„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Der Junge-Erde-Kreationismus

Das Konzept der Jungen Erde ist eine Form des Kreationismus. Vertreter dieser Ansicht, meist evangelikale Christen, sind davon überzeugt, dass die Erde nur wenige (höchstens 10.000 Jahre) tausend Jahre alt sei (nach dem irischen anglikanischen Bischof James Ussher erschuf Gott die Welt am 22. Oktober 4004 vor unserer Zeitrechnung), direkt von einem Schöpfer geschaffen wurde und Ereignisse wie die Sintflut tatsächlich stattgefunden haben. Junge-Erde-Kreationisten versuchen, die Lebewesen in ihrem Sinne zu systematisieren, jedoch nicht wie in der biologischen wissenschaftlich Systematik, sondern mittels der pseudowissenschaftlichen Baraminologie.

Dabei wird das 1. Buch Mose als wahrheitsgetreuer Bericht angenommen, nach welchem das gesamte Weltall und alles Leben auf der Erde von einem Schöpfer innerhalb von 6 Tagen in Form von Grundtypen geschaffen worden seien. Man vermutet, dass die biblische Schöpfungsgeschichte eine Umarbeitung einer älteren Geschichte aus Babylonien ist, in der die Schöpfung aber über acht Tage verteilt war. Ebenso wird die biblische Sintflut als reales Ereignis angenommen. Einige Vertreter datieren den Beginn der Sintflut mit dem 17. Februar 1307 nach der Schöpfung.

 

Demnach ist für Vertreter des Junge-Erde-Kreationismus auch die heutige Gestalt der Erdoberfläche (z.B. Verteilung von Ozeanen, Entstehung Gebirgen und Erosionstälern) kein Ergebnis lang andauernder geologischer Prozesse, sondern Folge von Katastrophen, wie etwa der Sintflut (Katastrophismus).

 

Trotz eifriger Beweissuche ist es den Vertretern dieser Hypothese nicht gelungen, die vor allem aus der Geologie stammenden Widerlegungen der Jungen-Erde-Hypothese zu entkräften. Das sind vor allem radiometrische Altersbestimmungen von Gesteinen, die nach Erdzeitaltern geordnete Folge der Gesteinsschichten und damit korrespondierend der Fossilfunde, deren zufolge die ursprünglichsten Entwicklungsformen der Lebewesen zugleich auch die geologisch ältesten sind.

 

Es existiert kein einziger wissenschaftlicher Beleg dafür, dass sich die biblische Sintflut ereignete. Neben vielen ungeklärten Fragen wie z.B.

·      Herkunft und Verbleib der immensen Wassermengen,

·      Absterben aller Meeresorganismen bei einem solch großen Süßwassereintrag,

·      Eutrophierung [Nährstoffanreicherung] der Meere durch Einschwemmen terrestrischer Böden, Tierleichen und abgestorbener Pflanzen,

·      Probleme mit der Wiederbesiedlung der Erde mit nur einem Paar von jeder Art,

·      Nahrungsmangel sowohl bei Fleisch- als auch bei Pflanzenfressern,

 

·      Schicksal der Landpflanzen und Pilze,

müssten auch die Fossilien in chaotischer Weise abgelagert sein und nicht geordnet in unterschiedlich alten geologischen Formationen.

 

Theologischer Hintergrund der Sintflut ist das sündenhafte Verhalten des Menschen und wohl auch der Tiere, während sich die Fische und die restlichen Meeresbewohner gottgetreu verhielten, wie Georges Cuvier lakonisch mutmaßte. Dazu kommt, dass sich im alten Testament zwei verschiedene, sich gegenseitig widersprechende Sintflutgeschichten finden. In der älteren regnete es 40 Tage lang (1. Mose 7,4), in der jüngeren steigt das Wasser, das sich sowohl aus dem Abgrund erhebt als auch vom Himmel niederprasselt, 150 Tage lang (1. Mose 7,24 und 8,3). In der älteren Geschichte bleibt Noah nur etwas mehr als 60 Tage in der Arche (1. Mose 8,6-12), in der jüngeren ein ganzes Jahr. In dieser hat die Flut ein viel größeres Ausma, und das Wasser steigt bis 15 Ellen über die höchsten Berge (1. Mose 19-20).

 

Der Junge-Erde-Kreationismus widerspricht der Evolutionstheorie und vielen Erkenntnissen anderer Wissenschaften wie Physik, Chemie, Astronomie, Paläontologie und Geologie. Die Ergebnisse physikalisch-chemischer Datierungen (z.B. Radio-Karbon-Methode) werden als unzuverlässig abgelehnt, das damit ermittelte Alter von Fossilien als falsch bezeichnet.

