,13): "Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen, bis sich das Volk an seinen Feinden gerächt hatte (...) So blieb die Sonne stehen mitten am Himmel und beeilte sich nicht unterzugehen fast einen ganzen Tag."

    Gott ließ König Hiskia bei der Schlacht um Jerusalem nicht allein. Er schickte einen Engel, der die Feinde in der Nacht ermorderte (2. Kön. 19,35): "Und in dieser Nacht fuhr aus der Engel des Herrn und schlug im Lager von Assyrien 185'000 Mann." (Wer bisher glaubte, Engel seien liebenswerte Wesen, die Menschen zu beschützen hatten, sieht sich leider getäuscht.)

    Die Bibel ist voller Aufrufe zum Krieg (5. Mose 3,22): "Euer Gott, streitet für euch."

    (4. Mose 24,8): "Gott (…) wird die Völker, seine Verfolger, auffressen und ihre Gebeine zermalmen und mit seinen Pfeilen zerschmettern."

    (5. Mose 32,42): "Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen!"

    Kriege waren vorwiegend Heilige Kriege und das Alte Testament ist voll von Gottes Anstiftungen dazu (Ps. 2,8-9): "So will ich dir Völker zum Erbe geben (…) Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen." Blut und Vernichtung erfreuten sein Herz.

    Begriffe wie Verhandlung, Friedensschluss und Kompromiss sind in den zahllosen Kriegsberichten der Bibel Fremdwörter (5. Mose 7,16): "Du sollst sie nicht schonen."

    Vernichtung und Ausrottung waren angesagt und sollten nur in Ausnahmefällen unterbrochen werden. Zum Beispiel, wenn der Leichenberg die Gesundheit der Krieger gefährdete (5. Mose 7,22): "Du kannst sie nicht rasch ausmerzen, weil sonst die wilden Tiere Überhand nehmen und dir schaden." (kath. Einheitsübersetzung)

  • #31

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:14)

    6. Inhaltsleere einer absoluten Transzendenz
    Wenn man sich durch Kritik an der bisherigen Fehlauslegung und Fehlentwicklung der Religionen darauf beruft, dass Gott ein missverstandenes Symbol zu einer unfassbaren ungreifbaren “Transzendenz” sei, die unser begrenzter Geist gar nicht erfassen kann (was im islamischen “Gott ist größer” bereits ausgedrückt ist), dann macht das ebenso gegen Kritik immun (“Du kannst das gar nicht kritisieren, weil dein Geist zu klein ist!”, “Du bist blind!”) als dass es jeglicher Erklärung entbehrt, worauf sich diese “Erkenntnis” und Behauptung denn begründet. Wenn Gott nicht erfassbar und verstehbar ist und konkrete Eigenschaften zugeschrieben bekommen kann, dann gibt es keine Möglichkeit, zwischen einem wirklichen Gott und einem eingebildeten Gott, den man einem “gottlosen” Universum überstülpt, zu unterscheiden. Außerdem birgt das ein Grundproblem: Was will man konkret für Schlussfolgerung und Handlungsanweisungen für sein Leben ziehen, wenn nichts von diesem Gott wirklich greifbar ist?

  • #30

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:12)

    Welche basalen Probleme beinhaltet die Vorstellung eines Gottes?

    1. Intoleranz des Totalitäts- und Alleinanspruch auf "Wahrheit" / mosaische Unterscheidung
    "Wir vertreten die einzig wahre Religion, die einzig richtige Art zu leben". Das ist darin begründet, dass man die Quelle der "offenbarten" Religion in einer real existierenden Gottheit sieht, die allwissend, allmächtig, allgütig und gerecht und somit unfehlbar und immun gegen jegliche Kritik ist. Dies führt unausweichlich zur Abwertung von Menschen, die diesem Glauben so nicht folgen können oder wollen. “Ungläubige” sind das “Böse”.

    2. Verschriftlichung und damit Zementierung und Stillstand
    Seit spirituelle Geschichten ("stories", Yuval Noah Harari [Sapiens"]), die unser individuelles und kollektives Handeln formen und die leicht wechselbar sind, verschriftlicht, monotheistisch festgelegt und kanonisiert wurden, steht ihr Inhalt unveränderlich fest - von einigen Verfälschungen und Neugründungen von Religionen (Christentum, Islam, Bahá'í, Sekten...) abgesehen. Lediglich Mehrdeutigkeit, Symbolik, Kultur- und Zeitrelativismus und Umdeutungen bieten einen begrenzten Spielraum von Anpassungen an die ethisch-kulturelle Weiterentwicklung der Menschen und Korrektur von Irrtümern.

