„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Dschihad

1. Definition

Eine sehr kurze Einleitung zur Definition des Begriffs Jihad in den vier sunnitischen Rechtsschulen (Quelle).

a. Bei den Hanafiten ist der Jihad definiert als (Quelle:  بدائع الصنائع، وحاشية ابن عابدين):


Einsatz aller Möglichkeiten und Energien im militärischen Kampf (Qital) auf dem Pfad Allahs mit dem Leben, dem Vermögen und der Zunge, sowie die Missionierung zur wahren Religion und die militärische Bekämpfung derer, die sie nicht annehmen.

b. Die Malikiten definieren den Jihad als (Quelle: الشرح الصغير على أقرب المسالك):


Der militärische Kampf eines Moslems gegen einen Ungläubigen, der keinen Unterwerfungspakt mit den Muslimen geschlossen hat, mit dem Ziel, das Wort Allahs zu erhöhen.

c. Die Hanbaliten und Shafi3iten definieren den Jihad als (Quelle: فتح الباري):


Einsatz von Mühen im militärischen Kampf gegen die Ungläubigen.

d. unter Bearbeitung

Die vier großen Rechtsschulen sind sich also einig was mit Jihad gemeint ist. Wer also meint, der physische Kampf gegen die Ungläubigen, die sich nicht dem islamischen Recht unterwerfen wollen, habe nichts mit dem Islam zu tun, widerspricht den vier großen Rechtsschulen des sunnitischen Islams, die übereinstimmen mit den Urquellen des Islams, wie dem Hadith in dem Mohammed gefragt wurde was der Jihad sei und er antwortete: „Dass du die Ungläubigen bekämpfst, wenn du ihnen begegnest!“ (Ibn Madja)

2. Jihad dient nicht nur der Verteidigung

Vor Jahren hat Barino eine Abhandlung des mittlerweile verstorbenen Großgelehrten und Mufti Saudi Arabiens, Sheikh Ibn Baz, aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt. Der Text widerlegt aus sunnitischer Sicht die Reformbewegungen, die versuchen den Jihad lediglich als Verteidigungskrieg darzustellen. Nach einer sehr weitschweifenden Einleitung, wie es für solche Texte üblich ist, wird es ab dem Abschnitt [Die verschiedenen Stufen des Jihad] sehr interessant.

2.1. Einleitung

Gepriesen sei Allah, der Herr der Welten, der Segen, das Heil und der Frieden Allahs sei auf seinem Diener und Gesandten und dem Besten seiner Geschöpfe, unserem Propheten Mohammed, und auf seiner Familie und seinen Gefährten und wer seinem Pfad folgt und von ihm rechtgeleitetet ist durch seine Rechtleitung bis zum Jüngsten Tag. Und wir bitten Allah den Allmächtigen um das Gelingen in der Wahrheit zu stehen. Wahrlich, er hat zu allem die Fähigkeit.

Viele der zeitgenössischen Schreiber vertraten verwirrende Auffassungen der Aufforderung zum Jihad und viele von ihnen mühten sich [in ihrer Erklärung] ab, jedoch ohne Wissen. Sie meinen, der Jihad wäre zum Gesetz erhoben, um den Islam und die Muslime zu verteidigen und er würde den Muslimen nicht auferlegen in die Schlacht, in die Länder ihrer Feinde zu ziehen, und sie zum Islam aufzufordern und je nach ihrer Antwort sie zu bekämpfen, solange bis das Wort Gottes Autorität hat und seine Religion für alle deutlich ist. Da einige Leute diese Meinung vertreten und darüber viele Briefe und Schriften verfassten, sah ich es als wünschenswert und sogar notwendig an, dass dieses Thema das Thema für die Sitzung heute Abend sein sollte, dieses Thema trägt den Titel „Der Jihad ist nicht ausschließlich für die Verteidigung.“ So werde ich sprechen und Allah der Preiswürdige und Erhabene ist der Rechtleiter zum wahren Pfad.

2.2. Allahs Wille für die Menschen

Wahrlich, Allah der Allmächtige, Ihm gebührt der Lobpreis. Er erweckte Gesandte und sandte die Bücher herab zur Rechtleitung der beiden Populationen, der der Geister und der der Menschen, und um diese aus der Finsternis zum Licht zu führen, dies ist eine Huld von Ihm und eine Großzügigkeit. Allah der Allmächtige schuf den Gottesdiener mit dem Instinkt, dass er ihn und seine Einheit erkenne, er schuf den Gottesdiener zu diesem Zweck. Allah schuf den Gottesdiener, dass er Ihm diene und Ihm gehorche. Doch Allah durch sein Wissen über die Situation der Gottesdiener und ihrem Verstand wusste, dass diese die gottesdienstlichen Handlungen die Allahs Zufriedenheit brächten und die Regeln der Gerechtigkeit nicht erkennen und befolgen können, und es nicht sein könne, dass der Gottesdiener Tugenden erkenne, die er erwerben soll. Allah sandte Gesandte, die frohe Botschaft verkündeten und warnten, um die Erdenbewohner auf ihren Auftrag auszurichten, einen reinen Monotheismus zu praktizieren und aufrichtig gegenüber Allah zu sein, und den Charakter und die Taten aufzuweisen, die gottgefällig sind, und sie zu warnen und um ihnen die Ordnungen und Pläne zu geben um in ihnen zu wandeln. Und er sandte die Bücher um diese Angelegenheit klar zu machen und sie zu verdeutlichen, denn Allah ist der Wissende über die Lage seiner Diener. Der Wissende wie sie verbessert werden kann, der Wissende, wie sie Glück erfahren, dass was schnell kommt [das der Gegenwart], und das was langsam kommt [das was in der Zukunft kommt].

 

So ist er der Wissende der gegenwärtigen-, vergangenen und zukünftigen Angelegenheiten, deshalb also sandte er Gesandte und offenbarte die Bücher [Tora, Evangelium, Koran] um seine Rechte [gegenüber den Menschen] zu verdeutlichen und sie zu Ihm zu führen und um die Menschen auf die Wege der Rettung und der Freude auszurichten und auf die Wege der Freude im Diesseits und Jenseits zu führen. Er offenbarte die Bücher um diese großartige Angelegenheit zu verdeutlichen. Allah der Allmächtige sagte in seinem deutlichen Buch (2.257): „Allah ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht. Diejenigen aber, die ungläubig sind, deren Schutzherren sind die falschen Götter. Sie bringen sie aus dem Licht hinaus in die Finsternisse.“ Und Allah der Allmächtige sagte (33.41): „O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken und preist Ihn morgens und abends. Er ist es, Der über euch den Segen spricht – und auch Seine Engel4 –, damit Er euch aus den Finsternissen ins Licht hinausbringt; und Er ist zu den Gläubigen Barmherzig. Ihr Gruß am Tag, da sie Ihm begegnen, wird sein: „Friede!“ Und Er hat für sie

trefflichen Lohn bereitet.“ Und er sagte (51.56): „Und Ich habe die Jinn [Geister] und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ Und der Erhabene sagte (57.25): „Wir haben ja Unsere Gesandten mit den klaren Beweisen gesandt und mit ihnen die Schrift und die Waage herabgesandt, damit die Menschen für die Gerechtigkeit eintreten. Und Wir haben das Eisen herabgesandt1. In ihm ist starke Gewalt und Nutzen für die Menschen –, damit Allah kennt, wer Ihm und Seinen Gesandten im Verborgenen hilft. Gewiß, Allah ist Stark und Allmächtig.“ Und Allah der Mächtige verdeutlichte, dass er die Menschen aus der Finsternis zum Licht führt, dies, durch die Aussendung der Gesandten und die Offenbarung der Bücher. Er machte deutlich, dass seine Gesandten mit Wahrheiten gesandt wurden. Und mit ihnen sandte der Erhabene das Buch und die gerechte Waage [die Gerechtigkeit].

 

Mit dem Buch sind die himmlischen Bücher gemeint und sie sind seine Worte, und es gibt niemanden, der wahrer redet als Er: (Koran) „und wer ist wahrer in der Rede als Allah?“

 

Und die Waage ist die Gerechtigkeit, das bedeutet, die gottgefälligen Gesetze, und die gerechten Regeln, die die Freudengründe für das Diesseits und das Jenseits beinhalten.

2.3. Die Sendung der Gesandten

So sandte er die Gesandten und so offenbarte er die Bücher, er offenbarte die himmlischen Bücher, die in ihrer Großartigkeit von dem Buch Allahs dem Koran übertroffen werden. Und er offenbarte zuvor durch seine Propheten und Gesandten, Allahs Segen und Frieden sei auf ihnen, die Tora und das Evangelium und andere Bücher: In ihnen sind Gesetze und Regeln und die Ausrichtung zum Guten und die Warnung vor dem Bösen, und Allah sandte zu jedem Volk einen Gesandten aus ihrer Mitte, und er richtete sie zum Guten aus und er befahl ihnen den Monotheismus und warnte sie vor dem Polytheismus. Und der Erhabene erließ für sie Gesetze und er ist der Allweise, Allwissende und Allbarmherzige, der Allmächtige. Jeden Gesandten, den Allah zu jeder Nation sandte, sandte er mit dem Monotheismus, dies ist der Kern der Verkündigung aller Gesandten. Und er befahl ihnen Liebe zu Allah und Aufrichtigkeit ihm gegenüber, und die Herzen zu Ihm auszurichten. Und er erließ ihnen Gesetze über die Zunge der Gesandten, die zu ihnen, ihrer Gesellschaft, ihrer Zeit und ihren Umständen passten, wie es die Weisheit, die Barmherzigkeit, Sanftmütigkeit und das Wissen Allahs über ihre Umstände für notwendig hält.

 

Und da die Botschaft Mohammeds eine allgemeine Botschaft für alle Erdbewohner, den Geistern und den Menschen ist, sandte Allah ihn mit einem Gesetz passend und gut für alle Erdbewohner zu seiner Zeit, und auch nach seiner Zeit bis zum Jüngsten Tag.

