„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Syrienkrieg

Der Syrienkrieg ist ein seit den Bürgerprotesten 2011 (siehe auch: Arabischer Frühling[1]) andauernder, multideterminierter Stellvertreterkrieg in Syrien.

Die maßgeblichste Konfliktlinie verläuft zwischen dem autoritären Assad-Regime und einer unübersichtlichen Anzahl syrischer, kurdischer und islamistischer Oppositionsgruppen. Während das Regime von Staaten wie Russland, China und dem Iran (bspw. die libanesische Hisbollah-Miliz) unterstützt wird, erfahren die Oppositionsparteien finanzielle und materielle Assistenz von Staaten wie den USA, den Golfstaaten und der Türkei.

Dieser Aufsatz möchte die Hintergründe des Krieges in Syrien erklären. Primär geht es mir dabei darum, den Teil der Geschichte zu rekonstruieren, der in den westlichen Leitmedien und der Politik vielfach nicht expliziert wird.

1. Hintergrundinformationen

1.1. Postkoloniale Vorgeschichte und soziale Struktur Syriens

Wer den Syrienkrieg verstehen möchte, muss sich mit der (kolonialen) Vorgeschichte und der sozialen Struktur des Landes auseinandersetzen. Nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg teilten sich Großbritannien und Frankreich den Nahen Osten untereinander auf. Mit dem damals geheimen Sykes-Picot-Abkommen von 1916 und der Konferenz von San Remo 1920 gingen das heutige Syrien und der Libanon an Frankreich, während der Irak, Jordanien und Palästina Großbritannien zufielen (siehe auch: Nahostkonflikt).

Diese Staatsgrenzen entstanden am Reisbrett der Kolonialisten, es handelte sich um künstliche Gebilde ohne gewachsene Identität. Deshalb ist das heutige Syrien auch ethnisch und religiös sehr heterogen, was zu permanenten Spannungen führt. Beide Länder, Großbritannien und Frankreich, installierten Herrscherhäuser, sicherten sich Ölquellen, zogen neue Grenzen ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und schlugen Aufstände nieder. Damals wie heute existiert in diesen Ländern kaum eine Mittelschicht.

Die Elite hatte sich seinerzeit mit den Osmanen ebenso arrangiert wie nun mit den neuen Fremdherrschern. Die bis heute feudalen Verhältnisse verhindern, dass sich eine politisch handlungsfähige Klasse herausbildet. Als eigenständige Akteure erwiesen sich lediglich die Offizierskorps. Per Putsch an die Macht gekommen, gingen diese über zu Unterdrückung und Selbstbedienung. Freiräume für Widerstandsgeister waren in diesem repressiven, korrupten Umfeld die Moscheen. Demokratien können sich nicht entwickeln, wenn die Macht in den Händen einer kleinen Kaste liegt, während große Teile der Bevölkerung arm und ungebildet bleiben.

In Syrien ist die Situation nicht anders. Hier spaltet sich die Gesellschaft in eine kleine, wohlhabende Oberschicht und eine breite, verarmte Unterschicht. Die Oberschicht besteht aus auffällig vielen Alawiten, was vor allem daran liegt, dass weite Teile der Baath-Partei und auch die Herrscherfamilie al-Assad alawitisch sind. Damit hat eine soziale Minderheit (12% der Gesamtbevölkerung sind Alawiten) nahezu alle strategisch wichtigen Positionen in Regierung, Militär und Geheimdienst inne. Die Unterschicht ist christlich und sunnitisch geprägt, wobei die Sunniten den Großteil der der syrischen Gesamtbevölkerung und auch der syrischen Opposition ausmachen, die gegen Assad kämpft. Die Christen, als religiöse Minderheit (etwa 10% der Gesamtbevölkerung) haben sich auf die Seite des relativen säkularen Assad-Regimes geschlagen, weil sie fürchten, dass sich ihre Lage unter kommenden sunnitischen Machthabern erheblich verschlechtern könnte. Auch viele wirtschaftlich starke Unternehmen stehen hinter Assad, sie fürchten um die Annehmlichkeiten, die diese ihnen in den vergangenen Jahren verschafft hat. Die mehrheitlich sunnitische Opposition ist zersplittert und bekämpft sich stellenweise auch gegenseitig. Zu den wichtigsten oppositionellen Gruppen zählen der Syrische Nationalrat (SNC), das Nationale Koordinationskomitee (NKK) und die Freie Syrische Armee (FSA). Auch der Islamische Staat, die Al-Nusra-Front und weitere sunnitische Terrorgruppen kämpfen gegen Assad.

Obwohl der Syrienkrieg auffällig stark an religiösen Linien verläuft, wäre es falsch, ihn primär als einen Religionskrieg abzutun (zumal z.B: die Mehrheit der Assad-Armee aus Sunniten besteht). Die wahren Gründe für den Syrienkonflikt werden an späterer Stelle in diesem Aufsatz erörtert.

1.2. frühere Geschichte

In den neuentstandenen arabischen Ländern entwickelten sich zwei politische Strömungen: Der arabische Nationalismus und der politische Islam. Der arabische Nationalismus fand im ägyptischen Gamal Abdel Nasser einen sympathischen Bannerträger. In Syrien und im Irak fasste der säkulare, panarabische und sozialistische Baathismus Fuß, also die Ideologie, auf die sich die heutige Baath-Partei in Syrien beruft. Beide Lager- Nasser und der Baathismus – waren zunächst proamerikanisch. Bis sich die Baath-Partei zunächst 1963 im Irak mit Hilfe der CIA an die Macht putschte und sich aufgrund massiver Einflussnahme seitens der USA schließlich der Sowjetunion zuwandte. Noch heute sind die Baath-Partei und Russland enge Verbündete.