    3. Wortwörtlichkeit, Real- und Historizitätsanspruch als missgedeutete symbolische Sinnbildhaftigkeit
    Die Gefahr von Symbolen, Metaphern, Allegorien ist, dass ihre Sinnbildhaftigkeit nicht verstanden und sie wörtlich genommen werden. Bei ausdrücklichen Märchengeschichten ist den meisten Erwachsenen klar, dass es sich um fiktive Geschichten handelt, die nur eine Moral der Geschicht' verdeutlichen sollen, die aber nicht historische Geschehnissen darstellen - allenfalls vielleicht einen historischen Kern haben. Die religiösen Narrative drücken jedoch Glaubensgebote aus, die einen Wahrheitsanspruch darstellen. Gott symbolisiert nicht nur eine Vielzahl menschlich-psychologisch-spiritueller Phänomene, sondern er wird als real existierende Wesenheit angenommen, die extern vom Menschen in einer alternativen Realitätsebene existiere.

    4. Gußeiserne Gewissheit / Unfähigkeit zum Zweifeln
    Nicht nur der Alleinspruch, die Wahrheit zu besitzen, sondern auch die Gewissheit, sie jetzt und für immer gefunden zu haben (selbst wenn man alternative Wahrheiten respektiert und für andere zulässt) stellt eine Gefahr dar. Wer nicht an seinem Glauben und Weg zweifeln kann, ist unfähig, Irrtümer zu revidieren, Fehler in seinem Glauben zu erkennen bzw. Kritik anzunehmen, die einige Grundwahrheiten des Weltbildes in Frage stellen. Er befindet sich einem geschlossenen System der Selbstbestätigung und Dissonanzabwehr.

    5. Funktionalistisch reduziertes und entwertetes Menschenbild gegenüber einem Gotteswesen
    Je nach Gottesbild (das man ja auch laut einiger religiöser Gebote gar nicht haben darf) wird der Mensch und die Welt zu einem Objekt, zu einem Mittel zum Zweck reduziert und entwertet. Nicht die Würde des erlebenden erleidenden Subjekts ist dann der Grundwert und Selbstwert des Menschen, sondern seine Funktion für Gott, sein Dienen als sklavisch unterworfene Zweckmäßigkeit ohne Anspruch auf Schutz seines Selbstwertes. Dieser externe Sinn des Daseins stellt zwar einen gewissen Schutz als Geschöpf und Eigentum Gottes dar (auch in der Ebenbildlichenkeit dargestellt), der aber sogleich wieder zerstört wird, wenn sich das Subjekt der Unterwerfung entziehen will, da diese von weltlichen Mächten missbraucht werden (“Du musst das so akzeptieren und darfst es nicht kritisieren, Gott will es so!”). Wer nicht funktioniert, ist dem Höllenfeuer geweiht. Außerdem verringert das endzeitliche Bild einer der Apokalypse und Gott unterworfenen Welt die Bereitschaft, diese aktiv zu “retten”, und die Vorstellung einer jenseitigen Welt reduziert den Wert eines Menschenlebens, da es ja ohnehin im Jenseits "gerettet" ist.

  • #29

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:10)

    Ebenso erfindungsreich wie bei Kriegsmaschinen, Folterwerkzeug, Sexobjekten und Haushaltswaren, zeigte sich die Menschheit in der Erfindung von Göttern. Zunächst hemmungslos, schuf sie Hunderte von Ober-, Unter-, Halb-, Viertel und Achtelgottheiten, musste dann aber wieder reduzieren, weil die Zeugungswut dieser Götter enorm war und die Zahl ihrer Familienmitglieder allmählich die Kapazitäten des menschlichen Gehirns überstieg. Schließlich einigte man sich auf nur eine einzige Gottheit – und eine Menge aus Sechzehntelgottheiten aus Film und Fernsehen.
    Das war ganz praktisch gedacht – so wurde auch das moderne Bedürfnis nach klaren Strukturen gedeckt. Die Wirklichkeit jedoch sah ein wenig anders aus. Herrschaft über das Universum hatte eine einzige, unsterbliche Familie, deren Mitglieder sich in den Gottesaufgaben abwechselte. Seit April 1955 lebte besagte Familie Gott auf einem Parkplatz an der Bundesstraße 42, Ettlingen in Richtung Bad Herrenalb in Höhe einer kleinen Mühle. Dort, wo sich idyllisch die Moosalb in die Alb ergießt, gibt es einen weitflächigen Parkplatz für Schwarzwaldwanderer und eben da betrieb die Familie Gott seit Jahrzehnten eine schlecht gehende kleine Imbißbude. Keiner der zufälligen Kunden – Spaziergänger, britische Touristen, Selbsterfahrungsgruppen und Leichtathleten – ahnte, dass er hier vor dem Tor zum Himmel stand, dass die verschrobenen Typen, die ihn bedienten, Gott waren, und dass jeder einzelne von ihnen mit einem Fingerschnipsen die Existenz des ganzen Planeten auslöschen konnte.

