„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Das Potential eines breiten Mittelstandes

Überall redet man von einer Weltwirtschaftskrise, viele sogar von einer weltweiten Depression. Dabei ist unsere Produktion an Waren-und Dienstleistungen so hoch wie noch nie.

Und das Welt-Bruttoinlandsprodukt wächst weiter an. Was wir derzeit erleben, ist keine realwirtschaftliche Krise, es ist genug für alle da. Wir erleben eine sich kontinuierlich zuspitzende VerteilungskriseDiese ist außerhalb Europas meist noch viel drastischer und hat zur Folge, dass sich die weltweite Kaufkraft bei einigen wenigen konzentriert und dies wiederrum soziale Ungleichheit und auch Machtmonopolbildungen. Denn Geld ist Macht.

 

Der Mensch hat Bedürfnisse und der Erwerb von Etwas dient meist der zwischenzeitlichen Befriedigung dieser. So kann ein Mensch in seiner Funktion als Konsument auch moralische Bedürfnisse haben. Er will vielleicht erneuerbare Energien nutzen, grüne Elektroautos fahren, Bio Nahrung essen, Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, fair trade und cradle to cradle kaufen usw.. Doch leider sind „moralische“ Produkte in ihrer Erschließung und somit auch beim Erwerb meist teurer. Demzufolge greift ein kalt kalkulierender Homo Oeconomicus zum 5€-KIK T-Shirt und nicht zum 20€ Shirt von GrundstoffMöchte ein Mensch nun aber das teurere, moralischere Produkt, benötigt er dafür das nötige Geld. Nun haben viele Menschen, wie oben bereits angesprochen, dies Geld nicht oder der mit der Anschaffung verbundene, finanzielle Mehraufwand würde mit erheblichen Einschnitten in bisher menschenwürdiges Leben ermöglichende Bereiche einhergehen. Das Geld das diese Leute brauchen ist aber da, es liegt bei den Reichen. Um das real vorhandene, moralische Potential für weltverbessernten Konsum bei einem Großteil der Erdbevölkerung frei zu legen, bedarf es demgemäß eine Vermögensumverteilung von Reich nach Arm. 

Quellen:

 

Wachsendes Welt-Bruttoinlandsprodukt: http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2013/02/weodata/index.aspx

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