Nach der Niederlage Ägyptens, Jordaniens und Syriens im Sechstagekrieg 1967 gegen Israel verlor der arabische Nationalismus an Strahlkraft. Die entstandene Lücke füllt seitdem der politische Islam aus (siehe auch: Islamismus). Eine islamische Reformbewegung, die in der ausgebliebenen Aufklärung in der islamischen Welt eine Erklärung für deren Rückständigkeit sucht, hat sich gegen orthodoxe Lehrmeinungen nicht durchgesetzt. Im Überlebenskampf, der in diesen Ländern herrscht, hat selbstkritisches Reformdenken keinen Platz. Die grassierende Perspektivlosigkeit und die unkritische Haltung sind ein Nährboden für religiösen Extremismus.

Die USA blicken wahrlich auf eine lange Geschichte von Staatsstreichen zurück. So putschte die CIA beispielsweise 1973 den chilenischen Präsidenten Salvador Allende aus dem Amt. Im Nahen Osten lancierte die CIA (mithilfe der syrischen Armee)  erstmals 1949 ihren ersten Coup. Miles Copeland junior, einer der beteiligten US-Agenten, sollte auch aufgrund dessen später das bekannte Werk "Game of Nations. The Amorality of Power Politics" schreiben. Der erste Syrien-Putsch hatte Vorbildcharakter, sein Ablauf wurde von der CIA andernorts wiederholt. 1956 und 1957 planten die USA erneut einen Machtwechsel, die Pläne flogen jedoch auf. Anlass des ersten US-Putsches war die Weigerung der syrischen Regierung, dem Bau einer von den USA gewünschten Pipeline durchs Land zuzustimmen. Bis heute können Pipelines von den Golfstaaten bis ans Mittelmeer nur dann wirtschaftlich betrieben werden, wenn sie über syrisches Territorium führen.

Auch Baschar al-Assad lehnte ein solches Pipelineprojekt ab. Einige Experten meinen deshalb, dass es sich im Syrienkrieg erneut um einen Putschversuch bzw. inzwischen um einen Ressourcenkrieg handelt – und nicht um einen Krieg um "westliche Werte". Die Pipeline hätte den Interessen der USA und Katars genutzt und denen des Irans und Russlands geschadet, so erklärt sich dann auch die Lagerbildungen im Syrienkrieg. Mehr hierzu später.

1970 hatte sich Hafiz al-Assad, der Sohn des heutigen Machthabers Baschar al-Assad, an die Macht geputscht. Hafiz al-Assad profitierte davon, dass in der Armee Vertreter der Alawiten – einer religiösen Minderheit, der er angehörte – das Sagen hatten. Denn die Franzosen hatten während der Kolonialzeit das Land lieber über solche Stammesstrukturen regiert, statt eine moderne und egalitäre Verwaltung aufzubauen. Assad ermöglichte nun auch anderen Volksgruppen die Betätigung in der Privatwirtschaft und die Religionsausübung – unter der Bedingung, dass sie die Vormachtstellung der Alawiten bedingungslos anerkennen – diese Regel gilt bis heute. Wer sie verletzte oder verletzt, wird gnadenlos verfolgt und umgebrachtAuf einen Aufstand der Muslimbrüder 1982 reagierte die Familie Assad beispielsweise mit der Zerstörung der Stadt Hama, bei der 20.000 Menschen starben.

1.3. Die Protestbewegung  2011

Nach Hafiz’ Tod im Jahr 2000 kam dessen Sohn Baschar al-Assad an die Macht. Baschar al-Assad galt als Hoffnungsträger und wurde dieser Erwartung bei oberflächlicher Betrachtung zunächst auch gerecht. Er verbesserte das Verhältnis zur Türkei, öffnete die Wirtschaft, gab den Wechselkurs frei und ließ private Schulen und Hochschulen zu. Touristen kamen und die EU schloss ein Assoziierungsabkommen. Als jedoch Rufe nach demokratischen Reformen laut wurden, unterdrückte auch dieser Assad seine Kritiker. Und bei Privatisierungen bereicherten sich vor allem Mitglieder seiner Familie – die Vetternwirtschaft ging weiter.

Im Zuge des Arabischen Frühlings kam es 2011 zu friedlichen Protesten im ganzen Land. Teile der Bevölkerung demonstrierten gegen Korruption, Vetternwirtschaft, Despotismus, Repression, die eigene Perspektivlosigkeit und gegen vieles mehr. Einheitliche oder klar formulierte Forderungen gab es jedoch nicht. Und es war auch keine zahlenmäßige Mehrheit der Syrer, die sich gegen Assad auflehnte, wie von hiesigen Medien gerne behauptet wird. Dann eskalierte das Ganze, weil das Regime, wie in der Vergangenheit auch, mit äußerster Brutalität (mit Panzern und Toten) gegen die Proteste vorgegangen war. Sehr schnell geriet die Situation für das Regime außer Kontrolle und schlug in einen landesweiten Bürger- und inzwischen in einen Stellvertreterkrieg um.

