„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

elektroschwache Kraft

Die Theorie der elektroschwachen Kraft beschreibt den Geltungsbereich, in dem die schwache und die elektromagnetische Kraft eine einzige Kraft sind. In unserer gegenwärtigen Zeit haben sich beide Kräfte aufgespalten. Bei höheren Energien stimmen die Stärke der schwachen und der elektromagnetischen Kraft jedoch überein. So dürften sich beide Kräfte bis zu einer gewissen Zeit nach dem Urknall entsprochen haben, bis es zur Kräftespaltung kam.

Dass die schwache und elektromagnetische Kraft bei hohen Energien nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind, erkannten erstmalig die drei Physiker Abdus Salam, Sheldon Glashow und Steven Weinberg in den sechziger Jahren. Bei revolutionären Arbeiten zum Higgs-Feld (alle Teichen waren einmal masselos!) fanden sie heraus, dass früher einmal Photonen von W-/Z-Teilchen nicht voneinander zu unterscheiden waren. Theoretisch hätte man also Photonen und W-Z-Teilchen beliebig miteinander vertauschen können, ohne dass man dies bemerkt hätte. Diese Symmetrie heißt aus technischen Gründen Eichsymmetrie. Und die Kräftespaltung aufgrund der unterschiedlichen Wechselwirkungen der beiden Teilchen mit dem Higgs-Feld wird demgemäß als spontane Symmetriebrechung bezeichnet. Es lässt sich also konstatieren, dass die schwache Kernkraft und der Elektromagnetismus nach wie vor Teil der gleichen übergeordneten Kraft sind. Das Higgs-Feld vernebelt nun jedoch diese Symmetrie. Völlig zu Recht erhielten Salam, Glashow und Weinberg 1979 den Nobelpreis für diese wichtige Vereinheitlichung.

Stand: 2014

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