„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Kindagain

angelehnt an das wunderschöne Gedicht "Ich weiß nicht mehr" von Theresa Hahl.

Wann habe ich verlernt, dass Schnee aus Diamantensplitter besteht?

Wann habe ich das Kindes Glück aufgegeben, damit ich die Welt versteh?

Wann habe ich aufgegeben, den Wind mit dem Kescher ein zu fangen?

Was trieb mich nur, nach dem tristen Erwachsenenalltag zu verlangen?

wann habe ich verdammt noch mal verlernt, wie man den Atem verliert?

Wann habe ich gelernt, wie die Welt funktioniert?

Wann habe ich vergessen, wie der Himmel aussieht?

Wir sehen in doch nur, wenn er an verglasten Fenstern vorbeizieht.

Sitzen einbetoniert in Häusermauern.

Haben einleuchtende Erklärungen die in Büchern wohnen und die Zeit überdauern.

Für mich ist es jetzt schon zu spät.

Ich habe bessere Geschichten eingetauscht, gegen stichhaltige Rationalität.

Ich weiß nicht mehr, warum ich nicht an Drachen glaube.

Ich weiß nicht mehr, warum die Erde manchmal stillsteht.

Ich weiß nicht mehr, wie ich der Sonne strahlen raube.

Ich habe vergessen wie das Gras beim wachsen flüstert.

Wie konnte ich vergessen, was meine Wirklichkeit war 

- wie konnte ich aufgeben, wie ich die Welt in meinen Augen sah.

 

 

-Horizont -- ich bin bereit. 

Von Hass und Trauer befreit.

Reset. Raus aus dem Bett.. 

Liebe zum Leben. Sich dem Leben trauen. 

Sich Leben trauen. 

Grau vergraulen. 

Auf auf die Auen. 

Kind sein Trauen. 

Kindheitsträume auftauen.

Freundes Freud mit reißen, auf die Schwerkraft scheißen, 

altersmüde Augen ein letztes Mal aufreißen, 

Arme aufreißen, 

durch die Lüfte greißen, 

sich selbst Drachen heißen, 

sich das Paradies verheißen, 

die Zeit verheißen, 

auf leisten scheißen, 

auf Weisheit scheißen, 

der bösen Rationalität unser Leben entreißen,

dem Glück das Tor aufreißen, 

entgreisen.

 

Vielleicht ist das mit dem Schatten werfen, gar nicht so schwer. 

Wenn sich, verdammt noch mal, endlich mal wieder jemand in die Sonne stellt, lassen wir ihn sogar hinter uns!

 

 

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