„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Wakeboarding

Wir gründeten die „Power-Gang“, studierten Luftgitarrenensembles ein, spielten Fußball und Superhelden. Doch am ersten Tag der Sommerferien nach der vierten Klasse musste ich mich von meinem besten Grundschulfreund verabschieden. Mitsamt seiner damals schon 9-köpfigen Familie zog Tobias Halla in ein Haus in Bad Segeberg. Damit in das Dorf seiner Großeltern in den Norden und, was ein Weltuntergang war, weg von uns. Am Morgen der Abreise rannte ich morgens noch einmal zu dem Haus, in dem Tobi bisher gelebt hatte und klingelte. Eine Frau, die nun neu eingezogen war, öffnete die Türe. Strahlend sah sie mich an, wahrscheinlich erwartungsvoll hoffend, dass die Kinder aus der Nachbarschaft ihre kennen lernen wollten. Enttäuscht drehte ich mich um und ging wortlos von dannen.

Jetzt, 4 Jahre später, machen wir Familienurlaub im Norden – bei Hallas! Ich freue mich riesig, Tobi zu sehen und wir unternehmen viel. Eines Tages, in Schleswig-Holstein hat man heute leider keine Ferien und so kann Tobi nicht mit, gehen wir Wasserskifahren. Wasserskifahren ist wie Skifahren, nur eben auf Wasser. Und um nicht unterzugehen, muss man schnell genug über das kalte Nass gleiten. Als Anfänger, die wir sind,  zieht uns eine Art Skilift, an dem man sich mit beiden Händen stets festhält im Kreis um den See. Schnell finde ich gefallen an der Sportart und kann gar nicht erst abwarten, wieder an der Reihe zu sein. Nach einiger Zeit meint unser Wasserskilehrer zu mir, ich habe ein ausgesprochenes Talent für die Sportart. Vorläufig bekomme ich den Wasserskischein ausgehändigt und kann mich jetzt, dankenswerterweise da nie dafür gezahlt, auch im Wakeboarden ausprobieren. Auch hier finde ich schnell rein und so darf ich am Ende des Tages sogar über eine Rampe springen und weitere Teile des Parcours im angrenzenden See nebenan befahren. Alles in Allem ein riesen Spaß. Und wenn sich noch einmal die Möglichkeit dazu bietet, würde ich gerne mal wieder auf Wasserskier -und Board steigen.

Zwei Tage später, es ist Samstag und somit kann Tobias mit, gehen wir mit Hallas familieneigenen Segelboot auf  das Wasser. Inmitten der Fahrt zieht ein heftiges Unwetter herauf und wir drohen mehrmals zu kentern. Immer wieder gilt es blitzschnell, sein Körpergewicht an Heck-oder Steuerbord rauszuhängen, Verbindungen zu lösen oder zu ziehen und somit das Segel neu auszurichten. Nachdem wir glücklicherweise heil am Festland angekommen sind, gehen wir zum sanften Abendwetter noch einmal heraus. Dieses Mal ist ein Seil am Boot befestigt und so versuchen wir Kinder, uns auf einem Surfbrett vom Katamaran über das Wasser ziehen zu lassen. Leider klappt dies nicht so toll, wie wir uns das vorgestellt haben und so steht keiner von uns länger als ein paar Sekunden auf dem Brett. Einen riesen Spaß hatten wir aber auch heute und abends gibt es dann selbstgefangenen Fisch.

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