„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

1. "Spuk" bei Psiram

Spuk ist eine Sammelbezeichnung für angeblich rational nicht erklärbare Phänomene, die sich in unterschiedlichen, meist geisterhaften Erscheinungsformen äußern, beispielsweise als Gespenster, Geister, Poltergeister und paranormale Erscheinungen, wie ungewöhnliche Lichter, Luftbewegungen, Geräusche, Gerüche und spontane Bewegung von Gegenständen (Verrücken von Gläsern, Zufallen von Türen). Spukerscheinungen sind meist ortsgebunden, so zum Beispiel an ein bestimmtes Haus. In der Parapsychologie wird Spuk als Form eines so genannten Psi-Phänomens betrachtet.

Esoterische Kreise machen für Spuk ruhelose Seelen Verstorbener verantwortlich, die an den Wirkungsstätten ihres vorherigen Lebens wandeln. Oft wird mit einer Spukerscheinung ein bevorstehendes, meist negatives Ereignis in Verbindung gebracht, beispielsweise ein bevorstehender Todesfall in der Familie. Andere Spukphänomene werden als Botschaften Verstorbener aus dem Jenseits gedeutet. Diese beinhalten oft Warnungen vor schädlichen Ereignissen in der Zukunft.

 

Es gibt für Spukerscheinungen rationale Erklärungen wie beispielsweise Tiere (Mäuse, Ratten, Marder usw.) in Gebäuden, Materialspannungen, besondere Wetterereignisse, Luftzug, besondere Lichtverhältnisse, Vibrationen, Infraschall, optische Täuschungen bis hin zu Halluzinationen. Auch scheinbar unerklärbaren Phänomenen liegt immer eine wissenschaftlich begründbare Ursache zugrunde. Manche als Spuk gedeutete Erscheinung erwies sich nach näherer Untersuchung als absichtlich inszeniert.

 

Den Gruseleffekt von Spukgeschichten macht sich der Tourismus in so genannten Spukschlössern zunutze, die wegen ihrer baulichen Gestaltung eine unheimliche Atmosphäre ausstrahlen.

2. Die Wikipedia über natürliche Erklärungsansätze zu Spukphänomenen

Physische Ursachen

Unheimliche Geräusche in Gebäuden werden oft z. B. durch Tiere wie Mäuse, Ratten oder Marder (z.B. im Dachstuhl), durch Windstöße oder auch durch Materialspannungen aufgrund temperatur- und feuchtebedingter Ausdehnungs- und Schrumpfungsvorgänge hervorgerufen.

Zufallende Türen und Fenster, hin- und herschwingende Gardinen und ähnliche Erscheinungen lassen sich in den meisten Fällen auf Luftströmungen aufgrund von Temperatur- oder Druckunterschieden zurückführen.

Psychogeographische Erklärung

Die psychogeographische Theorie beruht auf der Überzeugung, dass Spukhäuser und -schlösser oft eine „unheimliche“ Atmosphäre besitzen, die die Psyche und Wahrnehmung des Menschen beeinflussen. Ist man als Besucher eines solchen Ortes ohnehin angespannt, können physikalische Effekte wie ein kalter Luftzug, Magnetfelder oder Infraschall leicht Angstzustände auslösen. Dieser Erklärungsansatz wurde durch großangelegte wissenschaftliche Untersuchungen im Hampton Court Palace und im Edinburgh Castle unter Leitung des britischen Psychologen Richard Wiseman bekräftigt.

Täuschungen

Einige berichtete „Spukerscheinungen“ wie manche Poltergeist-Erscheinungen (z. B. Chopper) lassen sich auch auf von lebenden Menschen betrügerisch ausgeführte Manipulationen zurückführen. Darüber hinaus werden auch Lügengeschichten und Zeitungsenten als Quelle der Informationen über Spuk angenommen.

3. Gastbeitrag von Stefanie Reinberger

Das Wichtigste in Kürze

·       Spuk- und Geistergeschichten werden wissenschaftlich untersucht – sowohl physikalisch als auch von Hirnforschern.

