„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Summer Breeze 2014

Einmal hatte ich den Tanzkurs besucht. Am darauffolgenden Wochen­ende war dann Rock without Limits. Mit dem Zug fahren David Hannemann, Daniel Schierle, mein Bruder und ich nach Gomaringen. Und nach ein paar Stunden liegen wir dann auf dem Boden einer anliegenden Gemeinde, die den Teilnehmern Unterschlupf gewährt. Daniel und ich hatten unsere Shirts ausgezogen und waren die ganze Zeit über beim Pogen, in Pits, oder an Wall of Deaths beteiligt. Gegen Ende der Veranstaltung schlugen viele nur noch um sich, darunter einige, die locker das Doppelte von uns auf die Waage brachten. Dementsprechend demoliert tut uns nun auch alles weh. In 2 Tagen soll ich erfahren, dass ich mir den Fuß angerissen habe und daher den Tanzunterricht nicht mehr wahrnehmen kann. Im Nachhinein bin ich nicht traurig darüber, hätte ich damit doch nur viel Zeit (und Geld!) in eine der wenigen Dinge gesteckt, für die ich keine Leidenschaft aufbringen kann. Und die meisten anderen scheinen es mir auch nur gemacht zu haben „weil es halt jeder macht.“

Nun ja. Vertraut mit der Festivalkultur des härteren Metals war ich durch einige Veranstaltungen also bereits. Aber was mich jetzt erwarten sollte, war von einer anderen Größenordnung. Summerbreeze, das zweitgrößte Metal-Festival Deutschlands, steht bevor. Am Mittwoch fahren wir dann auf das riesige Festivalgelände. Schnell sind die Wurfzelte aufgeschlagen, das Pavillon aufgebaut und dann spielen auch schon die ersten Bands. Die nächsten Tage ernähren wir uns von Obst, Gemüße, Dosenessen vom Gaskocher und vor allem Bier. Die Toilette besuchen wir so selten wie möglich und wenn man nicht gerade ein paar Stunden schläft, lernt man neue Leute kennen, trifft alte Bekannte und ist jung. Und dann natürlich noch die Bands.

Eigentlich ist alles wie bei den anderen Festivals auch, nur größer. Größere Pits, größere Bühnenshow und so viel mehr Menschen. Und eigentlich mag ich solche  Musik wie sie hier gespielt wird ja nicht. Für mich alleine höre ich so etwas nie. Aber ich mag diesen kontrollierten Kontrollverlust zu lauter Musik – und Bier. Und deshalb mag ich auch das Breeze.

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