„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Paradoxie der Gleichberechtigung

Science ORF schreibt über die Paradoxie der Gleichberechtigung:

Weltweit entscheiden sich deutlich mehr junge Männer als Frauen für eine naturwissenschaftliche oder technische Ausbildung. Paradoxerweise ist die Kluft in gleichberechtigten Gesellschaften sogar größer, wie ein Ländervergleich nun zeigt.

Viele blicken neidisch auf Staaten wie Finnland, Norwegen oder Schweden, wenn es um die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen geht. Auch bei der Qualität der Ausbildung sind die nördlichen Länder stets im Spitzenfeld vertreten, wie etwa die PISA-Studien regelmäßig zeigen. Aber - und das ist eines der überraschendsten Ergebnisse der aktuellen Studie von Gijsbert Stoet und David C. Geary - weniger als ein Viertel der Studienabgänger in den sogenannten MINT-Fächern [...] sind dort weiblich.

In Ländern wie Albanien oder Algerien werden hingegen bis zu 40 Prozent der einschlägigen Abschlüsse von Frauen gemacht - obwohl diese, was die Gleichberechtigung (gemessen am Global Gender Gap Index) betrifft, eher am anderen Ende der Skala zu finden sind."

Die Erklärung:

Wie kann das passieren? Eigentlich sind Fachleute davon ausgegangen, dass die Unterschiede in der Berufswahl von Buben und Mädchen verschwinden werden, je mehr Gleichberechtigung bzw. Chancengleichheit es in einer Gesellschaft gibt. Wie es aussieht, ist das Gegenteil der Fall. Ein Paradoxon der Gleichberechtigung, wie die Forscher schreiben. (...)

Die Erklärung der Wissenschaftler: Jungen und Mädchen schneiden in Mathematik und den Naturwissenschaften ähnlich gut ab, Mädchen sind im Gegensatz zu den Jungen allerdings zusätzlich auch beim Lesen gut. Weil sich fast alle in ihrer Berufswahl danach richten, was sie besonders gut können und man in gleichberechtigten Ländern auf soziale Absicherungen vertrauen kann, hat man die Freiheit, sich nach seinen Begabungen und Vorlieben zu entfalten.

Die geringere soziale Absicherung und die durchschnittlich schlechten Perspektiven könnten hingegen Gründe sein, warum sich in weniger gleichberechtigten Ländern mehr Mädchen für naturwissenschaftliche Karrieren entscheiden. Denn dadurch steigen die Chancen auf einen sicheren Job und ein gutes Einkommen. (...) Wie die Autoren schreiben, braucht es offenbar mehr als allgemeine Gleichberechtigung, Begabung und eine gute naturwissenschaftliche Ausbildung, damit Mädchen am Ende eine solche Karriere wählen.

Über den Schlussteil mag man sich dann aber zurecht wundern:

Warum so ein großer Teil der einschlägig begabten Mädchen am Weg in Richtung Universität verloren geht, bleibt eine der offenen Fragen.

Nein! Diese Frage ist weitgehend beantwortet und nur aus Sicht postmoderner Kulturalisten offen. Siehe hierzu zum Beispiel der Aufsatz über (insb. biologische!) Geschlechterunterschiede.

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