·       Oft stecken plötzliche Temperaturunterschiede, überraschende Wechsel der Lichtverhältnisse oder Windstöße hinter unheimlichen Erfahrungen. Auch Infraschall, tiefe Töne, die der Mensch nicht bewusst wahrnimmt, könnten eine Ursache sein.

·       Die eigentlichen Spukgeschichten schreibt jedoch das Gehirn. Es neigt dazu, selbst Unbelebtem eine Handlungsabsicht zu unterstellen. Es kann auch passieren, dass Erwartungen zu einer Selbsttäuschung führen. Diese könnte durch die Schläfenlappen ausgelöst werden.

·         Stimuliert man bestimmte Areale im Gehirn, etwa den temporo-parietalen Übergang, spüren die Betroffenen etwa die Anwesenheit von Schattenwesen oder begegnen ihrem eigenen Doppelgänger.

·       Häufig erscheinen Geister in der Nacht. Das könnte mit hypnopompen und hypnagogen Halluzinationen zusammenhängen – Traumbildern, die im Halbschlaf auftauchen.

·       Im Jahr 1947 veröffentlichte der Psychologe und Verhaltensforscher Burrhus Frederic Skinner eine Studie mit dem Titel „,Aberglaube‘ bei der Taube“, ein Klassiker der psychologischen Forschung. Skinner hatte einzelne hungrige Tauben in einen Käfig gesetzt, in dem in regelmäßigen Abständen durch einen Trichter Futter geschüttet wurde. Der Zeitpunkt der Futtergabe war genau festgelegt und wurde nicht durch das Verhalten der Vögel beeinflusst. Dennoch begannen die Tauben, die Bewegungsabläufe, die sie kurz vor der Futtergabe gemacht hatten, zu wiederholen – offensichtlich aufgrund des Glaubens, ihr Verhalten stände mit diesem in einem kausalen Zusammenhang. Gab es dann in relativ kurzem Zeitabstand wieder Nahrung, wurde das Verhalten konditioniert: Die Vögel sahen sich in ihrer Annahme bestätigt. Skinner nannte das Phänomen „Aberglaube“.    „Es gibt viele Analogien zu menschlichem Verhalten“, schreibt er: „Rituale, mit denen sich das Glück beim Kartenspiel wenden soll, sind ein gutes Beispiel. Ein paar zufällige Verbindungen zwischen dem Ritual und gewünschten Konsequenzen genügen, um das Verhalten aufzubauen und beizubehalten, trotz der vielen Fälle, die dies nicht stützen.“ Auch beim Aberglauben also scheint die Erwartung stärker als die Realität.

·       Der US-amerikanische NeurowissenschaftlerMichael Persinger von der Lauretian University in Kanada stimulierte in einer Studie aus dem Jahr 1990 die Schläfenlappen von Probanden mit schwachen elektromagnetischen Feldern. Die Teilnehmer beschrieben daraufhin vermehrt ein Gefühl, als befinde sich „ein himmlisches Wesen im Raum“. Die Untersuchung fand schnell den Weg in die Öffentlichkeit, schrieb sie doch dem Gehirn eine Rolle bei mystischen Erlebnissen wie Gotteserfahrungen zu. Allerdings konnte sie von anderen Forschern in den Folgejahren nicht wiederholt werden – ein negatives Zeichen, gilt doch die Replizierbarkeit von Studien als zentrale Voraussetzung fachlicher Korrektheit. Eine Studie an der Universität Uppsala aus dem Jahr 2005 brachte die Theorie noch stärker ins Wanken. Genau wie zuvor Persinger stimulieren die finnischen Forscher das Gehirn ihrer Probanden mit Magnetfeldern. Und tatsächlich berichtete die Hälfte von ihnen von spirituellen Erlebnissen. Das galt allerdings auch für Kontrollpersonen, bei denen die Magnetfelder gar nicht aktiv waren. Demnach scheint auch für Gotteserlebnisse im Labor zu gelten: Die Erwartungshaltung zählt.