 

So entschied es Allahs Weisheit, alle Gesandten hatten die gleichen Ursprünge und die gleiche Basis, Allahs Segen und Frieden sei auf ihnen. Die Gesetze sind den Umständen, Zuständen und der Umwelt der Nationen gemäß. So wie es die Weisheit, die Barmherzigkeit, die Güte und die Sanftmut des Allwissenden Schöpfers entschied. Der Monotheismus ist der Ursprung aller Ursprünge. Die Gesandten sind darauf geeinigt und so auch die übrigen Ursprünge wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Lügen- und Ungerechtigkeitsverbot und den Befehl zum veredelten Charakter und die guten Taten und das lassen des Gegenteiligen, und dies ist die Grundlage auf der die Gesandten, Allahs Segen und Friede sei auf ihnen, geeinigt waren, Allah sagte (16.36): „Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: ‚Dient Allah und meidet die falschen Götter.’“ Und Allah sagte: „Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: ‚Es gibt keinen Gott außer Mir, so dient Mir!’“ Und Allah sagte: „Gesandte als Verkünder froher Botschaft und als Überbringer von Warnungen, damit die Menschen nach den Gesandten kein Beweismittel gegen Allah haben.“.

2.4. Die göttlichen Gesetze

Und zur Glaubensgrundlage gehört: Der Glaube an Allah, seinen Gesandten, der Monotheismus, die Aufrichtigkeit Ihm gegenüber, der Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichtes, an das Paradies und an die Hölle, der Glaube an alle Gesandte, und nicht zwischen ihnen zu unterscheiden. Und wie ähnlich sind sich diese Grundlagen! Es ist alles, worüber sich die Gesamtheit der Gesandten einigte. Es kamen göttliche Bücher, die sich alle gegenseitig bestätigten und stützten.

 

Aber die Teilaspekte sind in den Gesetzen unterschiedlich. In einem Gesetz könnten Teilaspekte erlaubt werden, die in einer anderen Gesetzgebung verboten sind. Und es könnte etwas in einem vorigen Gesetz verboten werden, was in einem nachfolgenden Gesetz erlaubt wird. Beispielsweise sandte Allah Jesus mit dem Gesetz der Torah und einigen Milderungen und Erleichterungen von einigem, was in diesem Gesetz steht, und er tat ihnen einiges Kund, in dem sie uneinig waren. Und er Erlaubte einiges, was durch die Torah verboten war. All dies kam durch Allahs Sanftmut und Erleichterung. So wie Allah sagte als er das Evangelium, und die Torah und den Koran erwähnte (5.48): „Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt.“ Und Allah ist weise in seiner Rechtsgebung und wissend was den Menschen gut macht, und was sie zu tun vermögen. Außerdem ist Allah weise in seiner Voraussicht der Schicksale der Menschen, er sagte (5.44): „Gewiß, Wir haben die Thora hinabgesandt, in der Rechtleitung und Licht sind, womit die Propheten, die sich (Allah) ergeben hatten, für diejenigen, die dem Judentum angehören, walten, und so auch die Leute des Herrn und die Gelehrten, nach dem, was ihnen von der Schrift Allahs anvertraut worden war und worüber sie Zeugen waren3. So fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich. Und verkauft Meine Zeichen nicht für einen geringen Preis! Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungläubigen. Und Wir haben ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr, Zahn um Zahn; und (auch) für Verwundungen Wiedervergeltung. Wer es aber als Almosen erläßt, für den ist es eine Sühne.

 

Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Ungerechten.“ Dies alles ist in der Rechtsgebung der Torah, und Allah entschied dies für dieses Volk und verdeutlichte es ihnen ausdrücklich und gesetzgebend unter diesem Volk. Und die Sunnah kam um dies zu bestätigen und zu verdeutlichen, dass dies Allahs Gesetzgebung für dieses Volk ist. In Bezug auf das Leben, das Auge, die Nase, das Ohr und den Zahn, wie es in der Wohlbekannten Gesetzgebung Allahs in seinem Buch festgehalten ist und in der Sunnah seines Gesandten Mohammeds. Dann sagte er: „Und Wir ließen auf ihren Spuren Isa (Jesus), den Sohn Maryams, folgen, das zu bestätigen, was von der Thora vor ihm (offenbart) war; und Wir gaben ihm das Evangelium, in dem Rechtleitung und Licht sind, und das zu bestätigen, was von der Thora vor ihm (offenbart) war, und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.“ Dies beweiste, dass dieses großartige Buch, das Evangelium*, Rechtleitung und Licht besitzt und in ihm Belehrungen und Ausrichtungen stehen.

 

Danach sagte Allah (5.47): „Und so sollen die Leute des Evangeliums nach dem walten, was Allah darin herabgesandt hat.“ Dies bewies, dass im Evangelium Regeln standen, nach denen die Getreuen des Evangeliums von den Gelehrten der Israeliten richteten. Und es ist bekannt, dass Jesus mit der Gesetzgebung der Torah gesandt wurde, und außerdem mit Dingen, die nicht in der Torah stehen. Und in seiner Gesetzgebung gab es auch Milderung und Erleichterung für einiges, was in der Torah stand. Dann sagte Allah (5.47): „Und so sollen die Leute des Evangeliums nach dem walten, was Allah darin herabgesandt hat. Wer nicht nach dem waltet, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, das sind die Frevler.“ Und dann sagte er: „Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war, und als Wächter darüber. So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herabgesandt hat, und folge nicht ihren Neigungen entgegen dem, was dir von der Wahrheit zugekommen ist. Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt.“ so sagte er es zu seinem Propheten Mohammed, und sandte sein Buch, den Koran mit Wahrheit, denn Allah sandte ihn mit der Wahrheit und für die Wahrheit, und er beinhaltet die Wahrheit, um die Wahrheit zu bekräftigen. Um die Wahrheit zu einem Gesetz zu erheben, um zu bestätigen, was sie an Büchern und Gesandten mit ihren Botschaften hatten. Denn das großartige Buch Allahs, der Koran, bestätigt die vorigen Gesandten und die vorigen Bücher und bezeugt, dass sie von Allah stammen: Torah, Evangelien*, die Psalmen, die Schriften Mose und Abraham und weitere Bücher, die Allah seinen Gesandten offenbarte. Dann verdeutlichte Allah, dass jeder von ihnen sein Gesetz und seinen Methodik hat. Dies bewies, dass die Gesetze, die die Propheten und Gesandten, brachten unterschiedlich sind. Außerdem verdeutlichte Allah, die Grundlagen: Der Glaube an Allah, seine Gesandten, die Engel, die Bücher, und der Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichtes, und der Glaube an das Paradies und die Hölle, und das Schicksal, und weitere allgemeine Regeln, die zur Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit verpflichten und die Ungerechtigkeit, Lüge und ähnliches verbieten. Dieses sind allgemein befolgte Grundlagen.

 

Und mit seiner Weisheit sandte Allah jeden Gesandten mit der Sprache seines Volkes, so dass er sie verstehen und begreifen lässt, womit er zu ihnen klar und deutlich geschickt wurde. Deshalb sagte Allah (14.4): „Und Wir haben keinen Gesandten gesandt, außer in der Sprache seines Volkes, damit er ihnen (die Botschaft) klar macht.“

 

Weil Mohammed von den Arabern war, und die Araber die ersten Leute waren, die seine Botschaft hörten, und sie mit seiner Botschaft konfrontierte, sandte Allah ihn in ihrer Sprache. Und doch ist er ein Gesandter für alle, aber Allah sandte ihn mit der Sprache seines Volkes und er machte sein Volk zu Botschaftern für die Völker nach ihnen. Er forderte alle Leute auf, diesem Propheten zu folgen und auf seinem Weg zu wandeln, deshalb war es ihnen eine Pflicht ihm zu folgen, und seine Sprache zu kennen und die Sprache des Buches Allahs [des Koran], und dieser großartige Prophet ist Mohammed, Allah sandte ihn als Barmherzigkeit zur ganzen Welt. Wie Allah sagte (21.107): „Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.“ Wie er auch die Gesandten vor ihm als Barmherzigkeit für die schickte, zu denen sie gesandt wurden. Um sie auszurichten und von ihnen die Ungerechtigkeit, Unheil und heidnische Gesetze weg zu nehmen. Und dass sie dies mit den guten Systemen und gerechten Regeln ersetzen.

2.5. Beseitigung der Ungerechtigkeit

Allah sandte diesen Propheten Mohammed, um die verdorbene Ungerechtigkeit zu beseitigen, und die ungerechten Charakteristika. Und um die übertretenden Tyrannen und die verderbenden Führer zu vernichten, um an deren Stelle gut machende Führer, gerechte und gradlinige [das islamische System] Systeme, weise und gerechte Gesetze einzusetzen. Dies um die Menschen in ihre Schranken zu weisen. Und es wird kein unterschied zwischen Weiß und Schwarz oder Rot und sonstigem, oder reich und arm, oder Hoch- und Niedergestellten in der Gesellschaft gemacht. Im Gegenteil, er ließ sein Gesetz keinen Unterschied zwischen den Menschen machen, sondern die Gesetze richten die Menschen alle auf ein gleiches Ziel aus. Sie fordern [zum islamisch Guten] auf und halten [vom islamisch Schlechten] alle Menschen gemeinsam ab. Und Allah verdeutlichte [im Koran] der edelste unter den Menschen bei Allah, ist der, mit der größten Gottesfurcht, auch sagte Allah (49.13): „O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt.“ Und er sagte nicht, dass ihr euch mit Stolz oder Überheblichkeit begegnen sollt. Oder, dass ihr einander versklavt, sonder er sagte: „damit ihr einander kennenlernt.“. Dann sagte Allah (49.13): „Gewiß, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allkundig.“ Und der Prophet Mohammed sagte: Allah offenbarte mir, dass ihr bescheiden seiet, dass keiner dem Anderen überheblich begegne, und keiner den Anderen überfällt. (Hadith Sahih Muslim)

 

Allah sagte im edlen Koran (31.18): „Und zeige den Menschen nicht geringschätzig die Wange und gehe nicht übermütig auf der Erde einher, denn Allah liebt niemanden, der eingebildet und prahlerisch ist.“ Diesen großartigen Propheten sandte Allah mit einer allgemeinen Botschaft und einem allgemeinen umfassenden System für alle gottesdienstlichen, politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kriegsrechtlichen und weiteren Angelegenheiten die für die Menschen von Belangen sind. Er ließ nichts aus, ohne die Menschen auf Allahs Urteil zu richten. Und Allah sagte über den Propheten (34.28): „Und Wir haben dich für die Menschen allesamt nur als Frohboten und Warner gesandt. Aber die meisten Menschen wissen nicht.“ und Allah sagte (33.45-46):

