„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Jizya: islamisches Schutzgeld

Heute möchten wir die Bedeutung der Jizya unter die Lupe nehmen.
Es handelt sich um ein sehr schmerzhaftes Kapitel der islamischen Geschichte für alle Juden, Christen und sonstigen Andersgläubigen unter der islamischen Herrschaft.

Bedeutung der Jizzia im Islamischen Rechtswissenschaft (Fiqh)

Viele Muslime, besonders im Westen, versuchen die Jizzia als eine harmlose Steuerabgabe darzustellen. Was aber bedeutet Jizya genau in der islamischen Rechtslehre – im sogenannten Fiqh?

 

In der Rechtsschule der Maliki, mit weiter Verbreitung z.B. heute noch in Marokko, ist die Jizya ein Entgelt aufgrund des Unglaubens, um dem Todschlag zu entkommen.
In der Rechtsschule von Al-Shaafe3ey ist die Jizya ein Entgelt gegen das Blutvergießen und das „in Ruhe gelassen werden“ im eigenen Haus.
Ibn Qayyim sagt in seinem Werk „A7kaam Ahl-Adhimma“ über die Jizya, dass sie eine Abgabe der Ungläubigen zu ihrer Erniedrigung und Kleinhaltung ist. Es handele sich um ein Entgelt für ihren Unglauben für den sie sich Schutz erkaufen.

Die Jizya in ihrem geschichtlichen Kontext

Die Jizya wird im Koran in Sura 9.29 eingeführt. Sie beschreibt, dass die Schriftbesitzer, die nicht an den Islam glauben bekämpft werden sollen, bis sie in Erniedrigung die Jizya entrichten.

Nach islamischer Tradition ist die Sure, die diesen Vers beinhaltet, zwei Jahre vor Mohammeds Tod im Jahr 9 nach der Hijra offenbart worden.

 

„Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen – von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde -, bis sie den Tribut‘ aus der Hand entrichten und gefügig sind!“ (Koran 9.29)

Was ist aber der geschichtliche Kontext in den sich dieser Vers einbettet?

In dem Vers 9.28 – also einen Vers vorher – steht, dass die Polytheisten sich nicht der Heiligen Stätte nähern dürfen, denn sie seien unrein. Damit wurde eine lukrative Geldeinnahmequelle für die Muslime trocken gelegt, die kompensiert werden musste. Es steht „fürchtet euch nicht vor der Armut, Allah wird euch durch seine Gunst reich machen“. Im folgenden Vers dann wird klar woher dieser Reichtum kommen soll – durch die Einnahmen aus der Jizya. Dieser Zusammenhang zwischen den beiden Versen und der geschichtlichen Gegebenheit wird auch von den klassischen Koranauslegern Al-Tabary und Ibn Kathir genauso auf Basis einiger Hadithe beschrieben.


Jizya aus Habgier und zur Erlangung von Reichtum

Im Sahih Al-Bukhary wird berichtet, dass Mohammed mit den Geldern aus dem Bahrain kam, sie in der Moschee ausbreitete und zum Gebet ging. Danach setzte er sich zu dem Geld und verteilte es. Ibn Abbas, sein Cousin, bat ihn auch um Geld. Mohammed erlaubte ihm zu nehmen was er tragen konnte. Ibn Abbas füllte sein gesamtes Gewand mit Geld und konnte es auf Grund der Schwere nicht mehr tragen.

 

Über Omar, den rechtgeleiteten Kalifen und engen Vertrauten Mohammeds, wird berichtet, dass er sagte: „Ich zähle das Geld von der Jizya aus dem Bahrain während ich im Gebet stehe.“ (Sunan Al-Kubra Lil-Baihaqy)

 

Traurig wie die religiösen Führer aller Zeiten und Orte das Geld und die Macht anbeten die sie sich durch ihre konstruierte „Religion“ zu Eigen machen. Das betrifft korrupte Bischöfe und Päpste im Christentum wie auch Mohammed und seine Gefährten. Beide sollten von Christus lernen der uns lehrte, dass man nicht zwei Herren dienen kann, „dem Geld“ und „Gott“.
Wer profitierte aber nun am meisten von dem Reichtum der durch die Jizya kam?
Es wird berichtet, dass Omar den Frauen Mohammeds 10.000 Denar von der Jizya zusprach und Aisha noch weitere 2.000. Er begründete es mit den Worten: Sie ist die Geliebte Mohammeds.

 

Für diese Vetternwirtschaft gibt es mehrere Beispiele, Aisha soll hier nur als ein Exempel dienen (Al-Mostadrak 3ala Al-Saheheyn).
Untertitel: 3 Denar = Jahreseinkunft eines Hirten (Quelle:)

Jizya als Mittel der Islamisierung

Die Jizya war zum einen ein Mittel um Reichtümer anzuhäufen, zum anderen hat es die Islamisierung enorm befördert. Die Juden und Christen in Ägypten, Syrien, Mesopotamien, Marokko usw. wurden vor die Wahl gestellt, entweder in den Islam einzutreten oder ein Schutzgeld, die Jizya zu bezahlen, oder getötet zu werden. Viele, die nicht in der Lage waren die Jizya zu bezahlen konvertierten um ihr Leben zu schützen. Andere, die zwar finanziell in der Lage waren konvertierten aber auch, denn die Erniedrigung und unmenschliche Behandlung der sie unter der islamischen Herrschaft als Ungläubige ausgesetzt waren, war unerträglich.


