„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Islamophobie

Der Begriff "Islamophobie" geht auf die iranischen Mullahs Ende der 1970er zurück, diese verwendeten den Begriff hauptsächlich, um die Frauen, die sich im Zuge der islamischen Revolution im Iran weigerten, sich zu verschleiern, öffentlich als "Feinde des Glaubens" zu brandmarken.

Westliche Medien adaptierten diesen (islamistischen) Kampfbegriff. Er avanciert spätestens dann auch hierzulande zu einem Kampfbegriff, wenn man auch berechtigte Islamkritik mit ihm belegt. Denn dann suggeriert er, dass es sich bei der notwendigen Kritik am Islam um eine Phobie, - also um eine „krankhafte und irrationale Angst“ handeln würde. Der Islamkritiker wird ad-hominem für verrückt erklärt und mit den Argumenten Irrer muss man sich freilich nicht mehr beschäftigen. Der von Khomeini eingeführte, politische Kampfbegriff "Islamophobie" stellt somit auch eine subtile und perfide Form der Kritikimmunisierung dar. Diese erinnert nicht zufällig an die unseligen Zeiten der UdSSR, zu denen Kritiker des kommunistischen Systems kurzerhand in psychiatrischen Anstalten weggesperrt wurden.

Islamophobia – a word created by fascists and used by cowards to manipulate morons.”

Die Angst vor dem Islam ist jedoch meistens gutbegründet und alles andere als "irrational". Die Angst schwuler Pärchen in arabischen Ländern, aufzufliegen und dann vor einer jubelnden Menge von einem Gebäude aus in den Tod gestürzt zu werden, ist begründet. Die Angst meines jüdischen Kommilitonen, ein drittes Mal aufgrund seiner Religionszugehörigkeit von Muslimen brutal zusammengeschlagen zu werden, ist begründet. Die Angst nichtmuslimischer Menschen in Ländern mit einer muslimischen Mehrheit, ist, in der Regel, gutbegründet.

"Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Tolerante vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen."

                                                                                       - Karl Popper, 1944

Ich selbst bin nicht islamophob. Ich bin islamfeindlich. Und das nicht obwohl, sondern GERADE WEIL ich liberal gesinnt bin. Wer glaubhaft für die Freiheit einstehen möchte, der muss auch gegen die Feinde der Freiheit sein. Und der größte moderne Feind der Freiheit ist nun einmal der Islam. Er widerspricht all den freiheitlichen Grundwerten und Moralvorstellungen von Humanismus und Aufklärung diametral. Islamfeindlich ist, wer gegen Frauenunterdrückung, Schwulenverfolgung, Sexsklaverei, Folterstrafen, Judenfeindlichkeit und den Mordaufruf an Milliarden Nichtmuslimen ist.

In diesem Sinne ist Islamfeindlichkeit etwas Gutes.

Schlecht wird die Islamfeindlichkeit, wenn sie in eine Muslimfeindlichkeit umschlägt. Ich bin nicht muslimfeindlich. Mir es dennoch zu unterstellen, ist parallel zu dem Schluss, ich wäre gegen Rheumatiker, weil ich etwas gegen Rheumatismus hab. So argumentieren Islamapologeten häufig, während sie (oft nur implizit) behaupten, alle Islamkritik sei muslimenfeindlich. Dabei hat kein vernünftiger Islamkritiker etwas gegen Muslime per se.

Die relevante Trennlinie verläuft auch NICHT etwa zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen - sondern zwischen den Befürwortern einer friedlichen, offenen, toleranten Gesellschaft - und jenen, die solche Werte bekämpfen

Doppelstandards

Eine Muslima, die Kopftuch trägt, ist eine religiöse Fundamentalistin. Genauso wie ein Moslem, der fünf Mal am Tag betet, auch ein Fundamentalist ist. Niemand würde bestreiten, dass es sich bei einem Christen, dessen bierernste Glaubensauslegung ähnlich abstruse Blüten trägt, um einen Fundamentalisten handelt.

Das ist aber nicht der einzige Doppelstandard, auf den man in unserem Umgang mit Muslimen stößt. Unser gesamtes Verhalten den Moslems gegenüber ist geprägt von übereifrigem Paternalismus und einem Rassismus der niedrigen Erwartungen:

 

(1) Wer die katholische Kirche oder rechte Parteien für ihre homophoben Ansichten kritisiert, erntet nahezu einhellige Zustimmung aus allen politischen Lagern. Kritisiert man aber die größte schwulenfeindliche Bewegung der Gegenwart – den Islam, bekommt man den Vorwurf der Islamophobie oder des Rechtspopulismus zu hören. Der Grund hierfür ist ein Rassismus der niedrigen Erwartungen: Die Muslime sind doch kulturell ganz anders geprägt, da kann man keine fortschrittliche Moral erwarten.