Ein Haus mitten in Athen, groß und geräumig, aber dennoch günstig – das war schon in der Antike höchst verdächtig. Auf Wohnungssuche in der Metropole hört sich Athenodorus daher erst mal um, was es mit dem Gebäude auf sich hat. Es sei ein Spukhaus, erfährt er und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Athenodorus bezieht Stellung im schaurigen Gemäuer. Er muss nicht lange warten: Schon bald hört er Schritte und Kettenrasseln in der nächtlichen Stille. Als er aufblickt, steht vor ihm ein Geist.

 

Die Geschichte von Athenodorus ist vermutlich die erste schriftlich dokumentierte Gespensterjagd überhaupt – aufgezeichnet von Plinius dem Jüngeren (61–113). Plinius stürzte der Bericht damals in massive Zweifel, war er doch bis dahin der Überzeugung gewesen, dass Spukgeschichten nichts als Hirngespinste seien.

 

Gesunder Menschenverstand und Geister passen nicht zusammen. Dennoch sind in Großbritannien, Europas Spukhochburg, laut einer Umfrage aus dem Jahr 2011 zehn Prozent aller Erwachsenen überzeugt, schon einmal einem Geist begegnet zu sein. 15 Prozent halten das immerhin für möglich, weitere 19 Prozent sind sich nicht sicher. Und auch in Deutschland bekennen sich immerhin acht Prozent der Erwachsenen dazu, an Geister zu glauben, wie vor zehn Jahren eine Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab.

3.1. Stelldichein mit Schlossgespenstern

Für Forscher wie Richard Wiseman von der University of Hertfordshire ist das Grund genug, zur wissenschaftlichen Geisterjagd zu blasen. Schon seit seiner Kindheit davon fasziniert, hinter die Kulissen des scheinbar Unerklärlichen zu blicken, bat der Brite im Jahr 2003 zum Stelldichein mit Gespenstern im königlichen Hampton Court Palace in London und in den Gewölben der South Bridge in Edinburgh. Insgesamt 462 Freiwillige mit und ohne Spukerfahrung folgten der Einladung und wanderten durch die unheimlichen Gebäude. Fast jeder zweite wollte dabei Ungewöhnliches erlebt haben – vom kalten Schaudern über die Anwesenheit einer unsichtbaren Person bis hin zur geisterhaften Berührung.

 

 

Wiseman selbst zog anschließend mit allerhand Messgeräten durch die Gemäuer. Das Resultat: An den Stellen, wo es vermehrt seltsame „Begegnungen“ gegeben hatte, detektierte er häufig abrupte Temperaturunterschiede, plötzlich veränderte Lichtverhältnisse oder Winde, die durch zugemauerte Türen pfiffen. Außerdem vermutete Wiseman, dass Infraschall eine Rolle spielen könnte – extrem tiefe Töne, die das menschliche Gehör kaum registriert, die jedoch Schwingungen im Körper auslösen. Sie entstehen zum Beispiel, wenn Luft durch Kamine oder Spalten pfeift. Tatsächlich empfanden Probanden in einem weiteren Versuch Wisemans verstärkt Angst oder Kälteschauer, wenn er Musik mit Infraschall-Wellen unterlegte. Die tiefen Töne könnten daher für so manchen Spuk verantwortlich zeichnen.

3.2. Sind Geister wortwörtlich Hirngespinste?

Die eigentlichen Geistergeschichten reimt sich jedoch das Gehirn zusammen, vermutet Justin Barrett von der University of Oxford. Hoch spezialisiert ist das Denkorgan beim Menschen darauf ausgerichtet, nach Erklärungen für das zu suchen, was rundherum geschieht – eine wichtige Fähigkeit auch für das zwischenmenschliche Miteinander. Dabei neigt es jedoch zur Überinterpretation – und schreibt sogar unbelebten Objekten bisweilen eine Handlungsabsicht zu.

