„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Gottessuche

Eigentlich ist es ganz einfach:

 

1. Wenn es einen Gott geben würde, der will, dass wir ihn (er)kennen, dann würden wir dies auch.

2. Wenn es einen Gott geben würde, der sich nur denen zu erkennen geben will, die nach ihm suchen, dann würden alle Gottsuchenden auch nur DIESEN EINEN Gott finden.

3. Wenn es einen Gott gibt, der nicht will, dass wir ihn (er)kennen, dann können wir dies auch nicht.

 

Einen Gott vom Typus (1) oder (2) gibt es nicht und die Suche nach einem Gott des Typs (3) – und somit die Gottessuche als solches - ist sinnlos.

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