 

Veröffentlichungen zur Jungen-Erde-Hypothese kommen im deutschsprachigen Raum unter anderem aus der Studiengemeinschaft Wort und Wissen.[1][2]

2. Kritik an der Kurzzeithypothese

Glenn Morton ist gläubiger Christ und geht davon aus, daß die Bibel historisch wahr ist. Daraus folgt für ihn aber nicht, daß die Erde so jung sein muß, wie Kurzzeit-Kreationisten annehmen. In diesem Artikel widerlegt er einige recht häufig in der kreationistischen Literatur zu findende Argumente für eine junge Erde.

Zunächst widerlegt er eine Arbeit von Woodmorappe, der behauptet, daß radiometrische Datierungsverfahren notorisch unzuverlässig seien. Morton weist Woodmorappe nach, daß er genau das tut, was er Evolutionisten vorwirft: Daten selektiv auszuwerten.

 

Die nächsten drei Kapitel beschäftigen sich mit Warven. Das sind Ablagerungen von Seen oder Flüssen, die regelmäßig geschichtet sind, wobei eine Schicht üblicherweise einem Jahr entspricht. Er zeigt zunächst, daß es auch andere Arten von Varven gibt, daß man aber sehr leicht Varven mit Jahresrhytmus von anderen unterscheiden kann. Außerdem kann man in den Varven aufgrund von Pollen klar erkennen, daß selbige im Lauf eines Jahres abgelagert wurden. Schließlich wird noch dargestellt, daß man die Zählung von Varven mit Ergebnissen aus radiometrischen Datierungen vergleichen kann. Die Ergebnisse stimmen üblicherweise gut überein.

 

Dann zeigt er anhand eines in 1700 Fuß Tiefe eingebetteten Flußbetts auf, daß solche Phänomene auf gar keinen Fall mit einer biblischen Sintflut in Einklang stehen können.

 

Von vielen Kreationisten wird behauptet, daß die Sonne schrumpft. Morton zeigt auf, daß diese Argumentation nicht haltbar ist, wenn man die Daten korrekt auswertet.

 

Die Daten, die anhand einer 1987 entdeckten Supernova gewonnen wurden, zeigen zweifelsfrei, daß sich sowohl die Lichtgeschwindigkeit als auch die Halbwertszeit des radioaktiven Zerfalls zumindest in den letzten 170 000 Jahren nicht geändert haben.

 

Auch fossile Wurzelböden widersprechen einer Ablagerung innerhalb eines Sintflutjahrs. Das wird anhand einer Abbildung deutlich gemacht.

 

Jedes Bild enthält eine Graphik oder eine Abbildung, die im Text besprochen wird. Um die Ladezeiten zu verkürzen, bietet es sich an, dem kompletten Artikel herunterzuladen. Sie finden eine entsprechende Option am Anfang des Textes.

2.a) Ist die radiometrische Datierung fehlerhaft?

John Woodmorappe (1979) durchkämmte die wissenschaftliche Literatur und suchte nach radiometrischen Daten, die 20 Prozent zu alt oder zu jung waren. Er schloß vor allem die Daten von seiner Suche aus, die dem erwarteten Alter entsprachen. Genau diese Art selektiver Auswertung werfen die Junge - Erde - Kreationisten den Evolutionisten immer vor. Woodmorappe schreibt:

 

'Ein objektiver Vergleich zwischen der Zahl der passenden gegen die Zahl der unpassenden Daten im Phanerozoikum wird durch die Tatsache, daß die unpassenden Daten häufig (oder sogar üblicherweise) nicht in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht werden, verhindert (wenn nicht gar unmöglich gemacht).' (Woodmorappe 1979, S. 113)

 

Er kritisiert also die Anhänger einer alten Erde, daß sie ihre Daten nur selektiv veröffentlichen, und macht genau dasselbe, indem er nur die 'schlechten' Daten veröffentlicht. Das verletzt seine Glaubwürdigkeit erheblich. In seinem Artikel listet er diese schlechten Daten auf, stellt sie aber nicht graphisch dar. Wenn er das getan hätte, wäre ihm etwas Bemerkenswertes aufgefallen. In der Abbildung unten sind diese 350 Zahlenwerte aufgetragen. Wenn sie genau dem erwarteten Wert entsprächen, müßten sie auf der Geraden liegen. Beachten Sie, daß mehr Wert unter dieser Linie liegen als darüber. Wenn die radiometrischen Datierungen zu hohe Werte ergeben würden, sollte man erwarten, daß mehr Werte über der Linie liegen sollten als darunter. Aus der Graphik geht aber hervor, daß radiometrische Datierung, wenn sie falsche Werte ergeben sollte, eher zu junge als zu alte Alter angibt! Die Daten müßten aber zu hoch sein, wenn der Standpunkt der Junge - Erde - Kreationisten zutreffen sollte.

