„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Evolutionsspuren: Schwanz

Evolutions-Spuren am Menschen: Warum kommen manche Neugeborenen mit einem Schwanz zur Welt?

 

Während der Embryonalentwicklung zeichnen wir unsere Evolutionsgeschichte im Schnelldurchlauf nach. Von unseren evolutionären Vorfahren haben wir die Anlage für einen Schwanz geerbt. In der vierten Woche nach Befruchtung bilden alle humanen Embryos zusätzliche Wirbelanlagen über das Steißbein hinaus. Dieser Schwanz macht dann ungefähr ein Sechstel der gesamten Körperlänge aus (linkes Bild). In der 6. bis 12. Schwangerschaftswoche bildet sich dieser Schwanz zurück. Die Zellen der Wirbel gehen unter (Apoptose) und werden von weißen Blutkörperchen wieder abgebaut. Der Prozess wird in allen Wirbeltieren durch die Gene CDX1 und WNT-3a reguliert. Bei Menschen und anderen Primaten-Affen ist deren Aktivität down-reguliert.

 

Bei fehlender down-Regulierung kann der embryonal angelegte Schwanz erhalten bleiben. In den meisten Fällen enthält er keine Wirbel, sondern nur Weichgewebe. In einigen Fällen können jedoch auch die Wirbel (in wechselnder Anzahl) erhalten sein und über das Steißbein hinausragen. Das Schwanzrudiment wird meist wenige Tage nach der Geburt entfernt.

 

Der menschliche Schwanz ist ein evolutionäres Rudiment und ein Beweis für unsere Abstammung von primitiveren Wirbeltieren.

Gastbeitrag von: Jori Wehner

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