„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Der Koran im Kontext seiner Entstehungszeit

Die bittere Wahrheit ist  doch: Selbst zu seiner Entstehungszeit war der Koran ein riesiger ethischer Rückschritt - verglichen mit den parallel existierenden, religiösen Texten. 

 

Ich bin nun wirklich kein Fan des Christentums - aber viele seiner Prinzipien (sechshundert Jahre vor dem Koran niedergeschrieben) überragen den Koran ethisch um Längen.

 

Viele Muslime wollen sich von den Eroberungs-Ambitionen eines "politischen Islams" befreien. 

 

Im Neuen Testament ist diese Trennung zwischen Religion und Politik bereits voll etabliert: Pilatus fagt Jesus, ob er politische Ambitionen habe. Jesus antwortet: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Oder an anderer Stelle: "Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!" Religion und Staat sind getrennt. Gläubig sein - und Staatsbürger sein - das ist kein Widerspruch.

 

Im Koran findet sich hier ein deutlicher Rückschritt. Politische und religiöse Macht sind erneut vereinigt. Das Kalifat, die Idee eines politischen Islams, ist fest im Koran verankert.

 

Folgt dem, was zu euch von eurem Herrn herabgesandt wurde, und folgt keinen anderen Beschützern außer Ihm. (Quran 7,3)

 

Diejenigen, die nicht nach dem entscheiden, was Allah in der Schrift herabgesandt hat, sind die wahren Ungläubigen. (5,44)

 

Wünschen sie etwa die Rechtsprechung (aus den Tagen) der Unwissenheit zurück? Und wer ist ein besserer Richter als Allah für ein Volk, das fest im Glauben ist? (5,50)

 

Viele Muslime wenden sich gegen die Scharia-Praxis der Steinigung. Jesus hat laut Überlieferung die Steinigung von Ehebrechern beendet. Er stellt sich vor die Ehebrecherin und fordert die Gemeinde heraus: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!" Glücklicherweise enthält der Koran keinen Vers, der Steinigung von Ehebrechern verlangt. Unterstützer berufen sich auf die Hadithe, laut denen Mohammed wiederholt Steinigungen angeordnet hat.

 

Der Verzicht auf die Steinigung - im Koran fehlt diese ethische Lektion.

 

"Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen"

"Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin"

 

Nirgendwo finden sich im Koran ein vergleichbarer Pazifismus, wie er sechshundert Jahre zuvor im NT formuliert wurde.

 

Auch als religiöse Identifikationsfigur ist Mohammed ein ethischer Rückschritt gegenüber Jesus. Der überlieferte Jesus hat nicht einen einzigen Menschen getötet oder versklavt oder vergewaltigt oder gefoltert. Der überlieferte Mohammed wird von seinen Biografen mit Berichten seiner Grausamkeit gefeiert.

 

Der Koran und die Figur Mohammeds waren auch zu ihrer Entstehungszeit ein erheblicher ethischer Rückschritt gegenüber bereits existierenden religiösen Texten und ethischen Normen.

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