  • #28

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:09)

    Definiere Gott. Dieser Begriff wird ja erst von Religionen gefüllt und in den Köpfen der Kinder indoktriniert.

    Nach Ablegen des Religionsgesülzes kann ich mir unter %gott nichts mehr vorstellen. Die Auswahl der religiösen Definitionen sind vielzählig-unendlich, beliebig und austauschbar (und das ganze natürlich ohne nachvollziehbare Anhaltspunkte). Eine Schnittmenge ist bestenfalls eine undefinierbare frei schwebende höhere Intelligenz, die zw. allgut und allböse dahin wabert. Schön, trotzdem nicht belegbar und ohne Auswirkung auf das reale Leben.

    Ein " intellektuell vertretbaren Gottesbegriff", den jeder nach Belieben (meist auf Basis von unverarbeiteten unfreiwilligen Kindheitserinnerungen) füllt. Oder kannst du eine allgemeingültige Definition nennen?

    Henriette, das gilt für nachvollziehbare Begriffe, die etwas reales aus der Natur beschreiben (zB. Baum), aber nicht für irrationale Begriffe, diese sind frei füllbar. Mehrzahl, Einzahl, Schöpfer, Nicht-Schöpfer, unfehlbar, fehlbar, unendlich, endlich, allgut, neutral, böse, alles ist möglich. Ich mache mal einen Vorschlag: %gott, irgendwas höheres irrationales ohne Anhaltspunkte. Wohnt im Hirn der Gläubigen.

    Anderes Beispiel, was ist eine Fee? Gefüllt wird dieser Begriff erst aus Mythen, Fabeln und Sagen, aber er ist damit weder eindeutig, noch in der Realität erfahrbar oder nachvollziehbar. Mit dem Begriff %gott verhält es sich genauso, nur ist dieser (nimmt man alle Religionen zusammen und nicht nur unser westliches gottesbild) noch unschärfer und noch weiter weg von jeglicher Realität.

  • #27

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:07)

    http://irenenickelreligionskritik.beepworld.de/gottnichtgleichgott.html

  • #26

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:07)

    http://www.cognitiveagent.org/2010/11/06/gott-missbrauchen/

  • #25

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:06)

    http://greiterweb.de/zfo/Gott-und-Gottesvorstellungen.htm#x20
    http://greiterweb.de/zfo/Gott-und-Gottesvorstellungen.htm#x13

  • #24

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:03)

    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=477402685671314&id=100002047606393&refid=17

  • #23

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:01)

    Ich teile Humes Ansicht. Aussagen über 1. Abstrakte Ideen und 2. die Realität unterliegen verschiedenen Beweismethoden.

    1. Ideen (Definitionen, Axiome) sind analytische, a priorische Aussagen über Denkkonzepte. Dazu zählen Mathematik, Logik, Gesetze, Geometrie, Schach, Poker usw.
    2. Tatsachen (statements about the world, matters of fact) sind synthetische, a posteriori emittelbare Aussagen über die Realität.

    In beiden Kategorien gelten völlig unterschiedliche Beweismittel, um wahre Aussagen zu ermitteln.
    1. Ideen: Beweismittel: Logik. (Folgt die Schlussfolgerung fehlerfrei aus den Prämissen?)
    2. Tatsachen: Beweismittel: Empirische Evidenz. (Bestätigt die Beobachtung der Realität diese Aussage?)

    Ideen (Kategorie 1) lassen sich nicht empirisch beweisen. Beispiel: "Ein Kreis ist die Menge aller Punkte einer Ebene, die den gleichen Abstand zum Mittelpunkt P haben." Das ist eine axiomatische Definition, eine willkürliche Festlegung. Empirische Beweise sind hier unsinnig, bloße Kategorienfehler.

    Tatsachen (Kategorie 2) lassen sich nicht allein durch Logik beweisen, sondern nur durch Beobachtung. Das "fliegende Spaghettimonster" parodiert genau solche Verzweiflungs-Versuche. Egal, wie schlüssig wir das Spaghettimonster definiert haben - egal, wie konfliktfrei es sich gedanklich über die Realität überstülpen lässt - egal, wie zwingend seine innere Logik ist - egal, wieviele Beobachtungen sich nachträglich als Beweis für das Spaghettimonster zurechtinterpretieren lassen - es wird davon nicht real. Und hast Du mal die sog. "empirischen Belege" für das FSM gesehen? Die sind beeindruckend! Sogar die zunehmende Erderwärmung ist erklärt.