„O Prophet, Wir haben dich gesandt als Zeugen, als Verkünder froher Botschaft und als Warner und als einen, der zu Allah mit Seiner Erlaubnis ruft und als eine lichtspendende Leuchte.“ Allah verdeutlichte, dass dieser Gesandte ein Licht für die Menschen ist, und ihnen den Weg leuchtet, und sie auf den Pfad zu ihrem Gott leitet. Derjenige, der seiner Religion treu blieb, wurde gerettet, gewann das Gute und das gesegnete Ende [das Paradies] und wer davon abirrte, dem wurde Verlust, Misserfolg, Schwäche und Erniedrigung zuteil. Und Allah sagte (5.15-16): „Gekommen ist, nunmehr zu euch von Allah ein Licht und ein deutliches Buch, mit dem Allah diejenigen, die Seinem Wohlgefallen folgen, die Wege des Heils leitet und sie aus den Finsternissen hinaus mit Seiner Erlaubnis ins Licht bringt und sie zu einem geraden Weg leitet.“

 

So sagte es Allah über diesen großartigen Propheten und Sein deutliches Buch.Wahrlich, durch dieses Buch und diesen Propheten führt Allah die Menschen von der Finsternis zum Licht. Von der Finsternis des Unglaubens, der Unwissenheit, der Ungerechtigkeit, der Tyrannei und der Versklavung zum Licht des Monotheismus, dem Glauben, der Rechtleitung und der Gerechtigkeit, zur Weite des Islams, anstelle von der Ungerechtigkeit der Könige und Tyrannen und anstelle von ihren ungerechten Regeln. Denn das Gesetz Allahs mit dem er seinen Propheten Mohammed sandte, ist ein vollkommenes Gesetz. Ein Gesetz, in dem es Licht und Rechtleitung, Weisheit und Gerechtigkeit gibt, und in dem der Ungerechtbehandelte zu seinem Recht kommt und die Menschen auf die Möglichkeiten der Freude ausrichtet werden, sie mit Wahrheit und Gerechtigkeit verpflichtet, sie von Ungerechtigkeit abhält und sie mit der Brüderlichkeit im Glauben verbindet und das zur Unterstützung zum Guten und zur Gottesfurcht auffordert, und mit Ratschlag in der Wahrheit zu stehen und an ihr festzuhalten, und der brüderlichen Beratung unter einander, in ihm steht auch die Befreiung von der Ungerechtigkeit, Willkür, der Lüge und alle Arten des Verderbens, damit alle Brüder sind, die sich einander für Allah lieben und sich einander für das Gute und die Gottesfurcht unterstützen. Jeder berät den anderen und ist ehrlich, hintergeht seinen Bruder nicht, misstraut ihm nicht, verachtet ihn nicht, lästert nicht über ihn, im Gegenteil, er wünscht ihm alles Gute und verabscheut für ihn das Schlechte, so wie Allah sagte (49.10): „Die Gläubigen sind doch Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren beiden Brüdern und fürchtet Allah, auf daß ihr Erbarmen finden möget.“ Und Mohammed sagte: Keiner von euch hat Glauben, bis er für seinen Bruder das wünscht, was er für sich selbst wünscht. Und in den beiden Sahih Hadith Werken ist aufgezeichnet, dass Jarir bin Abd Allah Albajli sagte: Ich schwor dem Propheten den Treueschwur für die Verrichtung des Gebets, die Abgabe der Zakah [islamische Abgabe], und die Beratung eines jeden Muslims.

 

Und Mohammed sagte auch: Die Religion ist Beratung. Es wird gesagt: Für wen, oh Gesandter? Er sagte: Für Allah und sein Buch [ den Koran] und seinen Gesandten, den muslimischen Gelehrten, und den gesamten Muslimen (Sahih Muslim). Und Allah sagte in seinem Buch, was den Kern der Botschaft betrifft (7.158): „Sag: O ihr Menschen, ich bin der Gesandte Allahs an euch alle, Dem die Herrschaft der Himmel und der Erde gehört. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Er macht lebendig und läßt sterben. So glaubt an Allah und Seinen Gesandten, den schriftunkundigen Propheten, der an Allah und Seine Worte glaubt, und folgt ihm, auf daß ihr rechtgeleitet sein möget!“

 

Und Allah benachrichtigte, dass dieser Gesandte sie läutere von ihren frevelhaften Eigenschaften und ihren abscheulichen Taten hin zu guter Moral und zu gottgefälligen Taten leite. Allah sagte (3.164): Allah hat den Gläubigen wirklich eine Wohltat erwiesen, als Er unter ihnen einen Gesandten von ihnen selbst geschickt hat, der ihnen Seine Zeichen verliest, und sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich zuvor wahrlich in deutlichem Irrtum befanden. Und Allah sagte (9.128): „Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (er ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig.“ Und weitere Verse, die die Beratung von Mohammed beweisen. Und Allah sandte ihn um die Menschen zu lehren und sie zu führen und sie zu läutern und um die Menschen aus der Finsternis zum Licht zu führen, aus der Finsternis ihrer Ignoranz, ihrem Unglauben und ihren frevelhaften Eigenschaften, zu dem Licht des Glaubens und dem Monotheismus und zur guten und edlen Moral, und Gerechtigkeit und Güte und Rechtschaffenheit.

2.6. Die Sendung Mohammeds

Die Erde war bevor Mohammed zu ihr gesendet wurde voll mit Ungerechtigkeit, Ignoranz und Unglaube. Der Polytheismus war weit verbreitet unter den Menschen und den Ländern und das Verderben breitete sich aus, außer den wenigen Übriggebliebenen von den Schriftbesitzern von denen die meisten vor dem Kommen Mohammeds starben. Als die Lage so war, erbarmte sich Allah den Erdbewohnern und behandelte sie sanftmütig und sandte aus ihnen diesen großartigen Gesandten Mohammed und sie hatten seine Sendung und seine Botschaft dringend nötig. Allah sandte ihn mit dem edelsten Buch und der edelsten und allgemeinsten Botschaft … so rettete Allah diese Nation mit ihm [Mohammed]. Und Allah brachte die Erdbewohner durch Mohammed von der Finsternis ins Licht, er brachte sie von der Verirrung zur Rechtleitung, Allah brachte sie aus allen Arten der Ungerechtigkeit zur Gerechtigkeit und zur vollständigen Freiheit gebunden an das göttliche Gesetz. Allah trug Mohammed bei seiner Sendung auf, den Islam zu verkündigen und die Menschen zum aufrichtigen Glauben an Allah zu bewegen, und Beweise zu benutzen, mit denen Allah Mohammed sandte – mit der wahren Religion und dem Pfad der göttlichen Gerechtigkeit. Mohammed nahm es an und predigte zu den Mekkanern, und so nahm jeder Mekkaner der sich unterwarf [Muslim wurde] seine Aufgabe der Verkündigung auf, je nach seiner Lage, einmal im Geheimen und einmal öffentlich, so wie es bekannt war. Mohammed verblieb in Mekka drei Monate und verkündete die Ausrichtung auf Allah und warnte sein Volk und richtete sie zum Guten aus und trug ihnen das Buch Gottes [den Koran] vor und rief sie auf zum edelsten Charakter und den ausschließlich guten Taten. Allah gebot ihm nicht sie zu bekämpfen. Es war nur ein Ruf mit dem kein Kampf verbunden war es ging nur um die Ausrichtung, die Leitung und die deutliche Darstellung der Wahrheit und des edlen Charakters. Die Warnung war mit guter Rede, Sanftmut und einer Auseinandersetzung in bester Art und Weise, so wie Allah sagte (16.125): „Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen in bester Weise.“ Und Allah sagte (15.85): „Wir haben die Himmel und die Erde und was dazwischen ist nur in Wahrheit erschaffen. Gewiß, die Stunde wird sicher eintreffen. So übe schöne Nachsicht.“ Und Allah sagte (73.10): „Und ertrage standhaft, was sie sagen, und meide sie auf schöne Weise.“ Und Allah sagte (15.94): „So verkünde denn laut, was dir befohlen wird, und wende dich von den Götzendienern ab.“

 

In diesen Versen steht die Aufforderung zur Vergebung und dem Abwenden von ihnen und die Auseinandersetzung mit ihnen in bester Art und Weise usw.. In diesen Versen gibt es keine Aufforderung zum Kampf, denn die Lage ließ es nicht zu, es gab nur wenige Muslime und ihre Feinde waren zahlreich, und die Macht und die Stärke lag in deren Händen. So kam es, dass wegen der Weisheit Allahs, Er seinem Gesandten und den Muslimen den Jihad mit der Hand [den physisch-gewaltsame-Jihad] verbot, und er befahl den Muslimen Zurückhaltung, den Jihad mit der Zuge [der Ruf zum Islam durch die gute Rede], die Verkündigung und befahl ihnen ihr Hände vom Kampf zurückzuhalten. So leitete Allah spätere Muslime recht, wie Abubakr, Omar Alfaruq, Uthman, Ali, Zabir bin Al’awam, Saad bin Abi Waqas, Abdullah bin Massoud, Abdurrahman bin Aouf, Said bin zaid, Talha bin Abidallah und Jam Ghafir, alles Gefährten Mohammeds.

Als der Prophet [Mohammed] mit der Verkündigung anfing und die Falschheit ihrer Götter zeigte, die sie neben Allah anbeteten, und er sie zum Monotheismus und zur Aufrichtigkeit gegenüber Allah führte, ist dies für die Mekkaner zu einer gewaltigen Angelegenheit geworden, weil sie diese Götter hochschätzten. Und viele von ihnen erkannten in der Anbetung dieser Götter und der Verbindung zu ihnen ein Mittel um die Führung, ihren Stand und ihre Macht über die Schwachen zu sichern. Sie versuchten diese Götter zu bewahren und Lügen über den Gesandten zu ersinnen. Mit diesen vielen Lügen wollten sie die Menschen von ihm abhalten, und sie behaupteten, er sei ein Dichter, mal ein Verrückter, mal ein Zauberer, mal ein Lügner usw.. Und diese Aussagen sind alle falsch und sie wussten das. Ich meine damit, die angesehenen Leute, die Führer, und die Mächtigen der Mekkaner, so wie Allah sagte (6.33): „Wir wissen wohl, daß dich das, was sie sagen, in der Tat traurig macht. Aber nicht dich bezichtigen sie (in Wirklichkeit) der Lüge, sondern die Zeichen Allahs verleugnen die(se) Ungerechten.“ Aber sie hatten keine Macht, außer das sie die Schwachen Mekkas und andere belogen und in die Irre geführt haben. Allah lehnte das ab, und wollte seine Botschaft vollenden, die Wahrheit zeigen, die Falschheit zerstören, auch wenn es den Ungläubigen zu wieder ist. Mohammed ließ nicht nach mit der Verkündigung und er ließ nicht nach die Menschen zu überzeugen und ihnen das Buch Allahs vorzutragen und sie zu dem zu führen, womit Allah ihn gesandt hatte, und er fing mit der Botschaft seines Gottes an, bis die Verkündigung in Mekka angekommen war und sie sich erweiterte und die Menschen davon hörten. Die Araber und andere in den Wüsten und Stätten sind in Mengen zum Propheten Mohammed gekommen und sind heimlich mit ihm in Kontakt getreten und sie hörten von ihm bis der Islam sich erweiterte und den Mekkanern deutlich gezeigt wurde. Und dabei errichteten sie eine feindliche Front und schadeten dem Gesandten und seinen Gefährten sehr. Ihre grausamen Taten sind wohl bekannt in der Geschichte.

