„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Dieser Aufsatz entspricht nicht zwangsläufig meinen Ansichten und Einschätzungen. Er soll lediglich die Argumentationslinie einer Gruppe von Geldsystemkritikern verdeutlichen.

Geld

Geld ist jedes allgemein anerkannte Tausch-und Zahlungsmittel. Jede Form von Geld ist stets menschlich konzeptioniert und nicht etwa „naturgegeben.“

 

 

Die Volkswirtschaftslehre definiert Geld funktional wie folgt:

  • Zahlungsmittelfunktion
  • Wertaufbewahrungsmittel
  • Wertmaßstab und Recheneinheit.

 

Die Idee des Geldes und damit die eines universalen Tauschmittels für alle Marktteilnehmer ist simple, aber unheimlich fruchtbar*und hat sich daher auch als soziales Instrument bewährt.

*Auch wenn der Idealist in mir mit Bauchschmerzen feststellt, dass mit dem Geld viel Qualität durch rein materielle Quantität bemessen wird und so viele Dinge monetisiert.

 

Historie

Geld damals..

Zu Zeiten der Entstehung der amerikanischen Verfassung war klar definiert, wodurch welches Geld welchen Wert erhält.

 

Ein amerikanischer Dollar beispielsweise war festgeschrieben auf einen Wert von 412,5 Gran Silber (ca. 26 Gramm). Jeder Dollarschein konnte wieder in einer Bank gegen Silber eingelöst werden.

 

Somit war jede Geldsumme durch einen physischen Gegenwert hinterlegt, welche ihr einen Wert verlieh.

Bretton-Woods-System

1945 beschlossen die späteren Siegermächte des zweiten Weltkrieges dann das sogenannte „Bretton-Woods-Abkommen.“ Dieses ordnete das internationale Währungssystem neu, indem es u.a. den Dollar als Weltleitwährung bestimmte.

Auch zur Kontrolle und Durchsetzung dieser neuen Währungsordnung gründete man damals den IWF und die Weltbank.

# Vorstufe des Weltgeldes?

Offizielles Ziel dieses Abkommens war es die Vorteile eines festen und eines flexiblen Wechselkurssystems zu vereinigen. Dies sollte den Welthandel erleichtern. Doch zog das in New Hampshire abgesegnete, neue System noch weitere erhebliche Folgen nach sich:

Der Dollar war mit 25% goldunterlegt. In seiner Rolle als „Ankerwährung“ fungierte er damit als Ersatz für die Hinterlegung anderer Währungen. Kein anderes Land führte noch physische Edelmetalle in seinen Tresoren, um seine Währung zu decken. Da Währungen gegen US-Dollar und dieser gegen Gold eingetauscht werden konnte, waren innerhalb des Systems quasi alle Währungen an Gold gekoppelt und eine allzu große Inflation durch das Ausweiten der weltweiten Geldmenge somit nicht möglich.

Internationale Güter wurden ab sofort in Dollar ausgehandelt, was jede Nation quasi zwang mit Dollardevisen zu handeln. Amerikanische Währungsreserven können durch Leistungshandelsüberschüsse gegenüber den U.S.A. erwirtschaftet werden, sind de facto also nichts anderes als SchudscheineJede normale Volkswirtschaft ist um eine in etwa ausgewogene Außenhandelsbilanz bemüht, nicht mehr so die U.S.A. Denn plötzlich wollten sich alle bei den Amis verschulden. Die USA kann ihre Inflation somit „exportieren.“ Das brachte den Vereinigten Staaten einen erheblich finanziellen Vorteil, trug stark zu ihrem Reichtum bei und begründet die große Mengen an Dollar Reserven jeder Zentralbank (bis heute.)

Jede wirtschaftlich global agierende Nation war daher besonders vom Wohlergehen der Weltleitwährung abhängig und hat riesige Angst vor deren Crash, denn mit diesem wären die Dollarreserven wertlos. (Abhängigkeit - ein weiterer Vorteil!)

Wer irgendeine Währung nennt, muss also von nun an (auch) Dollar sagen.     

