„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Auslandsjahr in Panama

Beweggründe:

 

2011 – ein milder Winterabend. Ich gehe spazieren. „In einem halben Jahr wirst du nun 10 Jahre, mehr oder weniger ununterbrochen, in der Schule verbracht haben“, schießt es mir durch den Kopf. Die Schule bestimmt, wann ich aufstehe, wann ich esse,  und was die richtigen Antworten auf wohl wichtige Fragen sein sollen. Durchdogmatisierte Dauerschleife.

 

In einem halben Jahr werde ich im gleichen Klassenzimmer auf dem gleichen Stuhl sitzen, wie heute Mittag. Um im Laufe des monotonen Unterrichtsgeschehens wieder Wissen in mich hineinzufressen, dass ich nach der Arbeit Großteils wieder vergessen werde.

 

Die Schule gibt mir Sicherheiten und nimmt mir Freiheiten. Ein vorhersehbares Alltagsleben im Allgemeinen lässt mich passiv werden. Und die Zukunft unterscheidet sich für einen kaum mehr von Gegenwart und Vergangenheit, wenn sie vorhersehbar wird.

 

Doch es ist eine Entscheidung (wenn auch meist eine unbewusste) sich leben zu lassen. Man hat die Wahl. Ich will etwas dagegen tun. Irgendwie. Irgendwie ausbrechen..

# die Sehnsucht in ihm wurde wieder wach,
noch einmal voll von Träumen sein, sich aus der Enge hier befrei'n,
er dachte über seinen Aufbruch nach, seinen Aufbruch nach...

 

(Aufgeführter Gedankengang stellte einen von mehreren Beweggründen dar, aufgrund dessen ich mich überhaupt erst bei der Organisation AFS für ein Auslandsjahr beworben habe.)

Deutschland:


Diese Entscheidung treffe ich nun relativ spät, weshalb ich recht froh sein kann als sogenannter „Late Bird“ noch auf ein  „Auswahlswochenenden“ zu kommen.* Auf diesem ersten Wochenende selektiert AFS durch diverse Verfahren quasi die Menschen aus, die nach der Meinung ihrer Mitarbeiter für ein Auslandsjahr geeignet seien.


Ich werde als geeignet empfunden und gehe daraufhin noch auf 2 weitere „Vorbereitungswochenenden.“


Diese verlaufen ebenfalls glatt und machen allesamt viel Spaß. Was jedoch noch ein Problem darstellt, ist die Frage wie und ob ich die durch das geplante Auslandsjahr entstehenden Unkosten tragen kann.

AFS stellt uns ein zeitliches Ultimatum, bis zu dem wir sicher zusagen oder eben doch noch abspringen sollen. (Was verständlich ist, da bereits im Vorfeld ja noch viel Organisatorisches laufen muss.) Noch wenige Tage, bevor ich AFS diese schriftliche Zusicherung schicken muss, bin ich mir nicht sicher wie ich mein Auslandsjahr finanzieren soll. Doch ein paar Tage vor der großen Entscheidung liegt die Bestätigung der „Baden-Württemberg-Stiftung“ im Briefkasten.                                                

Als einer von nur 2 Menschen im Bundesland darf ich dieses Teilstipendium in Anspruch nehmen.


Glücklicher Zufall oder Wink des Schicksals – die Tore zu meinem Auslandsjahr stehen damit offen.

Tschüss alte Welt:

 

Am 29.Juli 2011 geht meine große Reise dann schließlich los. Um 0:30 Uhr stehe ich auf, lade meine Koffer in unser Auto und fahre mit meiner Familie zum Frankfurter Flughafen. Dort genieße ich noch die vorerst letzten Minuten mit meiner Familie, bis der endgültige, tränenreiche Abschied kommt.

 

Mit meinem guten Kumpel, Lukas Wieth (Spitzname: Lugges), einem lachenden und einem weinenden Auge fliege ich schließlich über Madrid in eine unvorhersehbare Zukunft

- nach Panama.

- Aeropuerto de Madrid Barajas -
- Aeropuerto de Madrid Barajas -

Nachdem es vom imposanten Madrider Flughafen in eine recht komfortable Maschine der spanischen Airline geht, weicht der anfänglichen Aufregung schließlich doch die Ermüdung.  

Mit halb offenen Augen entdecke ich einen 15 seitigen Brief in meiner Jackentasche. Absender: Engel

Während sich der bisherige Flug noch irgendwie wie ein Urlaubsflug angefühlt hatte,  realisierte ich mit dem Lesen von Marleens Zeilen nun die Tragweite meiner Entscheidung.

Gänsehaut und große Emotionen überfallen mich.

Hallo neue Welt:

Wie viel Uhr es ist, als unser Flieger in Panama landet, vermag ich nicht zu sagen (Handy Akku leer, Zeitverschiebung, Jetlag).  Was mir zuerst durch den Kopf geht, als wir aussteigen: „Oh, wie schwül ist Panama.“ Im Laufe meines Auslandsjahres werde ich noch feststellen, dass selbst die meisten Panamaer/innen mit dem tropischen Klima, insbesondere der hohen Luftfeuchtigkeit, zu kämpfen haben.

Nach der durchweg proportionierten Flughafenwelt geht es nun mit dem Bus gen Panama City.

Es dürfte inzwischen nach 18 Uhr sein. Meine Augen schweifen aus dem Busfenster und erspähen ein traumhaftes Bild von Palmen und Meer im Sonnenuntergang.  Dieses weicht allmählich einem Meer von Wellblechhütten, das leider nur für das Auge am Horizont endet. Als wir jedoch Richtung Innenstadt kommen, bietet sich uns ein komplett konträrer Anblick. Eine atemberaubende Skyline schlängelt sich an der Pazifikküste, um die sich der Schleier der Nacht legt, entlang.

„Hier werde ich ein Jahr verbringen.. WOW!“

Hochhäuser, deren Etagen sich um die eigene Achse drehen lassen und Limousinen, die hintereinander im Stau stehen geben mir eine erste Ahnung von dieser „anderen Seite“ Panamas.      Eine Seite, die in einem verschwenderischen Reichtum lebt, den man sich selbst in Deutschland wirklich schwer vorstellen kann. Die Millionenmetropole Panama City, mit ihrem unverkennbaren historisch-amerikanischen Federstrich,  könnte im Vergleich zum Rest des Landes gegensätzlicher wohl kaum sein.

Zwirbeldirbel
Zwirbeldirbel

- Bild entstand erst Monate nach meiner ersten Nacht in Panama.

Nach einer kleinen Rundfahrt kommen wir schlussendlich in ein, auch auf den zweiten Blick, recht anschauliches Hotel. Nachdem wir den nötigen Papierkram mit unseren AFS-Volontären hinter uns bringen, schmeißen  ich und Lugges unsere Koffer ins Hotelzimmer und springen in unsere Badehosen und daraufhin mit den anderen Austauschschülern in den Pool auf dem Dach unseres Hotels.

Meine erste Nacht in Panama feiere ich mit gleichaltrigen aus aller Welt, unter freiem Nachthimmel, mittendrin zwischen den Glaßfassaden der Weltbanken.  

Gelungener Start in das beste und wichtigste Jahr meines bisherigen Lebens!

1. primera familia

Nach 2 weiteren Tagen (und einer weiteren schlaflosen Nacht) mit AFS trennt sich die bunte Mischung angehender Austauschschüler aus aller Welt schlussendlich auf.

Für jeden von uns geht es von nun an „alleine“ weiter - zu unseren Gastfamilien!

 

Am „Terminal de David“ lerne ich meine Gastfamilie, eine alleinstehende Frau (Lehrerin) und meine Gastschwester, 15 Jahre alt, kennen. Zuhause angekommen mache ich noch Bekanntschaft mit unseren 5 Hunden, unserem Papagei und den unzähligen Hühnern.

 

Wir wohnen in Bugaba (in der Nähe von David), in der Provinz Chiriqui.

Bugaba gehört zu den ärmsten Gegenden in Panama. Meine neue Heimat sieht aus, wie man sich in Deutschland wohl ein Slum vorstellt. (Nur mit riesigen Palmen und sonderbaren Pflanzen.)

 

Ein paar Tage nach meiner Ankunft höre ich, wie eine Panamaerin Bugaba als „segundo São Paulo“, zu Deutsch: “zweites São Paulo" bezeichnet. (São Paulo ist als eine der gefährlichsten Städte der Welt bekannt.)

Spaßeshalber erwidere ich, dass Atlantis die einzige Stadt sei, die dazu verdammt ist, auf ewig Untergrund zu bleiben und in mir seit je her ein unverbesserlicher Optimist steckt (- was stimmt).

 

Doch sie wird mit ihrer Bezeichnung nicht ganz Unrecht behalten. Die Umstände, in denen ich von nun an lebe sind wahrhaftig sehr hart:

1.1. Umstände

Neues Zuhause:  Ein Weg aus Sand und Matsch führt zu unserem Haus.

Eine Art Wellblechhütte, die aus ein paar wenigen Zimmern besteht und von Stacheldraht umgeben ist. Mein Zimmer gefällt mir. Es ist nach den Farben der jamaikanischen Nationalflagge bestrichen und ein Bob Marley Poster hängt an der Wand.

 

Sprache: Meine Gastmutter spricht genauso Englisch, wie ich anfangs Spanisch – gar nicht. Zum Glück lerne ich Paola kennen. Sie ist eine lebensfrohe, 24-jährige Studentin und meine beste Freundin hier. Ich unternehme viel mit ihr und kann mit ihr Spanisch lernen. Im Gegenzug dazu helfe ich ihr, ihr Englisch zu verbessern. Wenn mein Spanisch besser ist, wird mich Paola mal auf dem Radiosender in David, bei dem sie jobbt, interviewen.

