„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Die (Nicht)Aktualität des Korans

Zu den gegenwärtig wichtigsten ethischen Fragen gehören wahrscheinlich diese:

1. Durch künstliche Intelligenz könnte in den nächsten zwanzig Jahren die Hälfte aller Jobs wegfallen (Digitale Revolution). Wie kann unsere Zivilisation mit dem "Überflüssigwerden" des Faktors Arbeit umgehen (anstatt daran unterzugehen)?

2. Wieviel Selbstbestimmung und politische Entscheidungen sollten Menschen künftig an Algorithmen abgeben, die kompetenter im Problemlösen sind als wir? Die uns besser verstehen, als unsere engsten Mitmenschen oder als wir uns selbst - die somit kompetenter entscheiden können, als wir selbst? (siehe z.B. das Computerprogramm Watson)

3. Sollte die Menschheit ihr eigenes Genom bearbeiten, z.B. um die Spezies Mensch intelligenter, widerstandsfähig oder aggressionsärmer, angepasster an neue Lebensräume zu machen? (Human Enhancement)

4. Ist es ethisch gerechtfertigt, Milliarden empfindungsfähige nicht-menschliche Tiere unter Qualzucht-Bedingungen zu erschaffen und zu halten, obwohl eine überreiche Ernährung auch ohne sie möglich wäre? Kann die Stammzellen-forschung hier eine (fast) leidlose Lösung darstellen und züchten wir unsere Steaks zukünftig in der Petrischale?

5. Wie kann eine friedliche, globale Zivilisation organisiert werden, die aus historischen Gründen in verfeindete ideologische Inseln aufgesplittert ist? Brauchen wir eine Weltregierung?

6. Wie lässt sich globale Kooperation und Chancengleichheit in einer Spezies verwirklichen, die evolutionär auf einen strengen "ethischen Dualismus" programmiert wurde - auf die konsequente Ungleichbehandlung von in-group und out-group?

7. Wie lässt sich eine globale Ökonomie mit in naher Zukunft 12 Mrd. Menschen gestalten, ohne deren materielle Lebensgrundlage zu zerstören?

...

Die Liste lässt sich fortsetzen.

Welchen sinnvollen Beitrag leistet der Islam (oder seine irdischen Vertreter) um die vielleicht wichtigsten Fragen der Menschheit zu beantworten? Ist ein sinnvoller und zugleich rational halbwegs vertretbarer Beitrag seitens des Islams hier überhaupt vorstellbar?

Meine Antwort, über die ich gerne mit mir diskutieren lasse: Nein.

Wie kommt das? Der Koran behauptet, das wichtigste Buch aller Zeiten ZU JEDEM THEMA zu sein. Die Offenbarung und Rechtleitung für alle Menschen und alle Zeiten. Das endgültige Wort des allmächtigen Schöpfergottes zu jedem Thema.

Wie kommt es, dass er zu den wirklich wichtigen Themen nichts zu sagen hat?

Man kommt ja beinahe zu der Schlussfolgerung, der Koran ist überhaupt kein übermenschlicher Text - sondern prätentiöse, menschengemachte Hochstapelei.

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Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Donnerstag, 05 Oktober 2017 21:16)

    Hier sind ein paar Gründe, nicht dem Koran, sondern einer vernunftbasierten Ethik zu folgen.

    1. Der Koran friert den ethischen Entwicklungsstand des Frühmittelalters ein - und macht ihn zu einem dauerhaften Dogma. Ethisches Handeln hat sich aber weiterentwickelt. Wer dem Wortlaut des Korans folgen würde, würde unethisch handeln (Frauen benachteiligen, Diebe verstümmeln, Andersdenkende abwerten usw.)

    Eine vernunftbasierte Ethik kommt zu besseren, menschlicheren Ergebnissen.

    2. Zu den wirklich relevanten ethischen Fragen der Ggeenwart hat der Koran nichts beizutragen. Der Koran regelt das Dorfleben im arabischen Frühmittelalter. Wer darf wen heiraten - wer soll wieviel erben - welche abergläubischen Alltagsrituale sind zu befolgen - wieviele Menstruationszyklen muss eine Frau nach der Scheidung warten, bis sie sich wieder verheiratet. Das sind die Fragen, auf die der Koran eine Antwort hat. (Wie sinnvoll die ist, sei mal dahingestellt.)
    Heute sind andere Fragen ethisch relevant (Massenvernichtungswaffen, ökologische Probleme, Kernkraft, künftiger Umgang mit künstlicher Intelligenz, gentechnische Eingriffe in die menschliche Keimbahn, Wegfall des Faktors Arbeit, ethische Probleme der Massentierhaltung usw.). Was hat ein religiöser Text des Frühmittelalters dazu sinnvolles beizutragen? Nichts.

    Eine vernunftbasierte Ethik kommt zu besseren, menschlicheren Ergebnissen.

    3. Der Koran propagiert einen strengen ethischen Dualismus. Er propagiert als höchste Gerechtigkeit, dass Mitglieder der eigenen Gruppe (Muslime) über jedes vorstellbare Ausmaß bevorteilt werden. Menschen außerhalb der eigenen Gruppe (Nichtgläubige) werden in einem kaum überbietbaren Extrem abgewertet und verflucht. Diese unmoralische Trennung wird paradoxerweise als "höchste Gerechtigkeit" gefeiert.

    Eine vernunftbasierte Ethik kommt zu besseren, menschlicheren Ergebnissen.

    4. Der Koran erzieht zu blindem Gefolgsam und unkritischer Loyalität. Muslime werden aufgefordert, einen Gott zu loben, der unvorstellbare Grausamkeit walten lässt. Allah ersäuft die gesamte Menschheit in einer Sintflut. Globaler Holocaust soll hier gefeiert - oder zumindest gebilligt werden. Allah foltert empfindungsfähige Menschen in der Hölle - für Meinungsverschiedenheit. Muslime sollen diese barbarische Brutalität als "gerecht" akzeptieren.

    Eine vernunftbasierte Ethik kommt zu besseren, menschlicheren Ergebnissen.

    Die Liste lässt sich fortsetzen. Der Koran ist als ethisches Regelwerk ungeeignet. Es gibt Dutzende andere ethische Konzepte, die sich als Regelwerk besser eignen.


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