Abbildung 1: Werte radiometrischer Datierungen aus Woodmorappe's Artikel aus dem Jahre 1979. Beachten Sie, daß, obwohl Woodmorappe seine Daten so auswählte, daß nur schlechte Werte darin vorkamen, trotzdem eine Korrelation zwischen vermutetem und gemessenem Alter erkennbar ist. Beachten Sie außerdem, daß ein abweichendes radiometrisches Datum eher zu jung als zu alt ist.

2.b) Warven

Abbildung 2: Nachzeichnung der Abbildung 4 in Lambert und Hsu's Artikel. Hier werden Sturm-Warven aus dem Walensee (links) mit den jährlichen Warven aus dem Zürichsee (rechts) verglichen. Beachten sie die gleichmäßige Schichtung bei den jährlichen Warven.

Steve Austin schrieb: 'Dünne, regelmäßig geschichtete Schlamm- und Tonschichten, die man in Seen findet, werden häufig 'Warven' genannt, wobei man davon ausgeht, daß jede Schicht eine jährliche Wiederholung in einem langsamen Sedimentationsprozeß darstellt. Lambert und Hsu stellen einen Befund aus einem schweizer See dar, in dem diese Warven-ähnlichen Schichten schnell durch katastrophenähnliche Unterspülung mit trübem Wasser abgelagert wurden. An einer Stelle bildeten sich fünf 'Warven' innerhalb eines einzigen Jahres.' (Austin 1984, S. 272)

 

Austin las den Artikel offensichtlich nicht sorgfältig genug. Oben finden Sie eine Nachzeichnung der Abbildung 4 in Lambert und Hsu's Artikel. Lambert und Hsu schrieben dort

 

'Wir vertreten hier nicht die ungerechtfertigte Verallgemeinerung, daß es keine Warven gibt, die im Jahreszyklus abgelagert werden. Abbildung 4 zeigt Warven aus dem mesotrophen Zürichsee, wo die hellen Schichten chemische Sedimentation, die vor allem im Sommer stattfindet, repräsentieren, während die dunklen Schichten von Zerfallsprozessen herrühren, die im Winter erfolgen. Ein Vergleich dieser Warven mit den nicht-jahreszeitlichen Warven des oligotrophen Walensees zeigt, daß die jährlichen Rhythmen der Warven des Zürichsees gleichmäßiger sind, während die Unregelmäßigkeit der 'Warven' des Walensees die Unverhersehbarkeit des Wetters widerspiegelt.' (Lambert und Hsu, 1979, S. 453 - 461).


Austin irrt, wenn er das Beispiel der Warven des Walensees so darstellt, als wären nicht-jahresperiodischen Warven identisch mit jahresperiodisch abgelagerten.

2.c) Pollen in den Warven

Gleichmäßige Warven wie die unten rechts gezeigten wurden von Richard Foster Flint, einem Experten der Geologie des Quartärs, beschrieben. Er sagte (1971, S. 400),


'Ein Rhytmit der in einem See bei Interlaken in der Schweiz abgelagert wurde, besteht aus dünnen Paaren, die je eine hell gefärbte, calciumreiche Carbonat-Schicht und eine dunkle Schicht, die reich an organischem Material ist, enthalten. Der Beweis dafür, daß diese Paare je einem Jahr entsprechen und daher Warven sind, wurde aufgrund der Zusammensetzung der organischen Teile zuerst von Heer (1865) geführt. Das Sediment entält Pollenkörner, deren Zahl pro Volumeneinheit zyklisch variiert, wobei sie in den oberen Teilen der dunklen Schichten am höchsten ist. Die Pollenkörner verschiedener Gattungen sind schichtförmig abgelagert, in der aufgrund der Blütezeit zu erwartenden Reihenfolge. Schließlich findet man Diatomeen in den hellen Lagen doppelt so häufig wie in den dunklen. Daraus wird geschlossen, daß die hellen Schichten dem Sommer entsprechen, die dunklen Herbst, Winter und Frühling. Zählungen der Schichten ergeben eine Aufzeichnung, die zumindest die letzten 7 000 Jahre zurückreicht.'