# „In Japan heißt der Dollar „Yen“, in Europa „Euro.“

Vertrauensbasis & misstrauische Stimmen

Verantwortlich für die sich im Umlauf befindende Dollarmenge ist die amerikanische Zentralbank FED. Da diese jegliche Fremdaufsicht ihrer Hauptdruckerei verweigerte, vermochte keine Nation die versprochene Goldkonvertibilität des Dollars zu überprüfen. Denn niemand wusste, wieviel Dollar sich tatsächlich im Umlauf befand.

Spätestens mit den immensen Ausgaben der Amerikaner während des Vietnamkrieges 1970 munkelte man jedoch immer lauter, dass die USA viel mehr Geld drucken würde, als sie prinzipiell je durch ihr Gold decken könnten.

Nixon-Schock

Halten wir fest: Die FED war verpflichtet Dollarreserven anderer Zentralbanken gegen den vereinbarten Kurz in Gold umzutauschen (35 Dollar pro Feinunze.) Alle Währungen waren somit indirekt an Gold gekoppelt.

Es ist zu vermuten, dass Frankreich 1971 auf Nummer sicher gehen wollte, als sie von ihrem Recht gebrauch machten und die USA aufforderten die ihnen zustehende Goldmenge auszuzahlen. Nixon verweigerte diese Aufforderung jedoch mit folgenden Worten:

"Ich habe Finanzminister Connally angewiesen, vorübergehend die Konvertibilität des Dollar in Gold oder andere Reservemittel auszusetzen, ausgenommen bei Beträgen und unter Bedingungen, die als im Interesse der Währungsstabilität und als im besten Interesse der Vereinigten Staaten liegend angesehen werden. [...] Diese Maßnahme wird uns keine Freunde unter den internationalen Geldhändlern einbringen, aber unsere Sorge gilt in erster Linie den amerikanischen Arbeitern und einem fairen Wettbewerb überall auf der Welt. [...] Ich bin entschlossen, dafür zu sorgen, dass der amerikanische Dollar nie wieder ein Spielball in den Händen der internationalen Spekulanten sein wird.“

– US-Präsident Richard Nixon, in einer Rundfunk- und Fernsehansprache am 15. August 1971

Aufhebung des Goldstandards

Das Nixon entgegen seinen Behauptungen das Goldfenster nicht nur vorrübergehend schloss, lag auf der Hand. Der Goldstandard war hiermit inoffiziell aufgehoben.

# Währungsreform!

(Die so nie benannt wurde)

Die anderen Nationen nahmen dies stoisch zu Kenntnis. Dabei handelte und handelt es sich um einen Rechtsbruch, ja einen Diebstahl. Die Dollarüberschüsse (aus Exportüberschüssen) einer Nation konnte von nun an nicht mehr gegen Gold eingetauscht werden. Die USA exportierten seit diesem Tag bis heute wertlose Federal Reserve Papiere und importierten Güter und Dienstleistungen. Ein weiterer Grund für den Reichtum der USA.      

# das perfekte Verbrechen: Wer bestraft eine Weltpolizei?

Im weltweiten Finanzpoker hatten die Vereinigten Staaten unendlich viele Chips und die damit Sowjetunion beim Wettrüsten nie eine Chance.

# Eine Rückkehr zum Goldstandard

halte ich dennoch nicht für empfehlenswert.

Geld heute

Von nun an war das Geld nicht mehr durch einen physischen Gegenwert abgedeckt. Nichts und niemand hielt die Zentralbanken von nun an vom übermäßigen Gelddrucken ab. Der Gegenwert, der Unterschied zwischen Monopoly-Spielgeld und Dollar-Spielgeld lag jetzt nur noch im Vertrauen der Leute und es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ein auf Vertrauen basierendes System durch einen riesigen Vertrauensbruch der U.S.A eingeführt wurde.

# „Unser Geldschein ist Scheingeld.“

Ein solches Tauschmittel ohne intrinsischen Wert nennt sich Fiatgeld.

Quellen

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