„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Klimaantrieb

Unter einem Klimaantrieb versteht man jeden Einfluss auf das Klimasystem, der zu einer Klimaänderung beitragen kann; meistens werden darunter externe Antriebe verstanden. Mit "extern" ist dabei nicht gemeint, dass der Einfluss räumlich gesehen von außen kommen muss (wie etwa ein Meteorit), sondern dass es sich nicht um eine Auswirkung von natürlichen Klimaschwankungen handelt. Letztere werden als interne Einflüsse bezeichnet. Zu externen Klimaantrieben gehören z.B. die Emission Treibhausgasen, Vulkanausbrüche oder Landnutzungsänderungen, also alles Ereignisse, die nicht durch interne Wechselwirkungen innerhalb oder zwischen den Kompartimenten des Klimasystems ausgelöst werden. Die meisten externen Antriebe verursachen eine Veränderung der Strahlungsbilanz, weshalb ihr Einfluss meist als Strahlungsantrieb angegeben wird. Im Allgemeinen sind jedoch auch andere Einflüsse möglich, die z.B. einen geänderten Wasserkreislauf oder Zirkulationsänderungen zur Folge haben.

 

 

Der Vorteil dieser Bezeichnung liegt in der klaren Abgrenzung der Ursachen von Klimaänderungen und den Änderungen selbst. Worin ein Antrieb besteht ist meist einfach zu definieren, wohingegen die resultierenden komplizierten Wechselwirkungen im Klimasystem in Ursache und Wirkung oft nicht mehr klar zu unterscheiden sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Kombination von Antrieben vorliegt. Zwar ist der gemeinsame Antrieb dann die Summe der einzelnen Antriebe, die resultierende Klimaänderung ist allerdings nicht unbedingt die Summe der einzelnen Änderungen. Diesen Sachverhalt nennt man die "Nichtlinearität" des Klimasystems. Beispielsweise könnte ein Klimamodell zeigen, dass die veränderte Erdumlaufbahn zu einer gewissen Erwärmung in arktischen Breiten führt (es soll sich hier um ein reines Gedankenexperiment handeln, nicht um irgendeine konkrete Klimaänderung der Erdgeschichte). Unabhängig davon führt auch die Emission von Kohlendioxid zu einer Erwärmung dieser Region. Beide Einflüsse zugleich erwärmen die Arktis aber womöglich viel stärker als die Summe aus den beiden einzelnen Experimenten zusammengenommen, da z.B. die Eis-Albedo-Rückkopplung angestoßen wird. Gäbe es solche Effekte nicht, bräuchte man kaum so komplizierte Klimamodelle zu betreiben, da man immer von einzelnen Effekten auf die Gesamtheit der Effekte schlussfolgern dürfte.

Stand: 2016

Gastbeitrag aus: Klimawiki

Kommentare: 0

Impressum | Datenschutz | Sitemap
Diese Website darf gerne zitiert werden, für die Weiterverwendung ganzer Texte bitte ich jedoch um kurze Rücksprache.