    So bombensicher steht die Trennung zwischen Ideen und Tatsachen, dass die Jünger des Spaghettimonsters unbesorgt 250.000 Dollar Belohnung ausschreiben können "für jeden, der empirische Beweise erbringen kann, dass Jesus nicht der Sohn des Fliegenden Spaghettimonsters ist.“

    Nun ist das fliegende Spaghettimonster eine mutwillig absurde Religionsparodie. Der Einwand bleibt gültig. Völlig egal, wie plausibel die innere Logik eines Gedankengebäudes zurechtgezimmert werden kann - es wird davon nicht real. Reale Existenz kann nur durch Beobachtung nachgewiesen werden.

    Gott (eine Realitäts-Behauptung aus Kategorie 2) lässt sich nicht durch logische Schlussfolgerungen (Methodik der Kategorie 1) herbeizaubern. Allein empirische Evidenz (Beobachtungsdaten) ist hier beweiskräftig.

  • #22

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 04:00)

    Zu diesen Fragen sind verschiedene Standpunkte denkbar:

    War der Irak-Krieg gerechtfertigt? Sollen Homosexuelle heiraten dürfen? Soll Marihuana legalisiert werden? Ist Todesstrafe okay? Soll das Internet überwacht werden? Brauchen wir ein Rauchverbot im öffentlichen Raum?

    Ein Experiment. Gläubige werden zufällig in zwei Gruppen geteilt. Zeige der ersten Gruppe gute pro-Argumente in einer Frage. Zeige der zweiten Gruppe gute contra-Argumente. Manipuliere also den Standpunkt in unterschiedliche Richtung. Keine Überraschung: Damit ergeben sich unterschiedliche Standpunkte in beiden Gruppen.

    Nur eine Aussage bleibt über beide Gruppen stabil, egal bei welchem Standpunkt: "Gott ist genau meiner Meinung."

    Die individuelle Gottesvorstellung scheint nichts anderes zu sein, als eine Verlängerung der eigenen Meinung. Egal, in welche Richtung die eigene Meinung gerade gelenkt wurde.

    http://www.patheos.com/blogs/epiphenom/2009/12/what-you-want-god-wants.html

  • #21

    WissensWert (Donnerstag, 12 Juli 2018 03:58)

    Was ist euer persönliches Gottesbild als gläubige Theisten, Agnostiker oder auch Atheisten?

    Im Alten Testament heißt es "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen", trotzdem gibt die Bibel ein relativ konkretes Bild eines personalen Gottes. Es gibt aber durchaus auch transzendente oder symbolistische Gottesvorstellungen.

    Ich verstehe (von machtpolitischen und fundamentalistischen Verwerfungen mal abgesehen) Gott als ein transzendentes Symbol für die Suche und Sehnsucht nach dem ethisch Richtigen, nach Wiedervereinigung mit "dem Universum" / "der Natur" als Ganzes, von dem wir uns entfremdet und distanziert haben, als Wunsch nach einem tieferen Sinn im Dasein, als Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Emanzipation des Individuums vom Kollektiv und Identität, Zugehörigkeit und Solidarität in der Gemeinschaft, als mythomotorische spirituelle Kraftquelle und als liebende Empathie mit dem Dilemma der leidenden Kreatur.

    Für mich als Atheisten, der nicht an die reale Existenz einer von menschlichen Konstrukten unabhängigen personalen Gotteswesenheit glaubt, ist somit Gott eine rein symbolische Sache - jenseits der religiösen Narrative, die ihn als reale Entität erscheinen lassen und deren Interpretation durch Gläubige mir als menschlich psychologisch nachvollziehbarer Fehlschluss aus Wunschdenken vorkommt.

    Wie seht ihr das? Haltet ihr euch an die Vorgaben der Narrative aus Bronzezeit und Antike oder modelliert ihr euch ein eigenes Gottesbild?

  • #20

    WissensWert (Montag, 05 März 2018 06:18)

    Man muss fragen: Was sind die erkenntnistheoretischen und praktischen Vorannahmen, die man treffen muss, um an einen der klassischen monotheistischen Götter zu glauben?

    Jede dieser Annahmen ist eine Aussage über die Beschaffenheit dieser Welt. M. A. nach sind es mindestens fünf Dinge über diese Welt, die man behaupten muss (je nach Gottesbild können es auch deutlich mehr sein - dies ist der minimale Satz):

    1. Geltung der Logik - Grund: Ohne Logik ergibt keine der weiteren Annahmen einen Sinn.
    2. Realismus - die Existenz einer bewusstseinsunabhängigen Realität.
    3. Leib-Seele-Substanzdualismus: Geist und Materie sind zwei voneinander unabhängige, substantiell verschiedene Dinge.
    4. Primat des Geistes: Geist existierte vor der Materie.
    5. Supernaturalismus - die Annahme, dass neben oder über der natürlichen Welt noch eine "zweite Welt" existiert, mit eigenen Gesetzen.