Doch wie konnte es so weit kommen? Wie konnte aus zunächst friedlichen Protesten ein landesweiter Krieg werden, der bei ungünstiger Entwicklung gar den Weltfrieden bedrohen könnte? Die Schuld daran liegt wohl auch beim Westen:

1.4. Ein Putschversuch?

Der Wunsch nach einem "Regime change" in Damaskus ist nicht neu. Bereits 1949 – nur drei Jahre nach der Unabhängigkeit Syriens – organisierte die CIA einen Militärputsch in Syrien. Wir hatten es bereits davon, damals ging es um den Bau einer Pipeline. Das Vorgehen hatte Vorbildcharakter: Es folgten eine Reihe weiterer Putschversuche im Nahen Osten, die langfristig betrachtet jedoch allesamt erfolglos waren.

Vieles spricht dafür, dass westliche Staaten in Syrien erneut insurgieren wollen. Die Proteste 2011 wurden von ihnen höchstwahrscheinlich mitinitiiert – und anschließend instrumentalisiert. So offenbaren Geheimdokumente der US-Botschaft in Damaskus beispielsweise, dass Washington schon seit 2006 darüber nachdenkt, die Familie Assad zu schwächen und gegen sie zu revoltieren. So liest man auf Wikileaks: "Wir glauben, dass die Schwäche Bashars darin liegt, wie er sich in gefährlichen Situationen verhält. Dazu gehören empfundene und tatsächliche Konfliktsituationen, Konflikte infolge wirtschaftlicher Reformen (aber nur begrenzt), Auseinandersetzungen über die Korruption, die Kurdenfrage und die potenzielle Bedrohung für das Regime durch die zunehmende Präsenz islamistischer Extremisten. Dies fasst unsere Einschätzung der Schwachstellen zusammen und legt nahe, die Wahrscheinlichkeit des Entstehens solcher Ereignisse durch entsprechendes Handeln, Aussagen und Signale zu fördern […] Im Folgenden finden Sie eine Übersicht möglicher Schwachstellen und Mittel, die Sie anwenden können[...]" (William Roebuck, US-Botschafter in Damaskus)Es folgt eine detaillierte Analyse, wie ein Putsch in Syrien aussehen könnte. Bemerkenswert ist hierzu
dieses Interview mit Julian Assange.

Im Jahr 2009 begann die damalige amerikanische Repräsentanz in Damaskus schließlich in mehreren Depeschen darzulegen, wie das System Baschar al-Assad zu stürzen und zu schwächen sei. Dafür müsse es zum einen die ethnischen Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten schüren, und des Weiteren Auslandsinvestitionen in Syrien vor allem durch die Golfstaaten und durch die Europäer verhindern und reduzieren. All das in der Absicht, Baschar al-Assad und sein Regime zu stürzen, alles nachzulesen durch die Veröffentlichungen von Wikileaks. Aus dem Jahr 2009 gibt es auch eine interessante Veröffentlichung des CIA, die ganz genau vorlegt und öffentlich zugänglich ist, die ganz genau darlegt, dass der Vormarsch von Al-Kaida im Irak den Vormarsch von Al-Kaida auch in Syrien vorantreiben würde. Zwei Jahre vor Beginn der arabischen Revolte haben die Autoren der CIA dafür plädiert, diesen Vormarsch radikaler Islamisten in Syrien zuzulassen, in der erklärten Absicht, das Regime von Baschar al-Assad zu stürzen.

Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist dieses Video:

Hier sagt der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas frei heraus, er habe sich 2009 (also zwei Jahre vor den "spontanen" Aufständen!) in London mit führenden britischen Regierungsbeamten getroffen, aus deren Äußerungen Folgendes hervorging: "Großbritannien hatte damit begonnen, bewaffnete Kämpfer auf eine Invasion Syriens vorzubereiten." In diesem YouTube-Video findet sich außerdem ein Mitschnitt mit Aussagen von Wesley Clark, die man sich anhören sollte.

Doch damit nicht genug. Weitere WikiLeaks-Veröffentlichungen belegen, die sich auf einen reichhaltigen E-Mail-Verkehr zwischen dem Pentagon und dem größten US-amerikanischen Informationsdienstes Stratfor beziehen, belegen eindeutig, dass die USA und Großbritannien bereits 2011 Anti-Assad-Kämpfer in Syrien ausbildeten. Spätestens ab Oktober 2011 begannen die USA und die Türkei, nachweislich die Freie Syrische Armee (FSA) – ein loser Zusammenschluss lokaler sunnitischer Milizen – mit Waffen zu beliefern. Diese stammten aus Libyen. Das US-Konsulat in Bengasi leitete nach dem Sturz des Machthabers Ghaddafi libysche Waffenbestände an syrische Rebellen weiter. Es handelt sich um jenes Konsulat, das 2012 von Dschihadisten angegriffen wurde, wobei der US-Botschafter ums Leben kam.

Die dschihadistisch-terroristen Truppen wie der Islamische Staat (IS) oder die Al-Nusra-Front wurden und werden vorrangig von den Golfstaaten hochgerüstet, wodurch die vom Westen präferierte Freie Syrische Armee in den Hintergrund geriet. Die im Jahre 2011 ausgebrochenen sozialen Unruhen in Syrien wurden und werden von ausländischen Kräften also gezielt herbeigeführt und ausgenutzt, um einen "Regime Change" durchzuführen.

