„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Schüchternheit - ein Gedankenfluss

Schüchternheit ist Ausdruck einer Angst. Stets ist Angst durch etwas verursacht und oft auf etwas bezogen. So hat man nicht vor der Dunkelheit, sondern zum Beispiel aufgrund der Dunkelheit vor etwaigen, nicht sichtbaren Dingen Angst.Meist ist ein Mensch schüchtern, weil er Angst vor negativer Resonanz hat. Wie jede andere Angst kann Schüchternheit sich in leichter Verunsicherung, lähmender Furcht und auf vielen anderen Wegen äußern.

Schüchternheit kann begründet und unbegründet, allgemein und spezifisch gut und schlecht, sein. Begründete, spezifische Schüchternheit kann unter anderem das Resultat schlechter Erfahrungen (etwa Ablehnung) in einer unsicheren, einem aber wichtigen Beziehung oder die Angst vor solchen sein. Unbegründete, allgemeine Schüchternheit ist oft ein Zeichen mangelnden Selbstbewusstseins. Entgegen der Auffassung vieler muss Schüchternheit nichts schlechtes sein. So kann sie eine Person davon abhalten, sich zu übernehmen. Oft aber hält Schüchternheit auch eine Person davon ab, ihr ganzes Potential zu entfalten. Bei Bekämpfung solch behindernder Schüchternheit helfen die üblichen Strategien der Angstbewältigung (z.B.: Konfrontation).

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