„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Warum die Integration der Muslime in Deutschland scheitert

Warum Muslime in Deutschland zu großen Teilen nicht als (kulturell) integriert gelten können. Einige Studien:

1)Religiöser Fundamentalismus und Fremdenfeindlichkeit: Muslime und Christen im europäischen Vergleich“ von Ruud Koopmans (2013)

 

- 60% bejahten, dass Muslime zu den Wurzeln des Islam zurückkehren sollten

 

- 75% denken, dass nur eine einzige Interpretation des Islam möglich ist, die für jeden Muslim bindend ist

 

- 65% stimmten zu, dass religiöse Gesetze für sie wichtiger seien als die Gesetze des Landes, in dem sie lebten.

Die vergleichende Studie ergab außerdem, dass religiöser Fundamentalismus unter europäischen Muslimen sehr viel weiter verbreitet ist als bei Christen. Der höchste Grad der Zustimmung wurde bei Christen bei der Frage nach der Rückkehr zu den (religiösen) Wurzeln gemessen (21%).

 

Zur Fremdenfeindlichkeit von Muslimen:

 

- 45% trauen Juden nicht

 

- 57% lehnen homosexuelle Freunde ab

 

- 54% sehen den Westen als einen Feind, der darauf aus ist, den Islam zu zerstören.

 

Quelle: https://www.wzb.eu/sites/default/files/u252/s21-25_koopmans.pdf

2) Die Längsschnittstudie „Deutsch-Türkische Lebens- und Wertewelten“, die in den Jahren 2010 und 2012 die Einstellungen von Türkeistämmigen untersucht hat

 

- 25% der befragten Türken gaben 2012 an, Atheisten als minderwertige Menschen zu betrachten (gegenüber 22% im Jahr 2010)

 

- 18% empfanden Juden (14% im Jahr 2010) als minderwertige Menschen

 

- 40% der Befragten gaben 2010 an, am liebsten nur mit Türken zusammen zu sein, 2012 erhöht sich diese Zahl auf 62%

 

- 2012 wünschten sich 46% der Befragten (33% im Jahr 2010), dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen werden

 

Auch das Rollenverständnis von Mann und Frau erwies sich als überwiegend konservativ und wurde im Verlauf der zwei Jahre konservativer:

 

- 70% (66% im Jahr 2010) gaben an, dass der Mann die Aufgabe hat, die Familie zu ernähren

 

- 64% (56% im Jahr 2010) sind der Meinung, die Frau dürfe keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe haben, was bei Männern (43% im Jahr 2012 und 38% im Jahr 2010) seltener verifiziert wurde.

 

Quelle: https://d171b.keyingress.de/multimedia/document/6.pdf...https://d171b.keyingress.de/multimedia/document/6.pdf?hc_location=ufi

3) Die Studie „Integration und Religion aus Sicht von Türkeistämmigen in Deutschland“ aus dem Jahr 2016, die durch das Exzellenzcluster der Universität Münster unter der Leitung von Detlef Pollack durchgeführt wurde, fokussiert die Einstellungen türkeistämmiger Deutscher.

 

- 73% der Befragten stimmten der Aussage „Bücher und Filme, die Religionen angreifen und die Gefühle tief religiöser Menschen verletzen, sollten gesetzlich verboten werden“ zu

 

- 20% bejahten das Item „Die Bedrohung des Islam durch die westliche Welt rechtfertigt, dass Muslime sich mit Gewalt verteidigen“

 

- 7% finden, dass Gewalt gerechtfertigt ist, wenn es um die Verbreitung und Durchsetzung des Islam geht

 

- 47% stimmten der folgenden Aussage zu: „Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich liebe“

 

- 32% bejahten, dass Muslime die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten anstreben sollten.

 

- 33% der Türkeistämmigen sind der Meinung, dass muslimische Frauen ein Kopftuch tragen sollten

 

Quelle: https://www.uni-muenster.de/Religion-und-Politik/aktuelles/2016/jun/PM_Integration_und_Religion_aus_Sicht_Tuerkeistaemmiger.html

Darüber hinaus gibt es besorgniserregende Studien aus anderen europäischen Ländern:

 

31% der Muslime in Großbritannien befürworten die Ermordung von Ex-Muslimen. (Umfrage 2007)

 

Quelle:

http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/6309983.stm

 

Im UK polling report wünschen sich 78% der britischen Muslime, dass Karikaturisten, die Mohammed darstellen, strafrechtlich verfolgt werden.