 

Gastfamilie: Auf dem AFS-Papier habe ich eine Gastmutter und eine Gastschwester.

Diese sind jedoch ständig außer Haus, ohne mir vorher Bescheid zu geben, zu sagen, wann sie denn wieder kommen oder mich über sonstwas in Kenntnis zu setzen.

Ohne mit mir über irgendwas zu reden.            

Die Zeit, in denen sie da waren blockierten sie  geradezu meine Versuche Kontakt zu knüpfen. Exemplarisch sei hier genannt, dass ich es nach 2 Tagen in Bugaba bereits irgendwie komplett alleine und quasi ohne Sprachkenntnisse arrangieren muss, nach David zu kommen um mir dort eine Schuluniform zu kaufen, die ich an meinem ersten Schultag nun mal brauche. Ich frage mich des Öfteren, weshalb meine Gastmutter überhaupt einen Austauschschüler aufgenommen hat.      

Da wir kein Auto haben, fährt uns meist mein Gastonkel in die Schule. Dieser gibt regelmäßig einem Mann, der in immer dergleichen Gasse wartet, relativ viel Geld. Daraufhin ist er oft verängstigt und möchte nicht darüber reden, was soeben war. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es Schutzgeld sein könnte..

 

Hygiene: In der Theorie habe ich (eiskaltes) Wasser. Was mir nicht viel bringt, da in der Praxis die meiste Zeit keines aus dem Hahn kommt. Somit heißt es, den nächsten Regen abwarten. Mit dem gesammelten Regenwasser werden dann Kleider, Geschirr und Körper gewaschen.                                                                                                                              

# Ich habe mir aber vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird. Und kann mittlerweile selbst darüber lachen, wenn ich mir sage dass ich nun schon kein Gel mehr brauche, um meine Haare zu verschmieren.

 

Internet:  Habe ich in der Theorie auch. Jedoch versagt hier die Theorie wieder mal in der Praxis. Ein paar (wenige) Male habe ich Internet. In der Regel funktioniert es jedoch schlichtweg nicht.

# Ich habe mir aber vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird. Dass ich hier gezwungenermaßen „offline“ bin, hält mich davon ab allzu stark in der „alten Welt“ zu verweilen. Und wenn was Wichtiges anliegt (z.B.: Rundbrief schreiben), gibt es ja ein Internetcafé in der Nähe.

 

Essen / Haushalt:  Waschen, kochen, bügeln, rauswischen, einkaufen usw. muss ich selbst. Frühstück gibt es grundsätzlich nicht und man erwartet nun bereits nach geringer Zeit von mir, dass ich selbst zu Mittag koche. Bis jetzt werden immer Reis mit Bohnen und Leitungswasser erwartet. Im Kühlschrank gibt es Leitungswasser und Milchpulver, mehr  nicht. AFS untersagt es uns, von dem Leitungswasser hier zu trinken. Da ein ungewohnter, europäischer Magen für gewöhnlich Durchfall und Magenschmerzen davon bekommen soll.  Doch ich habe keine große Wahl, denn irgendwas muss ich trinken. Und es bekommt mir glücklicherweise recht gut.

 

Gegen Ende der ersten 2 Monate gibt es jeweils 2 und 3 Tage kein Essen im Haus. 

Mir wird gesagt, dass die Familie schlichtweg kein Geld mehr übrig habe.

# Ich habe mir aber vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird. Von ein paar Tagen ohne Essen komme ich (noch) nicht um.

 

Und so tröste ich mich damit, dass ich wohl zu der Minderheit gehören werde, die während ihres Auslandsaufenthaltes nicht zunimmt.

                        

Fitnessstudio: An meinem ersten Tag bekomme ich Amphetamine und Steroide angeboten. Ich lehne ab und meine Entscheidung wird akzeptiert.

 

Kampfsportart: Unbedingt will ich in meinem Auslandsjahr wieder anfangen, eine Kampfsportart auszuüben. In meiner Nähe ist eine sehr heruntergekommene Kampfsportschule und so gehe ich von Taekwondo über Kickboxen zu UFC über.

 

Bei den Kämpfen stecke ich ungleich mehr ein, als ich gegenüber meinen durchweg über 23 Jahre alten und oft kriminellen Trainingspartnern austeile.

 

# Ich habe mir aber vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird. Und es gibt nun mal keine bessere Motivation, als bessere Gegner und bittere Niederlagen. Also sage ich meinen Trainingspartnern bewusst, dass sie keine Rücksicht auf mein Alter nehmen sollen und mache mir mit gezeigter Härte immer mehr Freunde. Zumal so ein Kampf angesichts allen Belastungen und Strapazen etwas sehr befreiendes ist:

 

„Wenn der Kampf vorbei war, war nichts gelöst, aber nichts war von Bedeutung.“

- Fight Club

 

Schule: Wenn die Englischlehrerin so viele Fehler in einen Satz verstaut, dass es selbst mir auffällt oder der Klassenlehrer meint, in Deutschland leben nur Nazis, beiße ich mir auf die Zunge. (Ich wurde auch bereits mit dem Hitlergruß begrüßt. Komischerweise werde ich aufgrund dieser Vorurteile jedoch nicht komisch behandelt.)

 

Das Niveau des Unterrichtsstoffes ist relativ niedrig angelegt. Ich habe das Gefühl, dass die Jugend hier primär auf ein humanes Sozialleben, und nicht auf ein erfolgreiches Berufsleben vorbereitet werden soll. Ein sozialer Treffpunkt, damit kein (noch größerer) sozialer Brennpunkt entsteht – wenn man denn so will.

 

Und diesen Ansatz kann ich nur befürworten! Einem Mitschüler fehlen 4 Finger und Teile des Muskelgewebes seiner rechten Brust. Ich spreche ihn darauf an und er meint leise und ängstlich zu mir, dass er den falschen Leuten unter den falschen Umständen begegnet ist. Ein paar Schüler aus anderen Klassen sind vor kurzem mit Waffen in die Schule gekommen

 

Mich belastet es sehr, soviel Leid zu sehen und dabei so hilflos zu sein. Ich könnte versuchen Kinder, die vor meinen Augen am Straßenrand elend zu Grunde gehen, durch zu ernähren. Doch spätestens in einem Jahr, wenn ich zurück nach Deutschland muss, wird wieder alles beim alten sein. Ich kann lediglich Auswirkungen bekämpfen, keine Ursachen.

 

# Ich habe mir aber vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird. Und so geselle ich mich zu in den Schulpausen zu den Außenseitern unserer Schule und habe stets ein offenes Ohr für sie. Und bin nun mit Paola in der städtischen Gemeinde tätig, innerhalb derer ich mit Tafeln, Unterkünften und Leseunterricht den Ärmsten hier im Rahmen meiner Möglichkeiten zu helfen versuche.

nach 2 Wochen spanisch "durfte" ich mich dann vor  der kompletten Schule vorstellen.
nach 2 Wochen spanisch "durfte" ich mich dann vor der kompletten Schule vorstellen.

Notfall:  Theorie: Falls größere psychische oder physische Probleme auftreten, sollen wir uns als letzte Hilfe jederzeit und immer an die jeweilige Provinzverantwortliche wenden können.

Praxis: Die meiste Zeit über habe ich kein Handynetz. Um das Haustelefon benutzen zu dürfen muss ich vorher fragen und für jede telefonierte Minute einen bestimmten Betrag bezahlen.

Meine Gastmutter und die zuständige Provinzverantwortliche sind sehr gut miteinander befreundet. Wenn ich nun berichte, dass ich seit Tagen nichts zu essen habe oder dass ich auf der Straße mit einem Messer bedroht wurde, leugnet meine Gastmutter das dem so sein kann.

So glaubt die Provinzverantwortliche eher ihrer guten Freundin, als mir verwöhnten Europäer.

Oft entstehen dabei auch Geschichten über mich, die schlichtweg falsch sind.

# Ich habe mir aber vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird..

1.2. ein exemplarisches Erlebnis:

Schlussendlich zeigen meine Überredungsversuche Wirkung und meine Gastmutter erlaubt mir Lukas in Rio Sereno zu besuchen. Ich bin froh, auf dem über 80 km langem Fahrweg stets richtig und rechtzeitig um zu steigen. Ich weiß nicht, an wen ich mich wenden könnte, wenn ich mich nachts irgendwo unbekanntes wiederfinden würde.

 

Als ich in Rio Sereno ankomme, treffe ich Lukas in einer Art Jugendraum. Mit feuchten Augen liegen wir uns in den Armen. Es gibt viel zu erzählen..

 

Am darauffolgenden Tag springen wir noch vor Sonnenaufgang auf den Hinterlader eines Jeeps. Wir wollen Tagelöhnern – großteils Indos – bei der Bananenernte helfen. Bezahlt werden diese vom Landbesitzer – Lukas Gastonkel – der unseren Jeep fährt.   Nach einer langen Fahrt kommen wir zu der Unterkunft der Arbeiter. Diese gleicht einem Rohbau, da selbst Tische und Betten einzig und allein aus Beton bestehen. Wasser, Strom oder dergleichen gibt es nicht. Als wir hinein gehen treffen wir auf sehr viele „Ureingebohrene“, die hier während der Erntezeit allesamt auf engstem Raum ihr Dasein fristen.