 

Schon ein flüchtiger Blick auf die Schichten in Abbildung 2 zeigt, daß sie nicht dasselbe sind.

Abbildung 2: Nachzeichnung der Abbildung 4 in Lambert und Hsu's Artikel. Hier werden Sturm-Warven aus dem Walensee (links) mit den jährlichen Warven aus dem Zürichsee (rechts) verglichen. Beachten sie die gleichmäßige Schichtung bei den jährlichen Warven.

2.d) Radiokohlenstoff und Warven

Warven aus Seen enthalten viel organisches Material, das mit der Radiokohlenstoff-Methode datiert werden kann.Wenn die Warven jährlich abgelagert werden und die Radiokohlenstoff-Methode funktioniert, sollten die radiometrischen Daten der Zählung der Warven in etwa entsprechen. Unten sind die Ergebnisse einer solchen Studie von Alan Craig dargestellt. Er zählte 9 500 Warven und datierte dann das organischem Material im Bohrkern mit der Radiokohlenstoff-Methode. Beachten Sie, daß die C14-Alter sehr gut mit der Zählung der Warven übereinstimmen. (Turekian 1971, S. 61)

Abbildung 3: Vergleich von Daten aus Radiokohlenstoff-Messung mit Zählungen von Warven im Lake of the Clouds in Minnesota.

2.e) Ein verschüttetes Flußbett

In den letzten Jahren wurden dreidimensionale seismische Daten zur Suche nach Öl verwendet. Dabei wurden viele interessante geologische Strukturen gefunden, wenn sie an der Grenze zu einem Reflektor angezeigt wurden. In der untenstehenden Abbildung sehen Sie ein Flußbett, das in einer Tiefe von 1670 Fuß unterhalb der Prärie in Texas in Baylor Co. eingebettet ist. Falls alle geologischen Schichten während einer globalen Flut eingebettet wurden, kann es sich nicht um ein Flußbett eines vorsintflutlichen Flusses handeln, weil unter diesem weitere 5000 Fuß Sedimentschichten liegen. Im Bild ist die weiße Fläche Kalkstein, in welchen der Fluß sein Bett erodierte (dunkel). Ölbohrungen, die außerhalb des Flußbetts niedergebracht wurden, zeigen Kalkstein in dieser Tiefe, aber Bohrungen in das Flußbett ergeben keinen Kalkstein an dieser Stelle sondern Sand und Sedimente, die vom Fluß abgelagert wurden. Die Erosion dieses Kalksteins benötigt viel mehr Zeit als sie die Anhänger einer jungen Erde zugestehen. (Original in AAPG Explorer, Juni 1993, S. 14)

Abbildung 4: Verschüttetes Flußbett. 1600 Fuß tief inmitten der geologischen Säule von der Junge-Erde-Kreationisten glauben, daß sie während eines einzigen Jahres abgelagert wurde. Man kann kein Flußbett ablagern.

2.f) Die schrumpfende Sonne

Es wird oft behauptet, daß die Sonne schrumpft. Eddy und Boornazian behaupteten dies erstmals 1979 (s. E& B line). Sie analysierten Daten, die im Laufe von 100 Jahren ermittelt wurden. Kreationisten haben diese Arbeit seit mehreren Jahren zitiert. Aber schon 1980, nur ein Jahr nach dem ursprünglichen Bericht, haben Shapiro (Science, 208, 1980, S. 51-53) sowie Parkinson, Morrison und Stephenson (Nature, 288, 1980, S. 548-551) die Behauptung von Eddy und Boornazian widerlegt. Trotzdem fahren die Junge-Erde-Kreationisten lange nach der Widerlegung im Jahre 1980 fort, diese Quelle zu zitieren. Die Abbildung zeigt alle Messungen des Radius der Sonne und es geht eindeutig daraus hervor, daß die Daten kein Schrumpfen des Sonnenradius anzeigen. Alkridge, 'Die Sonne schrumpft', ICR Impact #82, April, 1980; Barnes 'Das Dilemma eines theistischen Evolutionisten: Creation Research Society Quarterly, 24:1997, 24:2, Sept. 1987, S. 109-117; und Morris, Scientific Creationism, (1985), S. 169 erwähnen allesamt dieses Argument, obwohl die Naturwissenschaft diese Behauptung zurückweist und selbst Eddy sich niemals mehr auf seine Arbeit aus dem Jahre 1979 bezieht.

