„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Der Koran als Menschenwerk

Der Koran ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein rein menschengemachtes Buch, denn:

1. Der Koran enthält keine Information, die über den menschlichen Wissensstand seiner Entstehungszeit hinausgeht. Teilweise bleibt er sogar dahinter zurück. Der Inhalt beschränkt sich auf die Erfahrungswelt im frühmittelalterlichen Arabien.

2. Der Koran enthält einige sachliche Fehler, z.B. bei der Beschreibung von Naturereignissen, Schöpfung in sechs (oder acht) Tagen, Astronomie, Embryologie, Entstehung des Menschen. Von einem "göttlichen" Text wären solche Irrtümer nicht zu erwarten.

3. Der Koran propagiert die (un)ethischen Standards seiner Entstehungszeit als ethisches Ideal. Das spricht gegen eine überzeitlich gültige Botschaft eines Gottes.

4. Der Koran enthielt zunächst politisch motivierte Verse (Billigung des Polytheismus), die später unter geänderten politischen Bedingungen als "teuflische Einflüsterung" wegerklärt werden mussten.

5. Der Koran greift in zahlreichen Versen existierende Literatur auf, oft sogar mit wörtlichen Entlehnungen.

(Altes und Neues Testament, Babylonischer Talmud, Äthiopisches Henochbuch, arabische, persische, akkadische Lyrik, sogar wissenschaftliche Schriften der damaligen Zeit wie Aristoteles oder Galen). Details sind beim Projekt Corpus Coranicum der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften nachlesbar. Dort sind viele Querbezüge zu anderen Texten "aus der Umwelt des Korans" gesammelt.

6. Der Koran enthält Verse, die den "Offenbarenden" persönlich bevorteilen. Sie räumen dem "Propheten" Sonderrechte ein. (Mehr Frauen, liberalere Eheregelungen, mehr Kriegsbeute, mehr Fürbitte). Anlässlich bestimmter Bedarfs-Situationen "offenbart" der Prophet göttlich angeordnete Selbstbevorteilung. (ähnlich bei Joseph Smith, "Prophet" der Mormonen)

7. Die Hadithe berichten, dass der "Prophet" mehrmals Gesetzes-Vorschläge seiner Gefährten wörtlich zu "göttlichen Offenbarungen" verarbeitet hat. Das spricht für einen menschlichen Ursprung der Verse.

8. Der Koran enthält selbstwidersprüchliche Aussagen, so dass zu seiner praktischen Anwendung zunächst ein Verfahren entwickelt werden musste, um diese Selbstwidersprüche zu "lösen" (Abrogation). Das spricht gegen eine göttliche Mitteilung.

9. Der Koran wird von Muslimen auf unterschiedliche, oft auf völlig gegensätzliche Weise verstanden. Diese Interpretations-Vorlieben sind vom sozialen Kontext seiner Leser abhängig. Das spricht gegen eine überzeitliche, allgemeinverständliche Botschaft eines Gottes.

10. Der Koran ist textlich extrem redundant und beschäftigt sich inhaltlich zum größten Teil mit der Abwertung von Andersdenkenden. Das spricht eher für menschliche Ressentiments als für eine göttliche Urheberschaft.

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Kommentare: 5
  • #5

    WissensWert (Dienstag, 20 Juni 2017 13:24)

    Mamoun
    "Es ist unsere Quelle und wir schätzen sie als die beste für die Menschen und verehren den Edlen Quran als das Buch der Bücher."

    Weiß ich.

    Für mich ist das das größte Wunder des Korans:

    Wie Hunderte Millionen Menschen die Texte Einsteins oder Hawkings als Ergebnisse menschlicher Intelligenz erkennen - aber ein so mittelmäßiges Buch wie der Koran müsse ein Produkt übermenschlicher Intelligenz sein.

    Ich meine, eine solche Perspektivverengung kann nur durch Ignoranz aufrecht erhalten werden.

    Wie kann die Illusion der Perfektion des Korans aufrecht erhalten werden? Ich denke, das gelingt vor allem durch zwei Maßnahmen:

    1. durch die Indoktrination von Kindern und das gesellschaftliche Dogma der Koran-Verehrung.

    2. Durch die intellektuelle Isolation seiner Leser, die in der arabischen Welt in erstaunlichem Maße gelungen ist.

    Die gesamte arabische Welt übersetzt jährlich nur etwa 330 Bücher ins Arabische. Seit dem neunten Jahrhundert wurden nur etwa 100.000 Bücher ins Arabische übersetzt.

    Das entspricht etwa dem, was jährlich (!) ins Spanische übersetzt wird.

    (United Nations, Arab Human Development Index 2002, S. 93)

  • #4

    WissensWert (Dienstag, 16 Mai 2017 11:30)

    2. Der Koran enthält einige sachliche Fehler, z.B. bei der Beschreibung von Naturereignissen, Schöpfung in sechs (oder acht) Tagen, Astronomie, Embryologie, Entstehung des Menschen. Von einem "göttlichen" Text wären solche Irrtümer nicht zu erwarten.

    "2-der koran ist kein Wissenschaftles Buch sondern Rechtleitung"

    Das mag wohl sein, trotzdem wären von einem Buch eines allwissenden Schöpfers keine so eklatanten Fehler zu erwarten. Wohl aber von einem rein menschengemachten Buch.