2.7. Die Auswanderung

Als die Angelegenheit für die Gefährten des Gesandten schlimmer wurde, und sie mehr erlitten haben, erlaubte Mohammed ihnen die Auswanderung nach Habascha [Äthiopien]. Sie wanderten aus nach Habascha und blieben dort, wie Allah es wollte, dann haben sie die Nachricht bekommen, dass es Nachsichtige von den Polytheisten [der Mekkaner] gab.

 

Und es ist überliefert worden, dass sie [die ungläubigen Mekkaner] Muslime wurden, als sie sich nieder warfen, nachdem sie die Sura Annajm hörten.

 

Da kehrten ein paar [von den ausgewanderten Gefährten] zurück, und ihnen wurde noch mehr Leid hinzugefügt. So wanderten sie ein zweites mal nach Habascha aus und blieben dort, bis zum Jahr von Khaibar*, in dem Mohammed mit Jaafr bin Abi Talib kam. Die Lage und die Härte gegen den Gesandten in Mekka blieb. Es sind viel schlimme Vorfälle passiert, wie die Geschichte mit der Umzingelung des Volkes Abi Talibs. Nach all dem erlaubte Allah, Mohammed, die Auswanderung nach Medina, nachdem Allah ihm durch die Ansar [die Helfer in Medina] den Weg erleichterte, damit sie ihm halfen, bewahren und ihn aufnahmen. Die Ansar kamen von zwei Volksstämmen „Al-Aus und Al-Khazraj“. Als sie die Botschaft [des Islam] bekamen, kontaktierten sie den Propheten, und trafen sich mit ihm im Ort „Mani Marat“. Und zuletzt leisteten ihm mehr als siebzig Leute den Treueschwur. Sie schworen die Treue zum Islam, und zur Unterstützung des Propheten und seinem Schutz und gegenüber ihren Frauen und Kindern und sie verlangten von ihm, dass er zu ihnen auswandere und er willigte ein.

 

Er erlaubte seinen Gefährten die Auswanderung, dann wartete er den Befehl seines Herren ab, und Allah erlaubte es ihm nach all dem. Da wanderte er nach Medina aus, Gott sei Dank. Mohammed war in Mekka – so wie es bekannt war – er kämpfte gegen sie nicht mit der Hand oder dem Schwert, sondern mit der Verkündigung, der Ausrichtung, Leitung, der Erkenntnis, der Zurechtweisung, des Gedenken Gottes und der Rezitation des Korans, wie es Allah sagte (25.52): „…mühe dich damit [mit dem Koran] gegen sie ab mit großem Einsatz.“ So war es auch mit den Gefährten Mohammeds, die in Mekka zurückblieben. Sie gaben die Verkündigung denjenigen, die mit ihnen in Kontrakt traten in Form von Ausrichtung, Leitung und Ratschlag. Trotz allem waren die Muslime wenige und die Nicht-Muslime mehr und sie hatten die Macht und die Oberhand in Mekka. Deshalb sagte der Dichter, wie es über Hasaan überliefert wurde:

 

Der Auserwählte [Mohammed] verkündete lange Zeit in Mekka, ihm wurde nicht geantwortet

Als er mit Sanftmut predigte

 

Als er jedoch mit dem funkelndem Schwert in seiner Hand verkündete, nahmen sie den Islam an und unterwarfen sich und zeigten Reue.

2.8. Die Ablehnung der Wahrheit

So war es auch in Mekka, wo wenige es annahmen und die meisten auf Grund von [der Sicherung] des Lebensunterhaltes, der [Angst vor der] Obrigkeit, Hochmut, Neid, und Übertretungen ablehnten, nicht aus Unwissenheit der Wahrheit und nicht aus dem Bedürfnis zur Falschheit, weil sie wussten, dass er Allahs Gesandter und aufrichtig war. Sie nannten ihn den Vertrauenswürdigen. Aber der Neid, und die Übertretung und die Liebe zur Obrigkeit und die Machtausübung über das Volk verhinderte viele die Wahrheit zu akzeptieren, so wie die Mächtigen in Rom und Persien und ihre Führer und ihre Angesehenen. Die Wahrheit und ihre Beweise war ihnen nicht verborgen. Aber die Macht und die Obrigkeit und die Versklavung der Menschen und ähnliches verhinderte sie, sich der Wahrheit zu unterwerfen. Als Herakl Aba Sufian nach den Eigenschaften des Propheten fragte, und Abu Sufian es ihm berichtete, wurde ihm klar, dass er Allahs gesandter ist und er verkündete es seinem Volk. Als er von ihnen die Ablehnung und keine Reaktion vorfand, nahm er zurück, was er verkündete, und sagte: „Ich tat dies, und sagte, was ich sagte, um euch zu prüfen und eure Standhaftigkeit in eurer Religion zu prüfen.“

 

Dann blieb er bei der Religion seines Volkes, seiner Tyrannei und seinem Unglauben. Gott bewahre! Er zog das Diesseits dem Jenseits vor. Und so taten es die ihm gleich waren, getragen von der Übertretung, dem Neid und der Liebe zur Obrigkeit um die Wahrheit und alles was zu ihr gehört abzulehnen, so wie es bereits von Allah gesagt wurde (6.33): „Wir wissen wohl, daß dich das, was sie sagen, in der Tat traurig macht. Aber nicht dich bezichtigen sie (in Wirklichkeit) der Lüge, sondern die Zeichen Allahs verleugnen die(se) Ungerechten.“

 

So sagte es Allah über Pharao und sein Volk (27.14): „Und sie verleugneten sie, obwohl sie selbst davon überzeugt waren, aus Ungerechtigkeit und Überheblichkeit. So schau, wie das Ende der Unheilstifter war.“ Und Allah sagte über Moses, dass er zu Pharao sagte (17.102): „Er sagte: Du weißt ja, niemand außer dem Herrn der Himmel und der Erde hat diese als einsichtbringende Zeichen herabgesandt…“ Und diese glaubten nicht aus Hochmut und Ansehen obwohl sie die Wahrheit wussten und sie wussten, dass das womit die Gesandten kamen die Wahrheit war. Doch die Obrigkeit, Machthabung, das Unrecht über die Menschen und die Beanspruchung des Guten hinderten sie die Wahrheit anzunehmen. Würde das Volk die Wahrheit annehmen, würden sie ihr folgen und die Obrigen waren damit nicht zufrieden, denn sie wollten diejenigen sein, denen gefolgt wird, und sie wollten die Führer, Richter und Machthaber sein. Der Islam kam um diese zu bekriegen und zu vernichten, um einen guten Staat mit einer guten Leitung zu gründen, die Allahs Anrecht* bevorzugen, und die Rechte der Menschen garantiert und sie werden zufrieden sein, mit dem, womit ihre Brüder zufrieden sind. Und dass sie nicht tyrannisieren und hochmütig sind, sondern dass sie ihren Brüdern ihre Rechte zusprechen. Sie bemühen sich um ihr Gutes und ihren Erfolg und sie richten zwischen ihnen gerecht. Und sie nehmen mit ihnen an den Vorzügen des Lebens teil und sie beanspruchen es nicht für sich.

So sandte Allah Mohammed mit einer umfassenden Religion und einem gerechten System und gradlinigen Gesetzen, die die verdorbenen Systeme lähmen und die Regeln der Tyrannen auslöschen und die verdorbenen Wege und die verderbenden Charaktere vernichten. Diese Gesetze machen es den Muslimen zur Pflicht, dem im Koran und der Sunnah offenbarten System zu folgen. Außerdem machen diese Gesetze es ihnen zur Pflicht, Gerechtigkeit und Rechtzusprechung zu ihrer Eigenschaft zu machen und sich nach dem was Allah ihnen als Gesetz gab zu richten und dies zu bewahren. Und das sie sich gegenseitig Rechte zusprechen und das sie gegenseitig Vertrautes aushändigen. Und dass sie untereinander nach dem Gesetz Allahs richten und dass sie das Verdorbene, die Verirrung und die Wege der Irreführung bekriegen müssen.

2.9. Die verschiedenen Stufen des Jihad

Als Mohammed auswanderte und sich in Medina aufhielt, befahl Allah ihm Gottesfurcht und die Reinigung der Stadt Medina von dem Verdorbenen und den Verdorbenen Menschen. Und er sollte diese Stadt mit den Gutmachenden und guten Menschen bevölkern. Als er sich in diesen heiligen Ländern aufhielt und um ihn herum die Auswanderer* und die Unterstützer* waren, blieb er bei der Verkündigung, der Rechtleitung, mit der Allah ihn sandte.

 

Und Allah erlaubte ihm und seinen Gefährten den Kampf und den Jihad, und offenbarte in Bezug darauf seine Aussage (22.39): „Erlaubnis (zum Kampf) ist denjenigen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen ja Unrecht zugefügt wurde – und Allah hat wahrlich die Macht, ihnen zu helfen –“ In diesem Vers erlaubte Allah ihnen den Jihad [als physischen Kampf], weil sie ungerecht behandelt wurden. Gemeint ist: Allah erlaubte ihnen den physischen Kampf und den Jihad, dann machte Allah es zur Pflicht. Er erlegte es als Pflicht auf durch seine Aussage (2.216): „Vorgeschrieben ist euch zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist.“ Er erlegte den Jihad und den pysischen Kampf zur Pflicht auf und offenbarte diesbezüglich viele Verse und trieb die Gläubigen dazu an. Und er befahl es in seinem großartigen Buch [dem Koran] und über die Zunge seines Propheten. So war es zuerst nur erlaubt, dann wurde es zu einer Fard Kifaja [Pflicht für eine Gruppe, die für die Aufgabe ausreicht], so wie es die Gelehrten sagen.