 

(Dabei waren diese Menschen mal frei und glücklich. Jetzt werden sie behandelt wie Tiere. Dieser Umstand ist wichtig, um ihre radikale Vorgehensweise bei den Aufständen nachvollziehen zu können.)

Mit dem Buschmesser gehen wir durch die Plantagen, hacken die Bananenstauden ab und schmeißen diese auf die Straße zu Haufen, die vom Jeep regelmäßig abgeholt werden.

Auf diversen anderen Plantagen ernten wir noch die ausgefallensten anderen Dinge.

Gegen Nachmittag bieten die Indos uns an, uns als Dank für unsere Hilfen durch den Dschungel zu führen, der direkt an den Plantagen angrenzt.

Durch ihr wahres Zuhause.-

 

Es ist genauso wie im Film. Mit Buschmessern hacken wir uns durch Holz und Liane, während sich über unseren Köpfen Affen zwischen den Baumwipfeln entlang schwingen. 

ich mit Buschmesser.
ich mit Buschmesser.
"Spätzlespresse"
"Spätzlespresse"

Nachdem wir für Lukas Gastfamilie noch Linsen und „Spätzle“ (schwäbisch-kulinarische Spezialität) gekocht haben, gehen wir zur späten Nacht auf ein Dorffest. Dieses ist genauso faszinierend, wie man sich Süd/mittelamerikanische Feste vorstellt. Wir erleben exotische Tänze, viel Feuerwerk und eine sinnlose, aber hochansteckend gute Laune der Teilnehmer, die nicht allein von ihrem enormen Alkoholkonsum hehr rührt.

 

Nach wenigen Stunden Schlaf wachen wir erneut bereits vor Sonnenuntergang auf.

Mit Lukas Gastcousine gehen wir auf Quadtour.

Zunächst fahren wir nach Volcan, von wo aus eine unvergesslich geniale Tour startet.

Nach geraumer Zeit finden wir uns auf einem schmalen Pfad auf den Bergen Costa Ricas wieder. Die Bergadler fliegen mit uns, während uns seitlich manchmal kein Meter vor einer hunderte Meter tiefen Schlucht trennt.

 

# Angst um das eigene Leben intensiviert das Lebensgefühl ungemein.

 

Nach vielen Stunden durch die unterschiedlichsten Landschaften sind wir an unserem Ziel angekommen. Der (hier) berüchtigte Affenwald. Unzählige Exemplare dieser Affenart kreischen und hüpfen herum, während wir von den steilsten Hängen in die Flüsse der Täler rein fahren. (Davon existieren noch Videos. Falls ich diese doch noch irgendwie auftreiben kann, lade ich sie hier hoch.)

1.3. Ende

Einige Zeit nach meiner Ankunft in Bougaba hat mich Paolas Bruder seinen Onkel vorgestellt. Ich lernte ihn als „Señor Aleman“ kennen. Er arbeitet in einer Modellagentur und Paolas Bruder fungiert als eine Art unbezahlter Modellscout.

 

Señor Aleman war gleich begeistert von mir und bat mir an für ihn als Modell zu jobben.

 

Ich habe mein Äußeres noch nie als besonders hübsch empfunden und habe eine ganz gesunde Selbsteinschätzung (so schätze ich mich ein..).

Jedoch genügt es in Südamerika bereits weißhäutig, einigermaßen schlank und „blond“ zu sein und das Äußere gilt als ästhetisch (dabei ist jede Haarfarbe blond, die nicht komplett schwarz ist).

Was ich jedoch schon immer war ist dankbar für neue Erfahrungen. So nahm ich dankbar die ersten kleinen Arbeiten auf, lernte Leute kennen und durfte exquisite Partys besuchen (Mehr dazu gleich).


Den Vertrag darf ich nun jedoch nicht unterschreiben, da AFS es untersagt regelmäßige Arbeit gegen Entgeld zu verrichten.

Dieses Wochenende gehe ich mit Paola und ein paar Anderen, die ich über Paolas Bruder kennen gelernt habe, in einer Diskothek in David feiern. 

An manche Dinge gewöhnt man sich. In ein paar Stunden von dem Elend Bougabas in eine dekadente Edeldisko zu kommen, an solche Dinge habe ich mich nie ganz gewöhnt.

Auch das mit schwingende, schlechte Gefühl dabei relativiert sich nicht.

Manchmal denke ich mir, ich könnte ein paar Kindern auf der Straße finanzielle Unterstützung und somit ein besseres Leben bieten. Doch somit könnte ich ihnen lediglich ein Jahr lang helfen und danach würden sie wieder genauso grausam weiter leiden.      

Ich kann hier und jetzt Auswirkungen bekämpfen, jedoch keine Ursachen.  

Einmal mehr fasse ich den Entschluss, mit meinem kurzen Dasein auf dieser Erde meinen kleinen Beitrag für eine bessere Welt leisten zu wollen.

                                        

Wir werden von der Tanzfläche in einen abgesonderten Raum geladen.      

Ich versuche einfach mal ab zu schalten – den Abend zu genießen. Einfach mal sein lassen. Doch ich schaffe es nicht.

 

Meine „Freunde“ wetten mit Unmengen an Geld um das sportliche Highlight des Jahres in Südamerika – El Clasico: Real Madrid vs. FC Barcelona. Man bekommt ausgefallene Speisen und viel Alkohol aufgetischt und frönt dem promiskuitivem Sexualverhalten.

Einmal mehr merke ich, dass in mir eine tiefere Sehnsucht steckt.

Nach mehr als dies rein oberflächliche, materielle.

Nach mehr..

 

# Dieses Wochenende wird mir in Erinnerungen bleiben.

Es soll das letzte in Bougaba sein.

 

Ich spreche bereits seit mehreren Wochen (im Rahmen des mir möglichen) mit meiner Bezirksverantwortlichen, AFS-Panama und meinen Eltern in Deutschland über meine problematische Situation, die sich in vielerlei Hinsicht mit der Zeit verschärft. Von Seiten meiner Austauschsorganisation habe ich nur immer wieder gehört, ich solle noch ein paar Wochen warten.

 

Jetzt stehe ich vor meiner Bezirksverantwortlichen, die mir vorwurfsvoll sagt, ich werde die Gastfamilie wechseln und solle in 7 Stunden meine Koffer gepackt haben..

Es war wahrlich keine „Liebe auf den ersten Blick“ zwischen mir und meinem neuen Umfeld. Auch der zweite ließ keine Schmetterlinge in meinem Bauch flattern.

 

Da ich nicht bereit war, Raupen zu schlucken, fing ich an diese neue Welt begreifen zu wollen. Zu begreifen, warum sie eben so Handeln und Denken. Was sie zu ihren Werte, Norm und Moralvorstellungen brachte. Das half mir, Verständnis gegenüber der Andersartigkeit auf zu bringen. Und sogar eine Affinität gegenüber der Einzigartigkeit zu entwickeln (siehe „Verständnis“).

 

Ich fühlte mich hier manchmal wie in einer anderen Welt. Auch man selbst wird durch die neuen Erwartungen und Umstände, die auf einen einwirken ein Stück weit zu einer anderen Persönlichkeit.


Mit der Zeit habe ich erfahren, was in der westlichen Welt zwar lautstark geäußert wird, aber wonach kaum einer lebt – Geld macht nicht glücklich.                                                                

Ich war gezwungen ohne  gewisse Dinge, die mir zuvor essentiell erschienen, zu leben. Und bald vermisste ich die meisten davon gar nicht mehr. Schlussendlich waren es die ideellen Dinge wie das Gefühl geliebt zu werden oder Verständnis, nach denen ich mich sehnte. Nicht die materiellen.

Der Begriff der Notwendigkeit bekam für mich eine komplett andere, geringere Dimension.

 

Während der Zeit in Bougaba habe ich viele Erfahrungen machen dürfen, die ich nicht missen möchte.  Aber auch nicht unbedingt noch einmal erleben muss.

1.4. Transfer

Ich lebe mittlerweile bei José David, einem AFS-Mitarbeiter, in einem Haus im Vorort von Panama City. Tagsüber halte ich mich im AFS-Büro auf und gehe ab und zu mal in die Innenstadt. Hier verweile ich, bis eine neue Gastfamilie gefunden ist.

In anderen Ländern hält sich AFS stets Gastfamilien auf „Reserve“ frei.  

AFS-Panama hat kein Maximum an Austauschschülern die aufgenommen werden festgelegt, sodass einige sogar zum Zeitpunkt ihrer Ankunft in Panama noch ohne Gasteltern waren. Dies spült zwar mehr Geld in die Kassen der Organisation vor Ort, ist für uns Austauschschüler jedoch recht suboptimal.

 

Mir schlägt seitens AFS sehr viel Kälte, bis Ablehnung entgegen. Tagsüber im Büro und dann bei José David.

Dies liegt wohl u.a. daran, dass ich und meine „echten“ Eltern uns aufgrund vieler „asozialen Aktionen“ (auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte) seitens AFS-Panama gegenüber mir und anderen Austauschschülern (die sich jedoch nicht wehren) u.a. bei AFS-Deutschland gemeldet haben.

 

Auch wenn sie es nicht aussprechen, hassen sie mich hier dafür und das lassen sie mich in Kleinigkeiten spüren. Ich versuche dies zu ertragen und schaffe es ihnen gegenüber weiterhin freundlich zu sein. Doch die Situation bedrückt mich sehr.