    Kann man die ersten beiden Annahmen noch teilen, werden die drei anderen problematisch. Lässt man eine davon weg, oder modifiziert sie, so gelangt man zu "nichtklassischen (mono-)theistischen Gottesbildern", etwa Pantheismus oder Polytheismus. Genauer: Diese Gottesvorstellungen setzen KEINE dieser Annahmen voraus, können aber kompatibel zu JEDER dieser Annahmen gedacht werden.

    Man mag einwenden, dass 5. redundant ist, weil Gott "reiner Geist" ist. Aber, wenn man 3. vertritt, muss man zusätzlich annehmen, dass die "geistige Welt" eine eigene Dynamik besitzt, denn sonst hat man eine Welt voller statischer Ideen, die nichts bewirken können. Man kann z. B. die Mathematik als eine eigene, geistige Welt betrachten - aber Formeln bewirken nichts in unserer Welt, auch, wenn die Welt selbst sich nach mathematischen Gesetzen verhält. Deswegen reicht 3. nicht aus.

    Theisten, die das bestreiten, tun es, weil es nichts gibt, was für die Annahmen 3.-5. spricht, und diese nur schwer zu verteidigen sind, denn sie kollidieren unmittelbar mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wenn man vertreten will, dass Vernunft (oder Wissenschaft) keine Gegensätze zur Religion sind, muss man die letzten drei Annahmen "unter den Tisch fallen lassen", nur reicht dies nicht aus, einen Monotheismus zu begründen.

  • #19

    WissensWert (Mittwoch, 08 November 2017 20:28)

    „The Lord of Light wants his enemies burnt, The Drowned God wants them drowned. Why are all the Gods such vicious cunts? Where is the God of tits and wine?“ Tyrion Lannister

  • #18

    WissensWert (Mittwoch, 08 November 2017 20:27)

    "Cruel men believe in a cruel God, and use their belief to excuse their cruelty. Only kindly men believe in a kindly God, and they would be kindly in any case. Men tend to have the beliefs that suit their passions."
    — Bertrand Russell, London Calling (1947), p.1.

  • #17

    WissensWert (Donnerstag, 11 Mai 2017 17:26)

    Es ist seit Jahrtausenden offensichtlich, dass ihr Theisten keine Ahnung habt, wovon ihr eigentlich redet. Ihr habt kein Wissen von Gott, ihr bastelt ihn euch einfach immer ad hoc neu so zusammen, dass man ihn euch nicht wegnehmen kann. Früher war Gott für euch im Himmel oben, jetzt ist er plötzlich überall und nirgends. Immer, wenn die Wissenschaft Gott wieder irgendwo nicht finden konnte, wo ihr ihn vermutet hattet, sagtet ihr einfach "na dann ist er halt woanders". Ihr steht in einem abgedunkelten Raum und wisst immer genau, wo die schwarze Katze ist, aber wenn die Wissenschaft die Taschenlampe da hin richtet, ist da immer nix. Statt aber daraus die Konsequenzen zu ziehen, definiert ihr Gott einfach immer weiter aus der Realität hinaus, ohne irgendeine Ahnung von ihm zu haben. Gott ist überall, weil du dir das so vorstellst und es gern so hättest, und er ist nirgends, damit die bösen Atheisten mit ihrer fiesen Wissenschaft ihn nicht falsifizieren können. Ihr beschäftigt euch nicht mit der Realität, ihr baut Luftschlösser. Von etwas, das nirgends in diesem Universum ist, kann man keine Kenntnis haben.

  • #16

    WissensWert (Donnerstag, 11 Mai 2017 13:32)

    Ein paar Basissätze:

    Alles, was existiert, kann potenziell mit allem wechselwirken, was ebenfalls existiert.

    Was nicht wechselwirkt hat alle Merkmale der Nichtexistenz. Da die Anzahl der möglicherweise existierenden und nicht wechselwirkenden Dinge unabzählbar unendlich ist, ist ihre Wahrscheinlichkeit immer gleich NULL.

    Keine monotheistische Religion ergibt irgendeinen Sinn, wenn man von einem Gott ausgeht, der nicht wechselwirkt.

    Alle Wechselwirkungen sind potenziell messbar.

    Alle Behauptungen von übernatürlichen Einflüssen - inklusive Gott, Seele, Geister etc. - widersprechen den Energieerhaltungssätzen.

    Alle Verletzungen der Energieerhaltungssätze wären messbar, da sie die Energiebilanz der Materie ändern.