 

Auch die Angesehenen könnten daran teilnehmen, wenn es nötig ist. Wenn er Teil der militärischen Einheit ist, wenn sein Land umlagert wird oder wenn der Imam ihn auffordert. In drei Fällen, ist der physische Kampf eine Pflicht.

 

·         Wenn er an zwei Einheiten teilnimmt, darf er nicht ausrücken und nicht fliehen.[/*:m:86mgwzj3]

·         Wenn der Feind sein Land umlagert, muss er und die Landsleute kämpfen und mit aller Kraft verteidigen.[/*:m:86mgwzj3]

·         Wenn der Imam ihn auffordert, muss die Aufforderung ausgeführt werden. So wie es allgemein bekannt ist.[/*:m:86mgwzj3]

·         Gemeint ist, dass Allah den Jihad zur Pflicht für die Muslime erhob. Es ist eine Fard Kifaja [Pflicht für eine Gruppe, die die Aufgabe erledigt].[/*:m:86mgwzj3]

·         Wenn ausreichend viele Muslime es ausführen, müssen die Übrigen nicht daran teilnehmen. Für diese ist es eine betonte Sunnah.[/*:m:86mgwzj3]

 

Mohammed kämpfte anfangs wenn er einen Vorteil darin sah, und hielt sich zurück, wenn er den Vorteil in der Zurückhaltung sah. Dann befahl ihm Allah den physischen Kampf gegen jene, die ihn bekämpften, und die Zurückhaltung von denen, die sich zurückhielten. So wie Allah sagte (2.190): „Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter.“ Einige der ersten Generation sagten: (Allah befahl ihm in diesem Vers den physischen Kampf gegen jene, die ihn bekämpften, und die Zurückhaltung von denen, die sich zurückhielten.) Andere sagten: (In diesem Vers gibt es nichts, was dies beweist. Sondern es bedeutet, dass Allah den Kampf gegen jene befahl, deren Aufgabe der Kampf war … und gegen jene, die von Allahs Pfad abhalten. Das sind die beauftragten Männer, die in der Lage sind zu kämpfen, im Gegensatz zu denen, die den Kampf nicht als Aufgabe haben. Wie die Frauen, die Jünglinge, Mönche, Blinde, Kranke und Ähnliche. Diese werden nicht bekämpft, da sie nicht zu den zu Bekämpfenden gehören.

 

Diese Auslegung, wie sie im folgenden beschrieben wird, ist deutlicher und klarer in der Bedeutung des Verses. Deshalb sagte Allah kurz danach (2.193): „Und kämpft gegen sie, bis es keine Fitna [Irreführung] mehr gibt und die Religion (allein) Allahs ist.

“ Es wird gelehrt, dass Allah den Kampf nicht nur gegen die Nichtmuslime will die Kämpfen, sondern gegen alle Nichtmuslime. Damit alle Religion auf Allah gerichtet ist und es keine Fitna [Irreführung] mehr gibt und Fitna [Irreführung] ist Polytheismus. Und dass sich die Menschen nicht gegenseitig in die Irre führen, weg von ihrer Religion. So wird die Fitna [Irreführung] auch als Polytheismus bezeichnet, so wie es Allah sagte: „Fitna [Irreführung] ist schlimmer als der Mord“ d.h. Poytheismus. Und Fitna [Irreführung] wird auch als Zwang bezeichnet, den einige Ungläubige gegenüber den Muslimen ausüben: Mord, Übergriffe und dem Zwang zum Unglauben. Deshalb befahl Allah den Kampf mit ihnen, damit es keine Fitna [Irreführung] mehr gibt, sprich, damit kein Polytheismis in der Gemeinschaft fuß fasst. Und damit kein Unrecht der Nichtmuslime den Muslimen widerfährt, durch das Abhalten vom Pfad Allahs, mit ihrer Bekämpfung bis sie von der Wahrheit abrücken. Allah sagte in Sura An-Nisa (4.89-91): „Sie möchten gern, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr (alle) gleich seiet. Nehmt euch daher von ihnen keine Vertrauten, bevor sie nicht auf Allahs Weg auswandern! Kehren sie sich jedoch ab, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch von ihnen weder Schutzherrn noch Helfer. außer denjenigen, die sich einem Volk anschließen, zwischen dem und euch ein Abkommen besteht, oder die zu euch gekommen sind, weil ihre Brüste beklommen sind, gegen euch zu kämpfen oder gegen ihr (eigenes) Volk zu kämpfen. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er ihnen wahrlich Gewalt über euch gegeben, und dann hätten sie gegen euch wahrlich gekämpft. Wenn sie sich jedoch von euch fernhalten und dann nicht gegen euch kämpfen, sondern Frieden anbieten, so hat euch Allah keine Veranlassung2 gegeben, gegen sie (vorzugehen). Ihr werdet andere finden, die vor euch Sicherheit und vor ihrem (eigenen) Volk Sicherheit wollen. Jedesmal, wenn sie wieder der Versuchung ausgesetzt sind, werden sie in ihr zu Fall gebracht. Wenn sie sich nicht von euch fernhalten und euch nicht Frieden anbieten und nicht ihre Hände zurückhalten, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft. Über jene haben Wir euch deutliche Gewalt verliehen.“

 

Sie sagten, dass diese Verse beweisen, dass Allah seinen Propheten und den Muslimen befahl, dass sie jene bekämpfen, die sie bekämpfen und dass sie sich zurückhalten, von denen, die sich vom Kampf zurück halten. Dann offenbarte Allah den „Schwertvers“ in der Sura Bara’a (9.5) : „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf! Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gewiß, Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“ Die Gelehrten sagten: Dieser Vers hebt alle Verse in denen Verzeihung und das Zurückhalten des Kampfes von denen, die nicht mit dem Kampf begannen, gegenüber den Polytheisten* auf. Sie sagten: Das ist der „Schwertvers“, es ist der Kampfvers, der Jihadvers, der Vorbereitungsvers auf den Kampf mit dem Vermögen und dem Leben, für den physischen Kampf gegen Allahs Feinde, bis sie in Allahs Religion eintreten und bis sie ihren Polytheismus bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah [Pflichtspende] geben. Wenn sie dies tun, ist ihr Blut und ihr Vermögen sicher, außer es wird ihnen vom islamischen Recht wieder genommen.

 

Das ist, was in den Aussagen der Gelehrten und den Koranexegenten und anderen bekannt ist. Alle sagten, gemäß dem, was hier steht. Allah sagte (8.39): „Und kämpft gegen sie, bis es keine Fitna [Irreführung] mehr gibt und (bis) die Religion gänzlich Allahs ist.“ und danach eine ähnliche Aussage in Sura Al-Bara’a (9.36): „Und kämpft gegen die Götzendiener allesamt wie sie gegen euch allesamt kämpfen!

 

Und wißt, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist!“ Und dann noch (9.29): „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen – von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde –, bis sie den Tribut aus der Hand entrichten und gefügig sind!“

 

So befahl Allah den Kampf mit den Schriftbesitzern [Christen und Juden] und befahl nicht die Zurückhaltung von ihnen, nur wenn sie die Jizah [Kopfsteuer | Tribut] demütig entrichten. Er sagte auch nicht: Bis sie die Kopfsteuer geben oder sich von uns [im Kampf] zurückhalten, sondern er sagte: Bis sie die Kopfsteuer entrichten und ihre Unterwerfung anerkennen. Dies war nur was er sagte. Und er sagte in dem vorigen Vers, dem Schwertvers (9.5): „Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen!“ Und in einem anderen Vers sagte er (9.11): „Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann sind sie eure Brüder in der Religion.“

 

Dies beweist, dass es keine Zurückhaltung im Kampf gegen die Ungläubigen gibt, außer sie bereuen ihren Unglauben und kehren um zu Allahs Religion und halten an dem fest, was Allah an Gesetz erhob. Von diesen müssen sich die Muslime zurückhalten. Sie haben die gleichen Rechte und Pflichten. Aber die Schriftbesitzer, wenn sie die Kopfsteuer zahlen und ihre Unterwerfung anerkennen, dann halten wir uns auch von ihnen zurück, auch wenn sie nicht Muslime werden. Für alle anderen gilt: Entweder nehmen sie den Islam an oder werden bekriegt. Nach den Schriftbesitzern kommen auch die Majus [Eine Glaubensgemeinschaft], nachdem was Bukhari in seinem authentischen Hadithwerk überlieferte über Abd-Arrahman ibn ‚Auf: Der Prophet nahm die Kopfsteuer von den Majus. So gehören die Majus allerdings nur in diesem Fall zu den Schriftbesitzern. Ihre Speise und ihre Frauen sind nicht erlaubt. Von diesen drei Gruppen wird die Kopfsteuer genommen. Darüber sind sich die Gelehrten einig. Entweder werden sie Muslime oder sie bezahlen die Kopfsteuer oder sie werden bekämpft. In der Endzeit, wenn Jesus kommt, wird dies aufgehoben. Die Kopfsteuer ist zeitlich begrenzt, bis zum Kommen Jesu. Wenn Jesus kommt, wird dieses Gesetz aufgehoben. Danach gibt es nur noch die Wahl zwischen der Annahme des Islam und dem Kampf. So richtet Jesus nach dem Gesetz, welches Mohammed gegeben wurde. Die darüber erwähnten Hadithe beweisen, dass das nehmen der Kopfsteuer zeitbegrenzt bis zum Kommen Jesu ist. Wenn Jesus kommt, richtet er sie und stellt sie vor die Wahl: Krieg oder Islam, und die Kopfsteuer wird entfallen. Dies bestätigt der Prophet und sein Gesetz. Er erwähnte es und bestätigte es. Dies bewies, dass dies sein Gesetz in der Endzeit sein wird.

 

Die Gelehrten waren sich uneinig in Bezug auf die Nichtaraber und Götzenanbeter. Einige Gelehrte sagten: Die Köpfsteuer wird von allen Polytheisten, Arabern und Nicht-Arabern, genommen, und keiner wird davon ausgenommen. So ist es in der Rechtsschule von Maliki. Dies führte Al-Qurtubi in seiner Koranexegese (Tafsir) auf Malik zurück, so wie Hafiz Ibn Kathir in seiner Koranexegese (Tafsir), das ist: Die Kopfsteuer wird von allen genommen, Arabern und Nichtaraber.

 

Und Abu Hanifa sagte: Die Kopfsteuer wird von allen Nichtarabern wie den Juden, Christen und Majus genommen und nicht von den Arabern.