 

Schließlich erfahre ich, dass eine neue Gastfamilie in Cerro Punta gefunden wurde. Wie ich dorthin komme, sei mein Problem. So fahre ich vom Süden Panamas bis in den Norden nach Cerro Punta. Ich bin froh irgendwie immer richtig von Bus zu Bus um zu steigen und nicht beklaut zu werden. Als ich schließlich erschöpft mit meinem Gepäck vor einer Apotheke in Cerro Punta stehe fühle ich mich allein.

 

Alleingelassen von AFS. Alleingelassen von Señora Sarina, (Bezirksverantwortliche und wohl auch Chefin von AFS-Panama) die mich seit Stunden abholen wollte und nicht an ihr Handy geht. Ich werde nachher noch erfahren, dass sie oberhalb der Apotheke wohnt.

Bild entstand während eines Ausflugs in die Altstadt Panama Citys.
Bild entstand während eines Ausflugs in die Altstadt Panama Citys.

2. segunda familia

2.1. neue Heimat

Die ersten Monate meines Auslandsjahres würde ich vielleicht mit dem Begriff Slumleben umschreiben.

 

Mein Leben in meiner zweiten Gastfamilie wird ein grundlegend anderes sein. 

Irgendwie könnte man die folgende Zeit mit dem Ausdruck „survival oft the Fittest“ umreisen. 

 

Ich wohne ein paar Kilometer abseits vom Dorf „Cerro Punta." Mein neues, recht großes und schönes Zuhause liegt ein wenig über 2000 Meter über dem Meeresspiegel.

 

Wenn ich aus dem Haupteingang des Hauses herausgehe, breitet sich vor mir die riesige Pferderanch, in der meine Gasteltern arbeiten, aus. Dieser unglaublich große Komplex aus Weiden und Stallungen beherbergt einige der erfolgreichsten Vollblüter weltweit (durch die gemäßigten Temperaturen und der niedrigen Luftdichte entwickeln diese hier eine enorm hohe Lungenkapazität).

 

Auf der anderen Seite des Gestüts beginnt der Urwald.

- Ich, auf einem Pferd reitend, das öfters Wettkämpfe in den USA absolviert.-
- Ich, auf einem Pferd reitend, das öfters Wettkämpfe in den USA absolviert.-

„Hinter“ dem Haus erstreckt sich die Talamanca-Gebirgskette und dahinter Costa Rica.

 

Meine Gasteltern heißen Miguel Gutierrez (Familienname) und Silvia Santiago*. Meine Geschwister Luis, Paco und Alejandra.  (*Meine Gastmutter ist gebürtige Mexikanerin).

 

Entgegen der allgemeinen Vorstellung von einer südamerikanischen Familie ist der familieninterne Umgang hier sehr kalt, elitär und von gegenseitigen Erwartungen geprägt.

 

In Panama spricht man Dinge generell nicht gerne offen an. Und so kommt es, dass mir immer wieder indirekt aber unmissverständlich signalisiert wird, dass ich eine weitere Belastung bin und diese durch meine Arbeitskraft doch wieder wett zu machen habe.

2.2. Zweitwohnsitz

Meine Familie besitzt noch ein zweites, wenngleich auch um einiges kleineres und heruntergekommeneres Haus, in dem wir manchmal mehrere Wochen lang leben.

     

Hier befinden wir uns irgendwo im Nirgendwo – die nächsten Menschen wohnen einen guten Tagesmarsch entfernt von uns.

 

Während der Zeit, in der wir in dieser Art „Zweitwohnsitz“ leben, versorgen wir uns selbst.           Tagsüber helfe ich meiner Gastfamilie bei der Arbeit auf ihren anliegenden Kuhweiden und Fincas („Plantagen“). Wir leben also fast vollkommen autark.

 

Neben diesem Haus verläuft eine Straße, deren Mittelstreifen die Grenze zu Costa kennzeichnet.

Durch meine Arbeit komme ich hier „sehr viel rum“ und durfte dadurch bereits Faultiere, Waschbären und riesige Echsen sehen.

- Der Affe auf dem Bild ist eine Art Haustier von Bekannten, die irgendwo zwischen unserem Haupt-und Zweitwohnsitz wohnen. Leider ist er den ganzen Tag lang an dem Baum rechts angekettet. -
- Der Affe auf dem Bild ist eine Art Haustier von Bekannten, die irgendwo zwischen unserem Haupt-und Zweitwohnsitz wohnen. Leider ist er den ganzen Tag lang an dem Baum rechts angekettet. -

2.3. Schule & persönliche Wandlung

Ich gehe auf eine Privatschule in Volcán. Die Stadt Volcán ist nach dem nahegelegenen, ruhenden Vulkan Volcán Barú“ benannt und nicht ganz 15 Kilometer von Cerro Punta entfernt.

 

Die Schule ist sehr elitär. Jeden Montag früh hören wir Schüler eine anormal aggressive Rede, meist von unserem Rektor mit Megafon. In dieser macht er uns immer wieder deutlich, wie "zu schlecht" wir doch sind und versucht seine Schüler durch Furcht vor Misserfolg zu motivieren.

 

Viel Liebe erfahre ich also nicht. Im Gegenteil. Von Anfang an habe ich das Gefühl, dass meine Mitmenschen mich ausnahmslos meiden wollen. Man behandelt mich merkwürdig, geradezu abschätzend.                          

Später erfahre ich über Michael*, dass Señora Sarina ihnen noch vor meiner Ankunft viele (falsche!) Dinge über mich erzählt hat. (*Pseudonym)

Mit dem Wissen um diese Gerüchte wundert es mich nicht mehr, dass man nichts mit mir zu tun haben möchte. (Mehr dazu später.)

Die gesamte Situation tut mir sehr weh. 

Ich bin oft alleine und noch öfter einsam. Alles, was mir je was bedeutet hat habe ich 8.000 Kilometer hinter mir gelassen.

Ich werde weitgehend gehasst. Und das lassen sie mich hier auch spüren.

 

# Ich fühle mich wie das ungewollte Kind dieser Erde.

Über Monate hinweg..

 

Manchmal halte ich einen Vortrag oder muss etwas an die Tafel schreiben. Da ich ansonsten aber ausgegrenzt werde, (und das Bildungsniveau trotz der  Angstreden relativ niedrig ist) fange ich an während des Unterrichtes viel zu lesen                                

 - unter anderem die ganze Bibel.

Damals war ich noch herzensüberzeugter Christ. [Ein Grund hierfür lässt sich unter „Du wirst bald sterben nachlesen.]

                                       
Nicht nur als Christ, sondern auch aus eigener Überzeugung möchte ich gleiches nicht mit gleichem vergelten. Ich möchte auch den Leuten mit Liebe begegnen, die mich hassen.

Will Señora Sarina verzeihen, sie in ihrer Situation verstehen (siehe „Verständnis“) und als Menschen mögen (hier bleibe ich leider lange hinter meinen Erwartungen zurück.)
Oft jogge ich (Training für einen Marathon, die dünne Luft macht mir zu schaffen) und schreie dabei inbrünstig gen Himmel – zu Gott, dass ich ihn preise, liebe - und brauche.

 

Ich suche Gott von ganzem Herzen und mit der selbstverständlichen Überzeugung, dass es ihn gibt – doch finde ihn nicht. Ich flehe zu Gott. Doch es kommt kein rettender Gedanke. Kein Gefühl von Trost. Nichts.

Ich suche Zuflucht in meinem Glauben – doch auch hier finde ich ihn nicht.

(Meine Kritik am allgemeinen Gottesglauben können sie unter „Contra“ nachlesen. Explizit sei in diesem Kontext auf den Punkt „Offenbaren“ hingewiesen.)

 

Es ist das erste Mal, dass ich die Bibel lese - und wird wohl das letzte Mal bleiben.

Denn es beschleichen mich immer mehr Zweifel. An allem – auch an meinem einst felsenfesten Glauben. „Das“ einschneidende Erlebnis wird nicht kommen. Und ich werde mich während meiner Zeit in Cerro Punta auch immer als Christ bezeichnen.

 

# Aber ab nun beginnt ein Prozess in mir,  hin zu einer

über große Teile grundlegend anderen Persönlichkeit.

 

*Eine lebensfrohe Natur war ich schon immer. Und ethische Ansprüche an mein Handeln auf dieser Welt hatte ich zum Beispiel auch schon seit ich denken kann. Doch ich werde u.a. selbstbewusster, überlegter und stärker durch die gesamte Situation.

 

Während dieser Zeit bin ich mir selbst ein sehr guter Freund und Weggefährte geworden.    Da ich lange sehr verlassen von allen und allem war,

habe ich gelernt mir selbst im Zweifelsfall „genug zu sein.“

Nun bin ich nicht mehr so einsam, auch wenn ich alleine bin.

(Allein-Sein ist ein objektiver Zustand. Einsamkeit ein subjektives Empfinden. Man kann sich auch unter tausenden Menschen einsam fühlen.)

 

  

Genaueres zu der geschilderten „Problematik“ – wie und warum es dazu kam

und wie sie sich genau geäußert hat  - finden sie bei dem gleichnamigen Unterpunkt in diesem Text.

 

Der Vorweggriff ist beabsichtigt. Ansonsten könnte ein falscher Eindruck entstehen, wenn sie nun von einigen „Höhen“ während der Zeit in meiner zweiten Gastfamilie lesen.

2.4. Geburtstag

Als ich meinen 16.ten Geburtstag in Serbien gefeiert habe, hielt ich es für unwahrscheinlich, dass dieser so schnell zu toppen wäre. Jetzt – genau 1 Jahr später – bin ich vom Gegenteil überzeugt.

