„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Evolutionsspuren: Gänsehaut

Evolutions-Spuren am Menschen: "Gänsehaut"

Unsere evolutionären Vorfahren waren vollständig behaart. Menschen sind die einzigen Primaten, die ihre Behaarung weitgehend verloren haben. (Als Ursache werden mehrere Hypothesen diskutiert.) An jeder einzelnen Haarwurzel findet sich ein evolutionäres Relikt - ein Muskel, der das Haar aufrichtet (M. arrector pili). Bei Tieren zeigt sich die Funktion dieses Muskels: Er richtet bei Kälte, Angst und emotionaler Erregung das Haar auf. Damit kann mehr Luft zwischen den Haaren gehalten werden, es bildet sich eine thermische Isolierschicht. Bei Angst vergrößert das Tier damit seinen Körperumriss, um Gegner einzuschüchtern.

Unsere "Gänsehaut" bei Kälte ist der vergebliche Versuch des Körpers, unser ehemaliges Fell durch Lufteinschluss zu einer effektiveren Wärme-Isolierung aufzurichten.

Gastbeitrag von: Jori Wehner

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