 

(2) Ironischerweise sind es gerade Hardcorefeministinnen - also diese Frauen, die es bei jeder Gelegenheit schaffen, sich benachteiligt zu fühlen – die den Islam und damit eine Ideologie verteidigen, die Frauen prinzipiell für weniger wert halten als den Mann. Das ist, als ob Schwarze die White-Pride Bewegung in Schutz vor Kritik nehmen würden. Man stelle sich nur mal vor, die AFD würde in ihrem Wahlprogramm auch nur ansatzweise so über den Wert und die Rolle der Frau schreiben, wie es Mohammed im Koran tat. Dann wäre die Hölle los.

Verweise

Homosexualität: Genau meine Meinung:

 

Islamkritik: "Es gab und gibt keinen Staat mit einer muslimischen Mehrheit, der Pluralismus lebt und Minderheiten gleichberechtigt behandelt. Diese Feststellung „islamophob“ zu nennen verhindert jeden Dialog." Und überhaupt, WO soll die nötige Islamkritik und hoffentlich daraus folgende Islamreform denn stattfinden, wenn sie in Ländern, in denen der Islam herrscht gewalttätig unterdrückt und hier als islamophob, d.h. nicht ernstzunehmend abgetan wird?

Rassismus: Egal wie harsch die Islamkritik der Pegida-Bewegung auch ausfallen mag, und wie wenig diese in der Realität verankert sein mag, Islamkritik kann kein Rassismus sein. Der Vorwurf des Rassismus ist genauso bescheuert wie der der Islamophobie. Islamkritik ist Ideologiekritik und nichts anderes. Der Islam ist eine menschengemachte Ideologie. Ein Moslem ist lediglich Ideologieträger. Das schließt natürlich nicht aus, dass ein Islamkritiker gleichzeitig auch Rassist ist. Islam ist kein genetisches Merkmal einer Gruppe. Niemand wird mit einem Islamgen geboren. Es gibt ca. 1.6 Milliarden Muslime auf der Welt, verteilt auf allen Kontinenten und somit fast alle ethnischen Gruppen. Wir würden einen Antikapitalisten, einen Antifaschisten etc. nie Rassist nennen. Hinzuweisen ist auch auf die in Deutschland sehr beliebte Kritik an Scientology. Niemand würde jedoch auf die Idee kommen, Kritiker von Scientology als Rassisten zu verunglimpfen. Im Gegenteil, wir würden sie für den Mut loben, sich dieser mächtigen Institution entgegenzustellen und ihre Fehler aufzudecken. Ebenso kritisieren gerade wir aufgeklärten Europäer die evangelikalen Christen des amerikanischen Biblebelt für ihre Ablehnung der Evolution gerne aufs Schärfste. Und eben auch den Islam. Dies kann nicht rassistisch sein, da der Islam bzw. Moslems keine Rasse darstellen.

2. spöttische Videos

(Man tausche in Islamophobie nur mal das Wort „Islam“, durch „Nazi“ aus.

Und ja, der Vergleich zwischen Islam und Faschismus und kann gezogen werden.)

zum vorherigen Blogeintrag                                                                         zum nächsten Blogeintrag 

 

Liste aller bisherigen Blogeinträge

Kommentare: 11
  • #11

    WissensWert (Montag, 30 Juli 2018 18:08)

    https://www.welt.de/kultur/article174647798/Ruediger-Safranski-beklagt-inflationaeres-Geschwaetz-von-Islamophobie.html

  • #10

    Wissenswert (Montag, 29 Januar 2018 04:25)

    https://derstandard.at/2000072864853/Warum-Islamophobie-nicht-der-neue-Antisemitismus-ist

  • #9

    WissensWert (Samstag, 29 Juli 2017 17:34)

    Ich hasse den Islam in seiner politischen und dogmatischen Form genauso wie ich das Christentum und jede andere dogmatische Ideologie dahingehend hasse. Allerdings hasst "der Islam" mich als Ungläubigen wahrscheinlich mehr als ich ihn, wenn man sich den Koran so durchliest.

  • #8

    WissensWert (Mittwoch, 19 April 2017 14:14)

    Ach, was ein Zufall:

    "Der European Islamophobia Report wird vom türkischen AKP-nahen Thinktank SETA (Foundation for Political, Economic and Social Research) finanziert und veröffentlicht. Gründer und langjähriger Direktor von SETA ist kein geringerer als Ibrahim Kalin, stellvertretender Generalsekretär und Sprecher des türkischen Präsidialamtes, also Erdogans Sprecher. Erdogan selbst fiel schon mehrfach dadurch auf, dass er Kritik an seiner Politik, an seiner Haltung zur Armenien-Frage oder an der Türkei allgemein als „islamophob“ bezeichnete.