1.5. Die Schuld des Westens

Ohne die Einmischungen von außen hätte Assad den Aufstand wohl niedergeschlagen und es wäre nie zu einem Krieg mit über 400.000 Toten und Millionen Flüchtigen gekommen. Auch die meisten Terroranschläge aus jüngster Zeit stehen in einer engen kausalen Relation zu westlichen, gescheiterten Regimechange-Versuchen (siehe z.B. Irakkrieg und die Entstehung des Islamischen Staates). Der Westen – insbesondere die USA – gleichen einem neurotischen Mann, der seine Wünsche durchzusetzen versucht, indem er stets das Verhalten verstärkt, das ihm sein Problem beschert hat. Zurück bleiben Umstände, die viel schlimmer sind als die vorherigen unter Saddam Hussein, Husni Mubarak und Baschar al-Assad.

Und die Europäer – nun auch wir Deutschen – sind dieses Mal auch mit von der Partie. Damit sind unsere Politiker auch mitschuldig am ganzen Desaster. In Berlin hat man sich opportunerweise die Sicht Washingtons zu eigen gemacht und möchte Assad nun auch um jeden Preis stürzen sehen. Diese Dummheit fällt uns – aber vor allem den Syrer - nunmehr auf die Füße.

“Der Westen […] hat in Syrien schwere Schuld auf sich geladen. Weil er die illegitime Wandlung dieses Wiederstandes zu einem Bürgerkrieg ermöglicht, gefördert, betrieben hat. Mehr als hunderttausend Menschen, darunter Zehntausende Zivilisten, haben diese vermeintlich moralische Parteinahme mit dem Leben bezahlt.“ Reinhard Merkel

2. Die Gründe für den Syrienkrieg

Doch warum möchten ausländische Staaten Assad überhaupt aus dem Amt hieven?

2.1. Die Pipeline-Theorie

Zum einen wäre da die bereits erwähnte Pipeline-Theorie. Das Golfemirat Katar gab im Jahr 2000 Pläne für den Bau einer Pipeline bekannt, die zehn Milliarden Dollar kosten und über 1500 Kilometer durch Saudi Arabien, Jordanien, über Syrien und die Türkei bis schlussendlich in den lukrativen europäischen Markt führen sollte. Eine solche Pipeline würde die sunnitischen Herrschaftshäuser gegenüber den Erzfeinden Iran und Russland wirtschaftlich und geopolitisch stärken. Dementsprechend erfreut zeigte man sich auch in Washington über den katarischen Pipeline-Plan.

Auch die Europäische Union, die immer noch rund ein Drittel ihres Erdgasbedarfs aus diesem Land bezieht, stand dem Projekt aufgeschlossen gegenüber. Denn aus westlicher Sicht würde der Bau einer solchen Pipeline bedeuten, dass die Gaspreise sinken würden und die Abhängigkeit von russischem Gas für die Europäische Union geringer würde. Von den sinkenden Preisen würde zusätzlich auch die Türkei profitieren, und zudem noch von Transitgebühren, die bei einer Pipeline über türkisches Gebiet fällig würden. Es verwundert also nicht, dass Russland die Pipeline als Bedrohung ihrer wirtschaftlichen und politischen Bedeutung ansah. Deshalb schlug Moskau auch alternativ den Bau einer "Islamischen Pipeline“ vor, die von der iranischen Seite des Gasfeldes über Irak und Syrien in den Libanon führen sollte.

Letztendlich war es aber ein anderer Akteur, der der Katar-Pipeline den Garaus machte. 2009 erklärte Assad, das er dem Verlauf der Pipeline über syrisches Gebiet nicht zustimmen werde. Wohl auch, da diese den Interessen der syrischen Feinde (USA, Golfstaaten) genützt und die der langjährigen Verbündeten (Iran, Russland) geschadet hätte. Stattdessen verständigten sich die Regierungschefs Syriens, Iraks und Irans im Juli 2012, als der Krieg also bereits im vollen Gange war, auf ein ‚Memorandum of understanding’ für Investitionen in Höhe von 10 Milliarden Dollar – für den Bau der "islamischen" Pipeline-Variante.

Die kürzesten Landverbindungen zwischen den Golfstaaten bzw. dem Iran und Europa verlaufen über Syrien.
Die kürzesten Landverbindungen zwischen den Golfstaaten bzw. dem Iran und Europa verlaufen über Syrien.

So erklären sich dann endlich auch die Fronten im Stellvertreterkrieg in Syrien: Die USA, Europa, die Golfstaaten, die Türkei etc. haben ein vitales Interesse daran, dass Assad stürtzt und seinerstatt ein prowestlicher Herrscher installiert wird, der die ursprünglichen Pipeline-Pläne durchwinkt. Der Iran, Russland, China etc. wollen genau dies verhindern und stattdessen den "islamischen" Pipeline-Plan durchsetzen.

2.2. geostrategische Aspekte

Der Syrienkrieg ist auf jeden Fall keineswegs nur durch das Pipeline-Projekt bedingt. Er ist vielmehr Teil eines noch viel größeren, geopolitischen Puzzles. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist es der USA darum gegangen, das entstandene  Machtvakuum auszunutzen und die eigene Vormachtstellung im Nahen und Mittleren Osten weiter auszubauen. Dabei haben sich der Iran und Russland als größte Widersacher herausgestellt. Und Syrien ist einer der wichtigsten Verbündeten dieser beiden Länder auf der arabischen Halbinsel. Die Amerikaner hatten also schnell erkannt, dass wenn sie den Iran schwächen wollen, das am einfachsten über Syrien geht.

