„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Marktinteressen

Das inoffizielle Theorem vieler wirtschaftsliberaler Lehren, dass das frei egoistische Handeln des Individuums schlussendlich der Allgemeinheit zugute käme, entkräftet die realwirtschaftliche Praxis mannigfach.


Ein Grund hierfür liegt in der Deckungsungleichheit zwischen den Zielen der Gesamtwirtschaft und der des Menschen. Diese dargelegte These werde ich im Folgenden anhand einiger beispielhafter Fälle untermauern.

Ziele

Unser heutiges Wirtschaftssystem ist auf ewiges Wachstum ausgerichtet. Demzufolge sollten nun stets mehr Güter als zuvor umgesetzt werden. Aus diesem Umstand heraus wurden und werden unsere natürlichen - Grundbedürfnisse (Nahrung, Schlaf, Sexualität usw.),zwischenmenschlichen Bedürfnisse (Liebe, Kommunikation, Beachtung usw.) und geistigen Bedürfnisse (Kunst, Erkenntnis, Kultur usw.) mehr als nötig kommerzialisiert. Der Suggestion darf nach dem Erwerb der Ware oder Dienstleistungen kein anhaltendes Glück folgen, da dies dem Individuum den Anreiz als Arbeiter und Konsument nehmen würde. Vielmehr wurden und werden in ihm subtil noch weitere, künstliche Bedürfnisse erschaffen.

 

“Weißt du was ein Duvet ist? …Es ist einfach eine Bettdecke. Eine einfache Bettdecke.

OK, warum wissen Jungs wie du und ich was ein Duvet ist?

Ist das wichtig für unser Überleben im Sinne der Welt von Jägern und Sammlern?

Nein. Was sind wir dann? Wir sind Konsumenten.

Wir sind ein Nebenprodukt der Livestyle Obsession.”

- Fight Club.

 

Es lässt sich also festhalten, dass das Ziel der Wirtschaft Umsatz, das des Individuums hingegen Glück ist. Die Ziele der Wirtschaft und des Menschen sind somit grundsätzlich inkongruent. Dabei ist es vollkommenen irrelevant ob wir eine Markt- oder Planwirtschaft zu Betracht ziehen. Ein auf Wachstum basierendes Geldsystem kann aus seinem Wesen heraus nicht an vernünftigen oder dauerhaft glücklichen Menschen (als wirtschaftliche Akteure) interessiert sein. Und um eben jener abrupten Marktsättigung entgegenzulenken sollen wir Glück immer mit einem „monetisierten Nachher“ assoziieren.

Nachher bleibt aber immer in der Zukunft.

 

# Zufriedenheit / Bedürfnislosigkeit gehören zu den schlimmsten Dingen,

die dem Kapitalismus passieren können.


Und so will unsere Wirtschaft gar nie halten, was sie uns andauernd verspricht. Demzufolge sollte auch ein alternatives, besseres Wirtschaftssystem der nachhaltigen Bedürfnisbefriedigung als übergeordnetem Ziel dienen.

Beispiel Energiesektor

Acht der weltweit neun umsatzstärksten Unternehmen waren 2012 nach dem renommierten Liste „Fortune Global 500“ dem Energiemarkt zuzuordnen. Davon wiederrum sind sieben Unternehmen in der Öl-und Gasbranche und eines in der Versorgerbranche tätig. Demgemäß ist der Energiemarkt der kapitalstärkste Wirtschaftszweig auf unserer Erde. Als dieser verfügt der Energiemarkt über eine enorme Macht, die hinter dem Ziel des Umsatzes steht. Optimalen Umsatz macht er durch eine möglichst billige Energiegewinnung und eine möglichst teure Energievermittlung.

 

Der Energiemarkt hat kein Interesse an teurer Energiegewinnung. Im Gegenteil, vielmehr setzen sich im freien Wettbewerb zwischen kaltrationalen Energieerschließern tendenziell die billigen Energieerschließungsmöglichkeiten durch. Dieser den umsatzversierten Energiekonzernen entgegenkommender Sachverhalt kann jedoch entgegen dem Interesse des Menschen stehen. Beispielhaft sei hier die Nuklearkatastrophe von Fukushima angeschnitten. Infolge des Tōhoku-Erdbeben kam es in Japan zu Anlageausfällen in einem Atomkraftwerk des Energieversorgungsunternehmens Tepco. Die daraus entstandenen, grausamen Folgen für die gesamte Menschheit wären durch die Verwendung sichererer Energiegewinnungsmethoden vermeidbar gewesen. Dass diese nicht verwendet wurden, hatte aller Wahrscheinlichkeit nach wirtschaftliche Gründe. Hier steht das Ziel der kostengünstigen Energiegewinnung dem Wohl unserer und zukünftiger Generationen konträr entgegen.