 

Quelle:

 

http://ukpollingreport.co.uk/blog/archives/291

 

42% der 18 bis 29-jährigen Muslime in Frankreich halten Selbstmordanschläge auf Zivilisten zum Zweck der Verteidigung des Islams IMMER für gerechtfertigt.

 

Quelle: http://www.pewglobal.org/2014/07/01/concerns-about-islamic-extremism-on-the-rise-in-middle-east/pg-2014-07-01-islamic-extremism-10/

1. Was sind die Ursachen?

Wer oder was ist schuld an der OFFENSICHTLICH fehlgeschlagenen Integration deutscher Muslime? Gerade linke Intellektuelle sehen die Ursachen gerne in der Diskriminierung von Muslimen in Deutschland. Ist das so? Der Integrationsforscher Prof. Dr. Ruud Koopmans ist dieser Frage eingehend nachgegangen. In oben verlinkter Studie hat er Diskriminierungserfahrungen als Kontrollvariable überprüft. Sein Ergebnis: Die Unterstützung fundamentalistischer Ansichten ist nicht auf Erfahrungen von Ausgrenzung zurückzuführen wie Theorien der reaktiven Ethnizität und Religiosität es behaupten.

In einer weiteren Studie hat er versucht herauszufinden, warum Muslime in ganz Europa auf dem Arbeitsmarkt zu den absoluten Schlusslichtern gehören. Die Zusammenfassung: Nicht die ethnische Diskriminierung und der Rassismus gegenüber Muslimen seien die Hauptgründe für die ausbleibende Integration, sondern vor allem soziokulturelle Faktoren. Fehlende Sprachkenntnisse, ausbleibende interethnische Kontakte und religiöse Wertvorstellungen sind laut Koopmans die entscheidenderen Barrieren für den Arbeitsmarkt.

Beispielsweise ist es kein Geheimnis, dass ca. 1/3 der Berufe über Freunde und Bekannte vermittelt werden (Vitamin B) und der Großteil der Arbeitgeber der Mehrheitsgesellschaft angehört. Eine hohe soziokulturelle Assimilation wirkt sich demnach positiv auf die Arbeitsmarktbeteiligung aus.

Insbesondere muslimische Frauen arbeiten selten, was laut Autor auf traditionelle Wertvorstellungen über die Rolle der Frau zurückzuführen ist. Diese Wertvorstellungen dürften bei vielen Muslimen stark religiös geprägt sein. Auch die beschränkenden Verhaltensregeln für den Kontakt mit Anders- oder Nichtgläubigen und in gemischtgeschlechtlichen Kontexten geben Grund zum Anlass, dass die Religion den Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft und dadurch auch Integration massiv erschwert.

2. Religion als Integrationshemmnis

Stellt sich also die Frage: Woher rührt die eigenständige Segregation der muslimischen Community in Deutschland? Ich glaube, der gewichtigste Faktor für die Segregation der Muslime ist ihre Religion (siehe auch: Religion als Integrationshemmnis).

 

Die zunehmende Religiosität führt zur Separation. Obgleich die meisten türkischen Jugendlichen nicht (mehr) im „traditionellen Sinn“ gläubig sind und z.B. nicht alle Regeln der fünf Säulen des Islams befolgen, geschweige denn den Koran gelesen haben, etikettieren sich viele mit dem Attribut „Moslem“ und bezeichnen sich immer häufiger als gläubig. Auch nicht-religiöse Türken neigen dazu, sich mit dem Islam zu identifizieren, weil er eine kulturelle Zugehörigkeit symbolisiert.

 

Religionen bieten ein starkes Wir-Gefühl (Ingroup-Altruismus), welches gleichzeitig oft zu einer Distanz gegenüber anderen Gruppen führt (Outgroup-Diskriminierung). Die Mehrheit der Muslime weltweit teilt die Menschheit in zwei Gruppen ein: Muslime und Verdammte.[14] Im Koran ist die Abwertung und Bekämpfung von Ungläubigen das zentrale Thema, was u.a. dazu führt, dass in 13 Ländern dieser Erde (alle islamisch) Atheisten zum Tode verurteilt werden. Darüber hinaus werden in Moscheen noch immer Werte und eine Moral vermittelt, die 1400 Jahre alt und nicht reformiert worden sind. Religion ist identitätsstiftend und ihre Vertreter fungieren als Sozialisationsinstanzen.