Deswegen versuchen sie auch seit Ewigkeiten in Syrien zu putschen und anstatt der irannahmen Herrscherfamilie al-Assad eine prowestliche Regierung zu installieren. Der Iran unterstützt bspw. die Hisbollah, die Partei Gottes im Libanon, größter Feind Israels in der Region, mit Hilfe des syrischen Regimes. Wenn man das Assad-Regime stürzt oder schwächt, schwächt man damit auch den Iran. Das ist die entscheidende Wurzel dieses Konfliktes, nicht die Aufstände von 2011 und auch nicht die angeblich "humanitären Werte" westlicher Außenpolitik.

Wenn es dem Westen um Werte wie Freiheit oder Gleichheit gehen würde, würde er nicht allenthalben mit den Golfstaaten kooperieren. In Saudi-Arabien leben die Menschen viel unfreier und Minderheiten unter viel größeren staatlichen Repressalien als im vergleichsweise säkularen und pluralistischen Syrien Assads. Frauen dürfen in Saudi-Arabien kein Auto fahren, Andersgläubigen ist das Praktizieren ihrer Religion verboten und Menschen werden wegen "Gotteslästerung" immer noch öffentlich hingerichtet. Trotzdem unternimmt der Westen keine Anstalten das saudische Königshaus zu schwächen, im Gegenteil, er handelt mit ihm und beliefert es mit Waffen.

Im Jemen führt das saudische Königshaus einen äußerst grausamen Krieg und schreckt dabei auch nicht davor zurück, (mit deutschen Waffen) gezielt zivile Strukturen wie Schulen, Krankenhäuser oder die Wasserversorgung zu zerstören. Humanitär ist die Lage in den umkämpften Gebieten des Jemens inzwischen mit der in Syrien vergleichbar. Warum aber wird dieser Krieg in westlichen Medien kaum zur Kenntnis gekommen? Vielleicht, weil die "westliche Wertegemeinschaft" dort das Gegenteil von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten unterstützt? Weil es nicht in das Narrativ des guten Westens und seiner unmoralischen Kontrahenten passt, das von Politikern und Medien immer wieder bemüht wird, faktisch jedoch nicht der Wahrheit entspricht.

Freiheit und Demokratie sind tatsächlich Grundfesten westlicher Gesellschaften. Wenn Neocons unterm Deckmantel dieser Werte jedoch ihre schmutzigen Kriege führen, erinnert dieser Wortgebrauch an Kolonialisten. Auch diese wollten vorgeblich Zivilisation in fremde Länder bringen, brachten in Wahrheit aber nur Tod und Zerstörung. Man muss kein absoluter Kulturrelativist sein, um einen solchen "Export" westlicher Werte zu verurteilen.

2.3. Klimawandel

Eine weitere Ursache des Syrienkrieges könnte der Klimawandel darstellen (siehe auch: Globale Erwärmung, Klimaflüchtlinge). Beginnend mit dem Winter 2006/2007 setzte in Syrien und dem sogenannten Fruchtbaren Halbmond, wo die Menschheit vor ca. 12000 Jahren das erste Mal Ackerbau und Viehhaltung betrieben, die schlimmste dreijährige Dürre seit Beginn der instrumentellen Beobachtung ein. Die Dürre verstärkte die existierenden Probleme der Landwirtschaft und Wasserversorgung und führte zu Missernten und Viehsterben. Eine wichtige Folge war die Landflucht von ca. 1,5 Mio. Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Peripherien der städtischen Zentren, wo sie auf 1,2 bis 1,5 Mio. irakische Flüchtlinge aus dem Irak-Krieg 2003-2007 trafen. Im Jahr 2010 machten diese beiden Flüchtlingsgruppen 20 % der syrischen städtischen Bevölkerung aus. Diese sich weitgehend illegal ansiedelnden, schlecht versorgten und arbeitslosen Menschen bildeten den Kern des Aufstandes gegen das Assad-Regime.


Allerdings spielen auch politische Fehlentscheidungen im landwirtschaftlichen Sektor eine bedeutende Rolle. Trotz zunehmender Wasserknappheit und häufiger Dürren wurde bereits Ende des 20. Jahrhunderts die landwirtschaftliche Produktion durch Bewässerungsprojekt und andere Modernisierungsmaßnahmen erheblich gesteigert. Eine kritische Konsequenz war die Abnahme der Grundwasserressourcen, die für viele landwirtschaftliche Betriebe die einzige Wasserquelle darstellen und mit dem Beginn der Dürre 2006/2007 noch einmal verstärkt in Anspruch genommen wurden. Die Folge war ein Zusammenbruch der Agrarproduktion in der nordöstlichen „Brotkorb“-Region, die normalerweise Zweidrittel der Getreideernte des Landes produziert. Zahlreiche Viehherden gingen verloren, kleinere und mittlere Betriebe gingen bankrott.