Ich stehe mit ca. 2 Dutzend anderen Austauschschülern auf einer Tanzfläche in einer mittelgroßen Stadt nahe dem Pazifik, deren „Kommune“ sich derzeit selbst feiert.

Tagsüber haben wir am Strand gefeiert und vor kurzem haben wir einen Stierkampf besucht.     

 

Es bedurfte viel Zeit, Versprechungen und Überredungskunst die Erlaubnis meiner Gasteltern für diesen Trip zu erlangen. In 4 Tagen fährt unser Busfahrer wieder zurück. Wo wir bis dahin schlafen oder essen wollen, weiß keiner aus der Gruppe.

 

Einfach rauskommen - Alles Mal Sein lassen. Dieses - zugegebenermaßen Recht gefährliche – Unterfangen tut uns allen jedoch ersichtlich gut.

2.5. Dschungel,..

Da er quasi vor der Haustür liegt, bin ich recht oft und lange im Dschungel unterwegs.

Oft mit 2 Straßenjungen aus Cerro Punta. Keiner von beiden besucht die Schule (beides Analphabeten). Womit oder wie sie den morgigen Lebensunterhalt bestreiten wollen, wissen sie heute noch nicht.

 

Auf einer gewissen Weise beneide ich sie..

 

Im Folgenden werde ich den Verlauf 2er besonderen Touren genauer schildern – meine zwei „persönlichen Highlights aus dem Dschungel.“

2.5.1. .., die 1.te

Es ist früh am Morgen, als wir schließlich an den Mammutbäumen ankommen. Allmählich bahnen sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch die hohen Baumwipfel runter zu uns. Der schwache Wind spielt mit dem bunten Schwanzgefieder der Vögel, die sich ihre Behausungen in die massiven Stämme geschlagen haben.

Ein leichter Nebel zersetzt die Landschaft.

 

Begleitet wird das Ganze von immer mehr zarten Vogelgesängen – was die mystisch, schöne Atmosphäre perfekt macht.

Nach nicht mal einen Tag erreichen wir einen 2500 Meter hohen Berg.

Wir holen die nötige Ausrüstung aus dem Gepäck und klettern den teilweise fast senkrechten Berghang hinauf.

Als wir den Berggipfel erreichen, bietet sich uns ein Ausblick, der alle vorrangegangenen Strapazen wettmacht.

Hier ruhen wir uns erst mal eine Zeit lang aus. Dann beginnen wir mit dem Abstieg – an dem gegenüberliegenden, flacheren Hang.

 

Unten angekommen finden wir uns im tiefsten Dschungel wieder.

Auf unseren Touren lerne ich, wie man im Dschungel sicher nächtigt, Wunden desinfiziert, mit Stöcken und Lianen Knochenbrüche bandagiert und eine Blattfalttechnik kennen, um Wasser zu filtrieren (ob letzteres tatsächlich klappt, weiß ich nicht genau. Magenbeschwerden habe ich jedoch echt nie.)

 

Hier in Panama lerne ich nichts für die Schule.

Doch so viel für´s Leben!

 

Nach geraumer Zeit kommen wir in zu einem riesigem Sumpfgebiet. Man erklärt mir, wohin ich meine Schritte getrost setzen kann und welcher Schritt mein letzter sein könnte. Ich habe die Indikatoren im Kopf und überlege mir vorsichtig jeden Schritt genau.  

Dennoch bin ich mehr als froh, als wir heil aus diesem Sumpfgebiet herauskommen.

 

Wir hacken uns mit dem Buschmesser die letzten Meter durch den dichten Dschungel, bis wir schlussendlich an unserem großen Reiseziel ankommen: Ein relativ imposanter Wasserfall, der bei den Ureingeborenen hier einen heiligen Status innehat. 

Nun heißt es die gleiche Strecke, wenngleich auf einem etwas anderem Weg, noch einmal zurück laufen. Zurück nach Cerro Punta..

2.5.2. .., ..die 2.te

Mit der linken Hand taste ich nach meinem Handywecker und schalte ihn aus. 3 Stunden nach Mitternacht. Ich und Lukas haben bereits in der nötigen Kleidung geschlafen und so müssen wir nur noch nach unseren Rucksäcken greifen und springen mit meinen Gastgeschwistern schon auf den Jeep, der vor dem Haus wartet.

 

Wir fahren nach Penonomé, der wunderschönen Hauptstadt Coclé´s und von da aus irgendwo ins Nirgendwo.

Hier lässt uns der Fahrer des Jeeps aussteigen. Wir laufen über eine Brücke gen Dschungel. Unser Ziel ist es heute noch über die bergige Dschungellandschaft vor uns nach Cerro Punta zu kommen.

 

Wir hangeln uns an senkrechten Wänden aus Stein entlang, überbrücken Flüsse, sehen riesige Schlangen, eine Vogelspinne und werden von Affen mit Nüssen und Stöcken attackiert (generell sind die Affen  hier uns Menschen jedoch wohlgesinnt.)

 

Als wir, um uns ein paar Höhenmeter zu ersparen trotz eines Warnschildes durch eine Höhle steigen – und das macht diesen Trip besonders – treffen wir auf einen schlafenden Puma. Voller Adrenalin schleichen wir uns möglichst unauffällig zurück zum Höhleneingang.

2.6. Isla Coiba

Die Zeit auf Isla Coiba ist bisher eines meiner, wenn nicht gar mein schönste Erlebnis in Panama. Der Nationalpark Coiba liegt relativ weit entfernt von der Westküste Panamas mitten im Pazifik und ist nach der gleichnamigen Insel benannt. Isla Coiba ist die größte amerikanische Insel im Pazifik und mit den weiteren 38 Inseln noch ein kleines Paradies.

 

Ein Paradies, wie man es sich schöner wahrlich schwer vor zu stellen vermag. Als wir mit dem Schnellboot auf Isla Coiba ankommen, erwartet uns ein nahezu endlos-und weißer Strand, von dem uns in unseren Schlafhütten nur die Palmen trennen.

 

Inmitten der Insel befindet sich eine Art kleiner Tümpel, in dem ein Krokodil „ungesichert“ wohnt. Dieses dürfen und sollten wir füttern.  Denn Appetit hat es immer, wirklich Hunger sollte es eigentlich nie bekommen.

Mit unseren Booten gelangen wir auf viele kleinere Inseln, für die mir die Worte fehlen.

Wir gehen sogar Korallrifftauchen. Ich ertauche stundenlang das 335 Hektar große Bahia Damas Riff und lebe zwischen den wunderschönsten Fischen, Korallen und anderen Lebewesen, die man sonst nur vom Fernsehen kennt.

 

Der Aufenthalt auf der ehemaligen „Gefängnisinsel“ ist ein ganz besonderes Erlebnis. Von 1918 an war dies hier eine Strafkolonie mit zwischenzeitlich bis zu 3.000 Gefangenen. Die immer noch um der Insel herum lebende Haischwärme (der Nationalpark Coiba zählt 33 Haiarten) sicherten das relativ gitterfreie Arbeitslager.

 

Abends feiern wir mit unseren Reise(beg-)leitern und Discounter-Wein aus dem Tetrapack.

 

Einzig unser Walwatching ist ein wenig enttäuschend, da erfolgslos.

 

Trotz des heftigen Unwetters halten unsere Reiseleiter am geplanten Datum der Rückfahrt fest. Und so springt der gesamte Bootskörper aufgrund der hohen Wellen und schnellen Temperatur immer wieder auf´s neue weit über dem Wasserstand in die Luft. Irgendwie kommen wir schließlich aber doch heil an der Pazifikküste Chiriquis an.

 

Hätte ich Lukas und mich auf Isla Coiba erlebt, ich hätte uns wahrscheinlich für verrückt oder sonst was gehalten. Für eine kurze Zeit waren alle Probleme vergessen und wir fanden uns in einer gesunden, aber enorm freudigen Naivität wieder.

2.7. weitere Erlebnisse

Es ist Wochenende und Lukas und ich wollen mit 2 Freundinnen die Sauna eines Hotels besuchen. Ein bekanntes Paar fährt heute sowieso am Hotel vorbei und ist so nett uns an der Straßen neben dem Hotel aussteigen zu lassen. Sodann stehen wir zu 4 vor dem Eingang des Badebereichs des Hotels und bemerken, dass dieser heute geschlossen hat. Während die 2 Mädchen den nächsten Bus nach Volcan nehmen, entschließen wir die Strecke nach Cerro Punta per Fuß zu bewältigen (Handynetz haben wir keins und nach Cerro Punta fahren so gut wie nie Buse).

 

Nach ein paar Kilometer müssen wir feststellen, dass uns ein für diese Gegend typischer Erdrutsch einen Strich durch die Rechnung macht. Wir laufen an einem Straßenrand, rechts von uns geht es senkrecht nach oben, links von uns senkrecht nach unten und nun hat sich vor uns ein riesiger Felsbrocken quer in die Straße geschlagen.  Nach vorne geht es nicht mehr weiter und ganz zurück laufen ist auch nicht mehr (wohin?). Das derzeitige Wetter bedingt solcherlei Erdrutsche, weswegen das Paar heute auch nicht mehr zurück fährt und wir von Hang und Straße verschwinden sollten.