 

Der Energiemarkt hat kein Interesse am billigen Energieverkauf. Es setzten sich zwar im freien Wettbewerb zwischen kaltrationalen Energieanbietern tendenziell die billigsten Energieleistungen durch. Jedoch wird dieser Sachverhalt im freien Markt oft durch Preisabsprachen und Kartellbildungen unterwandert. Dies sorgt für flächendeckende Preiserhöhungen und daraus folgt wiederrum ein höherer Unternehmensumsatz. Der Konsument aber hat folglich allgemein höhere Preise zu zahlen was erneut für ihn von Nachteil, für das entsprechende Energieunternehmen aber von Vorteil ist. Des Weiteren hat der Energiemarkt dem möglichst teuren Energieverkaufs wegen kein Interesse an dem Ende des Glaubens an die Ressourcenknappheit, an die rein biotische Entstehung von Erdgas- und öl oder abiotischer, allgemein nachahmbarer Herstellung der selbigen. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich hiermit nicht ausdrücken möchte es gäbe z.B.: keine Ressourcenknappheit. Unser blauer Planet ist begrenzt, und somit auch dessen  Ressourcen. Betrachtet man jedoch u.a. die Verflechtungen von Kapital und universitären Studien und das bereits 1973 aufgrund eines „baldigen Erliegens der Erdölvorkommen“ deutschlandweit ein autofreier Sonntag eingeführt wurde, liegt einem der Verdacht einer künstlichen Verknappung auf der Hand.

Nicht mehr und nicht weniger.

 

Der Energiemarkt hat daher kein Interesse an konkurrierenden, fremdzugehörigen, häuslich erschöpfbaren oder billig erwerbbaren Energieressourcen. Im Gegenteil, vielmehr besitzt er ein Motiv dafür, sein Monopol wahren und alternative Energiequellen bekämpfen zu wollen. Beispielhaft sei hier die Nutzung der Nullpunktsenergie angeschnitten. Sehr viele promovierte Physiker waren und sind der Überzeugung vollkommen umweltfreundliche und für jedermann nahezu kostenlose Energie mit Raumenergiekonvertern generieren zu können. Zu diesen gehören u.a. Nikolas Tesla und Prof. Dr. rer. nat. Claus W. Turtur. Inwiefern die propagierten Geräte funktionieren, vermag ich nicht zu beurteilen. Die Nullpunktsenergie ist jedoch ein wissenschaftlich anerkanntes Faktum und die Forschung um sie wird weder staatlich noch privat unterstützt, sondern vielmehr die zugehörige Patente aufgekauft, den Forschern ihre Titel aberkannt u.ä.. All dies liegt zumindest die Vermutung nahe, dass die Profiteure unserer heutigen Energiewirtschaft eine günstige, frei zugängliche und vollkommen umweltverträgliche Alternative aktiv und passiv unterdrücken.

 

# Im gleichen Stil lässt sich argumentieren,

dass die Gesundheits-und Pharmabranche nicht an billigen,

nachhaltigen, simplen und von einem jedem anwendbaren Heilungsmethoden

von psychischen und physischen Krankheiten (z.B.: Krebs und AIDS)

interessiert sein können. Vielmehr besitzt diese ein Motiv dafür,

diese zu bekämpfen, Heilmethoden relativ uneffektiv und teuer zu halten

und neue Krankheitsbilder zu kreieren (etwa ADHS).

Quellen

Umsatzstärkste Unternehmen weltweit: http://de.wikipedia.org/wiki/Fortune_Global_500#2012

 

zum vorherigen Blogeintrag                                                                                zum nächsten Blogeintrag

 Liste aller bisherigen Blogeinträge

Kommentare: 3
  • #3

    WissensWert (Donnerstag, 03 November 2016 14:23)

    http://www.jumpradio.de/thema/verschwoerungstheorien-im-check-reichsflugscheiben-102.html

  • #2

    sapereaudepls (Donnerstag, 08 Januar 2015)

    Der pharmazeutische Markt hat ebenso wenig Interesse daran, Medikamente für die Dritte Welt herzustellen. Aber wenn eine Nachfrage nur mit genug Geld unterfuttert ist, gibt es für jeden Unsinn Produkte.

  • #1

    Jonas (Dienstag, 25 März 2014 23:26)

    Das grundlegende Problem unserer Gesellschaft scheint darin zu liegen, dass es Konzernen und ganzen Branchen gelingt, den Gesetzesrahmen, in dem sie sich bewegen müssen, durch Lobbyarbeit zu erweitern oder durch internationale Strukturen zu umgehen. Daraus ergibt sich, dass der Gesellschaft im Bezug auf das individuelle, gegen das Wohl der Gesellschaft gerichtete Handeln von Personen oder Gruppen die Hände gebunden sind.


Impressum | Datenschutz | Cookie-Richtlinie | Sitemap
Diese Website darf gerne zitiert werden, für die Weiterverwendung ganzer Texte bitte ich jedoch um kurze Rücksprache.