 

In den letzten 80 Jahren sind einige mehrjährige Dürren aufgetreten, so in den späten 1950ern, 1980ern und 1990ern. Keine hat sich jedoch so stark ausgewirkt wie diejenige in den 2000er Jahren. Ein Grund ist die stark gewachsene Bevölkerung von 4 Mio. in den 1950ern auf 22 Mio. in den 2000er Jahren, ein anderer die Abnahme der Grundwasserressourcen, die in früheren Dürren als Puffer gegen den Wassermangel dienten. Ein weiterer Grund ist darin zu sehen, dass die Dürre der 2000er Jahre kurz auf eine starke Dürre in den 1990er Jahren und auf anschließende Jahre mit geringen Niederschlägen folgte. Dabei stellt sich die Frage, ob die Häufung von Dürren und niederschlagsarmen Perioden seit den 1980er Jahren auf natürliche Schwankungen zurückzuführen sind oder ob sich darin auch ein langfristiger Trend zeigt, der durch den Klimawandel bedingt ist.

3. Lösungsansätze und Fazit

Das westlich-propagierte Narrativ über den Syrienkrieg ist bestenfalls unvollständig. In Wirklichkeit ist der Konflikt kein primärer Bürgerkrieg, sondern ein Kampf zwischen den USA, Russland, der Türkei und dem Iran um Einfluss in der geostrategisch bedeutsamen Region Syrien. Es gibt auch keine kriegsrelevante gemäßigte Opposition in Syrien. Stattdessen rüstet der Westen und allen voran die USA dschihadistische Milizen auf, sei es direkt (wie bei der Freien Syrischen Armee) oder indirekt (über die Türkei oder Saudi-Arabien). Das oberrangige Ziel ist der Sturz Assads um jeden Preis.

Der Eingriff fremder Akteure löst den Syrienkrieg nicht, er ist im Gegenteil das größte Problem bei der Beendigung dieses Konflikts. Solange alle Parteien permanent mit Waffen beliefert werden, kann sich der Krieg theoretisch unendlich lange ziehen. Außerdem verstärkt die Involvierung ausländischer Mächte die Gefahr eines regionalen Flächenbrandes. Die Lage im Irak ist äußerst fragil, im Libanon flammen immer wieder Kämpfe zwischen Unterstützern Assads und seinen Gegnern auf und selbst die Türkei fürchtet, dass der Konflikt zu ihnen rüberschwappen könnte.

Wie jeder Stellvertreterkrieg lässt sich auch der Syrienkrieg nur durch ein (finanzielles und materielles) Austrocknen von außerhalb lösen. Denn während ein gewöhnlicher, innerstaatlicher Krieg noch durch Sieg oder Erschöpfung irgendwann endet, kann ein Stellvertreterkrieg theoretisch bis ins Unendliche gezogen werden. Es braucht deshalb erst unbedingt einen Rückzug aller externen Kräfte, die den Krieg in Syrien befeuern, und erst dann kann es eine interne Lösung des Syrienkrieges geben.

Die großen Gewinner des bisherigen internationalen Machtpokerns im Nahen Osten sind zweifelslos die Dschihadisten. Ohne die Putschversuche in Syrien und im Irak hätte dort bspw. der Islamische Staat nie so stark werden können. Außerdem belegen Dokumente des militärischen US-Geheimdienstes DIA, dass die US-Regierung den Vormarsch sunnitischer Dschihadisten in Syrien und Irak lange Zeit geduldet hat, um so die schiitische Machtballung in der Region zu unterminieren. Hillary Clinton schrieb in einer E-Mail, die Destabilisierung Syriens helfe Israel und schade Irans Atomwaffenprogramm. Erst als der IS offen zum Kampf gegen den Westen aufrief, setzten die USA ihn auf die Abschussliste. Die USA haben oft die Erfahrung gemacht, dass verbündete Islamisten sich später gegen sie wandten. Aus den afghanischen Mudschaheddin gingen nach dem Abzug der Sowjetunion bspw. die Taliban hervor.

Anmerkungen

[1] Der Syrienkonflikt besteht schon länger als der Syrienkrieg, d.h. gewaltsame Auseinandersetzungen mit Toten gab es bereits vor 2011. 

Empfehlungen

Zum Thema Syrienkrieg empfehle ich:

·        Michael Lüders: Die den Sturm ernten: Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte.

·        Die Artikel auf Telepolis und von Karin LeukefeldGünter Meyer und
Seymour Hersh.

·         Und ganz besonders diesen großartigen FAZ-Artikel, ein heller Lichtblick in der sonst so dunklen Mainstreampresselandschaft: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

Verweise

Ukrainekrieg: Um ihr Ziel des "Regimewechsels" zu erreichen, verkaufen uns die Politiker Terroristen als Freiheitskämpfer. In Syrien sind es radikale Islamisten und in der Ukraine radikale Faschisten. Sie erzählen uns aber dauernd wie notwendig der Kampf gegen den islamistischen Terror oder gegen Neonazis ist. Aber wenn es um die Beseitigung nicht westfreundlicher Regierungen geht, kooperiert und putscht man auch gerne mal mit Gewalt Islamisten (siehe z.B. Operation Ajax) oder Nazis (siehe Ukrainekrieg, Link) an die Macht geputscht.

Stand: 2017

Kommentare: 22
  • #22

    WissensWert (Samstag, 29 Juli 2017 18:07)

    https://youtu.be/1Z_JJxMUpfg

  • #21

    WissensWert (Samstag, 29 Juli 2017 17:55)

    Ja, das würde auch bedeuten, dass Assad an der Macht bleibt. Traurig, denn dieser ist sicher kein Wunschherrscher. Aber es gibt schlichtweg keinen realistischen alternativen Herrscher, der Syrien reagieren könnte. Deshalb plädiere ich für einen Rückzug aus Syrien.