 

Also laufen wir eine gute Strecke wieder zurück, bis der linksgelegene Hang niedrig genug ist, um ihn hinunter in den unten gelegenen Fluss zu steigen. Die Strömungen sind reisend und tückisch und so schwimmen und ziehen wir uns immer wieder weiter, bis wir auf größeren Steinen zu stehen kommen. Da weder Handynetz noch Aufstiegsmöglichkeit in Sicht sind, gehen wir immer weiter und fangen an ein paar Wanderlieder anzustimmen.

 

Wir finden eine Aufstiegsmöglichkeit. So kommen wir nach 11 Stunden bei meiner (wütenden) Gastfamilie an und blicken auf einen aufregenden, aber auch freudvollen Tag zurück.

Ich könnte ihnen noch vom Besuch der Ruinen einer untergegangen Hochkultur (ich meine, es waren die Inka), vom Klippenspringen, meinem Versuch mit Lasso und Pferd Kühe einzufangen oder dem Blitz, der direkt neben uns und einer Tankstelle einschlug erzählen.

 

Doch ich glaube, ich belasse es hierbei.

2.8. Problematik

„Im tiefsten Winter begriff ich endlich,

dass ich einen unbesiegbaren Sommer in mir trug.“

- Albert Camus

 

 Eine schöne Zeit ist es in meiner zweiten Gastfamilie nie. Die Umstände sind konstant miserabel, doch wie gut ich mit diesen zurechtkomme schwankt von Zeit zu Zeit.

Auch deshalb fällt es mir schwer, folgende Erlebnisse in Worte zu packen.

 

# Mit einem schlechten Spanisch ließe sich der Name meines neuen Heimatdorfes

ironischerweise mit „Nullpunkt“ übersetzen.

 

Wie bereits im Punkt „Schule“ erwähnt, waren die Gerüchte (von denen, dass ich schwul wäre, noch das „Geringste“ darstellt) schneller als ich. Kein einziger meiner Mitmenschen macht sich die Mühe, sich ein eigenes Bild von mir zu machen. Stattdessen nehmen sie die negative Lügenpropaganda fraglos an. Sogar eine deutsche Austauschschülerin macht mit. Ein gemeinsamer Feind formt Freunde.

Auch nur so etwas Vergleichbares habe ich davor und seitdem kein zweites Mal erlebt.

 

Der Leser mag sich zu Recht fragen, welche Beweggründe AFS, allen voran Señora Sarina für ein solches Handeln hat.

Ein Motiv gegen mich ist sicher, dass ich die deutsche Botschaft in Panama verständigt habe. Durch die Ignoranz und Inkompetenz, die AFS  jedem Austauschschüler zukommen lässt, sind sehr viele von uns in hochgefährliche Situationen geraten. (Im Punkt „Transfer“ werde ich dazu ein persönliches Beispiel anbringen.)

Keineswegs also aus reinem Eigeninteresse setze ich die deutsche Auslandsvertretung über die Missstände der Organisation vor Ort in Kenntnis. Im Gegenteil, nach dieser Kontaktierung schlug die Belanglosigkeit AFS-Panamas´ in regelrechten Hass um.

Wie ich später durch AFS-Deutschland erfahren werde, hat AFS-Panama schwerwiegende Probleme, deren Ursprung wohl ich bin. 

 

Mein Rücken, hinter dem bereits so viel geredet wird, fängt nun auch noch an, wohlmöglich aufgrund meines großen Wachstumsschubs, stark zu schmerzen. Abends kann ich oft partout nicht schlafen, weshalb ich gegen mein Ankämpfen in der Schule einschlafe. Daraufhin bekomme ich einen Schulverweis, woraufhin am nächsten Tag Sarina, eine Lehrerin und meine Gasteltern bei mir im Zimmer sind und mich wütend anschreien. Sie versuchen mich nicht einmal zu verstehen. Als ich mich zu kurz zu Wort melde, will mir niemand meine Rückenschmerzen abkaufen.

(Und das obwohl ich AFS-Deutschland einen ärztlichen Attest über meine akuten Rückenbeschwerden (zum Glück bin ich mittlerweile ausgewachsen) und der Dringlichkeit, dass ich regelmäßig mein Gerätetraining absolvieren kann, wovon AFS-Panama scheinbar nichts weiß, gegeben habe. Auch nachdem wir AFS-Panama diesen auf Spanisch nachschicken, sehen sie darin keine Ausrede. (Nehmen sie diese Ausführung als exemplarisch.)

 

Bevor mir Sarina wahrhaftig unter Androhungen verboten hatte, mich mit Lukas zu treffen, hatte ich hier noch eine menschliche, herzige Bezugsperson. 

 

Schlussendlich stecke ich mich noch mit einem Tropenvirus an. Der Arzt rammt mir regelmäßig eine Spritze irgendwo zwischen Becken und Backen. Der Virus ist eigentlich nur für Costa Rica bekannt und gilt als hochgefährlich (u.U. tödlich), weswegen ich schnellstmöglich von der Grenze verschwinden sollte.

AFS sieht trotz allem kein Grund mich die Familie wechseln zu lassen (falls unsereins frühzeitig nach Hause fliegt, gibt es keine Rückzahlungen und somit einen fetten Gewinn für AFS..).

 

Die Zeit hier in Cerro Punta schlug tiefe Wunden, deren Narben vielleicht nie ganz verheilen werden. Vieles kam mir früher unbeschwerter, leichter vor.

 

- Und doch war gerade diese Zeit die wichtigste meines bisherigen Lebens! - 

 

Sie hat mich grundlegend neu geformt. Lies in mir eine davor unbekannte Stärke erwachsen.

 

"And then something happened. I let go. Lost in oblivion. Dark and silent and complete.                                     I found freedom. Losing all hope was freedom. “ - Tyler Durden

 

Ich habe mir vorgenommen, dass dies hier mein Jahr wird und daran halte ich fest!

 

Nach alldem scheint es nichts mehr zu geben, dass mich brechen könnte.

2.9. Das Ende vom Trauerlied

Mein deutscher Hausarzt bekommt über meine leiblichen Eltern von meiner Virusinfektion mit. Da ich noch nicht volljährig bin, besitzt er die Macht mich nachhause zu holen. In einem Schreiben an AFS-Panama droht er schließlich damit, diese Reißleine zu ziehen, falls sie mich nicht schnellstmöglich von der costa-ricanischen Grenze weg verfrachten.

Ich will nicht nachhause. Ich bin so weit gekommen..

 

Die Zeit ist zäh. Über der deutschen Botschaft erfahre ich eines Tages, dass ich die Familie wechseln werde. Ohne den vielseitigen externen Druck wäre es wohl nie so weit gekommen.

 

Ich wohne noch ein paar Wochen bei einer alten, sehr schwierigen Dame (vom Nullpunkt auf kälteste Minusgrade..). Schließlich bekomme ich einen Anruf. Dass ich in 2 Stunden meine Koffer gepackt haben sollte. Den Bus Richtung Panama City nehme.

2.10. Transfer

Ich stehe im „Terminal de Panama City“.

AFS hat mir zugesichert, dass mich einer ihrer Mitarbeiter (José David) hier um 17.00Uhr abholen würde. Nun ist es 19.00Uhr und ich stehe immer noch. An meinem Körper mein Reisekoffer, 2 Rucksäcke und meine Laptoptasche. Ich bin müde, ausgelaugt

 

Ich rufe im AFS-Büro an. Anrufbeantworter – sie hätten geschlossen. Eigentlich müssten sie noch offen haben. Ich versuche Plinio, José und andere Mitarbeiter vom Büro an zu rufen. Keiner geht ran. (absichtlich?)

 

Zeit verstreicht. Als Austauschschüler bekommst du von AFS die Nummer eines sog. Notfalltelefons. Wenn alle Stricke reißen, soll man dort 24 Stunden am Tag anrufen können. Tuten. Anrufbeantworter. Zeit verstreicht. Nachts ist Panama-City erst recht eine hochgefährliche Stadt. Ich wünschte, ich hätte nie von den Gangs hier gehört. Ich will mir nicht ausmalen, die Nacht auf den Straßen vor dem Terminal verbringen zu müssen.

Akku fast leer. An einen Ast will ich mich noch klammern:

ich versuche den Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Panama zu erreichen, dessen Nummer im Handy eingespeichert ist. Es klingelt lange. Nervenaufreibende Zeit verstreicht.

Jetzt eine Stimme. „Hallo, hier das Telefon der deutschen Botschaft. Was kann ich für sie tun?“

 

Der zuvorkommende Mann von der Botschaft und seine Frau bieten mir ein Schlafzimmer nebst ihrer Wohnung an. Und so vollbringe ich die Nacht im 40.ten Stockwerk eines Luxushotels.

 

Am nächsten Morgen darf ich sogar in das Fitnessstudio und den Pool auf dem Dach. Von beiden Plätzen hat man einen fantastischen Meeresblick. Nur das Wetter will nicht ganz mitspielen.

Als wir gegen Mittag in das Büro von AFS-Panama fahren, findet der erzürnte Mann von der Botschaft sehr deutliche Worte.

 

Eine Erklärung bezüglich des ganzen Vorfalls wird mir AFS immer schuldig bleiben.

3. tercera familia

3.1. Suri ♥

Inzwischen lebe ich bei einer Übergangsfamilie in Panama City. Suri, meine Gastmutter, ist herzallerliebst. Sie ist freiwilliges Mitglied bei AFS-Panama. Gerade weil, so erzählt sie mir, sie von dessen derzeitigen Handlungen und Führung nicht viel hält und etwas ändern möchte. Doch nehmen sie derzeit Und Familie und Job noch zu sehr ein.                                

