„Habe nun ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theologie! durchaus studiert mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor; heiße Magister, heiße Doktor gar, und ziehe schon an die zehen Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Schüler an der Nase herum – und sehe, dass wir nichts wissen können!

Das will mir schier das Herz verbrennen!“ 

- Faust I, S. 354–365

Gedenkmünze

Der US-Staat druckt nicht sein eigenes Geld, sondern leiht sich das Geld der Federal Reserve. Deswegen nennt sich das in den U.S.A. im Umlauf befindliches Geld auch „Federal Reserve Note“ und nicht „United States Note.“ 

das Schlupfloch

Der Bundesstaat der Vereinigten Staaten ist demnach, wie auch die anderen Marktteilnehmer, gegenwärtig gezwungen sich zu verschulden um Geld zu schöpfen.

 

Die Emission einer eigenen Währung ist der US-Regierung zwar gesetzlich untersagt.

Der letzte amerikanische Staatsmann, der etwas gegen diesen Missstand unternommen hat war John F. KennedyEin gewisses juristisches Schlupfloch bietet jedoch vielleicht das staatliche Auflage- und Prägerecht. So ist die dem Finanzministerium unterstellte Prägeanstalt US Mint durch United States Code Titel 31, Paragraf 5112k  dazu privilegiert staatseigene Gedenkmünzen in den Umlauf zu bringen.

 

Dieser Paragraf war ursprünglich vermutlich zur Herstellung von Sammlerstücken oder dergleichen, aber nicht zum kreieren eines für den Zahlungsverkehrs gedachten Staatsgeldes gedacht, kann jedoch dahingehend gelesen werden. Auf dieses Privileg hin könnte der amerikanische Finanzminister Jacob Lew die Prägung einer Platinmünze in Auftrag geben. In der Regel steht hierbei zum Zeitpunkt der Ausgabe der Münze deren Nennwert in einem akzeptablen Verhältnis zum Materialwert (Platingehalt), nichts aber macht dies zwingend. Deshalb könnte der U.S.-Finanzminister selbst über den Nominalwert einer solchen Münze bestimmen.

 

# "Yes we coin"

Haushaltsstreit

Dieser Trick wurde ab und zu in obskuren Foren diskutiert, blieb von der höheren Politik über längere Zeit hin aber unbeachtet. Erst mit dem Haushaltsstreit zwischen den Republikanern und den Demokraten 2013 thematisierten ihn führenden Politiker und Ökonomen.

 

Während der amerikanische Staat sich beim leihen von Zentralbankgeld logischerweise verschulden muss, öffnet sich ihm mit diesem Paragraphen ein Hintertürchen hin zur staatseigenen Geldschöpfung und weg von der permanenten Abhängigkeit gegenüber der FED.

 

Einen großen Teil der bisher bei der FED aufgenommenen Schulden könnte man, so die Idee, mit der Prägung einer Münze von horrendem Nominalwert tilgen. Lege man diesen beispielsweise auf 1 Billion Dollar fest, so könnte man mit der Übergabe ein oder zwei solcher Münzen an die FED ein oder zwei Billionen an Staatsschulden rückkaufen, sprich abbezahlen. Damit würde man sich wieder Luft zwischen der Realverschuldung und der vom Parlament festgelegten Schuldenobergrenze verschaffen, ohne selbst neue Verbindlichkeiten aufzunehmen oder Abstriche im Haushalt machen zu müssen.

 

Mit der Einigung beim besagten Haushaltsstreit ist dieses Thema zwar vorerst wieder vom Tisch der großen Politik, die Schuldenobergrenze aber nur bis zum 7.Februar ausgesetzt. Und wieder könnte der dargelegte Passus der US-Regierung schmerzlindernde Abhilfe verschaffen. Zugegebenermaßen natürlich nur vorübergehend, da es nur Symptome und nicht Ursachen eines verzinsten Schuldgeldsystems bekämpft, dass die Menschen bei Erhalt früher oder später zwangsläufig in die Versklavung durch Schulden führt.

Schlussworte

Klagen sind aufgrund der ungenauen Formulierung des Paragraphen vermutlich zu erwarten.

 

# Aus einem symbolischen Akt heraus,

könnte die Statue of Liberty die Vorderseite

einer solchen Platinmünze zieren.

 

Gegner dieses Tricks warnen vor eine durch einen solchen Schritt entstehende Inflation. (Ein Argument, dass allgemein oft gegen das Staatsgeld angeführt wird). Da dieser jedoch nur im Bezug zu einer Schuldrückzahlung bei der FED diskutiert wird und das verwendete Geld somit gar nicht erst in den Wirtschaftskreislauf kommt, wird dieses keine direkte Inflation verursachen können.

Das der Trick den amerikanischen Staat zu einer verantwortungslosen Haushaltspolitik animiert und somit indirekt zu einer Inflation führen kann, ist jedoch gut denkbar.

 

Es stellt sich von daher die Frage, warum die US-Regierung nicht gleich eine Platinmünze im Wert von ca. 17,4 Billionen US-Dollar prägt um ihre gesamten Staatsschulden zu begleichen (Stand: 02.02.2014) und darüber hinaus die, ob sich eine ähnliche Gesetzeslücke auch in einem europäischen Gesetzbuch finden lässt.

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