Viele-Welten-Interpretation

Die Viele-Welten-Interpretation (engl. many-worlds interpretation) ist eine auf Hugh Everett III. zurückgehende Interpretation der Quantenmechanik, nach der eine universelle Wellenfunktion den Zustand des gesamten Universums beschreibt. Bei der Messung einer quantenmechanischen Messgröße, spaltet sich das Universum (inklusive Beobachter) dann auf und realisiert in jeder der vielen-Welten einen der möglichen Eigenwerte. Übertragen auf den Makrokosmos würde das bedeuten, dass Schrödingers Katze nach Öffnen der Kiste in einer Welt "tot" und in der anderen "lebendig" ist. Die Viele-Welten-Interpretation vermeidet den Kollaps der Wellenfunktion und löst so das EPR-Paradoxon und das Messproblem.

 

1. Geschichte

Die Kopenhagener Interpretation galt zu Everetts Zeiten als die vorherrschende Lehrmeinung. Kritiker sahen jedoch einen Widerspruch zwischen der deterministischen und kontinuierlichen Zustandsentwicklung nach der Schrödingergleichung und dem probabilistischen und instantanen Kollaps der Wellenfunktion. Aus diesem Grund versuchte Hugh Everett III. in"Relative State Formulation of Quantum Mechanics" die Quantenmechanik nur mithilfe der Schrödingergleichung und ohne den Kollaps der Wellenfunktion zu rekonstruieren.

Everetts Artikel beruhte auf seiner vorangegangenen Promotionsarbeit "The Theory of the Universal Wave Function" unter der Aufsicht von John A. Wheeler. In dieser entwarf Everett die erste Formulierung der Viele-Welten-Interpretation, die auch als "Relative State"-Formulierung der Quantenmechanik bekannt wurde. Diese VWI wird deshalb auch häufig als Everett-Interpretation oder EWG-Interpretation bezeichnet. Obwohl den meisten Physikern Everetts Arbeit bekannt war, wurde seine Formulierung in der folgenden Dekade weitestehend ignoriert. Frustriert und unverstanden zog sich Everett daraufhin aus der Physik zurück und widmete sich der militärpolitischen Beratung des Pentagons.

Bis Bryce deWitt im Jahre 1970 einen Aufsatz mit dem Titel "Quantum mechanics and reality" veröffentlichte, in dem er die Everett’sche Interpretation aufgriff und neu zur Diskussion stellte. DeWitts Formulierung wird oft mit Everetts Originalarbeit verwechselt, ist aber konzeptionell fortgeschrittener und weitaus populärer. In seiner Arbeit führte DeWitt auch erstmals den Begriff "Many-Worlds-Interpretation" und die Vorstellung von sich aufspaltenden Welten ein.  Im Allgemeinen findet die Viele-Welten-Interpretation viele Befürworter bei den Stringtheoretikern, Quantenkosmologen, Quantenfeldtheoretikern, und allgemein bei den theoretischen Physikern. Während sie von Experimentalphysikern und einer breiten Masse in der Scientific Community abgelehnt oder ignoriert wird.

2. Theoretische Grundlagen

Stand: 2018

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