    Bis heute haben weder der „Islamophobieforscher“ Hafez noch andere Vertreterinnen und Vertreter dieses Begriffs, eine konsistente, nachvollziehbare und wissenschaftlich brauchbare Definition für „Islamophobie“ geliefert. Mit dem Begriff „Islamophobie“ wird vielmehr versucht, zwei Phänomene in einem Begriff zusammenzufassen: Feindschaft gegenüber allen Muslimen und Religionskritik. Der Terminus differenziert nicht zwischen ressentimentbeladener Hetze und der Aufklärung verpflichteter Kritik an der Religion. Er entpuppt sich somit als Kampfbegriff, der durchgängig dazu genutzt wird, Kritik am Islam oder an Problemen und Menschenrechtsverletzungen innerhalb muslimischer Communities abzuwehren und als „anti-muslimischen Rassismus“ zu etikettieren.

    Das führt dazu, dass kritische Geister wie etwa der algerische Schriftsteller Kamel Daoud, der Berliner Psychologe und Autor Ahmad Mansour und weitere seriöse Wissenschaftler/innen, Journalistinnen und Journalisten im EIR 2016 als „islamophob“ denunziert und damit in die gleiche Ecke gestellt werden wie Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Rassisten."

    http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/kampfbegriff-islamophobie-wissenschaft-im-dienste-des-politischen-islam/

  • #7

    WissensWert (Dienstag, 09 August 2016 01:14)

    https://www.youtube.com/watch?v=qkz1SKGHQ6Y

  • #6

    WissensWert (Montag, 01 August 2016 02:21)

    https://youtu.be/6_GYLxe3Vuk

  • #5

    WissensWert (Montag, 01 August 2016 01:44)

    https://www.youtube.com/watch?v=gB78S4U5pPo&feature=youtu.be

  • #4

    WissensWert (Mittwoch, 20 Juli 2016 00:00)

    [1] Diese Strategie erinnert ein wenig an die unseligen Zeiten der UdSSR, zu denen Kritiker des kommunistischen Systems auch kurzerhand für verrückt erklärt (und in psychiatrischen Anstalten weggesperrt) wurden.

  • #3

    WissensWert (Dienstag, 19 Juli 2016 23:11)

    http://www.wissenbloggt.de/?p=6069

  • #2

    WissensWert (Dienstag, 19 Juli 2016 23:05)

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/umstrittener-friedenssong-naidoo-und-todenhoefer-gefaehrliche-weltinterpreten-1.2768017 :


    "Muslime tragen den neuen Judenstern" Das zu behaupten in einem Land, das gerade über eine Million hauptsächlich muslimische Flüchtlinge aufgenommen und dessen Kanzlerin den Islam für einen Teil Deutschlands erklärt hat, ist nicht nur ignorant, sondern auch dumm. Muslime erfahren weder in Deutschland noch irgendwo im Westen staatliche Verfolgung und systematisches Schikanieren. Von Massenvernichtung und Vertreibung will ich gar nicht reden. Einzelne Muslime erleben selbstverständlich ab und an Diskriminierung wie sie auch Afrikaner, Hindus und Vietnamesen im Westen oft erleben. Aber das kann man nicht mit der Judenverfolgung im Dritten Reich vergleichen. Es leben weltweit 1,6 Milliarden Muslime in über 50 islamischen Staaten, mit denen der Westen gute politische und wirtschaftliche Beziehungen pflegt. Obama, Hollande und Cameron bestätigen regelmäßig, dass der Islam eine Religion des Friedens sei. In Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden und Dänemark müssen nach wie vor nicht Moscheen, sondern Synagogen von der Polizei überwacht werden.
    Komisch ist, dass dieser Vergleich mit dem Judenstern überhaupt nicht damals kam als der IS die Christen aus Mossul vertrieb und ihre Häuser mit dem Buchstabe "N" markiert hatte. Auch nicht als die Juden von Malmö in Schweden die Stadt verlassen mussten weil sie oft von muslimischen Jugendlichen angegriffen wurden.
    Auch die falschen Kriege die der Westen in der islamischen Welt führte, richteten sich nicht gegen die "Muslime" als eine Glaubensgemeinschaft, sondern gegen bestimmte Gegner des Westens. Ob in Afghanistan oder im Irak kämpften auch Muslime an der Seite der westlichen Allianz gegen al-Qaida, Taliban oder Saddam.
    Dass Jürgen Todenhöfer dieses Lied auf seiner Seite postet und meint er leiste damit einen Beitrag zum Frieden, zeugt nicht nur von seiner Selbstüberschätzung, sondern auch von seiner Weltfremdheit. Dass zahlreiche Muslime das Lied auf seiner Pinwand bejubeln, zeigt dass er ihnen kein Gefallen tut, sondern er befestigt nur ihr einfaches Weltbild, bestätigt sie in ihrer Opferhaltung und in ihrer Abneigung gegen den Westen.
    Ob man dadurch Frieden stiftet? Ob man danach immer noch Todenhöfer als Nahost-Islam-und-Terror-Experte ernst nimmt?"

  • #1

    WissensWert (Dienstag, 19 Juli 2016 23:03)

    http://m.welt.de/debatte/kommentare/article133712722/Islamophobie-Wir-nennen-es-Aufklaerung.html


Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
Diese Website darf gerne zitiert werden, für die Weiterverwendung ganzer Texte bitte ich jedoch um kurze Rücksprache.