 

Imam Ahmad und Schafi’i und eine Gruppe der Gelehrten sagen: Die Kopfsteuer wird nur von den Schriftbesitzern [Juden und Christen] und Majus genommen. Weil der Ursprung der physische Kampf gegen die Ungläubigen ist und nicht das Fernhalten vom Kampf, bis sie Muslime werden. Und die militärische Macht wird nicht aufgehoben, nach der Bezahlung der Kopfsteuer, außer bei diesen Gruppen: Juden, Christen und Majus. Die deutliche Sunnah in Bezug auf die Majus und andere zeigte, das die Macht des Schwertes nicht aufhörte, sondern der Islam musste angenommen werden, oder es gab Krieg. Denn Allah sagte: „Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen!“ und er sagte nicht „oder wenn sie sich im Kampf von euch zurückhalten.“ Und Allah sagte: „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf!“ Allah sagte damit allen den Kampf an. Die Tatsache, dass sich sein Urteil zwischen den Schriftbesitzern und den restlichen Ungläubigen unterscheidet, deutet darauf hin, dass Allah der Grund ist. Somit gilt das Urteil [Islam oder Krieg] nur den Polytheisten, der Ungläubigen, Abtrünnigen und denen, die nicht an die Wahrheit glauben. Der Grund: Der Unglaube und die gleichzeitige Kampffähigkeit und nicht der Unglaube ohne Kampffähigkeit. Gehören sie zu denen, die bekämpft werden, dann bekämpfen wir sie, bis sie Muslime werden oder die Kopfsteuer bezahlen, wenn sie von den Juden, Christen oder Majus sind. Oder nur bis sie Muslime werden, wenn sie zu einer anderen Gruppe gehören, ansonsten gilt Krieg.

 

Wer jedoch nicht zu den zu bekämpfenden gehört, wie die Frauen, die Knaben, die Blinden, die Geisteskranken, die Mönche, die Heremiten, die Kranken, die, die nichts mit dem Kampf zu tun haben; die z.B. auf Grund ihres hohen Alters nicht mehr fähig sind zu kämpfen, auch die alten Greise, denn diese werden nach Konsens der Gelehrten nicht bekämpft. Sie gehören nicht zu den zu bekämpfenden. Und die Güte des Islams besteht darin, sie frei zu geben und nicht zu bekämpfen. Auch werden sie und ihre Verwandten zum Islam eingeladen. So erfahren sie die Güte und Barmherzigkeit des Islam, nehmen ihn deswegen an und feinden ihn nicht mehr an.

 

Einige Gelehrte erzählten über die Übereinkunft, die Frauen und Kinder nicht zu töten. Auch wird vom Propheten berichtet, dass er die Tötung von Frauen und Kindern verboten hat. In Hadithen der Sunna wird weiterhin die Tötung von Mönchen, Greisen und ähnlichen verboten.

 

Einige Gelehrte erwähnten, dass der Schwertvers die Aussage Allahs ist: „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet“ Dieser Vers sei nicht außerkraftsetzend, vielmehr änderten sich nur die Gegebenheiten. Daher die Aussage Allahs: Und seine Aussage(9.73, 66.9): „O Prophet, mühe dich gegen die Ungläubigen und Heuchler ab und sei hart gegen sie! Ihr Zufluchtsort wird die Hölle sein – ein schlimmer Ausgang!“ Und Allah sagte: „O die ihr glaubt, kämpft gegen diejenigen, die in eurer Nähe sind von den Ungläubigen! Sie sollen in euch Härte vorfinden. Und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist!“ Und Allah sagte: „Und kämpft gegen die Götzendiener allesamt wie sie gegen euch allesamt kämpfen! Und wißt, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist!“ Und genau so sagte Allah (8.39): „Und kämpft gegen sie, bis es keine Fitna [Irreführung] mehr gibt und (bis) die Religion gänzlich Allahs ist.“

 

Über die Bedeutung dieser Verse sagten die Gelehrten. Dieser Vers annulliert nicht die Verse, die die Zurückhaltung vom Kampf gegenüber jene befehlen, die sich auch gegenüber uns vom Kampf zurückhalten und zum Kampf auffordern, gegen jene, die uns bekämpfen. Und dieser Vers setze nicht die Aussage Allahs außer Kraft: „Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ Doch die Umstände änderten sich, denn wenn die Muslime an Stärke, Macht und Ehrfurcht gewinnen, dann handeln sie nach dem Schwertvers und dem, was er an Bedeutung in sich trägt. Sie bekämpfen alle Ungläubigen, bis sie in die Religion Allahs eintreten, oder die Kopfsteuer zahlen. Entweder gilt dies wie Imam Malik sagt für alle, oder die Kopfsteuer wird nur von den Juden, den Christen und den Majus genommen, so wie es die anderen sagen. Wenn die Muslime schwach sind, und den physischen Kampf nicht gegen alle zu leisten vermögen, dann ist es nicht schlimm, wenn sie nur soviele bekämpfen wie sie schaffen und sich zurückhalten, von denen, die sich ihnen gegenüber zurückhalten. Wenn sie dies nicht vermögen, dann liegt die Entscheidung bei dem Verantwortlichen, und entweder kämpft er, wenn es sein Wille ist, oder er hält sich zurück, wenn es sein Wille ist. Oder er bekämpft ein Volk und das andere nicht, wenn es sein Will ist. Dies alles ist abhängig von seiner Kraft, Möglichkeit, nach dem Vorteil für die Muslime, und nicht nach seiner Neigung und seiner Lust. Er schaue aber auf die Muslime und ihre Umstände und ihre Kraft. Sollten sie schwach sein, dann wende er die mekkanischen Verse an, da diese zur Verkündigung, zur Verdeutlichung, zur Rechtleitung und zum Zurückhalten vom Kampf im falle einer Schwäche dienen. Sollten sie aber stark sein, dann kämpfen sie nach ihrer Kraft und bekämpfen den, der ihnen den Kampf erklärt und sie in ihrem Land verfolgt. Und sie halten sich vom Kampf zurück, gegenüber dem, der sich ihnen gegenüber auch zurück hält, solange dies dem Vorteil dient, den die Regeln des Islam und die Barmherzigkeit für die Muslime verlangen. Dabei sollen auch die Konsequenzen berücksichtigt werden, wie der Prophet sie in Mekka und Medina zu Beginn seiner Auswanderung berücksichtigte.

 

Wenn sie Macht, Herrschaft, die Möglichkeit und die Waffen erlangen, und damit die gesamten Ungläubigen bekämpfen können, dann wird allen der Krieg erklärt und alle werden mit dem Jihad beauftragt – so wie es die Gefährten zur Zeit Abu Bakr, Omar und ‚Uthman bekannt gaben und so wie es der Prophet in seinem Leben nach der Offenbarung des Schwertverses auch bekannt gab und nach Tabuk zur Bekämpfung der Byzantiner voranschreitete. Er sandte zuvor ein Heer, um Rom im achten Jahr nach der Auswanderung zu bekämpfen und er bereitete das Heer unter der Leitung von Osama zum Ende seiner Lebenszeit vor.

 

Und diese Aussage erwähnte Abul ‚Abbas Ibn Taimija und sagte: „Es gibt keine Annullierung jedoch änderten sich die Umstände. Denn anfangs hatten die Muslime keine Macht und keine vollständige Möglichkeit. So erlaubte er ihnen den Kampf, nur gegen jene, die sie bekämpften. Als sie nach der Auswanderung die Möglichkeit hatten und die Verteidigung gewährleisten konnten, befahl er ihnen den Kampf gegen jene, die sie bekämpften und die Zurückhaltung vom Kampf, gegenüber denen, die sich ihnen gegenüber zurück hielten. Als der Islam und seine Anhänger mächtiger wurden und die Muslime sich ausbreiteten und die Menschen in Scharen in die Religion Allahs strömten, befahl er ihnen den Kampf gegen alle Ungläubigen und die Aufhebung aller Abkommen, und, dass sie sich nicht vom Kampf zurückhalten, außer gegenüber derer, die die Kopfsteuer zahlen können von den Juden, Christen und Majus, wenn sie die Kopfsteuer bezahlen und sich unterwerfen.“


Für diese Aussage entschied sich die Mehrheit der Gelehrten und dafür entschied sich auch Al-Hafiz Ibn Kathir zur Aussage Allahs in Koran (8.61): „Und wenn sie sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu und verlasse dich auf Allah! Gewiß, Er ist ja der Allhörende und Allwissende.“ Diese Aussage zeigt sich und verdeutlicht sich in diesem Beweis. Denn die ursprüngliche Regel besagt, dass man bei mangelnden Beweisen zur Annullierung greift. Der allgemeinen Meinung für den oben genannten Sachverhalt fehlte es allerdings nicht an Beweisen, wie oben dargestellt. Allah ist der Wahrer des Gelingens.

 

Was die Kopfsteuer angeht, wird gesagt, dass sie von allen außer von den Arabern verlangt wird. Jedes Mal, wenn ein Führer einer Armee oder einer Einheit geschickt wurde, wurde er darin unterwiesen. Es wird in der authentischen Hadithsammlung über Buraida berichtet, Allah und seinen Mit-Muslimen gegenüber gottesfürchtig zu sein, indem er sagte: „Geh im Namen Allahs auf den Pfad Allahs, und wer ungläubig wird, den verurteile des Unglaubens und bekämpfe ihn wegen seines Unglaubens, wenn er den zu bekämpfenden* angehört. Darüber berichten auch weitere Verse.

 

Dann sagte der Prophet: „Nehmt Städte ein auf dem Pfad Allahs, bekämpft die Ungläubigen, nehmt Städte ein, seid nicht chauvinistisch, betrügt nicht, lasst euch nicht bezwingen und tötet keinen Säugling.“ Dann sagte er: „Und wenn du deinen Feind von den Ungläubigen triffst, schlag ihnen drei Sachen vor. Je nachdem, was sie erwidern, so ziehe dich zurück und gib sie frei. Zuerst lade sie in den Islam ein; sollten sie ablehnen, dann frage sie nach der Kopfsteuer. Sollten sie ablehnen, dann erbitte die Hilfe Allahs und bekämpfe sie.“ Somit befahl der Prophet seinen Armeeführer, den Feind zuerst in den Islam einzuladen; die Kopfsteuer von ihm zu verlangen, wenn er den Islam ablehnen sollte, und ihn mit der Hilfe Allahs zu bekämpfen, wenn er die Kopfsteuer ebenfalls verweigern sollte.

