„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

meine Tour nach Paris

Dieses Silvester werde ich weniger hart feiern. Zumindest hatte ich mir das vorgenommen und jetzt habe ich dieses Ritalin geschluckt. Wir gehen nach Hause, die Mutter einer Klassenkameradin nimmt uns mit, in zwei Stunden muss ich wieder raus. Beziehungsweise, ich darf. Meine Schwester Tabea wollte schon immer einmal nach Paris und da sie ohne Aufsichtsperson nicht darf und ich schon immer ein Vollblutweltenbummler war, werden wir morgen gemeinsam in die Französische Hauptstadt fahren.

Ich gehöre aber nicht zu dieser Sorte Reisenden, die jede größere, europäische Stadt wunderschön finden. Als wir in Paris ankommen, muss ich zugeben, dass die Stadt der Liebe mir nicht besonders gefällt. Jede Ecke scheint mir aus zusehen, wie jede andere auch. Und überall dieser Müll (warum sehe ich auch nirgends Abfalleimer?).Das heißt aber nicht, dass mir die Tour kein Spaß macht. Ich verstehe mich gut mit meiner Schwester und es ist schön mal wieder so viel Zeit füreinander zu finden und eine Stadt zu entdecken. Wir sind über das Reiseunternehmen Solegro hierhin gekommen, deshalb auch die Aufsichtspflicht. Ein Sightseeingangebot wird leider nicht angeboten und so klappern wir auf eigene Faust die Must-Sees ab und ich lasse mich einfach mal auf die Stadt ein. Bis auf das Louvre, dass wir nur von außen zu Gesicht bekommen, bekommen wir eigentlich auch alles wesentliche an dem Nachmittag unter diesen einen Hut: Arc de Triomphe, Obelisk von Luxor, Julisäule, Pantheon, Notre Dame, Champs-Élysées, Basilique und natürlich den Eiffelturm. Vom Wolkenkratzer Tour Montparnasse können wir die Stadt noch einmal von oben sehen. Die Stadt, oder vielmehr ihr ganz eigenes Feeling, will mir immer mehr gefallen. Irgendwie schaffen wir es dann auch noch am Abend, Fuß über Kopf, auf die Bootsfahrt auf der Seine durch Paris. Ein toller Tag, nur Schlaf werde ich aufgrund des Ritalins wie in der gestriegen auch in der heutigen Nacht nicht finden.

Am nächsten Tag geht es ins Schloss Versailles. Schon vor Jahren im Geschichtsunterricht hat mich das monumentale Bauwerk des größenwahnsinnigen „Sonnenkönigs“ fasziniert. Und es hält das Wort meines Geschichtslehrers. Unglaublich, mit welch dekadenten Lebensstil ein Mann hier einst auf den Schultern eines ganzen Volkes dem Überfluss frönte. Ein Tagesausflugsziel, das ich wirklich jedem einmal empfehle, der mal in die Ecke kommen sollte.

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