 

Vielerorts ist der Islam eine „Kultur der Ehre“, welche gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen und ein antiquiertes Rollenverständnis von Mann und Frau vereint. Auch wenn die meisten Grundlagen dessen nicht genuin islamisch sind, werden sie im religiösen Kontext als Ideale verkauft und wirken so normativ. Genauso normativ soll das Handeln des Propheten Mohammed (sunna) sein, welcher als Vorbild ob der vielen Angriffskriege, die er führte, der Diskriminierung von Vertretern anderer Weltanschauungen und der Tatsache, dass er ein 9-jähriges Kind ehelichte, zumindest in Frage gestellt werden muss.

 

Der Islam ist genau wie der Koran facettenreich und nicht pauschalisierbar. „Den Islam“ gibt es nicht, er ist das Konglomerat der religiösen Praxis aller Muslime. Folgenreich für die Religiosität der Individuen sind aber gängige Methoden der Interpretation, Auslegung und Rezeption des Korans, welche überwiegend konservativ und wenig kritisch praktiziert werden. Diese klassische Auslegung des Korans ist mit demokratischen Grundsätzen und den Menschenrechten oft nicht kompatibel. Zudem lehrt der Koran, dass seine Inhalte unhinterfragbar sind und zeichnet den Glauben vor dem Wissen aus, was von Imamen vielerorts unkritisch gepredigt wird. Der Islam vermag Muslimen ein stabiles Lebensgerüst und ein starkes Zugehörigkeitsgefühl bieten, steht den kulturellen Erzeugnissen der Aufklärung allerdings oftmals diametral gegenüber. Die u.a. durch den Koran und seinen Vertretern propagierten Normen führen zu einem Kulturkonflikt und zu Parallelgesellschaften, weil sie im partiellen Konflikt mit der Mehrheitskultur stehen. Dass Migranten muslimischen Glaubens in ganz Europa schlechter integriert sind als andere Migranten, ist ein Indiz dafür, dass die Religiosität / Kultur einen großen Einfluss hat.

Siehe auch

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Kommentare: 4
  • #4

    WissensWert (Donnerstag, 20 Juli 2017 14:34)

    Weil immer Streuungen existieren, ist "es gibt X" ein unbrauchbares Argument, wenn man die Anzahl der X weglässt. Mit Gary Larson: "Es gibt pfeiferauchende Nonnen, die Laptops Puppenkleider anziehen." Allerdings nicht besonders viele.

    Hier also Zahlen. Ergebnis vorweg: Nichtdeutsche begehen mindestens 4.6 bis 5.3 mal so viele Vergewaltigungen wie Deutsche.

    Vergewaltigungen und schwere sexuelle Nötigungen nahmen 2016 in NRW um 24,9 Prozent zu.

    Der Vergewaltigung Tatverdächtige in NRW:
    Deutsch 1083
    Nichtdeutsch 674

    Bevölkerung in NRW:
    Deutsch 15750694
    Nichtdeutsch 2114822

    Der Vergewaltigung Tatverdächtige pro eine Million der Bezugsgruppe:

    Deutsch 1083 / 15750694 * 1000000 = 69
    Nichtdeutsch 674 / 2114822 * 1000000 = 319

    Verhältnis der Vergewaltigung Tatverdächtiger von Nichtdeutschen zu Deutschen:
    319 / 69 = 4.6

    http://www.ksta.de/nrw/kriminalitaet-drastisch-mehr-vergewaltigungen----meiste-tatverdaechtige-sind-deutsche-26148532?dmcid=sm_fb

    Quelle: https://www.polizei-nrw.de/media/Dokumente/PKS/2016/PKS_Jahrbuch_2016_II.pdf

    Das gleiche nicht mit Tatverdächtigen, sondern Verurteilten (deutschlandweit):

    Verurteilte Deutsche 2014 wegen Vergewaltigung: 276
    Verurteilte Ausländer 2014 wegen Vergewaltigung: 149