    "Es gibt überhaupt keine Sachliche Fehler ,du musst die Versen komponieren damit du sie verstehst
    4-stimmt überhaupt nicht die Billigung von Kufr oder Sherk und nie aber jeder Mensch ist frei vom Glauben gegen die Strafe mit Höllenfeuer für den Kufr"

    Den Rest Deines Kommentars verstehe ich nicht.

  • #3

    WissensWert (Dienstag, 16 Mai 2017 11:29)

    1. Der Koran enthält keine Information, die über den Wissensstand seiner Entstehungszeit hinausgeht. Teilweise bleibt er sogar dahinter zurück. Der Inhalt beschränkt sich auf die Erfahrungswelt im frühmittelalterlichen Arabien.

    "über Entstehung vom Himmel,erde und Menschlichkeit hat der koran erzählt"

    Ja, aber der Koran liefert hier nur die Mythen des Frühmittelalterlichen Nahen Ostens - eine Version des Genesis-Märchens. Das Universum sei in sechs Tagen entstanden. Der Mensch sei aus Lehm geknetet. Die Sterne seien kleine Deko-Lämpchen an der untersten Himmelskuppel.

    Klar erzählt der Koran die Entstehung von Erde, Himmel und Menschheit. Aber eben auf dem sachlich falschen Informationsstand seiner menschlichen Autoren im Frühmittelalter.

  • #2

    WissensWert (Sonntag, 16 April 2017 14:56)

    Das Konzept der Vergewaltigung in der Ehe ist im Koran unbekannt. (Ebenso in der Bibel.)

    Die Idee, dass die Ehefrau eigene und sogar abweichende sexuelle Wünsche von denen des Ehemanns haben könnte, ist für die Autoren beider Bücher undenkbar.

    Frauen sind im Koran keine gleichberechtigten Partner, sondern ein Gebrauchsgegenstand, der nach Belieben verwendet werden soll. "Eure Frauen sind euch ein Acker (Saatfeld); so naht eurem Acker, wann und wie ihr wollt." (Koran 2,223)

    Al Ghazali (der "wichtigste Muslim nach Mohammed") schreibt:
    “Die Pflichten der Frau gegenüber dem Mann. Alles was ihr hierüber zu sagen ist, ist in dem Satz enthalten, dass die Heirat eine Art Sklaverei bedeutet, und dass die Frau die Sklavin des Mannes ist. Deshalb hat sie ihn unbedingt und unter allen Umständen zu gehorchen in dem, was er von ihr und in Bezug auf sie selbst verlangt. [...] Auch soll sie bei sich auf peinliche Sauberkeit achten und in jeder Hinsicht stets so beschaffen sein, dass der Mann sie genießen kann, wenn er will."

    (Al-Ghazali "Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften”)

    Das Konzept der Heirat ist im Islam ein patriarchalisches Instrument der Gesellschaftsgliederung, in der Frauen lediglich Verfügungsgut sind. Bereits die Verheiratung von Kindern, die von alle islamischen Rechtsschulen (und vom Koran) gebilligt wird, zeigt, dass ein gültiges Einverständnis der Frau zu sexuellen Handlungen überhaupt nicht vorgesehen ist.

    (Von nichtmuslimischen Frauen ganz zu schweigen. Deren Vergewaltigung hat "Allah" mit einem eigenes dafür herabgesendeten Koranvers gestattet.)

    Kann es deutlicher werden, dass der Koran ein rein menschengemachter Text ist?

    Die Idee, dass eine allmächtige, allwissende Intelligenz ein Interesse daran haben soll, zu regulieren, von welcher Seite der Penis in die Vagina eintritt - ist einfach nur lächerlich.

    Der Koran ist ein rein menschengemachter Text - ein männergemachter Text - mit dem Männer z.B. die eigenen Sex-Vorlieben mit "göttlich gebilligtem" Anspruch durchsetzen.

    Was für eine absurde Idee, dass sich ein allmächtiger Schöpfer des Universums in den Dorf-Fehden des arabischen Frühmittelalters zu Wort meldet.

  • #1

    WissensWert (Dienstag, 24 Januar 2017 21:13)

    Der Koran erwähnt ungefähr 30 Tierarten. Alle sind im arabischen Raum beheimatet. Nirgendwo weist "Gott" auf so spektakuläre Schöpfungen wie Kängurus oder andere Beutelsäuger hin, auf Papageien, Pinguine oder irgendein anderes Tier des Polarkreises, auf ausgestorbene Tiere wie Dinosaurier, welche die Erde 170 Millionen Jahre lang beherrscht haben (damit tausend mal länger als Menschen). Weder die größten Tiere (Wale) noch die kleinsten (mikroskopisches Zooplankton und Bakterien) werden erwähnt. Auch solche nicht, die sich hervorragend für Metaphern anbieten würden (Faultiere, Paradiesvögel). Dafür aber Kamele, Kamele und nochmal Kamele.

    Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man fast zu der Schlussfolgerung gelangen, dass der Islam auf einem regionalen Kult beruht, dessen Gründer nur sehr wenig von der Welt gesehen haben.

    http://www.authentictauheed.com/2013/07/463-animals-in-holy-quran.html

    https://imanshomeschool.wordpress.com/2013/02/08/coming-soon-animals-in-the-quran-lapbook/


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