„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Wissen und Macht

Allwissenheit und Allmacht stehen im Widerspruch zueinander. Wenn man genauer darüber nachdenkt kommt man zu dem Ergebnis, dass beide Eigenschaften nicht koexistieren können. Falls Gott allwissend ist, weiß er auch was alles geschehen ist und noch geschehen wird. Dann muss auch alles so eintreten wie er es vorausgesehen hat, ansonsten wäre er bewiesenermaßen nicht allwissend. Falls aber alles so kommen muss wie er es prophezeit hat, kann er sich nicht anders entscheiden. In diesem Fall wäre Gott nicht allmächtig. Wenn er sich zukünftig noch frei entscheiden kann, wäre er nicht allwissend, denn er würde nicht wissen was auf ihn zukommt. usw.

Hier lässt sich wieder der Einwand anbringen, dass ein allmächtiger Gott über den Gesetzen der Logik steht. Dann aber ist jenseits aller Logik alles möglich, dann kann es auch genauso gut den Osterhase geben.

*Video ist nicht allzu ernst zu nehmen. Parallelen zum Argument des unvollständigen Wissens.

<<                         alle Blogeinträge                         >>

Kommentare: 0

Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
Diese Website darf gerne zitiert werden, für die Weiterverwendung ganzer Texte bitte ich jedoch um kurze Rücksprache.