„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Der Schluss vom bedingt Gesagten zum schlechthin Gesagten

Bei diesem Fehlschluss (lat. fallacia a dicto secundum quid ad dictum simpliciter) wird eine unter bestimmten Bedingungen oder zu einer bestimmten Zeit gültige Hypothese verwendet, um nahe zu legen, dass sie unter allen Bedingungen bzw. zu allen Zeiten gültig ist (MAHNER 1986, 79). Dieser Schluss verletzt den Satz vom zureichenden Grund und ist daher unzulässig. So behauptet beispielsweise RAMMERSTORFER:

 

Intelligent-Design-Theoretiker wollen [...] auch eine Theorie aufstellen, die sich mit der Realität verträgt. Und Realität ist heute, dass Pasteurs Satz ‚omne vivum ex vivo’ [Alles Leben kommt aus dem Leben; M.N.] bestens gefestigt ist nachdem Gegner dieses Satzes selbigen jahrzehntelang gefestigt haben [...] (RAMMERSTORFER 2003).

 

Die Tatsache, dass unter den heutigen Bedingungen Leben nur noch auf biologischem Weg entstehen kann, sagt nichts über die Möglichkeit einer spontanen Lebensentstehung unter den Bedingungen aus, die vor 4 Milliarden Jahren auf der Erde herrschten. Nach allem, was wir wissen, waren die irdischen Bedingungen vor 4 Milliarden Jahren grundlegend anders als heute und prädestinierten geradezu eine generatio spontanea.

Gastbeitrag von: Martin Neukamm (Buch)

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