„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Telomerase

1. natürlicher Tod

Durch hygienischen, medizinischen und weitere Fortschritte der Zivilisation wurden und werden individuelle Todesursachen erfolgreich bekämpft. Es gibt aber noch einen Tod, der ausnahmelos uns alle betrifft. Wenn nach etwa 130 Jahre alle Zellen absterben, dann wiederfährt einen Jedem der natürliche Tod im Alter. Spätestens dieser Tod holt uns alle, oder?

2. Telomerase und Telomere

Zellen teilen sich. Die „gesunden“ Zellen weisen nach jeder Zellteilung verkürzte Endabschnitte der Chromosomen auf. Chromosomen sind Träger von Erbinformationen und so sind die Chromosomen nach einer bestimmten Teilungsanzahl zu kurz („zu wenig DNA“) für eine weitere Replikation. Die Zellen altern und sterben. Die Chrosomenenden, die sog. Telomere, sind folglich eng verknüpft mit dem Alterungsprozess und somit auch mit dem natürlichen Tod im Alter.

Krebszellen aber sterben nicht natürlich. Warum ist das so? Das liegt an dem Enzym Telomerase, das in Krebszellen sehr aktiv ist. Das Enzym Telomerase stellt die Telomere wieder her. Damit verhindert sie, dass die Telomere mit jeder Zellteilung kürzer werden, verhindert das End-Replikationsproblen und somit auch den von herkömmlichen Zellen bekannte Zelltod.

3. "Unsterblichkeitsenzym"

Sollte eine künstliche Zufuhr von Telomerase gelingen und die Chromosomenenden rechtzeitig regenerieren, wäre der Alterunsprozess quasi abgeschaltet. Dieses Verfahren wurde an Fruchtfliegen, Mäusen und anderen Tieren bereits erfolgreich getestet. Die Lebenserwartung aller Probandtiere stieg infolge des Versuchs um ein Vielfaches an! Zwar existieren nach wie vor Probleme, die einen humanmedizinischen o.ä. Einsatz der Telemorase unterbinden. Diese bekommt man jedoch immer besser in den Griff. So war es bisher beispielsweise ein Problem, dass das Krebsrisiko bei den Versuchstieren enorm anstieg. Jüngst aber lies man in Mäusen Telomerase im Rahmen einer Gentherapie entstehen, ohne dass sich ein erhöhtes Krebsrisiko verzeichnen lies. 

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Kommentare: 1
  • #1

    WissensWert (Montag, 01 August 2016 02:51)

    http://iq.intel.de/forever-young-forscher-entdecken-gene-die-lebensdauer-beeinflussen/


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