„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Samstag, 12 Januar 2019 03:47)

    Mich persönlich hat dieser Befund am stärksten überzeugt, dass das evolutionäre Modell der gemeinsamen Abstammung zutreffen muss:

    Die übereinstimmenden Positionen retroviraler Einfügungen im Genom aller Primaten (einschließlich Mensch). Und zwar in spezifischen Form: In einer gestaffelten Hierarchie taxonomischer Separationsschritte.

    Laienverständlich erklärt:

    Manche Viren haben eine besonders erfolgreiche Strategie entwickelt: Sie kopieren ihr Erbgut in die Erbinforation des befallenen Wirts hinein, sie schreiben ihren Bauplan in die DNA unserer Zellen.

    Gelegentlich werden dabei Eizellen an zufälliger Stelle infiziert.

    Diese Eizelle hat dann in ihrer DNA an zufälliger Stelle eine charakteristische "Viren-Narbe" (z.B. auf dem langen Arm des Chromosom 20 an Basenposition 56456592).

    Aus dieser Eizelle entsteht das Mädchen Anna. Anna trägt diese "Viren-Narbe" in der DNA jeder ihrer Zellen auf jedem Chromosom 20 an genau derselben Stelle. Diese Narbe wird bei jeder Zellteilung mitkopiert. Mehr noch: Anna wird diese "Viren-Narbe" an alle ihre Kinder, Enkel, Ur-Enkel weitervererben.

    Annas Ur-Ur-Urenkelin (Bettina) erwirbt eine weitere Narbe durch ein anderes Virus, diesmal auf Chromosom 3, Position 187249621.

    Würde ich zehn Millionen Jahre später alle menschlichen Nachkommen auf der Erde genetisch untersuchen, ließe sich genau feststellen, welche Menschen Nachkommen von Anna sind. Die haben alle auf Chromosom 20 an derselben Position dieselbe Narbe wie Anna.

    Untersuche ich bei Annas Nachkommen auch noch das Chromosom 3, dann kann ich genau feststellen, welche von Annas Nachkommen gleichzeitig Nachkommen von Bettina sind - und welche aus anderen Familienzweigen stammen.

    Menschen haben etwa 98.000 dieser "Viren-Narben" (endogene Retroviren). Diese machen acht Prozent unserer gesamten DNA aus.

    Wir finden übereinstimmende "Viren-Narben" zwischen entfernten Verwandten mit gemeinsamen Vorfahren.

    Menschen und allen anderen Affen teilen dieselben endogenen Retroviren an identischer Stelle in ihrem Genom. Wir tragen dieselben Viren-Narben (endogene Retroviren) wie Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans - auf jeweils demselben Chromosom, an jeweils derselben molekularen Position. Das ist durch Vererbung, durch gemeinsame Vorfahren mühelos erklärbar.

    Eine kurze Videosequenz, um das Prinzip zu erklären:
    https://youtu.be/qh7OclPDN_s

    Frage:
    Wie sollen solche übereinstimmenden retroviralen Insertionen erklärbar sein, wenn die Arten GETRENNT voneinander enstanden sein sollen?


Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
Diese Website darf gerne zitiert werden, für die Weiterverwendung ganzer Texte bitte ich jedoch um kurze Rücksprache.