 

Dabei wurde weder zwischen Juden, Christen noch allen anderen unterschieden. Er sagte lediglich: „Bekämpfe die Ungläubigen.“

 

Und hier wird die Verallgemeinerung dieses Urteils deutlich. Der große Gelehrte Ibn Taimija berichtete, allerdings, dass kein Gelehrter jemals eine Kopfsteuereinnahme von den Arabern erlebte.

 

Die Gelehrten sagten: „Weil der Prophet, während er die Verse empfing – und er begriff am besten ihre Bedeutung – keine Kopfsteuer von den Arabern einnahm, sondern sie bekämpfte, bis sie den Islam annahmen, genauso haben die Gefährten später keine Kopfsteuer von Arabern verlangt, sondern haben die Araber auf der Insel bekämpft, bis sie alle die Religion Allahs annahmen. Und Allah sagte in Bezug auf ihre Rechte und die der anderen: „Wenn sie bereuen, das Gebet verrichten und die gesetzliche Abgabe [Zakah] leisten, dann gebt sie frei.“ Und in einem anderen Vers sagte er: „Dann sind sie eure Glaubensbrüder…“ und hat an dieser Stelle nichts von einer Kopfsteuer erwähnt.

 

Denn die Aussage, dass keine Kopfsteuer von den Arabern verlangt wird, ist die stärkste, deutlichste und nächstliegendste. Jedoch für andere gilt: „ Laut der Schrift – gemeint ist die Rede von Buraida – wird durch Beweise aus dem Koran und der Sunna klar, dass mit dem Jihad das Unterwerfen von Ungläubigen unter die Wahrheit und ihre Einladung, die Wahrheit anzunehmen, gemeint ist. Damit sie damit aufhören, anderen zu schaden und unrecht zu tun. Und wenn sie das einwilligen und die Religion Allahs annehmen, dann sei Allah gedankt. Und wenn sie sich weigern, dann soll die Kopfsteuer von ihnen verlangt werden.

 

Und wenn sie sie verrichten und mit allen Bedingungen einverstanden sind, dann nehmen wir sie an und bekämpfen sie nicht.

 

Und wenn sie sich weigern, den Islam anzunehmen und die Kopfsteuer zu bezahlen, dann haben wir sie bekämpft, weil dies für ihr Bestes und im Sinne der Muslime ist. Und weil dies mit der Rede von Buraida, mit den Versen über die Juden und Christen und mit der Rede von Abdurrahman über die Majus einhergeht.

 

Was die Araber angeht, so hat weder der Prophet noch haben die rechtgeleiteten Khalifen von ihnen die Kopfsteuer verlangt. So haben auch nach ihnen die Imame gehandelt. Und aus ihrer Lebensgeschichte wird ersichtlich, dass es nie erlaubt wird, die Araber im Unglauben zu lassen. Entweder tragen sie die Verantwortung für die Botschaft und vermitteln sie an die Menschen, oder sie werden vernichtet und dürfen nicht auf der Erde bleiben.

 

Und dass sie mit der Kopfsteuer überleben, ist unpassend. Deswegen haben der Prophet, seine Gefährten und Khalifen nie eine Kopfsteuer von den Arabern angenommen. Die Kopfsteuer haben sie nur von den Nicht-Arabern – wie den Majus und ähnlichen – angenommen sowie auch von den Juden und den Christen.

2.10. Widerlegung der Gegenthese

Die Meinung, dass der Kampf nur für Verteidigungszwecke erlaubt ist, wurde von niemandem unter den vorhergehenden Gelehrten gesagt, nämlich dass Jihad im Islam nach dem Koranvers des Schwertes nur für die Verteidigung vorgeschrieben wurde und dass es (den Muslimen) nicht erlaubt ist, mit dem Kampf gegen die Ungläubigen anzufangen, sondern dass er (d. h. der Kampf) nur für die Verteidigung erlaubt ist.

 

Einer unserer Brüder verfasste ein Schriftstück gegen diese Meinung und gegen eine Abhandlung, die einige dem Gelehrten des Islams, Ibn Taymiya, fälschlicherweise zugeschrieben haben, in dem behauptet wurde, dass er (Ibn Taymiya) der Meinung wäre, dass Jihad nur für die Verteidigung erlaubt ist. Der Verfasser dieses Schriftstückes ist der hochgeehrte Gelehrte Sulayman ibn Hamdan. In seinem Schriftstück erwähnt er, das diese Meinung von jemandem aus Kufa stammte und erst vor kurzem unter den Schriftstellern bekannt wurde, aber nicht unter den Gelehrten. Den Gelehrten ist aber bekannt, dass der Kampf dem Gesandten Gottes bedingungslos (ohne Vorbehalt) erlaubt wurde, nachdem er (von Mekka nach Medina) ausgewandert war. Danach wurde ihm der Jihad vorgeschrieben. Ihm wurde auch befohlen, gegen diejenigen zu kämpfen, die ihn bekämpften, und (mit dem Kampf) aufzuhören gegenüber denjenigen, die aufhörten. Später sandte Allah auf ihn die drei Koranverse herab, die ihm den Jihad bedingungslos befahlen. Er befahl ihm, niemanden im Kampf zu schonen, bis (jeder Ungläubige) zur Religion Gottes (dem Islam) konvertierte oder den Tribut zahlte, falls er zu denen gehörte, die ihn zahlen dürfen, wie es vorher erklärt wurde. Das ist die Meinung der Gelehrten.

 

Die Meinung des Gelehrten des Islam Ibn Taymiya wurde bereits erwähnt. Er ist der Meinung, dass es richtiger ist, die verschieden Koranverse (bezüglich des Kampfs) in Einklang zu bringen, als die Aufhebungstheorie [dass ein Koranvers einen andren aufhebt und ersetzt] zu benutzen.

 

Es ist von der Lage der Muslime abhängig: Wenn die Muslime schwach sind, sollen sie wegen ihrem guten Zustand kämpfen. Wenn sie das nicht können, begnügen sie sich mit der Verkündigung. Wenn sie etwas stark sind, sollen sie diejenigen bekämpfen, die mit dem Kampf gegen sie anfangen und aufhören, wenn die anderen aufhören. Wenn sie aber stark sind und Macht und Autorität haben, sollen sie alle Leute bekämpfen, bis sie zum Islam konvertieren oder den Tribut zahlen, bis auf diejenigen, die ihn nicht zahlen dürfen, wie die Araber. So die Meinung der meisten Gelehrten.

 

Einige Schriftsteller, die der Meinung sind, dass der Jihad nur für Verteidigungszwecke erlaubt ist, argumentieren ihre Meinung mit einigen Koranversen, die ihre Meinung nicht stützen können. Sie wurden bereits widerlegt. Weitere Widerlegungen werden später dargestellt. Es ist bekannt, dass Allah den Muslimen vorgeschrieben hat, sich gegen die, die die Muslime angreifen, zu verteidigen. Im Koran steht geschrieben: „Wer nun gegen euch gewalttätig handelt, gegen den handelt in gleichem Maße gewalttätig, wie er gegen euch gewalttätig war, und fürchtet Allah und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist.“ (al-Baqara 2.194)

 

Dem Islam nach werden die Ungläubigen erst eingeladen, zum Islam zu konvertieren. Wenn sie ihn ablehnen, dann müssen sie Tribut zahlen. Wenn sie das auch ablehnen, muss gegen sie gekämpft werden, wenn (die Muslime) die Stärke dafür haben. Wenn sich das Oberhaupt der Muslime für den Frieden und nicht für den Kampf im Interesse der Muslime entscheidet, ist dies erlaubt, denn Allah sagt (im Koran): „Und wenn sie jedoch zum Frieden geneigt sind, so sei auch du ihm geneigt.“ (al-Anfal 8.61) So handelte auch der Prophet mit den Bewohnern von Mekka am Tag von al-Hudaybiya.

 

 

Damit ist es zu wissen, dass der Kampf nicht nötig ist, wenn die Verkündigung erfolgreich ist und die Ungläubigen zum Islam konvertieren.

 

Wenn der Kampf benötigt wird, müssen die Ungläubigen bekämpft werden, nachdem sie gerufen wurden und ihnen (der Islam) erklärt wurde. Wenn sie (den Islam) trotzdem ablehnen, dann müssen sie den Tribut zahlen, wenn sie zu denen gehören, die ihn zahlen dürfen. Wenn sie (den Tribut) ablehnen, wird der Kampf ein Muss oder die Versöhnung, wie das Oberhaupt der Muslime sie für richtig hält, wenn die Muslime nicht kämpfen können, wie es bereits erklärt wurde. Diejenigen, die behaupten, dass der Kämpf nur für Verteidigungszwecke erlaubt ist, belegen ihre Meinung mit drei Koranverse:

 

Der erste Vers lautet: „Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht.“ (al-Baqara 2.190) Die Erklärung ist bereits erwähnt, dass dieser Vers nicht den Kampf für Verteidigungszwecke meint. Hier sind diejenigen, die zum Kampf verpflichtet sind gemeint, wie z. B. der starke erwachsene Mann, und nicht Frauen und Knaben, die nicht kampfpflichtig sind. Deswegen steht danach (im Koran) geschrieben: „Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung [Fitna] (mehr) gibt und die Religion Allah gehört.“ (al-Baqara 2.193)

 

Somit ist die Ungültigkeit dieses Beleges erklärt. Selbst wenn dieser Beweis richtig wäre, ist dieser Vers durch den Vers des Schwertes abrogiert. So ist die Sache entschieden. Gott sei Dank.

Der zweite Vers, den diejenigen, die behaupten, dass der Kampf nur für Verteidigungszwecke erlaubt ist, zum Argument machen, lautet: „Es gibt keinen Zwang im Glauben.“ (al-Baqara 2.256) Das ist kein Argument, denn hier sind die Leute des Buches [Juden und Christen], die Majus [Anhänger des Mazdaglaubens] und ähnliche Leute gemeint. Sie sollen nicht zum Islam gezwungen werden, wenn sie den Tribut zahlen. Es gibt aber eine zweite Deutung dieses Verses.

 

Die zweite Deutung: „Dieser Vers ist durch den Vers des Schwertes abrogiert.“ Das ist aber nicht nötig, denn er spricht von den Leuten des Buches, wie einige der Genossen des Propheten und die Vorfahren ihn deuteten, dass dieser Vers von den Leuten des Buches spricht. Sie werden (zum Islam) nicht gezwungen, solange sie den Tribut zahlen. Auch die Majus und andere werden gleich behandelt, wenn die den Tribut zahlen. Die Gelehrten des Hadith und Usul al-Fiqh [Rechtsgelehrten] sind der Meinung, dass die Aufhebungstheorie nicht benutzt werden darf, wenn die Bedeutung von mehreren (Gegen)versen angepasst werden kann. Ich weiß, dass die Anpassung hier möglich ist durch das, was wir bereits erwähnten. Wenn sie den Islam und den Tribut ablehnen, müssen sie bekämpft werden, wie die anderen Verse beweisen.