Abbildung 5: Vergleich der oft zitierten Rate des Schrumpfens der Sonne von Eddy und Borrnazian mit allen bisherigen Daten über den Sonnenradius. Offensichtlich paßt E & B (durchgezogene Linie) nicht zum gesamten Datenbestand.

2.g) Die Supernova 1987A beweist, daß die Lichtgeschwindigkeit seit 170 000 Jahren konstant geblieben ist

Wenn sich die Lichtgeschwindigkeit geändert hätte, dann

 

1.    hätte sich die Rate des radioaktiven Zerfalls ebenfalls geändert.

2.    würde sich die Energie der von einem Atom ausgestrahlten Strahlung ändern.

 

1987 explodierte ein Stern in der Großen Magellan-Wolke. Neun Monate später entdeckten die Astronomen einen Gasring mit einem Durchmesser von 1,37 Lichtjahren um den ehemaligen Stern. Sie fanden auch die charakteristische Gamma-Strahlen-Emission von Co-57 und Co-56. Diese Gamma-Strahlen hatten dieselbe Energie die wir auch in Laboratorien auf der Erde messen. Das bedeutet, daß die Lichtgeschwindigkeit dieselbe war wie heute, als der Stern explodierte. Theoretische Modelle einer Supernova sagten voraus, daß der radioaktive Zerfall von Co-56 und Co-57 die Energiequelle für das Licht darstellten, das von den Gasen der Supernova abgestrahlt wird. Die Helligkeit des Lichts hat genau mit der Halbwertszeit abgenommen, die wir in unseren Labors für Co-56 und Co-57 messen. Das bestätigt ferner, daß die Lichtgeschwindigkeit damals, als der Stern explodierte, dieselbe war wie heute. Die Zeit, die das Licht für die Reise von der Supernova bis zum Ring benötigte ermöglicht eine Messung der Größe des unten abgebildeten Gasrings. Wenn man die weiß und das Bogenmaß kennt, das der Ring in einem Teleskop ausmacht, kann man daraus eine Entfernung von 170 000 Lichtjahren zu diesem Stern errechnen. Daher blieb die Lichtgeschwindigkeit in den letzten 170 000 Jahren gleich, weil man die Entfernung zu dieser Supernova trigonometrisch messen kann.

Abbildung 6: Ein ein Lichtjahr dicker Ring um die Supernova 1987 A, der eine trigonometrische Entfernungsbestimmung der Großen Magellan-Wolke ermöglicht.

Falls Gott keine große Illusion geschaffen hat, ist das Universum mindestens 170 000 Jahre alt.

2.g) 10 Jahre Wurzelwachstum aus 7.000 Fuß Tiefe

Es wird oft behauptet, daß die gesamte geologische Säule in einer einzigen gewaltigen Katastrophe abgelagert wurde, die nur 1 Jahr lang dauerte. Es gibt viele Hinweise darauf, daß die geologische Säule viel länger brauchte um abgelagert zu werden. Ein Bohrkern von der Murfin Drilling Co Colorado State No. 1-16 Ende 1983 zeigte etwa 250 aufeinanderliegende Schichten von Wurzeln auf einer Länge von 3 Fuß. Unten ist ein kleiner Teil des Bohrkerns abgebildet, der die Wurzeln und die Schichten zeigt, in der sie diesen aufteilen. Jede Schicht repräsentiert ein Jahr des Wachstums. Dieser Kern bedeutet daher ein Wachstum von 10 Jahren. Die Daten aus diesem Bohrkern stimmen daher nicht mit der Annahme überein, daß die geologische Säule schnell abgelagert wurde.

Abbildung 7: Jährliche Schichtung von Wurzeln aus einem Bohrkern einer Ölbohrung im Süd-Westen Colorados aus 7 000 Fuß Tiefe.

Quellenangaben

Austin, Steve, 1984. Catastrophes in Earth History ICR Technical Monograph 13, (El Cajon: Institute for Creation Research, 1984), p. 272.

Flint, Richard Foster , 1971. Glacial and Quaternary Geology, (New York: John Wiley and Sons, Inc., 1971).

Lambert , A.and K. J. Hsu, 1979. "Non-annual cycles of varve-like sedimentation in Walensee Switzerland," Sedimentology, 26, 1979, p. 453-461

Turekian, Karl K., editor, 1971. The Late Cenozoic Glacial Ages, (New Haven: Yale University Press, 1971).

Woodmorappe, John, 1979. "Radiometric Geochronology Reappraised", Creation Research Society Quarterly, September 1979, p. 102-129

1.Gastbeitrag aus: Psiram
2. Gastbeitrag von: Thomas Waschke

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