„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Welt ohne Gott

Wie würde die Welt aussehen, wenn es keinen Gott gäbe?

 

Gott wäre unsichtbar und für die Wissenschaft nicht erfassbar und beweisbar. Wir hätten hunderte unterschiedliche Legenden und Geschichten von ihm, aber keine Beweise - seine Existenz wäre nur davon abhängig, dass man einfach so daran glaubt, dass es ihn gibt. Es wäre für Gläubige nicht möglich ihren Gott beobachterunabhängig nachzuweisen, weswegen sie großen Wert auf beweisloses " dran glauben" legen. Dieser Gott wäre immer exakt so, wie ihn sich die Gläubigen gerade vorstellen, er wäre immer der selben Meinung wie sie auch.

 

Die Legenden und Geschichten über ihn wären eine Quelle von Verwirrung und Missverständnissen. Religiöse Menschen wären in unzähligen Konfessionen gespalten – Milliarden Menschen würden den Vertretern eines von Menschen geschriebenen Buches folgen und damit einer kollektiven Illusion auf den Leim gehen. Gott würde nie einschreiten, um das Ganze richtig zu stellen. Menschen würden zufällig ausgerechnet den Gott als wahr annehmen, in dessen Kulturkreis sie hineingeboren wurden. Es würden sich unzählige Propheten erheben und herbeifantasierte, nicht überprüfbare Behauptungen über ihn und seinen angeblichen Willen aufstellen.

 

Gebete würden nie nachweisbar erfüllt werden und könnten weder Statistiken beeinflussen, noch Unmögliches herbeiführen. Es würden sich komischerweise immer nur die Gebete „erfüllen“, die auch ohne ein übernatürliches Eingreifen erfüllbar wären.

 

Unheil würde Gläubigen statistisch exakt gleich oft widerfahren wir Ungläubigen.

 

Die Natur wäre voller Leid, Tod und Designfehler – selbst bevor der Mensch auf den Plan trat.

 

Und Gott würde auffällig viele Dinge Menschen auftragen, anstatt sie selber zu erledigen.

 

(Auszugsweise von Marshall Brain – allerdings stark ergänzt und stellenweise geändert.)

 

Nun, da diese Welt exakt genauso aussieht, wie lässt sich eine Welt mit Gott von einer Welt ohne Gott unterscheiden?

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Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Montag, 16 Januar 2017 01:17)

    Wenn es den Gott des Korans gäbe, wäre das die wichtigste Infomation im Universum.
    Warum? Weil vom Glauben an diesen Gott angeblich das ewige Schicksal der unsterblichen Seele abhängt.
    Der Koran behauptet:
    Wer es zu Lebzeiten versäumt, Allah als alleinigen Gott anzuerkennen, der kommt für immer in die Hölle.
    Damit gäbe es keine wichtigere Aufgabe im Leben, als Allah als real zu erkennen.
    Dummerweise sieht die Welt genau so aus, als gäbe es keinen Gott. Gott, sagst Du selber, ist schwer zu finden. (Man muss Jahrzehnte lang suchen.)
    Wäre das nicht seltsam, wenn Allah existieren sollte, sich aber so perfekt versteckt, dass Menschen mit ehrlicher Skepsis unweigerlich in der Hölle landen?
    Kann es einen Gott geben, der Leichtgläubigkeit belohnt - und ehrliche Skepsis bestraft?


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