 

Der dritte Vers, den diejenigen, die behaupten, dass der Kampf nur für Verteidigungszwecke erlaubt ist, zum Argument machen, steht in Surat al-Nisa’ geschrieben: „Darum, wenn sie sich von euch fernhalten und nicht gegen euch kämpfen, sondern euch Frieden bieten; dann hat Allah euch keinen Grund gegen sie gegeben.“ (al-Nisa’ 4.90) Sie sagen: „Wenn sie sich von uns fernhalten und nicht gegen uns kämpfen, sollen wir sie nicht bekämpfen.“ Du hast aber gelernt, dass das der Fall war, als sie nach Medina einwanderten. Dann wurde dieser Vers durch den Vers des Schwertes aufgehoben. Er ist nicht mehr gültig. Es könnte auch so interpretiert werden, dass er gültig war, als die Muslime schwach waren. Als sie aber stark geworden waren, wurde ihnen befohlen zu kämpfen. Das entspricht der anderen Meinung, dass er nicht abrogiert ist.

 

Somit ist die Nichtigkeit dieser Argumente klar geworden. Sie haben keine Grundlage. Einer verfasste ein Schriftstück und schrieb es fälschlicherweise dem Gelehrten des Islam Ibn Taymiya zu. Er behauptet, dass Ibn Taymiya der Meinung wäre, dass nur diejenigen, die (die Muslime) angreifen, bekämpft werden müssen. Dieses Schriftstück ist ohne Zweifel eine Fälschung und eine Lüge. Der verstorbene Gelehrte Sulayman ibn Sahman widerlegte es seit über 50 Jahren. Das hat mir einer unserer Gelehrten gesagt. Auch unser Bruder, der Gelehrte Sulayman ibn Hamdan, der verstorbene Richter von Medina, widerlegte es. Seine Widerlegung existiert immer noch. Sie ist gut und vollkommen. Ebenso unser Bruder, der verstorbene Gelehrte Salih ibn Ahmad al-Masui, verfasste ein kurzes Schriftstück dagegen, in dem er diese Behauptungen widerlegte und machte die Meinung jener Schriftsteller, dass der Kampf (jihad) im Islam nur für Verteidigungszwecke erlaubt ist, zunichte.

 

Unser Bruder, der verstorbene Gelehrte Abu Al-Ala al-Mawdudi, verfasste ein Schriftstück über den Jihad, in dem er diese Behauptung widerlegte und ihre Unkorrektheit bewies.

Wenn man die Beweise des Koran und der Sunnah untersucht, sich genau überlegt, und sich von jeder Neigung und Nachahmung befreit, wird man die Nichtigkeit dieser Meinung feststellen. Die Überlieferung hinsichtlich dieses Themas unterstützt den Koran. Ibn Umar erzählte nach den zwei Gelehrten [Bukhari und Muslim], dass der Prophet sagte: „Mir wurde befohlen, gegen die Leute zu kämpfen, bis sie bekennen, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dass Muhammad sein Prophet ist, das Gebet verrichten und die gesetzliche Abgabe geben. Wenn sie dies tun, schützen sie ihr Blut und ihr Vermögen vor mir, außer wenn ich sie nach dem islamischen Recht wegnehme. Gott wird sie verurteilen.“ Anas ibn Malik erzählte auch nach den zwei Sheikhs, dass der Prophet sagte: „Mir wurde befohlen, gegen die Leute zu kämpfen, bis sie bekennen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad sein Prophet ist. Wenn Sie bekennen, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dass Muhammad sein Prophet ist, unser Gebet verrichten, die uns erlaubten geschlachteten Tiere essen und in dieselbe Richtung beten, haben sie dieselben Rechte und dieselben Pflichten wie wir.“

 

Dazu gehört auch was Muslim in seinem Sahih (eine Sammlung von authentischen Sprüchen Muhammads) nach Abu Hurayra erzählte, dass der Prophet sagte: „Mir wurde befohlen, gegen die Leute zu kämpfen, bis sie bekennen, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Wenn sie dieses sagen, schützen sie ihr Blut und ihr Vermögen vor mir, außer wenn ich es rechtmäßig wegnehme. Gott wird sie verurteilen.“ In seinem Sahih erzählt Muslim nach Tariq ibn Aschim al-Aschjai, das der Prophet sagte: „Wer bekennt, dass es keinen Gott außer Allah gibt und lehnt alle Götter ab, die er verehrte, dann sind sein Blut und sein Vermögen unverletzlich. Gott wird ihn verurteilen.“ Es gibt noch viele andere Sprüche (des Propheten), die diese Meinung unterstützen. Sie alle beweisen, dass der Kampf erlaubt ist, um die Ungläubigkeit und den Irrtum zu vernichten und die Ungläubigen einzuladen, zur Religion Allahs zu konvertieren, und nicht nur weil sie uns angreifen. Deswegen sagte der Prophet: „Wenn sie dieses tun, schützen sie ihr Blut und ihr Vermögen vor mir, außer wenn ich sie wieder rechtmäßig wegnehme.“ Er hat nicht gesagt: „Wenn sie aufhören, gegen uns zu kämpfen“, oder: „Wenn sie sich von uns fernhalten“, sonder: „Bis sie bekennen, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dass Muhammad sein Prophet ist, das Gebet verrichten und die gesetzliche Abgabe geben. Wenn sie dieses tun etc.“

 

Das beweist, dass das Ziel hier ist, dass sie zum Islam konvertieren, sonst das Schwert. Diejenigen, die den Tribut zahlen dürfen, sind ausgenommen, wie es bereits erklärt wurde. Der Prophet beschränkte sich auf die zwei Bekenntnisse, das Beten und die gesetzliche Abgabe, weil sie die größten Fundamente (des Islam) sind. Wenn man sie durchführt und an ihnen festhält, wird man (selbstverständlich) was dahinter steckt auch Glauben, Ruhe und Unterwerfung vollbringen.

 

Das ist alles, worauf ich in Kürze hinweisen wollte. Ich hoffe, dass ich den Zweck erreicht habe, die Wahrheit erklärt und die Lüge vernichtet habe. Und ich bitte Allah der Mächtigen uns alle gelingen zu lassen seine Religion zu verstehen und an ihr festzuhalten. Und dass er uns leite zum gradlinigen Pfad und uns lehre was uns nützt und uns leite zum Glück und zur Rettung und dass er die Muslime alle gelingen lässt an dem Festhalten seiner Religion und dem Jihad auf seinem Pfad, und der Vorsicht vor den feindlichen Ränkeschmiedern, wahrlich Er hat zu allem die Fähigkeit.

 

Und der Segen, der Friede Allahs seien auf seinem Diener und Gesandten, unserem Propheten und Imam und unserem Herrn Mohammed bin ‚Abdallah und auf seiner Familie und seinen Gefährten und auf allen, die auf seinem Pfad wandeln und rechtgeleitet sind durch seine Rechtleitung bis zum Jüngsten Tag.

Verweise

Mohammed: Mohammed sagt in einem für sunnitische Muslime authentischen Hadith dem Volk der Quraish: „Ich bin gekommen um euch abzuschlachten.“

Jeder hat vielleicht ein anderes moralisches Verständnis, aber für mich ist eine solche Aussage ein Ausdruck von Menschenfeindlichkeit wie es kaum schlimmer ausgedrückt werden kann. Und da helfen für mich auch keine gelehrten Ausflüchte wie sie beispielsweise bei islamweb.net angebracht werden: die Aussage gelte nur dem damaligen Volk der Quraish. Na und; sage ich! Diese Aussage ist im Absoluten untragbar. Es gibt keinen geschichtlichen Kontext, der entschuldigen könnte, dass jemand Menschen abschlachtet. Das ist heute grausam und es war genau so vor 1400 Jahren grausam. Diese Aussage wurde zudem noch von einem Mann getätig, der sich auf das Erbe Jesu beruft. Rund 600 Jahre nach der Bergpredigt sind diese Worte mit angemaßter göttlicher Autorität gefallen und auf diese Worte hin ist auch tatsächlich Blut geflossen. Und da spielt es keine Rolle ob mit der Schlachtung ein Schlachten gemeint ist, wie Schafe im Islam geschlachtet werden, oder lediglich ein „normaler Totschalag“. Menschen wurden durch Mohammed und seine Mannen abgeschlachtet, getötet – genauso wie er es ihnen androhte!

„Ich bin gekommen um euch abzuschlachten.“

Für diese Aussage gibt es keine Entschuldigung und keine Ausflüchte, denn sie ist eine Verhöhnung jeder menschlichen Moral – und dabei ist es völlig unerheblich, ob er die ganze Menschheit meinte oder „nur“ den Volksstamm der Quraish, die sich nicht dem Islam beugen wollten.

Ein weiterer Gedanke der sich mir mit dieser Geschichte verknüpft, wendet sich direkt gegen alle, die Fremdenfeindlich die „Araber“ als böse betrachten. Wie dieser Hadith zeigt, haben die Araber als erste unter Mohammed und seiner Zwangsideologie, zu der sich der Islam entwickelt hat, gelitten. Es ist die Zwangsideologie des Islams, die heute noch lebendig ist in den Religionstexten und Predigten ihrer gehirngewaschenen Opfer und Opfers Opfer, die immer mehr Opfer fordert. Opfer von Attentaten; Mütter die ihre Töchter und Söhne an den Islam verlieren; junge Menschen, die die Blüte ihres Lebens für einen Irrglauben opfern.

Es sei nochmal gesagt: es gibt keinen geschichtlichen Kontext der das Töten für den Glauben rechtfertigt. Nicht im Islam, nicht im Judentum, Christentum oder sonst wo. Und wer sich ein ruhiges Gewissen verschaffen möchte, indem er Kontexte konstruiert, in denen diese Taten gerechtfertigt seien, hat ein ernsthaftes moralisches Problem.

Gastbeitrag von: Al-Hayat-TV

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Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Mittwoch, 15 Februar 2017 02:57)

    Der großartige Sam Harris: https://www.youtube.com/watch?v=pSQPehxphxQ ab 6.30min


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