Und verständlicherweise ist sie Als Ehefrau und Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn auf ihren Job als Professorin an der städtischen Universität angewiesen.                                                                                   

Ihr Verständnis (sie weiß um AFS-Panama Bescheid) und ihre zuvorkommende Art geben mir (wieder) Kraft.

 

Dass ich in einer Abstellkammer auf einem Kinderbett schlafe, macht mir nichts (mehr?) aus. Tagsüber fahre ich meistens mit Suri an die Uni. Dort besuche ich die Vorlesungen, die mich interessieren und das anliegende Fitnessstudio. Und vor allen lerne ich hier schnell andere Jugendliche kennen.

 

Ich schenke meinem Fitnesstrainer meine (deutschen) Bücher und darf dafür umsonst trainieren. Er lebte eine Zeit lang in Österreich und man freut sich mal wieder ein wenig deutsch reden zu können.                                                                                                               

Über ihn komme ich zu einem panamaischen Fernsehkanalmitarbeiter, der mich frägt ob ich eine größere Spielfilmrolle spielen möchte. Und so kommt es, dass ich und meine Gastfamilie mich mittwochabends im Fernseher sehen.

 

Einmal wöchentlich spiele ich mit an AIDS erkrankten Kindern und Jugendlichen Fußball. Dazu gekommen bin ich über einen Sportlehrer an der Uni, der uns trainiert.          

Mir selbst wurde bereits eine tödliche, ärztliche Diagnose ausgestellt                  

Nun zu sehen, wie lebensfroh und zuversichtlich diese Menschen dem Ball hinterherjagen berührt und erfüllt mich zutiefst.

 

Zu dem einprägendsten Erlebnis während dieser Zeit komme ich dank meines Gastvaters. Der kennt den Anwalt des panamaischen Staatspräsidenten, den wir eines Tages in seiner hochluxuriösen Hotelwohnung eines Hochhauses besuchen.

Als ich mit ihm und einem Cocktail auf dem Balkon, Blick gen Skyline, stehe, äußere ich mich vorsichtig kritisch gegenüber der unsozialen und unökologischen Politik des Landes.   Nach außen zeigte er sich darauf recht offen und verständnisvoll. Wie er es wirklich aufnahm vermag ich nicht zu sagen.

 

Ansonsten lebe ich hier ein recht normales, amerikanisiertes Leben. Bis ich von AFS benachrichtigt werde, dass sie eine permanente, neue Gastfamilie für mich hätten. Was auch heißt, dass ich mich von meiner Übergangsfamilie, insbesondere Suri verabschieden muss.

 

Alles in allem war die Zeit hier eine sehr schöne, aus der ich gestärkt hervor gehe.

*Das Panama Lied für mich. Ausdruck von Vergänglichkeit. In die ich mich aller Einsamkeit, Schmerzen und tiefster Trauer zu trotz verliebt habe.  Sie gab und gibt allem seinen Reiz.  Bittersüße Bejahung der Vergänglichkeit aller Dinge, bis hin zur gesunden Melancholie. Nichts halten können und alles Mal gedacht, gesehen und erlebt haben wollen. Panama.

3.2. Gastfamilienleben

Jetzt lebe ich erneut in Panama City, bei einer 3-köpfigen Familie. Sobald beide Elternteile mal zur selben Zeit im Hause sind, sind sie am Streiten. (Er schlägt sie des Öfteren. Ich bekomme eine Leise Ahnung davon, wie schrecklich sich ein potentielles Scheidungskind fühlen muss.) Meine Gastschwester ist mir gegenüber recht schüchtern und auch meistens außer Haus. Auch wenn wir kaum etwas miteinander zu tu haben, will mich diese Familie, die ursprünglich als weitere Übergangsfamilie geplant war, nun behalten.                                                 

Ein wirkliches Familienleben kommt nicht zustande. Was schade, aber nicht tragisch ist, denn die Gesamtsituation ermöglicht mir ein recht autonomes, freies Leben.                         

Und die Hauptstadt Panamas bietet mir eine Fülle an Freizeitgestaltungsmittel.

Ich fange wieder an zu trainieren, feiere ausgelassen und sehe darüber hinaus so viele Dinge, die ich mal gesehen und getan haben möchte.

 

Als panamaischer Schüler hat man nicht oft Ferien. Doch jetzt, gegen Dezember 2011, stehen die großen 3 monatigen „Sommerferien“ vor der Haustür. Ich begrüße herzlichst!

3.3. weitere Erlebnisse

Aufgewachsen bin ich ab meinem 1.ten Lebensjahr in der kleinen Stadt Vellberg, mit seinen gut 4000 Einwohnern. Nun lerne ich einen Vellberger kennen, der momentan hier in Panama City studiert.

Klein ist die Welt..

 

Weihnachten verbringe ich mit meiner Familie und Delfinen auf einer Inselgruppe in der Karibik.

An Silvester werden lebensgroße Puppen, Abbilder von real existierenden Personen oder „Dämonen“ zu Häufen zusammengeschmissen und verbrannt.                                                                                                                                                     

Ich bin äußerst dankbar Max, mit dem ich bis dato einige Male gechattet habe, persönlich kennen lernen zu dürfen als meine Mutter sowieso in seine Heimatstadt, Penonome, fahren muss. Alles in allem hat keine andere Person, die ich in Panama kennen lernen durfte einen so bleibenden(, positiven!) Eindruck hinterlassen wie er. Ein wirklich herzensguter Mensch, den man einfach gern haben muss.

 

Mit ihm gehe ich eines (verkaterten) Morgens Paintball spielen. Was die Veranstalter im Dschungel mit Brettern, Leitern, Gräben, Lianen und ähnlichem an Location aufgestellt haben begeistert. Und auch wenn wir dem gegnerischem Team hoffnungslos unterlegen sind und die Waffen sehr stark (vermehrt Blutwunden) macht es wahnsinnig Spaß.

Irgendwann zu Beginn des neuen Jahres kommt mein Gastbruder aus seinem Auslandsjahr aus der Schweiz zurück. (Er spricht ein bisschen deutsch.)                                                                

Am selben Abend noch startet eine riesige Hausparty bei uns. Gegen Mitternacht fährt ein panamaischer  Bus vor. Solch einen „Partybus“ kann man hier recht billig leasen. Innen sind alle Sitze rausgebaut und mit einer große Musikanlage plus riesiger Schaumkanone feiern wir, während der Bus durch Panama City auf eine Insel fährt, auf der wir bis in den späten Mittag auf Clubtour gehen.  

 

Bis auf der Schießerei, die eines Abends vor unserer Haustür ausbricht (am nächsten Morgen lese ich in der Zeitung, dass die Polizei wohl zu spät kam. Ein Mann wurde in dieser Nacht erschossen, gekannt habe ich ihn nicht) ist es hier eine sehr schöne, wenngleich auch weiterhin recht einsame Zeit.

3.4. Matrose (light)

Meine Gastmutter ist beruflich irgendwo in der finanziellen Verwaltung des Panamakanals tätig. Über sie lerne ich den Kapitän eines Containerschiffs kennen.

                      

Und so kommt es, dass ich mit 2 weiteren deutschen Austauschschülern als „Lightmatrose“ auf dem Schiff anheuere.

 

Ich liebe das Leben auf dem Wasser. Wir starten im wilden Pazifik und gelangen über den Panamakanal in die wunderschöne Karibik mit all ihren Inselgruppen, bevor wir schließlich von Bord müssen.

3.5. Indiolive

Heute Morgen habe ich mich mit anderen Austauschschülern an einer Mall in Panama-City  getroffen. Von dort aus fuhren wir mit Trucks aus der Stadt heraus, über die Straße in den Dschungel. An einem Fluss stiegen wir dann in Kanus um.
 

Jetzt, am späteren Abend, sind wir fast am Ziel. Mit Trommel und Tanz begrüßt uns der Indiostamm. Mit diesem werden wir die nächsten Tage hier im Urwald leben, fernab von Strom, fließend Wasser und Geld. Die Ureingeborenen sind unglaublich nett zu uns und ihre lebensfrohe Art steckt von Anfang an an.

 

Die hier lebende Missionarin unterscheidet sich nur noch marginal von den Indios. Die Sonne gab ihrer Haut über die Jahre hinweg einen goldbraunen Teint und die Indios ihr ihre Mentalität mit.

 

Mit nichts auf der Haut als den stammestypischen Lendenschurz und die Symbolik (Körperbemalung) sprechen, essen, spielen und jagen wir mit den Indios, unseren neuen „Amigos“ und versuchen uns so auch ein wenig zu assimilieren. 

3.6. Bürgerkrieg

Panama City ist eine wunderschöne, faszinierende Stadt. Doch vor allen Dingen ist die Stadt eines: reich. Nicht zuletzt aufgrund des vom Bautycoon Donald Trump in Auftrag gegebenen und dem Burj Al Arab nachempfundenen Hotels „Trump Ocean Club“ ist der Vergleich als „zweites Dubai“ gar nicht so weit hergeholt.

Neben dem lukrativen Panamakanal lockt die liberale Steuerpolitik hier Kapital aus aller Welt.

 

Und, wie in Dubai, ist hier leider auch hier der materielle Wohlstand sehr ungleich verteilt.

