„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Multiversum

Spekulationen über Multiversen sind äußerst interessant. Doch sie und andere meta-empirische Annahmen (wie Gott und voraussichtlich die Fragen nach dem Inneren eines Schwarzen Lochs und einem Vor dem Urknall) sind ihrem Wesen nach keine Physik mehr. Denn die Physik ist eine empirische Wissenschaft. Physikalische Theorien müssen demnach empirisch falsifiziert werden können. Im Falle ihrer Existenz würden Multiversen aber jenseits des uns empirisch zugänglichen und demnach auch jenseits des physikalischen Untersuchungsgebietes liegen. Was nicht heißt, dass derartige Mutmaßungen zu unterlassen seien. Sie sind, wie anfangs bereits gesagt, äußerst interessant. Und in mathematischer Form (die Stringtheorie beispielsweise verkommt immer mehr zu einer rein mathematischen Spekulation) können sie vielleicht sogar sehr aufschlussreich sein. Doch eine nicht-physikalische Theorie gehört auch so beim Namen genannt. Denn es liegt ein Riesenunterschied zwischen Elektrodynamik und Multiversum.

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