 

Prominentes Beispiel dafür ist ein Experiment der US-Psychologen Fritz Heider und Marianne Simmel aus dem Jahr 1944. Sie zeigten ihren Probanden einen Trickfilm, in dem sich zwei Dreiecke und ein Kreis mal gemeinsam, mal einzeln in einen Kasten hinein- und dann wieder herausbewegten. Nach kurzer Zeit glaubten die Versuchspersonen, im eigentlich bedeutungslosen Treiben eine Handlung zu erkennen. Sie sahen Liebesgeschichten und Familiendramen und schließlich das erhoffte Happy End. „Eine Ursache dafür, das Menschen an Götter, Geister und Kobolde glauben, liegt in der Funktionsweise unseres Gehirns und speziell in seiner Handlungserkennungseinheit“, folgert Justin Barrett in seinem Buch „Why would anyone believe in God?“ (übersetzt: Warum sollte irgendjemand an Gott glauben?).

3.3. Ein Spukraum in London

Sind Geister also Kopfsache? Davon zumindest ist Christopher French von der Goldsmiths University of London überzeugt. Er baute im Jahr 2009 mit seinen Mitarbeitern ein „Spukzimmer“, einen Raum, in dem die Forscher ihre Probanden auf Knopfdruck neben Infraschall auch elektromagnetischen Feldern aussetzen konnten. Einige Spukorte weisen nämlich ungewöhnlich starke elektro- oder geomagnetische Felder auf. Darum tauchen immer wieder Theorien auf, dass Geistererscheinungen mit eben jenen Feldern in Verbindung stehen könnten. Dies allerdings ist durchaus umstritten. Denn elektromagnetische Felder variieren auf dem gesamten Erdball enorm. Zudem ist es noch ungeklärt, ob sie stark genug sind, um das menschliche Gehirn überhaupt zu beeinflussen.

 

Nichtsdestotrotz wollte French ihre mögliche Wirkung untersuchen: Die Versuchsteilnehmer – vorab gewarnt, dass sie sich gruseln könnten – wurden gebeten, ihre Eindrücke im Zimmer genau zu protokollieren. Tatsächlich berichteten die meisten anschließend von einem seltsamen Gefühl, manche sogar von echtem Grauen.

Das Überraschende: Nur bei der Hälfte der Probanden waren Infraschall oder elektromagnetische Felder überhaupt aktiviert worden. Dennoch gruselten sich auch die anderen Teilnehmer, und zwar ähnlich stark. Der ganze Spuk war demnach vor allem ein Produkt ihrer Erwartungshaltung. „Wir wollen nicht ausschließen, dass beispielsweise elektromagnetische Felder einen Einfluss auf das Gehirn haben und sogar Halluzinationen auslösen können“, sagt Studienleiter French. „Aber je beeinflussbarer Menschen sind, desto wahrscheinlicher erleben sie etwas Seltsames, wenn man sie darauf vorbereitet.“

 

Beteiligt an der Eigen-Suggestion sei möglicherweise der Schläfenlappen, glaubt French. Diese Hirnregion erfüllt Aufgaben beim Hören, Sprechen und für das Gedächtnis und kann Zentrum epileptischer Anfälle sein. Der US-amerikanische Kognitionsforscher Michael Persinger schreibt dem Schläfenlappen sogar eine Rolle bei Gotteserfahrungen zu – was aber bis heute kontrovers diskutiert wird (siehe Info-Kasten).

3.4. Schattengestalten und Doppelgänger

Auch der Neurologe Olaf Blanke von der Eidgenössischen technischen Hochschule Lausanne machte im Zusammenhang mit dem Schläfenlappen eine erstaunliche Entdeckung. Während einer Epilepsie-Diagnostik setzte der Forscher einer Patientin Elektroden ins Gehirn. Als er auf diese Weise den Rand des linken Schläfenlappens stimulierte, genauer gesagt, den temporo-parietalen Übergang, behauptete die junge Frau, sie nehme hinter sich eine unsichtbare Person wahr. Umfasste sie in diesem Zustand ihre Knie, hatte sie das Gefühl, als ob die seltsame Schattengestalt sie umschlinge.

