„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

meine Tour nach Amsterdam

Meine erste Erfahrung mit Hanf als Rauschmittel mache ich im Februar 2010 während eines einwöchigen Schüleraustausches in Frankreich. Wir rauchten ein wenig Bong, lachten und rannten vom Baumhaus auf den Vorgarten. Doch bereits damals konstatierte ich für mich: Ich mag die Wirkung von Cannabis nicht sehr. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich stehe und petitioniere für eine Legalisierung dieser weichen Droge. Schon allein, da Rausch seit jeher ein Bestandteil unserer und jeder anderen Kultur war. Doch auch wenn hierzulande der Konsum von Hanf legal wäre, würde ich mir persönlich zum Feierabend lieber ein Bier öffnen als einen Joint anzünden.

Nichtsdestotrotz habe ich seitdem zu entspannten Anlässen immer mal wieder etwas geraucht. Jetzt aber geht es nach Amsterdam, das Erkunden der nahezu sagenumwobenen Coffeeshops ist angesagt. Ich werde von Freitag bis Sonntag mit drei Freunden (deren Namen ich hier aus Diskretionsgründen nicht nennen werde) und einem Bus voll weiterer Touris mit dem vielsagenden Reisebusunternehmen HIGHTOURS unterwegs sein. Da bin ich mal gespannt.

Nach einer langen Busfahrt halten wir an – und suchen uns den nächstbesten Coffeeshop. Zunächst kauft sich jeder von uns 2 Gramm einer bestimmten Sorte. Ich kaufe mir „Purple Paralysis“, eine Blüte, die halten wird, was der Name verspricht. Wir drehen, geben herum und probieren die einzelnen Sorten aus. Die Wirkung ist enorm stärker als die, die man von zuhause kennt. Was vielleicht daran liegt, dass die Pflanzen hier von Fachprofessionellen herangezüchtet, hochgezüchtet werden. Doch über sowas mache ich mir nach einiger Zeit und ein paar Gramm mehr keine Gedanken mehr. Auch wenn ich wie erwähnt andere dem vom Kiffen hervorgerufenen Gefühl bevorzuge, genieße ich die Zeit sehr. Irgendwann gehe ich mit einem der Kumpels aus dem Coffeeshop heraus, nehme an einer Bootstour durch Amsterdam teil und esse etwas. Das Gras wirkt aber noch sehr stark, weshalb ich mich anstrengen muss mich einigermaßen normal, oder zumindest angemessen, zu verhalten.

Als wir wieder in den CS hineingehen, sind unsere beiden Freunde nicht mehr ansprechbar. Wir zwei Übrigen lernen einen Jugendlichen Mitte 20 aus dem Ruhrpott kennen, der uns eine Bong ausgibt. So dauert es auch nicht lange und auch wir sind nicht mehr ansprechbar. Stundenlang sitze ich da und lebe, auch wenn ich keine Halluzinationen an sich wahrnehme, doch irgendwie in einem Paralelluniversum, jenseits von Raum und Zeit. Ab und zu versuche ich aufzustehen, doch bekomme ich meine Beinmuskulatur nicht angespannt. Und so sage ich mir in diesen Momenten, dass ich doch chillen soll und tue dies. Kurz vor der Rückfahrt essen wir noch ein paar Pilze, die es hier zu kaufen gibt. So wird es ein recht entspannendes Wochenende. Ein Wochenende, das ich nicht so schnell wiederholen werde und doch auf einer gewissen Art und Weise sehr interessant und gar schön war.

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