    Würde Gott existieren, würden Seelen existieren, oder Geister, hätte man sie inzwischen mit wissenschaftlichen Methoden aufspüren können. Denn wir haben selbst Neutrinos nachgewiesen, die mit unserer Materie so gut wie nie wechselwirken - aber es reicht, dass sie es sehr selten tun.

    Wenn man Gott gegen wissenschaftliche Kritik immunisiert, behauptet man seine Nichtexistenz. Wenn man es nicht tut, ist seine Nichtexistenz bereits bewiesen.

  • #15

    WissensWert (Sonntag, 19 Februar 2017 17:15)

    Gott so:

    [1. Ich habe die Menschen mit dem freien Willen erschaffen und bestrafe alle nachfolgenden Generationen von Adam und Eva (Inzucht) mit der Erbsünde, weil sie eine Frucht gegessen haben]

    2. Ich ermorde alle Menschen, weil sie sündigen (Sintflut)

    3. Ich schwängere meine eigene Mutter (Maria), um geboren werden zu können

    4. Ich opfere mich und lasse mich umbringen, um euch vor der Erbsünde zu schützen, die ihr von mir als Strafe bekommen habt (und trotzdem weiterhin habt)

  • #14

    WissensWert (Montag, 30 Januar 2017 14:37)

    Meine lieben Freunde, das Studium des perfekten Wortes, des allmächtigen Schöpfer des Universum brachte mich zum Nachdenken. Was gäbe es erstrebenswerteres, als Ihn zum Vorbild zu nehmen und es Ihm in Wort und Tat gleichzutun?

    Ich habe dazu eine großartige pädagogisch wertvolle Idee entwickelt, die ich gerne mit euch teilen möchte. Ich gebe zu, sie ist noch nicht ganz ausgereift, aber vielleicht können wir zusammen daran arbeiten. Um Vorschläge zu sammeln, möchte ich das Projekt mit dem Arbeitsnamen „KinaVodaSchödesU“ (Kindererziehung nach Vorbild des allmächtigen Schöpfers des Universums) gerne zum Diskurs stellen.
    Mein Vorschlag stößt war nicht immer auf Gegenliebe - kürzlich wurde ich sogar als gefährlicher Psychopath bezeichnet - allerdings halte ich diese Plattform für etwas weniger rassistisch und Pädagogikophob. Immerhin wird dem allmächtigen Schöpfer des Universums für seine allweise Vorgehensweise ständig die Attribute barmherzig und gnädig zugesprochen.

    Also Folgendes:
    Ich zeuge jede Menge Kinder. Anschließend lasse ich sie in einem großen abgesperrten Garten mit mehreren Listen von Regeln alleine. Diese Regeln enthalten unterschiedliche und gegensätzliche Aufforderungen. Zusätzlich schleuse ich Personen ein die widersprüchliche und gegensätzliche Behauptungen zu meiner Person aufstellen. Damit teste ich sie. Während der ganzen Zeit zeige ich mich außerdem nicht. Wer sich bis zum ihren 18ten Geburtstag an die Regeln gehalten hat wird von mir reichlich belohnt, der Rest kommt in meinem Keller und wird dann bis zum Lebensende gefoltert.

    Gefoltert wir unter anderem:
    - wer in den 18 Jahren nicht herausgefunden haben wer ich bin,
    - wer es nicht geschafft haben zu erkennen welche Liste von mir ist,
    - wer leugnet, dass die richtige Liste von mir ist,
    - wer den Folterkeller leugnet,
    - wer mich wegen des Folterkellers für einen durchgeknallten Psychopathen hält, den man wegsperren sollte,
    - wer mich nicht liebt und mich nicht gelobpreist hat,
    - wer die Belohnung leugnet, die sie am 18ten bekommen,
    - wer meine Vaterschaft anzweifelt,
    - wer Süßigkeiten ißt,
    - wer sich nach der Toilette nicht die Hände wäscht,
    - usw...

    Wer in den Folterkeller kommt, der ist selber schuld. Immerhin hatte derjenige den freien Willen und die Liste mit Regeln.
    Wäre das nicht sehr gnädig, barmherzig und weise von mir? Welche Anpassungen wären nötig, um dem Vorbild gerecht zu werden?
    Vielleicht können wir unsere Kinder zusammen in diesen Garten stecken. Je mehr, desto aussagekräftiger wird die Testumgebung. Wem der Ausdruck Folterkeller etwas unpässlich erscheint, wir können es gerne in Bestrafungskeller umtaufen – aber ich glaube, auch das Wort Hölle dürfe gerade bei Gläubigen die größte Akzeptanz erfahren.

  • #13

    WissensWert (Samstag, 28 Januar 2017 21:23)

    Hinter allen Gottesbildern steht ein großer Menschenhass

    Gelebter Hass ist für mich dort, wo ich helfen könnte, aber Hilfe unterlasse. Der Eigennutz der Reichsten ist in diesem Sinne gelebter Hass. Hass hat also nicht zwingend etwas mit Gefühlen sondern mit den vorhandenen Möglichkeiten zu tun.

