„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Paul Feyerabends fundamentaler Fehlschluss?

Ich beschäftige mich gerade mit dem Philosophen Paul Feyerabend und glaube, dass er einen einfachen aber grundlegenden Fehlschluss begeht:

Feyerabend behauptet, dass es "die eine" wissenschaftliche Methode nicht gibt und liefert dafür überzeugende Argumente aus der Wissenschaftshistorie.

Daraus schlussfolgert er dann, dass es absolut nichts gibt, das Wissenschaft von anderen Systemen wie Esoterik oder Mystik unterscheidet, dass das Abgrenzungsproblem also nicht lösbar ist.

Verwechselt Feyerabend hier nicht notwendige und hinreichende Bedingungen: Eine einheitliche Methodik wäre sicherlich ein hinreichendes Kriterium, um Wissenschaft von anderen Systemen abzugrenzen. Aber sie ist nicht notwendig: Wissenschaft kann sich auch durch andere Kriterien von anderen Systemen abgrenzen, wie etwa Systematizität.

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