„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

meine Tour nach London

Das macht mir jetzt nicht wirklich Spaß. Es ist stressig und der Umgangston sehr grob. Mich macht das nicht fertig, ich komme klar mit so etwas, aber man fühlt sich einfach wohler, wenn alle nett und rücksichtsvoll miteinander umgehen. Und vor allem ist es heiß! Aber ich bin jung und brauche den Ferienjob, wenn ich nach dem Abitur nicht mit leerer Geldbörse dastehen möchte. Und so maloche ich die halbe Sommerferien 2013 bei dem Unternehmen Klafs. Heute aber bereitet mir das Arbeiten Freude. Oder vielleicht nicht das Arbeiten an sich, sondern das Runterzählen der Stunden bis Feierabend und der damit verbundene Gedanke an die nächsten vier Tage. Morgen werde ich nämlich mit Pia Bölz, einer guten Freundin und wunderbarem Menschen, nach London fahren. (Leider schreibe ich von diesem Erlebnis nur in der Gegenwart, tatsächlich ist es aber nun bereits schon fast ein Jahr her. Daher kann ich auch nur das Wesentlichste rekapitulieren.)

Wir setzen mit der Fähre auf die Küste Englands über und fahren von dort aus weiter nach London. Angekommen, mein erster Eindruck, dass ich London als Stadt extrem ansprechend finde. Vielseitige, in meinen nichtkundigen Augen gekonnte Architektur einer lebhaften Stadt entlang einer ruhig dahinfließenden Themse. Dieses positive Grundgefühl gegenüber der Stadt sollte anhalten. Wir besuchen die Klassiker: Big Ben, Trafalgar Square, Burlington Arcade, Tower Bridge, Buckingham Palace, London Eye, Westminster Abbey, City of London (ein politisches höchst interessantes Fleckchen, wenn man mal die Zeit hat sich ein wenig in dessen Historie rein zu lesen!) etc. Wenn man mit einem Mädchen unterwegs ist, darf natürlich auch nicht ein Besuch im riesigen Primarck fehlen. Wir fahren also mit der U-Bahn hin. Meine bescheidene Ausbeute nach mehreren Stunden ist ein Boratbadeanzug für 5 Pfund. Doch da bin nicht einmal ich verrückt genug, den mal ernsthaft zu einer Veranstaltung zu tragen. Pias Einkaufszettel wird erwartungsgemäß etwas länger, Klischees kommen auch nicht von irgendwo.

Besonders beeindruckend fand ich den London Dungeon. Nicht wegen dem dargebotenem Erlebnis an sich, dafür bin ich wohl zu alt (oder noch zu jung? Viele Erwachsene hier, die sich gruseln). Sondern wegen der Maschinerie dahinter. Wir gehen stundenlang durch Gänge, treiben auf Flossen und werden immer wieder durch Zwischenshows in die verschiedensten Winkel des Horrors geführt. Was ein Aufwand! Das aber wohl beste, da unheimlich lustige Erlebnis haben wir aber erst gegen Abend. Nach ein paar Bier treffen wir rechts unter der Tower Bridge auf einen Afrikaner – mit sechs Afrikanerinnen. Alle scheinen sie, dem Geruch nach zu urteilen, angeheitert durch Gras und Alkohol und alle etwas mit dem Mann am Laufen zu haben. Ich spreche die Gruppe an und wir durchleben eine hochamüsante Nacht mit sechs Afrikanerinnen – mit einem Afrikaner. Schlafen können wir in einem ordentlichen Hotel am Stadtrand, direkt neben dem 2007 neugebauten Wembley-Stadion. Am nächsten Tag besuchen wir Dockland, das kleine Manhattan Londons mit seinen sich um die Wette reckenden Bankengebäude. Schlussendlich geht es noch mit dem Schiff nach Greenwich, einem anschaulichen Plätzchen Erde, auf dem u.a. der Nullmeridian liegt. Nun geht es aber auch schon wieder nachhause, zu meinem geliebten Ferienjob. ;-)

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