    In diesem Sinne hassen uns der Bibel-Gott, der Koran-Gott und alle Götter.
    Wer sich zu offenbaren vermag, vermag auch alles Gute zum Nutzen aller zu tun. Die Gottesbilder sind daher wie die Reichsten der Welt - die größten Hasser der Menschheit und damit Vorbilder der Reichsten.

  • #12

    WissensWert (Dienstag, 24 Januar 2017 23:00)

    Gott gibt es nicht, weil...

    ... er eindeutige Merkmale einer konstruierten fiktiven Idealfigur mit anthropomorphistischen Eigenschaften hat.
    ... er zu logischen Widersprüchen führt.
    ... es keinen einzigen empirischen Hinweis auf ihn gibt und alle bisherigen sich als menschlich erfunden bzw. kognitive Fehlschlüsse herausgestellt haben.
    ... Wunschdenken noch lange kein Indiz für Realität, sondern eher für Selbsttäuschung ist.
    ... die Geschichte der kulturellen Mythen eine eindeutige Entwicklung und rein mythomotorische Funktionen aufweist.
    ... die plausibelste Erklärung für alle Widersprüche hinsichtlich Gottes seine Nichtexistenz ist.

  • #11

    WissensWert (Dienstag, 15 November 2016 23:59)

    Die goldene Regel

    Eines der unmittelbar einleuchtenden Prinzipien einer jeden Moral lautet: Behandle andere so, wie Du selbst von ihnen behandelt werden möchtest. Wir finden das an diversen Stellen in der Bibel bekräftigt. Wie kann Gott ein Vorbild für die Ethik sein, wenn er Personen als beliebige Verfügungsmasse betrachtet, sie beurteilt und kritisiert, aber angeblich ähnliche Bestrebungen bei Menschen verurteilt? Natürlich weiß niemand, ob Gott das tut, in dem beanstandeten Text wird das vorausgesetzt.

    Diese goldene Regel gilt für Diskussionen auf mehrere Ebenen: Erwarte nicht von mir, dass ich Argumente gegen meine Position, gleichgültig ob strukturell oder inhaltlich, nicht auch gegen Deine verwende. Verlange nicht von mir, dass ich Prinzipien akzeptiere, an die Du Dich nicht halten willst (etwa »Du darfst meine Prämissen nicht kritisieren, ich aber Deine!«). Denke nicht, dass ich Deine Regeln als »göttlich« (unhinterfragbar, sakrosankt) annehme, wenn Du nicht bereit bist, dies bei meinen zu ebenso zu handhaben _5_.

    Ich schließe mit einem Zitat aus dem Blog:

    » Und zudem: soviel ↑Logik solltest Du Dir wert sein.«
    Ja.

    Wenn ich in der Lage wäre, die Vergewaltigung eines Kindes verhindern zu können, ich würde es tun. Das ist der Unterschied zwischen mir und Deinem Gott. Er überwacht uns und sagt: 'Ich schließe die Tür, und Du fähr’st fort, vergewaltigst das Kind, und wenn Du fertig bist, werde ich Dich bestrafen'. Wenn ich so handelte, die Leute würden denken, ich sei ein verrücktes Monster.
    Tracie Harris
    1. Wir kennen diverse Umstände verminderter Schuld, wie beispielsweise die Schuldunfähigkeit bei Kindern. Man wende das Prinzip auf die Genesis-Geschichte auf Adam und Eva an, die nicht wussten, was richtig und falsch ist Zurück zu 1

    2. Man kann die Religion als Trostspender verwenden, wenn der Schaden eingetreten ist. Das ist unabhängig davon. Es funktioniert aber nur bei denen, die die in diesem Text als unrealistisch kritisierten Vorbedingungen akzeptieren, ein Un- oder Andersgläubiger hätte damit massive Probleme. Zurück zu 2

    3. Nicht ohne Grund ist selbst in unserer Verfassung die Möglichkeit des Widerstands aufgeführt – eine Lehre aus dem Nationalsozialismus. Zurück zu 3

    4. Wobei man bei deren Erpressung wenigstens feststellen kann, ob die Zahlungen ihren Zweck erfüllen. Bei Gott geht das nicht, da soll man die Drohung »einfach so« glauben, natürlich zum Nutzen der Institution, die die Regeln interpretiert. Zurück zu 4

    5. was darüber hinaus bedeutet: Wenn ich polemisch bin, hast Du die Erlaubnis, es ebenfalls zu sein. Wenn ich mich über Aussagen von Dir lustig mache, bist Du bei mir dazu befugt, es mir gleich zu tun. Zurück zu 5

  • #10

    WissensWert (Mittwoch, 02 November 2016 02:00)

    Dem Philosophen Oswald Spengler wird dieser kluge Satz zugeschrieben: "Wer Gott definiert, der ist schon Atheist."
    Klingt plausibel. Ich meine, der Glaube an einen realen Gott setzt ein Konzept voraus, das derart nebulös ist, dass die kritische Vernunft kein Widerlager findet, an dem sie ansetzen könnte.