  • #20

    WissensWert (Sonntag, 09 Juli 2017 23:25)

    UKRAINEKRIEG
    https://www.sapereaudepls.de/sonstiges/kriege/ukrainekrieg/

    Um ihr Ziel des "Regimewechsels" zu erreichen, verkaufen uns die Politiker Terroristen als Freiheitskämpfer. In Syrien sind es radikale Islamisten und in der Ukraine radikale Faschisten. Sie erzählen uns aber dauernd wie notwendig der Kampf gegen den islamistischen Terror oder gegen Neonazis ist. Aber wenn es um die Beseitigung nicht westfreundlicher Regierungen geht, kooperiert und putscht man auch gerne mal mit Gewalt Islamisten (siehe z.B. Operation Ajax) oder Nazis (siehe Ukrainekrieg, den nachfolgenden Link) an die Macht geputscht.

    https://www.sapereaudepls.de/2014/06/06/ukrainekrise-faschismus/

  • #19

    WissensWert (Sonntag, 09 Juli 2017 18:54)

    Ein gewöhnlicher, innerstaatlicher Krieg endet irgendwann durch Sieg oder Erschöpfung, ein Stellvertreterkrieg kann sich aber theoretisch unendlich lange ziehen.

  • #18

    WissensWert (Sonntag, 09 Juli 2017 18:00)

    Lange Zeit dachte man, Waffenlieferungen allein würden ausreichen, um dem Morden zu Einhalt zu gebieten", erklärt Friedensforscher Jacques Rothmann. "Doch obwohl Deutschland die Kurden beliefert hat, die USA diverse Rebellengruppen, Saudi-Arabien den IS und Russland das Assad-Regime, scheint der Konflikt nicht beendet zu sein."

  • #17

    WissensWert (Sonntag, 09 Juli 2017 17:41)

    „Der ‚Islamische Staat’ und andere dschihadistische Gewalttäter sind nichts weniger als die Fratze, die uns ein Spiegelbild vorhält, die Quittung präsentiert für ein Jahrhundert Unterwerfung. Baschar al-Assad darf sicherlich als Schwerverbrecher gelten. Aber sind George W. Bush, Dick Cheney, Paul Wolfowitz, Tony Blair oder Nicolas Sarkozy, um eine beliebige Auswahl zu treffen, so viel besser? Wer andere Länder systematisch und gezielt zerstört, der sollte sich nicht wundern, wenn eines Tages die Bomben auch im eigenen Vorgarten hochgehen. Auf diesen Zusammenhang hinzuweisen rechtfertigt keinen Terror, aber es hilft, ihn zu verstehen.“

  • #16

    WissensWert (Sonntag, 09 Juli 2017 17:32)

    Die USA unterstützen den IS, da er als Gegenkraft sowohl Syrien, den syrischen Partner Iran, als auch Russland, ebenfalls ein Freund Syriens, schwächen soll. In Syrien befindet sich der einzige militärische Außenposten Moskaus in Middle East. Wenn Syrien fällt, ist auch der russische Marinestützpunkt Tartus Geschichte.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russland-erhoeht-offenbar-militaerpraesenz-in-tartus-a-1053961.html

  • #15

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:26)

    As a side-note, the 2008 U.S. Army-funded RAND report, “Unfolding the Future of the Long War” describes the strategy that we see being deployed in Syria right now:
    “Divide and Rule focuses on exploiting fault lines between the various Salafi-jihadist groups to turn them against each other and dissipate their energy on internal conflicts. This strategy relies heavily on covert action, information operations (IO), unconventional warfare, and support to indigenous security forces. … the United States and its local allies could use the nationalist jihadists [in Syria, AKA the “moderate” rebels] to launch proxy IO campaigns to discredit the transnational jihadists in the eyes of the local populace… U.S. leaders could also choose to capitalize on the ‘Sustained Shia-Sunni Conflict’ trajectory by taking the side of the conservative Sunni regimes against Shiite empowerment movements in the Muslim world…. possibly supporting authoritative Sunni governments against a continuingly hostile Iran.”
    In essence, when applied to Syria, the strategy advocates supporting various Sunni jihadist groups in Syria so that they weaken the Syrian government. In order to keep the groups from themselves overrunning the area, simply have the “foreign” groups fight the “local” ones. All the while, support Sunni governments against Iran. We see this playing out right now as ISIS battles the “moderates” as well as Assad. We see that happening as Turkey and Saudi Arabia join the West against Iran and Syria.
    This divide and conquer strategy is well-known, used most successfully by the British Empire in establishing its rule over MUCH larger nations around the world. By supplying arms (often in exchange for resources, labor and REAL goods) to multiple small factions to fight and weaken each other, the British were the only ones powerful enough left to exert their own rules on the local populace.
    The entry of Russia into the conflict throws a wrench into that plan, in that it is hell-bent on destroying ISIS. Taking out one faction in the area would allow the few remaining “moderates”, and more specifically the Assad government to strengthen- preventing other nations from exerting their “colonial” ambitions on Syria.