Ein lebendiges Zeugnis davon gab mir einmal ein älterer Herr aus der koptischen Kirche. Ich war bei ihm zuhause eingeladen und er zeigte mir ein altes Dokument aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Es handelte sich um einen Auszug aus einem Tagebuch seines Ur-Ur-Großvaters. Er schrieb, dass die Jizya wieder erhoben werden sollte und alle im Dorf waren sehr aufgeregt. Er habe versucht andere Familien finanziell zu unterstützen, war aber begrenzt in seinen Möglichkeiten. Viele seien in dieser Zeit in den Islam konvertiert, weil sie das Geld der Jizya nicht aufbringen konnten und ihr Leben schützen wollten.

 

Man fragt sich, was es dann noch mit dem bekannten Vers „Kein Zwang in der Religion“ auf sich haben kann. Dieser Vers ist viel älter als der Vers über die Jizya. Einige Gelehrten sagen daher, dass der Vers „Kein Zwang in der Religion“ rechtlich außer Kraft ersetzt wurde. Andere sagen, dass er nur für eine spezifische Situation galt und kein allgemeines Prinzip dar stelle.

Jizya zur Erniedrigung der Andersgläubigen

Mohammeds Onkel Abu Talib fragt Mohammed einmal in einen Hadith:“ Was ist es, dass dein Volk sich über dich beschwert? [Mohammed antwortet:] Oh Onkel, ich will die Araber unter einem Wort einigen und die Nicht-Ababer (Al-3ajam) sollen ihnen die Jizya zahlen. [Mohammeds Onkel Fragt] Was ist dieses Wort? [Mohammed antwortet:] Es gibt keine Gottheit außer Allah.“

 

Aber es geht nicht nur um eine Zahlung von Geld, es geht um die Erniedrigung der Andersgläubigen die im Koran mit den Worten „wa hom Saagheroon“ bezeichnet wird.
In der deutschen Übersetzung von Bubenheim und Elyas heißt es: „bis sie gefügig sind“.
Im Wörterbuch Lessan Al-Arab lesen wir, dass Al-Saagheroon „die Erniedrigten“ sind. Dies wird mit Rückgriff auf klassische Texte islamischer Rechtslehre ausgeführt.
Die klassischen Koran-Exegeten beschreiben das Wort mit „Erniedrigte“, „Bezwungene“, „die Verachtenswerten“ (Al-Tabary). Bei dem bis heute anerkannten Exegeten Ibn Kathir heißt es, dass die Ungläubigen die Jizya in Unterwerfung und völliger Erniedrigung und Beleidigung entrichten sollen.
In der Rechtslehre haben sich unzählige grausame Methoden der Erniedrigung entwickelt. Diese Bücher stehen noch heute in den Moscheen und werden als authentische Quellen des wahren Glaubens bezeichnet.

 

Al-Razy führt z.B. aus, dass die Erniedrigung wichtig ist, um den Ungläubigen zu zeigen, dass sie als Muslime in einer ehrenvolleren Position wären. So erhofft man sich, dass die Ungläubigen in ihrer Schande, Beschämung und Erniedrigung einknicken und letztendlich den Islam annehmen.
Menschenverkauf für die Bezahlung der Jizzia
In Ägypten mussten Kopten pro Jahr 2 Dinare pro männlichen Kopf bezahlen. Also 2/3 der Jahreseinkünfte eines Schafshirten.
Was war aber nun, wenn diese Unmenge an Jizya nicht bezahlt werden konnte?
3amro Ibn Al-3aas schrieb an die Bevölkerung in Barqa im heutigen Libyen in seinen Bedingungen, die an die Jizya gebunden sind, dass sie in diesem Fall ihre Kinder und Frauen verkaufen müssen, um die Jizya bezahlen zu können.
In Ägypten war es auch Praxis einem gesamten Dorf eine feste Summe an Jizya für ein Jahr vorzuschreiben. Dabei mussten dann die Lebenden die Jizya für die in diesem Jahr gestorbenen noch übernehmen.

 

Über Amru Ibn Al-Aas, der Militärführer der Ägypten unterwarf, wird berichtet, dass er von der Minbar aus sagte, dass die Kopten in Ägypten kein Abkommen und Vertrag mit ihm haben und er sie daher wenn er wollte töten lassen kann oder sie vollständig ausrauben oder verkaufen könnte.

 

In der Hoffnung, dass auch diese grausame Kriminalgeschichte der Raubzüge und Islamisierung unter der Jizya aufgeklärt wird, verabschiede ich mich von Ihnen und freue mich, wenn Sie beim nächsten Video wieder einschalten.

Gastbeitrag von: Al-Hayat-TV

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