„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

die größte Frage

Neulich wurde ich gefragt, was denn die größte (aka grundlegendste) aller Fragen sei. Ich denke es ist die Frage nach dem Verhältnis zwischen Geist und Materie, denn sehr viele großen Fragen scheinen mir auf diese hinauszulaufen. Die Frage ob Geist (Idealismus), oder Materie (Materialismus) das Primäre der Welt sei führt zu den Fragen nach Gott, Ursprung und Sinn. Die Frage ob Geist und Materie koexistiert (Dualismus) oder die Illusion (Monismus) vom jeweils anderen kreiert führt zu den Fragen nach Erkenntnis, Metaphysik und Bewusstsein. Die Aufzählung ist dabei natürlich noch fast beliebig differenzier- und erweiterbar.

Möchte man jedoch ein wenig kritischer an die Frage rangehen, müssen wir uns eingestehen, dass wir gar nicht wirklich wissen was die größte Frage bezüglich der Erkenntnis des Seins ist. Da die richtige Frage gewöhnlich der entsprechenden Antwort vorrausgeht ist unsere größte Frage zunächst die nach der größten Frage. Dies ist mir gerade beim Schreiben in den Kopf gekommen. Zum Ausdruck bringen wollte und will ich primär die Aussage des ersten Abschnittes.

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