  • #14

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:25)

    https://www.youtube.com/watch?v=MDYFtnLfQec

  • #13

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:24)

    https://www.youtube.com/watch?v=QK-srpNL0rY&feature=youtu.be

  • #12

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:23)

    https://www.heise.de/tp/features/Welt-am-Rande-des-Weltkrieges-3378305.html

  • #11

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:21)

    https://www.youtube.com/watch?v=-ml5zDuBH1k

  • #10

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:20)

    https://www.freitag.de/autoren/abrahangarcia/endgame-syrien?utm_content=bufferbbcaf&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

  • #9

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:17)

    http://anonhq.com/real-reason-theres-conflict-syria/

  • #8

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 20:14)

    "Ich denke mal, dass wir noch fünf bis zehn Jahre Zeit haben, um unter den alten sowjetischen Klientelregimen aufzuräumen – Syrien, Iran, Irak. Bis dann die nächste Supermacht auf den Plan tritt und uns Grenzen setzt."

    Paul Wolfowitz, ehemaliger Staatssekträr im Pentagon

  • #7

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 03:32)

    https://www.youtube.com/watch?v=y3qylkEKN5I&feature=youtu.be

  • #6

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 03:32)

    https://www.youtube.com/watch?v=lHJlJsGQyUc&list

  • #5

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 03:10)

    Es geht in Wahrheit, wie in jedem Krieg, um wirtschaftliche Interessen. Wenn Russland, der Iran und Syrien in Gas und Ölfragen zusammenarbeiten und milliardenteure Pipelineprojekte gemeinsam realisieren, geraten nicht nur die Golfstaaten als wichtigste Energiepartner der USA unter Druck. Auch den USA wird die Möglichkeit genommen, den gesamten Eurasischen Raum und damit auch China über die Öl-Kontrolle in Middle East in Fragen des wirtschaftlichen Aufschwungs zumindest zu bremsen.
    http://tinyurl.com/nzq7jpw

    Und zu guter Letzt würde das Russisch-Iranisch-Syrische Energie-Kartell Öl und Gas nicht zwingend in US-Dollar abrechnen.
    http://www.weitwinkelsubjektiv.com/2014/04/03/rubel-vs-dollar/
    https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/vom-ol-dollar-zum-ol-euro

    Das wäre der Super-GAU für den unrettbar verschuldeten US-Haushalt, der nur deshalb kein Thema ist, da der Dollar durch seine Zwangsbindung an Erdöl künstlich Stabil gehalten wird.

    Für die USA geht es in Syrien um weit mehr als nur einen Regime-Change. Es geht darum, den Zusammenbruch des US-Dollars zu verhindern. Da der US-Dollar die Weltreserve-Währung darstellt, wären von diesem Zusammenbruch sehr sehr viele Volkswirtschaften betroffen. Das erklärt, warum die USA unter Obama die selbe Technik anwenden wie unter Reagan. Sie zwingen die Golfstaaten aktuell dazu, ihr Öl möglichst billig auf den Weltmarkt zu werfen.
    https://www.youtube.com/watch?v=l1u453WN2bs&feature=youtu.be&t=6m

    So wurde der Preis pro Barrel, einem 158 Liter-Fass, von einst 105 auf aktuell unter 50 US-Dollar gedrückt.
    http://www.onvista.de/rohstoffe/Oelpreis-26263303

    Umgerechnet ist ein Liter Rohöl damit billiger als ein Liter Mineralwasser. An keiner deutschen Tankstelle ist es möglich, einen Liter Mineralwasser für unter 30 Euro-Cent zu kaufen! Und die OPEC dreht weiter alle Hähne auf.
    http://www.focus.de/finanzen/news/oelpreis-faellt-weiter-opec-flutet-maerkte-trotz-preisverfall-mit-oel_id_4306545.html

    Die Folge dieser aus Washington diktierten Politik:

    Die Devisen-Einahmen Russlands brechen ein.
    Die russische Wirtschaft bricht ein.
    Der Rubel bricht ein.

    Russland entgehen so mindestens 100 Milliarden Dollar Deviseneinnahmen pro Jahr. Aber auch allen anderen Öl-Produzenten zerschießt diese schmierige Preispolitik die Staatshaushalte. Die Frage lautet: Wer geht zuerst Pleite, oder welches Land ist eher in der Lage, der einheimischen Bevölkerung einen maximalen Sparkurs zuzumuten, ohne dass es im Land zu Unruhen kommt.

  • #4

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 01:01)

    Für das Chaos in #Syrien und den Aufstieg des „Islamischen Staates“ gibt es laut Pulitzer-Preisträger Seymour M. Hersh vor allem einen Verantwortlichen: die USA. Seine Reportage in der Mai-Ausgabe des Cicero deckt das Ausmaß der verfehlten Syrienpolitik Obamas auf: http://www.cicero.de/weltbuehne/cicero-im-mai-tauber-praesident-die-akte-assad/60839

  • #3

    WissensWert (Samstag, 08 Juli 2017 00:55)

    „Der Westen … hat in Syrien schwere Schuld auf sich geladen … : weil er die illegitime Wandlung dieses Widerstands zu einem mörderischen Bürgerkrieg ermöglicht, gefördert, betrieben hat. Mehr als hunderttausend Menschen, darunter Zehntausende Zivilisten, haben diese vermeintlich moralische Parteinahme mit dem Leben bezahlt.“ Professor Reinhard Merkel in der FAZ

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/syrien-der-westen-ist-schuldig-12314314.html

  • #2

    WissensWert (Freitag, 07 Juli 2017 21:44)

    https://www.youtube.com/watch?v=YVbOnPIJWXQ

  • #1

    WissensWert (Freitag, 07 Juli 2017 21:39)

    https://www.youtube.com/watch?v=MbIW_s_hlWY


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