 

Bereits einige Jahre zuvor, im Jahr 2002, beobachtete Blanke ein ähnliches Phänomen beim Stimulieren des rechten Gyrus angularis, der ebenfalls am Übergang von Schläfen- und Parietallappen verortet ist. In diesem Fall sah sich die damalige Patientin selbst. Fachleute sprechen bei solchen Selbst-Erfahrungen von Heautoskopie, einer speziellen Form der visuellen Halluzination. Möglicherweise, so argumentiert Blanke 2006 in der renommierten Fachzeitschrift Nature, kommt das Gehirn manchmal bei der Unterscheidung zwischen „Selbst“ und Außenwelt durcheinander. Schattenpersonen und Doppelgänger sind demnach eine Fehlwahrnehmung des eigenen Körpers.

 

Tatsächlich ist die temporo-parietale Übergangsregion unter anderem mit dem Verarbeiten der Selbstwahrnehmung betraut. Wissenschaftler wie der Neuropsychologe Erich Kasten, der an der Universität Göttingen forscht, vermuten, dass Überlastung und Übermüdung dazu führen können, dass die Nervenzellen in diesem Bereich unkontrolliert feuern und so das Trugbild des Doppelgängers schaffen.

3.5. Nachts ist Geisterstunde

Bleibt die Frage warum sich so viele Menschen gerade Nachts – eben zur Geisterstunde – von Gespenstern heimgesucht wähnen. Darauf meint die US-Psychologin Susan Clancy von der INCAE Business School eine Antwort gefunden zu haben. 2005 berichtet sie in einem Buch von Menschen, die davon überzeugt seien, nachts von Außerirdischen entführt worden zu sein. Ihre Interviewpartner, sagt sie, seien normale Menschen aus allen Schichten des Gesellschaft gewesen. Von durchgeknallten Spinnern konnte also nicht die Rede sein.

 

Clancys Vermutung: Hinter den unheimlichen nächtlichen Begegnungen stecken so genannte hypnopombe Halluzinationen, lebhafte und meist beängstigende Traumbilder, die in der Aufwachphase auftreten. Erscheinen sie bereits beim Einschlafen, spricht man von hypnagogen Halluzinationen. Immer aber befindet sich der Betroffene in einem Zustand zwischen Wachen und Schlaf und kann nicht zwischen Trugbild und Realität unterscheiden.

 

„Oftmals kommt eine Schlafparalyse dazu, eine nahezu völlige Bewegungsunfähigkeit während der Traumphasen“, erklärt die Münchner Schlafforscherin Helen Slawik. Der Körper schläft noch und ist quasi „gelähmt“, während der Geist bereits präsent ist. „Das ist für die Betroffenen sehr beängstigend: Sie sehen zum Beispiel eine Person im Zimmer, können sich aber nicht bewegen.“ Kein Wunder, dass viele anschließend glauben, der nächtliche Unbekannte habe sie betäubt oder unheimliche medizinische Experimente an ihnen ausgeführt.

 

„Solche Halluzinationen im Übergang zwischen Wach und Schlaf treten bei Narkoleptikern gehäuft auf“, sagt Slawik, die am Schlafmedizinischen Zentrum der Technischen Universität München arbeitet. Narkoleptiker sind Menschen, die plötzlich und anfallartig in einen schlafähnlichen Zustand fallen. Bei Gesunden können zum Beispiel Schlafentzug oder psychischer Stress Auslöser sein. Am nächsten Morgen erscheint das nächtliche Erlebnis oft noch immer sehr real.

 

Die Traum-Hypothese könnte letztlich auch erklären, warum Spukerscheinungen in verschiedenen Kulturkreisen so unterschiedlich sind: Menschen neigen dazu, Dinge, mit denen sie sich beschäftigen, nachts in ihre Träume einzubauen. Und wer vor dem Einschlafen Vampirromane verschlingt, muss sich nicht wundern, wenn nachts ein untoter Blutsauger an seinem Bett erscheint.

Stand: 2016

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