 

#eine Zweiklassengesellschaft. Die eine Seite kann sich kaum bis nicht durchernähren und wohnt in Wellblechhütten. Die andere Seite ist millionenschwer und könnte die Armen hier locker mit durch ernähren. Doch scheinen sie nicht einmal auf diese Idee zu kommen. Kein soziales Bewusstsein zu geben. Stattdessen geben sie das Geld für schusssicheres Autofensterglass und teure Überwachungsanlagen aus, um sich „vor der Armut zu schützen.“ Sie ignorieren.

 

# Mir wird klar, ich möchte keiner der beiden Seiten angehören, auch da keine auf mich glücklich wirkt. Vielmehr scheint man beidseitig unzufrieden und von Existenzängsten geplagt zu sein & das Phänomen der immer weiter aufklaffenden Schere

zwischen Arm und Reich ist ein globales..

 

Fast wie Sklaven* behandelt man in Panama die Indios.

Die Ureingeborenen arbeiten hier nicht immer ganz freiwillig. Im Kapitel über mein Leben mit meiner ersten Gastfamilie bin ich genauer auf die Ursachen hierfür und die genauen Auswirkungen eingegangen.

*Auch hier zeigen sich leider Parallelen zu der modernen Sklaverei in Dubai.

 

Bisher hatte ich das Gefühl, dass die Armen, insbesondere die Indios dieser ganzen Ungerechtigkeit stets mit einer stoischen Gleichgültigkeit begegnen.

Jetzt werde ich eines „Besseren“ belehrt.

 

In der Zeitung lese ich nämlich, dass Indios im Westen Panamas und an den Grenzstädten nach Costa Rica einen organisierten Aufstand proben. Von dort wollen sie nach Panama City und den Präsidenten stürzen, unter dem sie besonders gelitten haben.                                                                  

(Viele von ihnen bei der Ausbreitung des Panama-Kanals).

Außenminister Roberto Henriquez bietet diplomatisch den Dialog an, doch der kommt zu spät.

 

Von meinen Zeiten in Cerro Punta kenne ich Martin aus Volcan. Den Gastsohn eines reichen Rektors von zwei Privatschulen. Als ich mit ihm telefoniere erfahre ich, dass Polizeistation, die staatliche Schule und viele weitere Gebäude in Flammen stehen und bereits mehrere Menschen in der Gegend in Folge der Ausschreitungen starben. Morgen will er und seine Gastfamilie fliehen.

 

Ein paar Tage später erzählt er mir, dass sie von einem Hubschrauber gerettet wurden.

„Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein.“ Mahatma Gandhi

Die Indios brechen immer weiter gen ihrem erklärten Ziel vor. Und lassen eine blutige Spur zurück. Mittlerweile haben sie eine Militärbasis gekapert und besitzen nun schweres Geschütz, so sagen die Medien. Dass die ethisch-indigene  Gruppe die großen Straßen Panamas boykottieren stimmt, denn hier in Panama City kommt und geht niemand mehr. Die Lebensmittelversorgung bricht ab. Kleineren Schießereien um die verbleibende Nahrung, vor allem in den ärmeren Vierteln der Stadt. Einige fliehen in den Süden. Da die Tankstellen kein Benzin mehr hergeben viele darunter zu Fuß, im Rucksack nur das Nötige.

AFS-Panama schickt eine Mail rum „Wir sollten Ruhe bewahren.“

 

Auch wenn wir unser Haus aufgeben und mehrere todbringende Konfrontationen zwischen Staat und Indios indirekt miterleben, bleibt die größere Konfrontation aus.

 

Im Nachhinein haben beide Seiten viele Tote gesehen, der Hass ist nach wie vor da, der  Präsident nach Mexiko geflohen.

3.7. Karneval

„Eres un adulto?“ frägt mich die gestresst wirkende Mitarbeiterin der Western Union AG.  Ich befinde mich in der riesigen Albrook Mall und wollte eigentlich in einer Stunde einen Bus zu einem kleinen panamaischen Dorf (dessen Name mir leider entfallen ist) nehmen und von dort aus mit ein paar Kumpels in den südamerikanischen Karneval starten. Ich habe schon öfters Geld von Deutschland über W.U. transferiert bekommen. Jetzt sagt man mir, dass ich mindestens 18 sein müsse um hier Geld zu bekommen. Mir nochmal Geld auf ein anderes Konto überweisen zu lassen würde zu lange dauern, denn wir hatten geplant morgen Nacht schon weiter nach Las Tablas fahren. Zwanzig Dollar habe ich in den Taschen, 7 werden allein für die Hinfahrt darauf gehen. Ein paar Umziehsachen, keine Idee, wovon ich die nächsten Wochen meine Nahrung bestreiten will und mit viel Optimismus und Feierlaune nehme ich schließlich den Bus.

Der Tag ist jung, als ich bei Isa ankomme. Jung und Alt mit Bier und Barcadi im Pool oder an der Bar. 1 Tag ist rum. 3 Dollar und einige Wochen noch vor mir.  Am nächsten Morgen geht es zu Franka nach Las Tablas. Hier treffe ich meine weiteren Freunde. Wir bekommen von Frankas Gasteltern ein (bodenloses) Zelt geliehen, in dem wir die nächsten Abende schlafen dürfen.

Karnevalszeit heißt Ausnahmezustand in Südamerika. Organisiert werden die meisten Strandpartys, Technokonzerte und weiteres in Panama zu dieser Zeit von einer einzigen Organisation. Was den großen Vorteil mit sich bringt, dass man über Karneval mit einer Karte (50 Dollar) nahezu überall reinkommt. Lukas, der selbst nicht viel Geld dabei hat, bezahlt mir freundlicherweise diese. Dazu bekommt man einen Rucksack. In diesem befindet sich ein Plastikbehälter, von dem man über eine Art Strohhalm trinken kann. 

Die nächsten Nächte verbringen wir abends auf einem riesigen Technofestival. Irgendjemand findet sich immer, mit dem man abends hin und morgens zurück fährt. Tagsüber halten wir uns die meiste Zeit am Strand oder an einem Fluss auf. Jemand kommt auf die Idee ein paar flachere Wasserfälle runter zu rutschen. Was nüchtern wohl recht schmerzhaft wäre, macht nun einen Heidenspaß.

So geht es weiter und wie durch ein Wunder findet sich immer irgendwo eine Bananenstaude oder ein besoffener, der eine Runde ausgibt. 

Es fängt bereits an zu dämmern, doch die Stimmung auf dem Konzert ist ungebrochen. Unser letzter Tag in Las Tablas, morgen möchten wir weiter die Küste entlang. Plötzlich ein Schuss. Schreie überall. Tausende übermüdete unter den verschiedensten psychotropen Substanzen stehende Menschen stürmen gen Ausgang. Bevor ich einen klaren Gedanken gefasst habe stehen auch bereits Polizisten auf dem Platz.

Am nächsten Morgen wachen wir glücklicherweise alle wieder relativ heil(Hanna hat viel Tränengas abbekommen)auf. Der Schuss soll(!) von einem Indio aus gegangen sein. Falls dies der Wahrheit entsprechen soll zeigt dies wieder nur, dass der Zwist zwischen Indios und Staat / Oberschicht ruht, jedoch nicht beendet ist.

3.8. Das endgültige Ende

Lukas besucht mich in Panama City.  Ein letztes Mal sitzen wir beim Einbruch der schwülen panamaischen Dämmerung auf ein Bier zusammen. Morgen, ein paar Wochen vor dem offiziellen Rückflugtermin, fliege ich zurück nach Deutschland.     

 

Dies war bereits bei meinem Abflug vor nun fast einem Jahr geplant. So kann ich noch ein paar Wochen in die 10te Klasse meines jüngeren Bruders und habe dadurch ein wenig Zeit wieder in den Schulstoff rein zu finden bevor in der Kursstufe dann jede Note in das Abi Zeugnis mit rein zählen wird.

 

Ich kann nicht sagen, ob ich mich im Moment gut oder schlecht fühle.  Eine Fülle unterschiedlichster Emotionen überstürzen sich in meinem Inneren, meiner in letzter Zeit nimmer entspannten Gefühlswelt.

 

Von Suri habe ich mich vor ein paar Tagen verabschiedet, - ich werde sie wohl nie wieder sehen.              

 

Am Flughafen verabschiede ich mich von meiner Gastfamilie. Während des Fluges lerne ich ein älteres, deutsches Ehepaar kennen. Sie sind begeistert, als ich ihnen eines meiner Gedichte vorlese. Sie meinen aus mir könne mal ein großer Schriftsteller werden, ich bedanke mich doch bin in Gedanken bin ich schon die ganze Zeit beim Wiedertreffen mit all den Personen aus Deutschland..

 

Wie bereits beim Hinflug steige ich wieder im Madrider Flughafen um. Da ich dieses Mal allein fliege, bin ich sehr froh als ich mich rechtzeitig im richtigen Flieger wieder finde. Jetzt sind es nur noch ein paar Stunden, bis ich in Frankfurt landen werde.

 

Ich muss (noch) nicht heulen. Aber will es gar nicht mehr anhalten. Wir landen. Ich steige aus und als ich meinen Koffer wieder habe renne ich vollgepackt die Gänge entlang. Hinter der nächsten Ecke steht meine Familie. Ich lasse alles fallen und wir rennen uns in die Arme. Ich bin überglücklich.

 

# Pudding in den Knien und Pippi in den Augen.

Meine Eltern und Geschwister tragen jeder ein extra bedrucktes Shirt mit jeweils einem unterschiedlichen Foto und Begrüßungsformel.

 

(Ich habe auch eins geschenkt bekommen, siehe Bild oben.)

# There´s no place like home..

Stand: 2012

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