    "Ideas must be distinct before reason can act upon them" (Thomas Jefferson) Also muss man vermeiden, Gott als eindeutiges, trennscharfes Konzept auszuformulieren.

  • #9

    WissensWert (Freitag, 07 Oktober 2016 23:19)

    https://www.youtube.com/shared?ci=KnP4vYbzPqw

  • #8

    WissensWert (Mittwoch, 05 Oktober 2016 14:15)

    Ein Experiment. Gläubige werden zufällig in zwei Gruppen geteilt. Zeige der ersten Gruppe gute pro-Argumente in einer Frage (z.B. pro Sterbehilfe). Zeige der zweiten Gruppe gute contra-Argumente (contra Sterbehilfe).

    Manipuliere also den Standpunkt jeweils in unterschiedliche Richtung. Keine Überraschung: Damit ergeben sich unterschiedliche Standpunkte in beiden Gruppen.

    Nur eine Aussage bleibt über beide Gruppen stabil, egal bei welchem Standpunkt: "Gott ist genau meiner Meinung."

    Die individuelle Gottesvorstellung scheint nichts anderes zu sein, als eine Verlängerung der eigenen Meinung. Egal, in welche Richtung die eigene Meinung gerade gelenkt wurde.

    Was der Gläubige will, egal was, das will dann auch Gott.

    http://epiphenom.fieldofscience.com/2009/12/what-you-want-god-wants.html

    Keine Überraschung: Gläubige, die in liberalen Ländern aufwachsen, basteln sich einen liberalen Allah. Allah mag auch Homosexuelle. Allah verlangt gar kein Kopftuch. Allah ist auch nett zu Ungläubigen.

    Gläubige, die in streng orthodoxen Ländern aufwachsen, basteln sich einen strengen Allah.

  • #7

    WissensWert (Montag, 26 September 2016 19:35)

    1. Analytische, a priori Aussagen sind dann wahr, wenn sie sich logisch aus den Prämissen (Axiomen) ergeben. (Mathematik, Logik, Schach, Hume: Statements about ideas.) Axiome sind wahr per Beschluss, per Definition.

    2. Synthetische, a posteriori Aussagen über die reale Welt sind dann wahr, wenn sie sich empirisch demonstrieren lassen (Naturwissenschaften, Hume: Statements about the world)

    Gott ist keine abstrakte Idee (Kategorie 1, Statements about ideas), sondern eine handfeste Tatsachenbehauptung über die reale Welt. Sie muss empirisch demonstriert werden.

    Die Realität kann nicht durch Axiome "vorausbeschlossen werden". Die Realität steht bereits fest. Sie kann nur noch a posteriori (empirisch) nachträglich entdeckt werden.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Hume%27s_fork

  • #6

    WissensWert (Samstag, 24 September 2016 16:05)

    Was empfiehlt Gott bei verantwortungsbewusster, glücklicher, einvernehmlicher Sexualität in der Beziehung - vor der Ehe?

    "Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasset euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen." (Quran 24,2)

    Der barmherzige Schöpfer des Universums fordert hier, Menschen für ein völlig harmloses, unschädliches, ja, glückstiftendes Verhalten zu foltern.

    Der barmherzige Schöpfer des Universums fordert hier seine Anhänger auf, jedes menschliche Mitgefühl mit den Verliebten zu unterdrücken und die Folter ohne jede Gnade, ohne Anfechtung durch Impulse von Mitmenschlichkeit und Erbarmen durchzuführen.

    Der barmherzige Schöpfer des Universums fordert hier, Zuschauer herbeizurufen, um die Strafe nach demütigender zu machen.

    Was ist wahrscheinlicher?

    Dieser Vers wurde von einem barmherzigen, gnädigen Gott offenbart?
    Oder:
    Menschliche Autoren des siebten Jahrhunderts wollten hier ihre unethischen Vorstellungen von Rechtssprechung als Gotteswort verkaufen?

  • #5

    WissensWert (Samstag, 03 September 2016 04:00)

    https://youtu.be/L7jClyinERY

  • #4

    WissensWert (Montag, 01 August 2016 02:37)

    Wer posaunt "only god can judge me",
    steht ideologisch beim IS und gegen das Grundgesetz.


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