    (https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Rechtspflege/StrafverfolgungVollzug/StrafverfolgungDeutschlandPDF_5243105.pdf?__blob=publicationFile)

    Zahl der Ausländer in Deutschland 2014: 8.2 Millionen

    (https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/03/PD15_097_12521.html)

    Einwohnerzahl Deutschland 2014: 81.2 Millionen

    (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2861/umfrage/entwicklung-der-gesamtbevoelkerung-deutschlands/)

    Täter pro eine Million der Bezugsgruppe:
    Deutsch 276 / 81200000 * 1000000 = 3.4
    Ausländer 149 / 8200000 * 1000000 = 18.2

    Verhältnis der Täter von Nichtdeutschen zu Deutschen, normiert auf Bezugsgruppe:

    18.2 / 3.4 = 5.35

  • #3

    WissensWert (Dienstag, 04 Juli 2017 12:42)

    https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/wenig-bekannte-fakten-zur-auslaenderkriminalitaet-in-deutschland/

  • #2

    WissensWert (Freitag, 30 Juni 2017 20:22)

    Es sind interdependente Faktoren, die auf die Religiosität zurückzuführen sind. In Folge der Religiosität wird der Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft (v.a. durch muslimische Frauen) nicht gesucht, wodurch Sprachkenntnisse fehlen usw. Außerdem sind muslimische Migranten in ganz Europa wirtschaftlich am schlechtesten integriert. Werden sie folglich in allen Ländern gleichermaßen ausgegrenzt? Natürlich gibt es massive Versäumnisse in der Integrationspolitik. Trotzdem muss man sich fragen, warum Gruppen aus anderen Kulturkreisen (selbst bei Berücksichtigung des sozio-ökonomischen Hintergrunds) wesentlich besser integriert sind (z.B. Russland-Deutsche, Vietnamesen).

  • #1

    WissensWert (Freitag, 30 Juni 2017)

    Es wird oft gesagt, dass auf lange Sicht und evolutionär betrachtet, immer mehr Menschen in den Genuss von immer mehr Freiheiten und Rechten kommen. Ich sehe darin durchaus eine positive Entwicklung.

    Felix Kruppa schreibt dazu:

    Diese Einschätzung teile ich nicht, würde es aber gerne.

    Historisch betrachtet sind autoritäre Gesellschaftssysteme der absolute Normalfall. Den Kampf um die Menschenrechte und deren schrittweise Etablierung gibt es erst seit der Aufklärung vor ca. 300-400 Jahren. Die Demokratie im heutigen Sinne ist noch weitaus jünger. Unsere freiheitliche Welt kann genauso schnell wieder verschwinden, wie sie erkämpft worden ist. Weltweit ist dieser Prozess bereits im Gang, autoritäre Regierungen gibt es auf der ganzen Welt immer häufiger. Die demokratischen und liberalen Strukturen schwinden, in Afrika und im Nahen Osten durch den sich ausbreitenden Islamismus, in Asien oft durch die Sicherheitsversprechen der Autoritären, aber auch in Europa gefährden populistische, respektive autoritäre Parteien freiheitlich-demokratische Gesellschaften oder sind im Falle Ungarns und Polens bereits an der Macht. Das Schlimme: Autoritäre Systeme funktionieren (siehe China oder Saudi-Arabien).

    Zusätzlich wird unsere Gesellschaft zunehmend muslimisch. Hiesige Muslime sind größtenteils fundamentalistich und lehnen liberale Werte ab. Ich gehe davon aus, dass spätestens in 20-30 Jahren mindestens die Hälfte der Deutschen Muslime sein werden. In Frankfurt hatten schon 2011 75% der unter 6-Jährigen einen Migrationshintergrund (davon wird ein Großteil muslimisch sein), einer eigenen Studie mit 662 SchülerInnen aus Düsseldorf und Wuppertal nach sind 30% der SchülerInnen muslimisch (ich habe an unterschiedlichen Schulformen erhoben). Dieser Trend wird sich durch die Zugewanderten, die größtenteils jüngeren Alterskohorten zuzurechnen sind und in der Regel (mindestens in der ersten Einwanderergeneration) geburtenreicher sind, noch verschärfen.


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