„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Klartraum (Bewusstseinszustände)

Ein luzider Traum (auch: Klartraum) ist ein Traum, in dem der Träumer sich darüber bewusst ist, dass er träumt. Vor nun über 2 Jahren habe ich über einen Zeitraum von mehreren Wochen gezielt versucht luzides Träumen herbeizuführen. Ohne mich näher mit der Theorie auseinandergesetzt zu haben (oder auch nur den Begriff des Klartraums zu kennen) hatte ich eine Idee, wie ich das anstellen wollte. Wenn ich mich im wachen Alltag immer und immer wieder frage, so dachte ich mir, ob das was ich gerade erlebe realiter sein kann, werde ich mich das aus einem entstandenen Automatismus heraus auch irgendwann im Traum fragen. Falls ich dann aufgrund dieser Frage mal zu dem Entschluss komme, dass mein Erlebnis so surreal oder sonst etwas ist, das ich momentan träumen muss, befinde ich mich im Zustand des Klartraumes. Und eines Tages klappte es auch. Ich befand mich in einer Großstadt, inmitten von Hochhäusern. Nachdem ich aus einem Taxi ausstieg fragte ich mich wie aus einem Reflex heraus, ob gerade alles mit rechten Dingen zuging. Jetzt erst fiel mir auf, dass wir eine riesen Strecke innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde und durch andere Autos hindurch gefahren sind. Als mir klar war, dass ich träumte war dies ein überwältigendes Gefühl. Ich rannte in das nächste Hochhaus und kletterte den Aufzugsschacht hinauf. Auf dem Dach des Hochhauses angekommen, stellte ich mich an dessen Rand vor den Abgrund und betrachtete die sich vor mir ausbreiteten und mich stark an die von Manhattan erinnernde Skyline (wo ich noch nie war, die ich aber von Filmen her kannte). Dann nahm ich Anlauf und sprang vom Dach. Ich streckte meine Arme von meinem Körper weg aus und begann wie ein Vogel durch die Luft zu fliegen. Das beste dabei ist, dass einem nicht auffällt wenn was unrealistisch ist. Alles wirkte furchtbar intensiv und wirklich. Der uralte Menschheitstraum vom Fliegen - und ich erlebte ihn irgendwie gerade.

Eine Nacht lang war ich der Gott meiner eigenen Welt.

 

Leider habe ich nach diesem fulminanten Erlebnis aufgehört mich praktisch mit dem Klartraum zu beschäftigen. Leider, da es noch viele weitere, tolle Anwendungsmöglichkeiten für das Klarträumen gibt. In einem Klartraum kann man beispielsweise (mehr oder weniger) mit sich selbst, oder gar toten Personen in den Dialog treten und u.a. somit gegebenenfalls verdrängte, belastende oder unbewusste Dinge aufdecken oder aufarbeiten. Ja, es kann sogar physisch (z.B.: Bewegungsabläufe) trainiert, oder psychisch (z.B.: Vokabeln) gelernt werden.

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