„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Spielplatz (Zitat)

„Es ist 2 Uhr morgens. Ich sitze in einem Patientenzimmer in einem riesigen anonymen Krankenhaus. Hamburg, ja, es könnte aber auch jede andere Metropole auf der Welt sein. Es ist derselbe Patient wie letzte Woche. Und genauso gut könnte es ein ganz anderer sein. Und doch bin ich für ihn da, pass auf ihn auf, schütze ihn vor sich selbst, versuche ihm etwas Hoffnung, etwas Kraft, etwas Lebensmut zu geben. Irgendwann ist dann Ruhe, er schläft ein bisschen. Und ich sitze alleine in diesem dunklen Raum und denke nach. Hier kann man vor den eigenen Gedanken und Gefühlen nicht mehr weglaufen. Und ich denke an dich. Ich denke daran, dass dieser Mann, der dort liegt kaum älter ist als ich, dass er vor kurzem ein normales Leben geführt hat und sich jetzt in den Schlaf weint und sich das Leben nehmen will – und nicht mal kann, und nicht mal darf -, weil er die Sackgasse erkennt, die Decke über dem scheinbar endlosen Himmel, er kann spüren, dass diese Krankheit sein Ende ist. Klingt schlimm? Ja. Und nein. So ist unser Leben. Wie Kinder auf einem Spielplatz, im selbstvergessenen Spielen, und irgendwann, früher oder später, rufen dich die Eltern und es ist Zeit zu gehen. Du weißt nicht wann, du kannst nichts daran ändern und darüber nachzudenken, würde das schöne Spielen zunichtemachen. Gerade deshalb ist es so wertvoll manchmal kurz daran erinnert zu werden: Unsere Zeit ist begrenzt. Es kann so schnell vorbei sein. Das macht es leichter zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Und es gibt uns den Impuls den Dingen nachzugehen, die wichtig sind, und uns nicht von der Angst vorm Scheitern oder der Lächerlichkeit abhalten zu lassen. Wovor sollte ich Angst haben, wenn ich sterbe? Was mich von meinem Träumen fernhalten, wenn ich nur diese eine Chance habe, vielleicht nur noch diesen einen Tag?“
- von einem Freund

zum vorherigen Blogeintrag                                        zum nächsten Blogeintrag 

 

 

Liste aller Blogbeiträge zum Thema "Zitate"

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
Diese Website darf gerne zitiert werden, für die Weiterverwendung ganzer Texte bitte ich jedoch um kurze Rücksprache.